Hückelhoven

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hückelhoven (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hückelhoven
Hückelhoven
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hückelhoven hervorgehoben
51.0608333333336.219722222222275Koordinaten: 51° 4′ N, 6° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Heinsberg
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 61,27 km²
Einwohner: 38.593 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 630 Einwohner je km²
Postleitzahl: 41836
Vorwahlen: 02433, 02435 (Baal), 02462 (Brachelen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HS, ERK, GK
Gemeindeschlüssel: 05 3 70 020
Adresse der
Stadtverwaltung:
Parkhofstraße 76
41836 Hückelhoven
Webpräsenz: www.hueckelhoven.de
Bürgermeister: Bernd Jansen (CDU)
Lage der Stadt Hückelhoven im Kreis Heinsberg
Niederlande Kreis Düren Kreis Viersen Mönchengladbach Rhein-Erft-Kreis Rhein-Neuss-Kreis Städteregion Aachen Erkelenz Gangelt Geilenkirchen Heinsberg Hückelhoven Selfkant Übach-Palenberg Waldfeucht Wassenberg WegbergKarte
Über dieses Bild

Hückelhoven (vormals Hückelhoven-Ratheim) ist eine Stadt im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen, nahe der Grenze zu den Niederlanden.

Der Ort ist durch den Steinkohlenbergbau geprägt, ihm verdankt Hückelhoven auch seine Entwicklung von einem Dorf zu einer Stadt. Nach fast einem Jahrhundert ist die Zeche Sophia-Jacoba inzwischen geschlossen, die Stadt befindet sich nun in einer neuen Entwicklungsphase.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt Hückelhoven liegt überwiegend in der Rurniederung und der Baaler-Wassenberger Riedellandschaft. Der Ortsteil Brachelen befindet sich auf der Aldenhovener Lößplatte.

Gewässer[Bearbeiten]

Geologie[Bearbeiten]

Steinkohlenflöze des Brüggen-Erkelenzer Horstes liegen im Untergrund. Die Stadt gehört zum Aachener Revier. Sande und Kiese, angelagert von der Rur, werden im Grundwasserbereich abgebaggert, hierdurch sind große Baggerseen entstanden. Der tiefste Punkt Hückelhovens liegt mit rund 40 m über NN an der Rur bei Ratheim; der höchste Punkt liegt mit knapp 90 m über NN im Norden der Bergbausiedlung. Allerdings ragen zwei in der Zeit des Bergbaus entstandene Abraumhalden mit 120 m (Millicher Halde) bzw. 140 m über NN noch weit darüber hinaus.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden aufgeführt: Stadt Erkelenz, Stadt Linnich, Stadt Geilenkirchen, Stadt Heinsberg und Stadt Wassenberg. Linnich gehört zum Kreis Düren, die anderen Städte liegen alle im Kreis Heinsberg.

Stadtgebiet[Bearbeiten]

Das Hückelhovener Stadtgebiet hat eine Ausdehnung in Nord-Süd Richtung von rund 10 km von Altmyhl bis Brachelen und in Ost-West Richtung von rund 6 km von Hilfarth bis Baal bzw. Ratheim bis Kleingladbach. So kommt es auf eine Gesamtfläche von 61,27 km². Das Stadtgebiet ist in folgende 11 Ortsteile unterteilt.

Stadtzentrum

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname Hückelhoven mit seiner Ortsnamensendung auf -hoven spricht für eine Gründung in der karolingischen bis spätkarolingischen Zeit (8./9. Jahrhundert). Bescheidene Grabfunde vom Nordrand der Stadt aus dem 6. Jahrhundert zeugen jedoch von einem Siedlungsbeginn bereits im frühen Mittelalter.[2]

Im Jahre 1221 wird ein Sibertus de Hukelhoven in einer Urkunde des Klosters Dalheim erwähnt.

1247 taucht ein Ritter Reinard von Hückelhoven, Reynardo milite de Hukilhoven in einer Urkunde auf.

1350 erscheint das Haus Hückelhoven (Heukelhoven) in einem Lehnsverzeichnis der Herrschaft Wassenberg.

1470 wird ein Ludwig Mulstroe mit dem Hof Hückelhoven belehnt. Ende des 16. Jahrhunderts wird dieser Hof baulich umgestaltet, es entsteht ein zweigeschossiger Ziegelbau, „die Burg“.

