Hellenthal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hellenthal (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hellenthal
Hellenthal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hellenthal hervorgehoben
50.496.4341666666667400Koordinaten: 50° 29′ N, 6° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Euskirchen
Höhe: 400 m ü. NN
Fläche: 137,83 km²
Einwohner:

8163 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53940
Vorwahlen: 02482 02448 und 06557Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: EU, SLEVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 05 3 66 020
Gemeindegliederung: 60 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 2
53940 Hellenthal
Webpräsenz: www.hellenthal.de
Bürgermeister: Rudolf Westerburg
Lage der Gemeinde Hellenthal im Kreis Euskirchen
Belgien Rheinland-Pfalz Kreis Düren Rhein-Erft-Kreis Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Bad Münstereifel Blankenheim (Ahr) Dahlem (Nordeifel) Euskirchen Hellenthal Kall Mechernich Nettersheim Schleiden Weilerswist ZülpichKarte
Über dieses Bild

Hellenthal ist eine Gemeinde in der Eifel und gehört zum Kreis Euskirchen. Neben seiner selbst für Eifeler Verhältnisse auffallend großen Anzahl von Ortschaften und Weilern (s. u.) ist Hellenthal überregional bekannt durch die Oleftalsperre, sein Wildgehege mit Greifvogelstation und das Besucherbergwerk Grube Wohlfahrt. Die große Modellbahnausstellung ArsTecnica und die internationale Krippenausstellung „Krippana“ liegen nahe dem Ortsteil Losheim an der deutsch-belgischen Grenze. Im Frühjahr, zwischen Mitte April und Mitte Mai, blühen Millionen wilder Narzissen in den Tälern im deutsch-belgischen Grenzgebiet.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Geografische Lage [Bearbeiten]

Hellenthal ist die südlichste Gemeinde Nordrhein-Westfalens. Südlich des Ortsteils Kehr befindet sich der südlichste Punkt des Bundeslands, der Losheimer Landgraben.


Gemeindegliederung [Bearbeiten]

  • Zugehörige Orte und Weiler, Besonderheiten in Klammern:

Nachbargemeinden [Bearbeiten]

Monschau Schleiden Kall
Bütgenbach Windrose klein.svg Nettersheim
Büllingen Hallschlag, Ormont, Scheid, Roth Dahlem

Geschichte [Bearbeiten]

„Mit dem Einmarsch französischer Truppen im Herbst 1794 wurden die mittelalterlichen Territorialherrschaften hinweggefegt. Das Land erhielt eine neue verwaltungsmäßige Gliederung, die der französischen zentralistischen Ordnung folgt. Reifferscheid, Kronenburg und Schleiden wurden Kantonshauptorte, denen Mairien (Bürgermeistereien) unterstellt waren. Preußen, das unser Gebiet im Jahre 1819 nach einer kurzen Episode unter der Herrschaft von Mecklenburg-Strelitz übernahm, behielt die einmal getroffene Verwaltungseinteilung weitgehend bei: Hellenthal, Hollerath und Udenbreth bildeten je eine Bürgermeisterei im Kreis Blankenheim, der zunächst mit dem Kreis Gemünd vereinigt und, nachdem die Verwaltung 1829 nach Schleiden verlegt wurde, fortan den Namen "Kreis Schleiden" führte.[2]

Seit dem Versailler Vertrag vom 28. Juni 1919, der die Abtrennung der Kreise Eupen und Malmedy diktierte, liegt in Hellenthal auf einer Länge von 17 km die Westgrenze des früheren Deutschen Reiches und der heutigen Bundesrepublik zum Königreich Belgien.[3]

Im Dezember 1944 verlief die Westfront in der Gegend von Hellenthal. Am 16. Dezember begann die Wehrmacht die Ardennenoffensive: sie rückte zwei Wochen lang vor und verlor dieses Gelände in den Wochen darauf wieder.

