Schleiden

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Schleiden; andere Bedeutungen unter Schleiden (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schleiden
Schleiden
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schleiden hervorgehoben
50.536.4763888888889370Koordinaten: 50° 32′ N, 6° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Euskirchen
Höhe: 370 m ü. NHN
Fläche: 121,67 km²
Einwohner: 12.918 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53937
Vorwahl: 02445
Kfz-Kennzeichen: EU, SLE
Gemeindeschlüssel: 05 3 66 036
Stadtgliederung: 18 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Blankenheimer Straße 2–4
53937 Schleiden
Webpräsenz: www.schleiden.de
Bürgermeister: Udo Meister (FDP)
Lage der Stadt Schleiden im Kreis Euskirchen
Belgien Rheinland-Pfalz Kreis Düren Rhein-Erft-Kreis Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Bad Münstereifel Blankenheim (Ahr) Dahlem (Nordeifel) Euskirchen Hellenthal Kall Mechernich Nettersheim Schleiden Weilerswist ZülpichKarte
Über dieses Bild

Schleiden ist eine Stadt in der Eifel im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen. Das Stadtgebiet wird von Süden nach Norden von der Olef durchflossen. Schleiden war von 1829 bis 1971 Kreisstadt des Landkreises Schleiden.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in 18 Ortschaften (Einwohnerzahlen, Hauptsitz, Stand Januar 2012):[2]

Ortschaft Einwohner
Berescheid 209
Broich 378
Bronsfeld 542
Dreiborn 993
Ettelscheid 272
Gemünd 3.886
Harperscheid 424
Herhahn 447
Kerperscheid 83
Morsbach 331
Nierfeld 437
Oberhausen 867
Olef 1.169
Scheuren 332
Schleiden 2.174
Schöneseiffen 413
Wintzen 67
Wolfgarten 211
Insgesamt 13.235

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort war im Mittelalter und der frühen Neuzeit Mittelpunkt der Herrschaft, später der Grafschaft Schleiden, die selbst Bestandteil des Herzogtums Luxemburg war, ab 1441/43 im Rahmen der Niederlande (erst unter den Burgundern, dann der Habsburger). Nach der Teilung der Niederlande verblieb das Herzogtum Luxemburg mit Schleiden, bei der spanischen Linie der Habsburger. Nach dem spanischen Erbfolgekrieg kam das Herzogtum Luxemburg, immer noch mit Schleiden, zur österreichischen Linie des Hauses Habsburg. Als das revolutionäre Frankreich 1794/95 die Niederlande eroberte, wurde das Herzogtum Luxemburg bald auf drei Départements verteilt (Forêts, Sambre-et-Meuse und Ourthe). Schleiden kam zum Département Ourthe (Hauptort Lüttich (fr. Liège)). 1815 (Wiener Kongress) wurden die früheren luxemburgischen Gebiete östlich der Flüsse Our, Sauer und Mosel Preußen zugeteilt. Somit wurde Schleiden "preußisch" und 1871 Teil des Deutschen Reiches.

Die Kleinstadt Schleiden darf sich damit rühmen, dass sie gleich zwei bedeutende Humanisten hervorgebracht hat: Johannes Sleidanus sowie Johannes Sturm, auch als Ioannes Sturmius bekannt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin eigenständige Stadt Gemünd sowie die Gemeinden Broich, Bronsfeld, Dreiborn, Harperscheid, Oberhausen und Schöneseiffen eingemeindet.[3]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 60,2 % (+3,1)
 %
50
40
30
20
10
0
41,8 %
20,8 %
17,8 %
10,7 %
5,8 %
2,6 %
0,5 %

Stadtrat[Bearbeiten]

Dem Stadtrat gehören 28 Stadtverordnete und der getrennt gewählte Bürgermeister an. Die Kommunalwahl vom 30. August 2009 führte zu folgender Sitzverteilung der Stadtverordneten im Stadtrat:

Partei / Liste: CDU FDP SPD Grüne UWV Gesamt
Sitze: 12 6 5 3 2 28 Sitze

Bürgermeister [4][Bearbeiten]

  • 1972−1975: Dr. Max Fesenmeyer (parteilos)
  • 1975−1984: Herbert Hermesdorf (CDU)
  • 1984−1995: Alois Sommer (CDU)
  • 1995−1997: Dieter Wolter (CDU)
  • 1997−2004: Christoph Lorbach (CDU)
  • 2004−2012: Ralf Hergarten (parteilos)
  • seit 2012: 0 Udo Meister (FDP)

Stadtdirektoren[Bearbeiten]

  • 1960−1987: Paul-Werner Knebel [5]
  • 1987−1991: Hans Pixa (CDU)
  • 1991−1996: Gregor Micus

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Schleiden unterhält seit 1978 eine Partnerschaft mit dem französischen Pont-l’Abbé.

Wappen und Banner[Bearbeiten]

Der Stadt Schleiden ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Köln vom 19. August 1976 die Genehmigung zur Führung eines Wappens, eines Siegels und eines Banners erteilt worden.