Der Ort gehörte im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit zum Gericht Doveren im Amt Wassenberg des Herzogtums Jülich.

1798 wurde Hückelhoven von der französischen Verwaltung zur Mairie (Bürgermeisterei) erhoben, 1799 wurden die benachbarten Orte Hückelhoven und Doveren zur Mairie Doveren zusammengelegt.

1816 wurde diese Einteilung beibehalten, Hückelhoven gehörte nun zur preußischen Bürgermeisterei Doveren.

Wandrelief am Rathaus

1935 wurde die neue Gemeinde Hückelhoven aus den Orten Hückelhoven, Hilfarth, Ratheim, Millich, Schaufenberg und einem Teil von Kleingladbach gebildet.

Ende Oktober 1944 errichtete die Gestapo in Hückelhoven ein „Arbeitserziehungslager“, ein „Notgefängnis“. Mehrere Personen, darunter Zwangsarbeiter, wurden erschossen.

1950 erhielt sie den Namen Hückelhoven-Ratheim. Erst 1969 wurde die damalige Gemeinde Hückelhoven-Ratheim zur Stadt erhoben. Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Baal, Brachelen, Doveren, Rurich und die Ortschaft Altmyhl eingemeindet. Rechtsgrundlage für die Eingemeindung war das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen vom 14. Dezember 1971, kurz Aachen-Gesetz.

Die Stadt ist eine ehemalige Zechenstadt, in der die lange Zeit modernste Steinkohlenzeche Europas, die Gewerkschaft Sophia-Jacoba, etwa 80 Jahre lang das Stadtbild und den Lebensstil prägte. Die Zeche wurde am 27. März 1997 geschlossen und Hückelhoven erlebt seitdem einen raschen und teilweise dramatischen Wandel. Besonders durch die Zechenschließung bedingt liegt der prozentuale Arbeitslosenanteil deutlich über dem Bundesdurchschnitt, ist aber wegen zahlreicher Hilfsmaßnahmen immer noch als erfreulich niedrig zu betrachten, im Vergleich zu anderen ehemaligen Kohlezechengebieten.

Ein erstes richtungsweisendes Ziel zur Attraktivitätsverbesserung der Innenstadt wurde durch den ansprechenden Umbau der „Alten Post“ an der Parkhofstraße zu einem belebten Geschäfts- und Dienstleistungszentrum durch private Investoren verwirklicht.

Im Herbst 2004 wurde in Hückelhoven das „Hückelhoven-Center“ eröffnet, das seitdem viele Menschen in die Stadt an der Rur zieht. Auf dem Wildauer Platz entstanden neue Geschäfte, Büroräume und Arztpraxen, die im April 2010 fertiggestellt wurden.

Religionen[Bearbeiten]

In den meisten Ortschaften befindet sich eine katholische Kirche.

Im 16. Jahrhundert bildete sich eine kleine Gemeinde, die der Täuferbewegung nahestand. Hieraus entstand später eine reformierte Kirchengemeinde, die 1688 in Hückelhoven eine Kirche baute. Der heutige Kirchenbau stammt aus den Jahren 1890/91. Die evangelische Kirchengemeinde Hückelhoven unterhält des Weiteren Kirchen in Hilfarth und Schaufenberg. Eine zweite evangelische Gemeinde befindet sich in Baal.

Bedingt durch den Zuzug der Zechenarbeiter, bildeten sich im 20. Jahrhundert neue religiöse Gemeinschaften im Stadtgebiet. So existieren heute Gemeinden der Baptisten, der Freien Apostolischen Pfingstgemeinde, der Neuapostolischen Kirche und der Zeugen Jehovas.