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Am 1. Juli 1969 wurden die bisherigen Gemeinden Hellenthal, Hollerath, Udenbreth und Losheim aufgrund des Gesetzes zur Neugliederung von Gemeinden des Landkreises Schleiden zur neuen Gemeinde Hellenthal zusammengeschlossen.[4] Zweieinhalb Jahre später mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen (Aachen-Gesetz) zum 1. Januar 1972 gab Hellenthal drei Fluren (Kerperscheid) an die Nachbarstadt Schleiden ab. Zugleich wurden Flächen aus der Gemeinde Kall (die Orte Bungenberg, Hecken, Heiden, Kreuzberg, Linden, Manscheid, Oberschömbach, Unterschömbach, Paulushof, Wildenburg und Winten der ursprünglichen Gemeinde Wahlen) in die Gemeinde Hellenthal eingegliedert.[5]

Politik [Bearbeiten]

Bürgermeister [Bearbeiten]

  • Hauptamtlicher Bürgermeister: Rudolf Westerburg (parteilos)
  • 1. stellvertr. Bürgermeister: Werner Wamser (SPD)
  • 2. stellvertr. Bürgermeister: Peter Braun (FDP)

Gemeinderat [Bearbeiten]

Aufgrund der letzten Kommunalwahl vom 30. August 2009 setzt sich der Gemeinderat von Hellenthal wie folgt zusammen [6]:

(Stand Kommunalwahl vom 30. August 2009)

Wappen und Siegel [Bearbeiten]

Der Gemeinde Hellenthal ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten Köln vom 8. Juli 1988 das Recht zur Führung eines Wappens und eines Dienstsiegels verliehen worden.[7]

  • Bedeutung:
    Das Antoniuskreuz gilt als Wahrzeichen Hellenthals, es befand sich -innerhalb eines Tartschenschildes- auf dem Schlussstein des Hauptportals und als Bekrönung des Dachreiters an der um 1520 erbauten Antonius-Kapelle in Hellenthal. Im unteren Schildteil das Stammwappen des Adelsgeschlechts von Reifferscheid, weil ein Teil von Hellenthal zur Herrschaft und zum Kirchspiel Reifferscheid gehörte.
  • Beschreibung des Siegels:
    „im Siegelrund der Wappenschild der Gemeinde in schwarzweißer Umrisszeichnung, Umschrift oben: GEMEINDE HELLENTHAL, Umschrift unten: KREIS EUSKIRCHEN“

Kultur, Sehenswürdigkeiten und Tourismus [Bearbeiten]

Museen [Bearbeiten]

  • Besucherbergwerk „Grube Wohlfahrt“ (Rescheid)
  • ArsKRIPPANA, eine Krippen-Ausstellung (Losheim, Teil des Ardenner Cultur Boulevard)
  • ArsTecnica mit 110 m² großer Modellbahnanlage und verschiedenen Dioramen (Losheim, Teil des Ardenner Cultur Boulevard)
  • ArsFIGURA, eine Puppenausstellung (Losheim, Teil des Ardenner Cultur Boulevard)
  • Ausstellung "Wetter, Klima, Mensch" (Udenbreth)

Bauwerke [Bearbeiten]

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Hellenthal

Tourismus [Bearbeiten]

Westwall (Höckerlinie) bei Udenbreth
MAN-Schienenbus der Oleftalbahn in Blumenthal
  • Auf dem Gemeindegebiet befinden sich zahlreiche Reste des ehemaligen Westwalles, u.a. an der Oleftalsperre und entlang der belgischen Grenze.
  • Wildgehege Hellenthal mit der Greifvogelstation Hellenthal
  • Der Nationalpark-Infopunkt Hellenthal informiert ausführlich über die touristischen Möglichkeiten im Nationalpark Eifel.
  • In den Ortsteilen Udenbreth und Hollerath werden Skihang, Rodelhügel und langlaufloipen Wintersportmöglichkeiten angeboten.
  • Durch den Ort führt der Radwanderweg Eifel-Höhen-Route, der als Rundkurs um den Nationalpark Eifel führt.
  • Der Radwanderweg Tälerroute führt ebenfalls durch den Ort. Sie erschließt touristisch interessante Orte in Nordrhein-Westfalen auf familienfreundlicher Strecke.
  • Daneben gibt es einige lokale Radtouren:
    - Rundweg Oleftalsperre Hellenthal (13,5 km)
    - Urftseeroute Gemünd-Urfttalsperre und zurück (ca. 20 km)
    - Hellenthaler Höhenroute (25,5 km)
  • Oleftalbahn (siehe Verkehr)