Blasonierung: „Das Wappen zeigt einen nach rechts gewandten gold(gelb-)bekrönten zwiegeschwänzten rotbezungten, silbernen (weißen) Löwen, schreitend in grünem mit goldenen (gelben) Lilien bestreutem Feld.“

Die Grundfarbe grün ist dem Wappen der ehemaligen Stadt Gemünd entnommen. Der dargestellte Löwe entstammt dem ehemaligen Wappen der Stadt Schleiden. Er war bereits Wappentier der Herrschaft (seit 1602 Grafschaft) Schleiden. Die neun Lilien im grünen Feld vertreten im Stadtwappen die Städte Gemünd und Schleiden, das Amt Harperscheid sowie die Gemeinden Broich, Bronsfeld, Dreiborn, Harperscheid, Oberhausen und Schöneseiffen.

Beschreibung des Banners:„Das Banner ist grün und zeigt im Bannerfeld das Wappen wie in Absatz 2 der Hauptsatzung (Mit neun goldenen Lilien bestreut einen nach rechts gewandten gelbbekrönten, zweigeschwänzten, rotbezungten, weißen Löwen schreitend.) beschrieben, jedoch frei gestellt ohne Schild."[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schlosskirche Schleiden St.Philippus und Jakobus

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

1900 bis 1905 wurde die Urfttalsperre als damals größte europäische Talsperre gebaut. Sie gehört heute zum Nationalpark Eifel.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Schleiden

Oleftalbahn[Bearbeiten]

MAN-Schienenbus der Oleftalbahn

Durch Schleiden führt die Oleftalbahn (KallHellenthal), auf der der regelmäßige Personenverkehr 1981 durch die Deutsche Bundesbahn eingestellt wurde. Wegen des 2004 neu eingerichteten Nationalparks Eifel unterstützte das Land NRW den Tourismus durch ein Zweijahresprogramm für Personenverkehr in der Ausflugssaison an Sonn- und Feiertagen. Endeten die Fahrten 2004 im Ortsteil Gemünd, so wurden sie 2005 bis Schleiden weitergeführt. Der SPNV wurde durch den Verkehrsverbund Rhein-Sieg organisiert und von der Rurtalbahn GmbH durchgeführt. Seit dem 16. Oktober 2005 ist der Regelverkehr beendet. Seit dem Jahr 2006 wird der Verkehr nun privatwirtschaftlich als Museumsbahnverkehr in der Sommersaison weiterbetrieben, dabei der Saison 2008 von der Rhein-Sieg-Eisenbahn. Seit 2010 verkehren die Züge auch wieder bis zum Endbahnhof Hellenthal, wobei nun ein historischer MAN-Schienenbus zum Einsatz kommt.

Bis 1997 gab es regelmäßigen Güterverkehr über Schleiden bis Hellenthal, seitdem nur noch Militärverkehr bis Schleiden-Höddelbusch (Panzerverladerampe), der Ende 2005 eingestellt wurde, da die Belgier den Truppenübungsplatz Vogelsang zum 1. Januar 2006 aufgegeben haben und das Gelände auf der Dreiborner Hochfläche in eine zivile Nutzung (Dokumentationszentrum und Wandergebiet) überführt ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Schleiden war bis 2008 einer von neun Standorten der Ardagh Glass Germany GmbH für die Herstellung von Behälterglas in Deutschland.

Gerichte[Bearbeiten]

Schleiden verfügt über ein Amtsgericht in Gemünd, das zum Landgerichtsbezirk Aachen und zum Oberlandesgerichts-Bezirk Köln gehört.

Bildung[Bearbeiten]

Im Stadtgebiet existieren folgende Schulen:

  • Städtisches Gymnasium Schleiden
  • Clara-Fey-Gymnasium Schleiden (Träger ist das Bistum Aachen)
  • Städtische Realschule Schleiden
  • Hauptschule Schleiden
  • Grundschule Schleiden
  • Grundschule Gemünd
  • Grundschule Dreiborn
  • Astrid-Lindgren Schule Schleiden

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Gedenkstein an Eifelmaler Albert Larres, unterhalb vom Schloss

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Henning Walter (* 1950), ab 2001 Leiter des Staatlichen Forstamtes Schleiden, steht er seit Januar 2004 als Leitender Forstdirektor dem Nationalparkforstamt Eifel und damit der Nationalparkverwaltung vor
  • Maf Räderscheidt (* 1952) Zeichnerin, Malerin und Performancekünstlerin lebt in Schleiden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schleiden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerungsstatistik Stadt Schleiden (PDF; 20 kB)
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 309.
  4. Verwaltungsführung seit 1972 auf der offiziellen Seite der Stadt Schleiden
  5. Paul Knebel ist gestorben Kölnische Rundschau vom 7. Juni 2010
  6. Hauptsatzung der Stadt Schleiden, § 2. Abgerufen am 4. Januar 2013 (PDF; 105 kB).