In den 70er Jahren gründeten türkische Gastarbeiter eine muslimische Gemeinde, die sowohl in Hückelhoven als auch in Schaufenberg eine Moschee unterhält.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Rahmen des Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen, vom 14. Dezember 1971, auch kurz Aachen-Gesetz genannt, wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Baal, Brachelen, Doveren, Rurich und die Ortschaft Altmyhl eingegliedert.[3] Die Gemeinde erhielt den Namen Stadt Hückelhoven. Die Gemeindefläche wuchs so von 27,48 km² auf 60,40 km² und die Bevölkerungszahl von 24691 auf 34072 Einwohner.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1863 hatte das damalige Dorf 734 Einwohner, 1900 war die Bevölkerung auf 637 Einwohner zurückgegangen. 1918 war sie, nachdem kurz vorher die Zeche gegründet worden war, auf 727 Einwohner gestiegen. 1930 betrug die Bevölkerungszahl 4692. Heute leben etwa 10200 Menschen in Hückelhoven. Insgesamt wohnen rund 40000 Einwohner in der Stadt und ihren Ortsteilen.

Das Bevölkerungswachstum wurde durch die Zeche verursacht, bis um 1960 zogen Bergleute aus anderen Teilen Deutschlands hierher, so aus dem Ruhrgebiet und Fulda. Nach 1960 warb die Zeche im Ausland, vor allem in der Türkei um Arbeitskräfte und die ersten Gastarbeiter kamen nach Hückelhoven. 46 Nationen waren auf der Zeche beschäftigt.

Heutzutage ist Hückelhoven als Wohnort aufgrund der guten Verkehrsanbindung an die Ballungsgebiete von Rhein und Ruhr attraktiv, aber auch im Zusammenhang mit relativ günstigen Grundstückspreisen. Die Stadt Hückelhoven und der Kreis Heinsberg zählen zu den wenigen Städten bzw. Kreisen in Nordrhein-Westfalen, die weiterhin eine anwachsende Einwohnerzahl haben.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus der Stadt

Stadtrat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[4]
Wahlbeteiligung: 52,3 % (2004: 54,4 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,6 %
21,5 %
5,7 %
4,1 %
3,6 %
7,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+3,6 %p
-5,2 %p
+0,7 %p
+0,5 %p
+3,6 %p
-3,3 %p

(Stand: Kommunalwahl am 30. August 2009)

Rathausplatz

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Hückelhoven unterhält Partnerschaften mit dem englischen Hartlepool (seit 1973), mit dem französischen Breteuil-sur-Iton (seit 1987) sowie eine Städtefreundschaft mit der brandenburgischen Stadt Wildau (seit 1991).

Wappen[Bearbeiten]

Der Stadt ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten vom 25. Oktober 1972 das Recht zur Führung eines Wappens verliehen worden.

Blasonierung:„In schwarz eine silberne (weiße) Leiste, begleitet oben von vier sechsstrahligen silbernen (weißen) Sternen - unten von einem silbernen (weißen) Schlegel, der von einem gleichfarbigen Eisen gekreuzt wird.“

Bedeutung: Die Sterne stehen für die vier ehemaligen Gemeinden Alt-Hückelhoven, Ratheim, Hilfarth und Kleingladbach. Sterne wurden gewählt, weil im Wappen der Herren Ollmissen von Haus Hückelhoven ein sechszackiger silberner Stern gezeigt wird. Hammer und Schlägel stehen für den Steinkohlenbergbau in der Stadt. Der Querbalken stammt aus dem Wappen des Dynastengeschlechts derer von Hückelhoven.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Haus Hückelhoven
Der „Wald der blauen Blumen“
Das Hallenbad von Hückelhoven

Museen[Bearbeiten]

  • Mineralien- und Bergbaumuseum
  • Besucherbergwerk Schacht 3
  • Korbmachermuseum Hilfarth
  • Opelmuseum Hückelhoven

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Haus Blumenthal, nur noch teilweise erhaltene Burganlage im Ortsteil Brachelen
  • Gut Gansbroich, Hofanlage im Ortsteil Baal
  • (Ritter-)Gut Grittern, ehemalige Wasserburg im Ortsteil Doveren.
  • Haus Hall, Wasserschloss im Ortsteil Ratheim
  • Haus Horrig, Burganlage im Ortsteil Brachelen
  • Haus/Burg Hückelhoven, heute ein katholisches Pfarrzentrum
  • Haus Kleinkünkel, gut erhaltenes Herrenhaus zwischen Doveren und Baal
  • Mahrhof, ehemaliger Wirtschaftshof, bedeutend für die Geschichte der Stadt im Ortsteil Millich
  • Schloss Rurich, reizvolles Herrenhaus mit englischem Park im Ortsteil Rurich
  • Gut Wedau, Hofanlage zwischen den Ortsteilen Hilfarth und Brachelen
  • Schacht 3 in Hückelhoven und Aussichtspunkt Millicher Halde
  • Lokdenkmal für die Kohlenzeche Sophia-Jacoba