Verkehr [Bearbeiten]

RVK-Linienbus in Udenbreth (Linie 839)
TaxiBus der RVK aus Losheim (Linie 839) am neuen Busbahnhof in Hellenthal

Die Gemeinde Hellenthal liegt im Einzugsbereich der A 1. Die B 265 führt in Nord-Süd-Richtung durch das Gemeindegebiet; im Süden berührt die B 421 die Gemeinde.

Hellenthal ist Endbahnhof der Oleftalbahn, die über Schleiden nach Kall führt. Dort ist sie an die Eifelbahn angeschlossen. Die Strecke war auf dem Abschnitt zwischen Schleiden und Hellenthal von 1997 bis Ende Juli 2010 stillgelegt. Zum 11. Dezember 2008 erhielt die Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH (RSE) vom Land Nordrhein-Westfalen eine fünfzigjährige Betriebsgenehmigung für den Abschnitt Schleiden-Stadtgrenze bis Hellenthal Bahnhof.[8]. Die Reaktivierung der Strecke erfolgte noch im Herbst 2010.

Nördlich von Hellenthal-Losheim führte die 2004 zurückgebaute Vennquerbahn aus Jünkerath (Eifelstrecke) über die belgische Grenze nach Waimes (Vennbahn) und Malmedy.

Vom Busbahnhof im Zentrum Hellenthals bestehen verschiedenste Linienbus/TaxiBus-Verbindungen der Regionalverkehr Köln nach Schleiden/Kall und in die anderen Ortsteile. Zudem gibt es verschiedenste Schulbusfahrten (760-er Linien).

Söhne und Töchter der Gemeinde [Bearbeiten]

  • Carl Pirath, Verkehrswissenschaftler
  • Albert Poensgen, aus dem Ortsteil Kirschseiffen, Industrieller
  • Julius Poensgen, aus dem Ortsteil Kirschseiffen, Industrieller und Kommerzienrat
  • Eugen Virmond, Chronist des Schleidener Oberthales (1844–1906)
  • Karl Haas, jüdischer Händler aus Hellenthal-Kirschseiffen und Verfolgter während der Shoa (1890-?)
  • Peter Klinkhammer, Oberlehrer und „Vater des Skisports“ in Hollerath (1865–1945)
  • Willibald Kirfel, Indologe aus Reifferscheid (1885–1964)
  • Karl Reger, Weihbischof im Bistum Aachen

Bekannte Wahlbürger [Bearbeiten]

  • Hermann Ritter, „Professor von Hellenthal“, Lehrer in Reifferscheid, Schriftsteller (1864–1925)
  • Fritz von Wille, Landschaftsmaler, lebte zeitweilig in Reifferscheid (von 1899 bis 1905 und von 1908 bis 1911)

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Hellenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012. (Hilfe dazu)
  2. www.hellenthal-eifel.com
  3. www.eifelverein.de
  4.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  5.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  6. Ergebnisse der Kommunalwahl 2009 (PDF-Datei; 234 kB)
  7. § 2 der Hauptsatzung der Gemeinde Hellenthal (PDF-Datei; 74 kB),
    siehe auch die Die Entstehungsgeschichte des Hellenthaler Wappens
  8. RSE erhält Betriebsgenehmigung für die gesamte Oleftalbahn, 11. Dezember 2008