Kall

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kall (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kall
Kall
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kall hervorgehoben
50.5408333333336.5544444444444399-538Koordinaten: 50° 32′ N, 6° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Euskirchen
Höhe: 399-538 m ü. NHN
Fläche: 66,07 km²
Einwohner: 11.162 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 169 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53925
Vorwahlen: 02441, 02445, 02447, 02482, 02486
Kfz-Kennzeichen: EU, SLE
Gemeindeschlüssel: 05 3 66 024
Gemeindegliederung: 23 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstr. 9
53925 Kall
Webpräsenz: www.kall.de
Bürgermeister: Herbert Radermacher (CDU)
Lage der Gemeinde Kall im Kreis Euskirchen
Belgien Rheinland-Pfalz Kreis Düren Rhein-Erft-Kreis Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Bad Münstereifel Blankenheim (Ahr) Dahlem (Nordeifel) Euskirchen Hellenthal Kall Mechernich Nettersheim Schleiden Weilerswist ZülpichKarte
Über dieses Bild
Kirche St. Nikolaus in Kall; Architekt: Peter Salm

Kall ist eine Gemeinde im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen in der Nordeifel.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Kall liegt am Rande der Nordeifel im Dreieck zwischen Köln, Aachen und Trier. In Kall mündet der Kallbach in die Urft. Die Ortschaft Kall wird von großen Waldgebieten umgeben. Eine Besonderheit ist das Kalksandsteingebirge, das der Ortschaft Kall vorgelagert ist und von den Kallern liebevoll Fels genannt wird. So sind auch neue Baugebiete hiernach benannt worden (Zum Felsblick oder Auf dem Fels).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Kall besteht aus folgenden 23 Ortsteilen (Einwohnerzahl zum 31. Dezember 2013 in Klammern[2]):

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

  • Die Gemeinde Kall grenzt an die Nachbargemeinden Hellenthal und Nettersheim sowie an die Städte Schleiden und Mechernich.
  • Die Gemeinde Kall liegt in der Mitte des Kreises Euskirchen und hat keine Grenze zu anderen Kreisen.

Klima[Bearbeiten]

Da Kall am Rande der Eifel liegt, ist das Klima durch das raue Eifelkima geprägt. Die bioklimatischen Bedingungen sind in der Eifel günstig. Wärmebelastung und Luftschwüle treten im Sommer nur selten auf. Kall hat insgesamt ein ausgesprochenes Reizklima. Kall ist ein Reinluftgebiet mit sehr geringer luftchemischer Belastung. An heißen Sonnentagen ergibt sich manchmal eine erhöhte Konzentration von bodennahem Ozon.

Geschichte[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1969 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Golbach, Keldenich, Sistig, Sötenich, Urft, Wahlen und Wallenthal eingegliedert.[3]

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden Ortschaften, die früher der Gemeinde Wahlen angehörten, mit einer Fläche von 18,18 km² und 925 Einwohnern aus Kall nach Hellenthal umgegliedert. Weitere Gebietsteile wurden an die Gemeinde Mechernich und an die Stadt Schleiden abgetreten.[4]

Religion[Bearbeiten]

Kirchen und Gemeinden:

  • Kath. Pfarrgemeinde Kall St. Nikolaus
  • Ev. Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal

Politik[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat
     
Von 28 Sitzen entfallen auf:
Ratswahl 2014[5]
Wahlbeteiligung: 55,83 %
 %
50
40
30
20
10
0
41,43
24,55
18,21
8,61
3,67
3,53
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+3,99
+0,49
-11,21
-0,47
+3,67
+3,53

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde Kall ist Herbert Radermacher (CDU).

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Kaller Gemeinderat besteht aus 28 Ratsmitgliedern und dem vorsitzenden Bürgermeister.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Kall ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Köln vom 10. Juni 1974 das Recht zur Führung eines Wappens und eines Siegels verliehen worden.

Blasonierung: „Halbgespalten und geteilt von Blau und Gold (Gelb) über Silber (Weiß). Im blauen, mit goldenen (gelben) Lilien bestreuten Feld ein linksgewendeter, wachsender, golden (gelb) bekrönter, rot bezungter, silberner (weißer) Löwe; im goldenen (gelben) Feld ein wachsender, rot bewehrter und bezungter schwarzer Löwe; im silbernen (weißen) Feld zwei gestürzte, schräggekreuzte, schwarze Pfeile.“[6]

Das Wappen vereinigt die Wappen der ehemaligen Territorialherren des heutigen Gemeindegebietes: der Herren von Schleiden und der Herzöge von Jülich. die gekreuzten Pfeile sind dem Wappen der Abtei Steinfeld, dem kulturhistorischen Mittelpunkt des Gemeindegebietes, entnommen.[7]

Flagge[Bearbeiten]

Der Gemeinde Kall ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Köln vom 8. Juni 1990 das Recht zur Führung einer Flagge als Hissflagge verliehen worden.

Beschreibung der Flagge: „Von Weiß und Schwarz im Verhältnis 1 : 1 längsgestreift mit dem von der Mitte zur Stange hin verschobenen, der Beschreibung in Absatz 1 der Hauptsatzung entsprechenden Wappenschild der Gemeinde.“

Partnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1980 besteht zwischen der belgischen Gemeinde Mol in Flandern und der Gemeinde Kall eine Partnerschaft.

Tourismus[Bearbeiten]

Der EifelMoselExpress bei der Einfahrt in den Bahnhof Kall
Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Kall

Kall liegt im Naturpark Nordeifel und ist Nationalpark-Ort für den Nationalpark Eifel. Das Gebiet war früher durch Bergbau und Metallverarbeitung vor allem von Eisenerzen und Bleierzen geprägt. Dem spürt ein in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen angelegter Montanhistorischer Wanderweg, der Pingenwanderpfad Kall (12 km), nach. Kall liegt außerdem am Römerkanal-Wanderweg von Nettersheim nach Köln entlang der Eifelwasserleitung.