Kirchen

  • evangelische Kirche, Hückelhoven [5]
  • Pfarrkirche Sankt Johannes der Täufer, Ratheim
  • katholische Kirche Sankt Barbara, Hückelhoven
  • katholische Kirche Sankt Lambertus, Hückelhoven

→ Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Hückelhoven

Flora[Bearbeiten]

  • Der „Wald der blauen Blumen“ zwischen Doveren und Baal
  • Die Millicher Frucht(Streuobstwiese mit seltenen heimischen Apfel und Birnensorten) in den Millicher Rurauen

Sport[Bearbeiten]

Tauchen und Segeln sind auf dem Adolfosee möglich, das Baden im Hallenbad Hückelhoven und dem Badesee Kapbusch

Radwege[Bearbeiten]

Die Stadt ist in das Radwegenetz von Nordrhein-Westfalen eingebunden. Durch die Stadt führt der RurUfer-Radweg, der die höchste Erhebung des Hohen Venn mit der Mündung der Rur in die Maas verbindet, sowie die NiederRheinroute, die ein Radwegenetz über das gesamte Gebiet des Niederrheins von den Niederlanden bis Düsseldorf umfasst.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Großer Wochenmarkt rund um' s Rathaus
  • City-Fest "Hückelhoven brummt"
  • Belgisch-Niederländisch-Deutsche Filmtage Hückelhoven
  • Rur in Flammen im Stadtteil Hilfarth
  • Hückelhovener Autokino-Nacht
  • Weihnachtsmarkt
  • Trödelmarkt an Schacht 3
  • Hückelhovener Kirmes
  • WEP Strom Lauf im Spätsommer
  • Crosslauf TuS Jahn Hilfarth
  • Sprintercup TuS Jahn Hilfarth

Kino

  • Corso-Filmpalast, Hückelhoven-Hilfarth[6]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahn[Bearbeiten]

Hückelhoven: Links: Doverack, Bahnstrecke Jülich–Dalheim, Mitte: Abraumhalde, Rechts: Kirchturm u. Fördergerüst d. ehem. Zeche Sophia-Jacoba

1911 wurde die Bahnstrecke Jülich–Dalheim (Strecke Dalheim–Wassenberg–Ratheim–Hückelhoven–Baal) eröffnet. Im heutigen Stadtgebiet hatten Rurich, Baal, Doveren, Hückelhoven und Ratheim einen Bahnhof. 1968 wurde der Personenverkehr von Baal nach Jülich eingestellt, später auch für den Bereich Baal–Rurich–Linnich der Güterverkehr. Nach der Entfernung der Gleise führt heute ein Rad- und Wanderweg auf dem ehemaligen Bahnkörper. Es gibt Überlegungen bei der Rurtalbahn, die wiedereröffnete Strecke Jülich–Linnich bis Baal zu verlängern, was einer Wiedereröffnung der alten Bahnstrecke gleichkommen würde.


Der Personenverkehr auf dem Abschnitt Dalheim–Baal wurde 1980 eingestellt. Die Zeche hatte einen eigenen Anschluss an das Bahnnetz. Heute wird diese Strecke von der Brikettfabrik genutzt. Der Aachener Verkehrsverbund sah ursprünglich in seinem Zielkonzept 2013 eine Reaktivierung der Strecke (Wassenberg) - Ratheim - Baal für den Personenverkehr vor. Diesen Plänen steht allerdings die Absicht der Stadt Hückelhoven gegenüber, die Strecke zum Bau einer Ortsumgehung teilweise zu überbauen, was eine spätere Reaktivierung verteuern würde.