Sehenswert ist das Kloster Steinfeld.

Regierungsbunker NRW[Bearbeiten]

BW

Im nahegelegenen Gillesbachtal befindet sich der atombombensichere Regierungsbunker der Landesregierung von NRW. Das unterirdische Gebäude hat auf zwei Stockwerken insgesamt 100 Zimmer, in denen der Ministerpräsident des Landes sich mit etwa 100 Bediensteten bis zu 30 Tagen aufhalten konnte. Die Einrichtung, die von 1960 bis in die zweite Hälfte der 1980er Jahre betrieben wurde, hatte den Tarnnamen „Warnamt Eifel". Alle zwei Jahre fanden von 1966 bis 1989 Übungen statt, bei denen der Ernstfall durchgespielt wurde. Nach dem kalten Krieg wurde der Bunker an eine Familie verkauft, die ihn als Dokumentationszentrum aufrecht erhält und Führungen anbietet. [8]

Wandern und Radfahren[Bearbeiten]

Durch das Gebiet der Gemeinde Kall führt der 330 km lange Eifelsteig, ein Wanderweg von Aachen nach Trier. Die Etappe 5 führt von Gemünd zum Kloster Steinfeld, eine sehr abwechslungsreiche Mischung aus Wald-, Panorama-, Tal- und Höhenwegen. Die Etappe 6 dann ab dem Kloster Steinfeld bis Blankenheim.

Durch den Ort führt der Radwanderweg Eifel-Höhen-Route, der als Rundkurs um den Nationalpark Eifel führt.

Der Radwanderweg Tälerroute führt ebenfalls durch den Ort. Sie erschließt touristisch interessante Orte in Nordrhein-Westfalen auf familienfreundlicher Strecke.

Schulen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Kall ist einer der bedeutendsten Schulstandorte im gesamten Kreis Euskirchen.

Grundschulen[Bearbeiten]

  • Gemeinschaftsgrundschule Kall, Auelstraße (offener Ganztag)
  • Gemeinschaftsgrundschule Sistig (offener Ganztag)

Hauptschule[Bearbeiten]

  • Hauptschule Kall, Auelstraße (offener Ganztag)

Sekundarschule[Bearbeiten]

  • Sekundarschule Kall - Mechernich, Auelstraße (Ganztag) Ab dem Schuljahr 2012/13 wird in Kall, gemeinsam mit der Stadt Mechernich, die Sekundarschule angeboten. Hier können alle Abschlüsse erworben werden. Die Hauptschule wird ab dem Jahr 2013 keine Eingangsklasse (Kl.5) mehr bilden.

Weiterführende Schulen[Bearbeiten]

  • Hermann Josef Kolleg Kall-Steinfeld (Gymnasium und Internat) im Kloster Steinfeld
  • Berufskollegs Eifel (Berufsschule und Wirtschaftsgymnasium)
  • Fachschule für Tourismus

Förderschulen[Bearbeiten]

  • St. Nikolaus Schule Kall (Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung)
  • Schule für Erziehungshilfe, Urft

Verkehrsinfrastruktur[Bearbeiten]

Straßenverkehr/ÖPNV[Bearbeiten]

Linienbus der RVK am Bahnhof Kall

Kall bildet nach seiner Lage in etwa den Schnittpunkt zwischen den Städten Aachen und Koblenz bzw. Köln und Trier, es ist unmittelbar über die Bundesstraße 266 erschlossen. Die Bundesautobahn 1 kann in wenigen Minuten über die Anschlussstellen 111 Wißkirchen (Euskirchen), 112 Bad Münstereifel/Mechernich oder 113 Nettersheim erreicht werden.

Mehrere Buslinien der Regionalverkehr Köln verbinden Kall mit den umliegenden Ortsteilen, dem Schleidener Tal, Zingsheim, Mechernich und Marmagen. Ein Großteil der Fahrten (außer ins Schleidener Tal) wird jedoch per TaxiBus, nach telefonischer Voranmeldung durchgeführt.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Kall beherbergt seit einer aufwändigen Renovierung im Jahr 2009 ein Kundencenter der RVK mit einem Infocenter zum Nationalpark Eifel. Er liegt an der Eifelstrecke (KölnEuskirchenGerolsteinTrier), und wird im Personenverkehr von drei Linien des Regionalverkehrs bedient.

Weitere Bahnstationen im Gemeindegebiet sind Scheven (stündliche Bedienung durch die RB24) und Urft (zweistündliche Bedienung durch den RE22). Während der Sommermonate verkehrt vom Bahnhof Kall zudem die Oleftalbahn (Museumsbahn) über Gemünd und Schleiden nach Hellenthal.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gilt der regionale Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg und der NRW-Tarif.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kall – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Gemeinde Kall - Einwohner nach Ortsteilen, abgerufen am 27. Februar 2014
  3.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 100.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 309.
  5. Ratswahl 2014. Gesamtergebnis Gemeinde Kall. 25. Mai 2014, abgerufen am 4. Juli 2014.
  6. Hauptsatzung der Gemeinde Kall, § 2. Abgerufen am 4. Januar 2013 (PDF; 61 kB).
  7. Das Kaller Gemeindewappen. Abgerufen am 4. Januar 2013.
  8. http://www.aachener-zeitung.de/lokales/region/fuenf-vor-zwoelf-in-den-ehemaligen-regierungsbunkern-in-der-eifel-1.848043