Hückelhoven ist außerdem mit dem Haltepunkt Brachelen (Bahnhof der Kategorie 6) und dem Bahnhof Baal (Bahnhof der Kategorie 5) an die Eisenbahnlinie Aachen–Erkelenz–Mönchengladbach–Düsseldorf angebunden. Letzterer wird von ca. 2000 Fahrgästen pro Tag benutzt und wurde aufgrund der Nähe zu Hückelhoven im Jahre 2002 in „Hückelhoven-Baal“ umbenannt. Der Bahnhof wird von Lokalpolitikern deshalb gerne als „Hückelhovener Bahnhof“ bezeichnet, was bei Baalern auf wenig Gegenliebe stößt. Der Bahnhof ist stark sanierungsbedürftig und soll in den nächsten Jahren von der Stadt umgebaut werden (u. a. Reaktivierung des Aufzugs). Der Bahnhof verfügt über 2 Bushaltestellen und einen P+R-Platz.

Regionalexpress im Bf Hückelhoven-Baal

Siehe auch: Eisenbahn im Kreis Heinsberg

Bahnverbindungen Bahnhof Hückelhoven–Baal (Stand August 2013):

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
RE 4 Wupper-Express Aachen HbfMönchengladbach HbfDüsseldorf HbfWuppertal HbfHagen HbfDortmund Hbf
RB 33 Rhein-Niers-Bahn Aachen Hbf–Mönchengladbach Hbf–ViersenKrefeld HbfRheinhausenDuisburg Hbf

Bahnverbindung Haltepunkt Brachelen (Stand August 2013):

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
RB 33 Rhein-Niers-Bahn Aachen Hbf–Mönchengladbach Hbf–Viersen–Krefeld Hbf–Rheinhausen–Duisburg Hbf

ÖPNV[Bearbeiten]

Zu den einzelnen Ortsteilen und Nachbarstädten bestehen Busverbindungen.

  • HÜ 1 - Stadtbus (nach Baal Bf)
  • Eine Verbindung zum Heinsberger Bushof und dem Erkelenzer Bahnhof wird mit der Buslinie 401 und dem Schnellbus 4 (meist stündlich) gewährleistet.
  • Zudem existiert eine zweite Linie (407) von Ratheim über Hückelhoven zum Geilenkirchener Bahnhof.
  • Die Verbindung in den Wassenberger und Linnicher Raum wird mit der Bahnbuslinie 495/295 realisiert.
  • Die Linie 409 bietet eine Verbindung mit dem Linnicher Bahnhof.

Straßennetz[Bearbeiten]

Mit dem überörtlichen Straßennetz ist Hückelhoven wie folgt verbunden: Autobahn A46 HeinsbergDüsseldorf, mit zwei direkten Anschlüssen, Hückelhoven-Ost (Stadtzentrum) und Hückelhoven-West (Ratheim-Millich), sowie der Bundesstraße 57 Aachen-Rurich–Baal–MönchengladbachKrefeld.

Darüber hinaus besteht der Rurufer-Radweg, der die Eifel mit der niederländischen Grenze verbindet.

Durch Hückelhovens guter Lage liegt es in der Nähe vieler größere Städte, die durch diese guten Anbindungsmöglichkeiten auch schnell erreicht werden können:

  • Hückelhoven - Aachen 40 km
  • Hückelhoven - Köln 70 km
  • Hückelhoven - Mönchengladbach 35 km
  • Hückelhoven - Düsseldorf 50 km
  • Hückelhoven - Roermond 25 km
  • Hückelhoven - Sittard 32 km
  • Hückelhoven - Maastricht 65 km

Wirtschaft[Bearbeiten]

Fördergerüst Schacht 3

Seit den 1970er Jahren wurden die verschiedenen Ortsteile aus verschiedensten Gründen Opfer der sogenannten Zersiedelung: Wichtige Infrastruktur, wie die Bahnstrecke Jülich–Dalheim und verschiedene Kinos, ging verloren. Außerdem verlor die Geschäftswelt der traditionellen Zentren an Bedeutung, da die Konsumenten immer häufiger Hückelhoven (Zentrum) als Einkaufsstadt nutzten. Diese Entwicklung war derart extrem, dass heute (2009) im Dorfkern von Ratheim und in den meisten Nachbardörfern nicht einmal mehr ein Lebensmittelgeschäft vorhanden ist. Daher stehen nach den großen Projekten für die Einkaufswelt in der Hückelhovener Innenstadt nun wieder mehr die einzelnen Dorfzentren im Mittelpunkt der Stadt. So wurde in Ratheim das "Ratheim-Zentrum" mit 2 Lebensmittelmärkten und diversen Einzelhandelsgeschäften eröffnet. Auch in Hilfarth wurde bereits mit dem Bau eines ähnlichen Zentrums begonnen (Stand 2012).

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • das Distributionszentrum des TV-Versandhauses QVC im Ortsteil Baal
  • der Schulbuchverlag Anadolu
  • die Hermes
  • die Mehler Texnologies ehemals Hammersteiner Kunststoffe bzw. Mehler HaKu; weltweit agierendes Unternehmen in der Herstellung von Planenstoffen und technische Textilien für die Herstellung von Lkw-Planen, Gummibooten, Zelten und Markisen etc.

Restbetriebe der Zeche Sophia-Jacoba[Bearbeiten]

  • die SJ Brikett und Extrazitfabriken GmbH im Ortsteil Hückelhoven (bis zum 14. März 2008), der 90m hohe Schornstein der Brikettfabrik wurde am 27. November 2008 gesprengt.
  • das Fernwärmekraftwerk
  • die RAG BILDUNG GmbH, Tochter der RAG Aktiengesellschaft
  • die Bergberufsschule RAG BERUFSKOLLEG GmbH, Tochter der RAG Aktiengesellschaft

Einige Überbleibsel zum Beispiel ein Schornstein und die Brikettfabrik, sowie viele leere Kohleloren und ein Freiluft-Portalkran wurden von 2008 bis 2009 entfernt um Platz für die Erweiterung des Hückelhoven-Centers zu schaffen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Gymnasium Hückelhoven
  • Realschule der Stadt Hückelhoven Stadtteil Ratheim
  • Hauptschule Hückelhoven In der Schlee
  • Carl-Friedrich von Weizsäcker Hauptschule Ratheim
  • Michael-Ende-Schule Ratheim (Grundschule)
  • Grundschule Ratheim II (OGS Im Weidengrund)
  • Johann-Holzapfel-Schule (GGS) Doveren
  • Gemeinschaftsgrundschule „An der Burg“
  • die Bergberufsschule RAG Berufskolleg GmbH, Tochter der RAG Aktiengesellschaft
  • KGS Kleingladbach
  • Friedrich Honigmann Schule Schaufenberg (Grundschule)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Wilhelm Schnorrenberg (1795–1868), Pfarrer in Hückelhoven, er kaufte 1833 Haus Hückelhoven und schenkte das Gebäude 1867 dem Erzbistum Köln, wodurch es in den Besitz der Pfarrgemeinde kam
  • Friedrich Honigmann, Gründer der Zeche Sophia-Jacoba
  • Wilhelm Bäumker (1842–1905), bedeutender dt. Hymnologe und Pfarrer in Rurich
  • Ernst Mokwa, Bergmann und SPD-Mitglied, wurde Ende 1943 vom NS-Regime verhaftet und 1944 im Lager Köln (in der Messehalle) umgebracht. Um die Erinnerung an ihn wachzuhalten wurde die Hansberger Straße, wo er wohnte, in Mokwastraße umbenannt.
  • Friedrich Dinstühler (1896–1945), Pfarrer an St. Lambertus in Hückelhoven wurde am 18. Dezember 1944 von der Gestapo verhaftet und kam im Buchenwald-Außenlager Zwangsarbeitslager Ohrdruf ums Leben. In Hückelhoven wurde eine Straße nach ihm benannt.
  • Konrad Sieben, letzter Pächter von Haus Hückelhoven
  • Adolf Freiherr Spies von Büllesheim, ehemaliger Bürgermeister der Stadt und Bundestagsabgeordneter von 1972 bis 1987
  • Hubert Minkenberg, Musiker und Professor für Musik und Neue Medien in Düsseldorf
  • Friedhelm Waldhausen, Mathematiker

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  L. Gillessen: Zur älteren Geschichte eines Industrieortes. Aus grundherrlichen Anfängen: Burg und Siedlung Hückelhoven. In: Kreis Heinsberg (Hrsg.): Heimatkalender des Kreises Heinsberg. 2006.
  •  J. Bürger: Aus der Geschichte der Stadt Hückelhoven. Stadt Hückelhoven, Eigendruck, 2005.
  •  Geschichtswerkstatt StadtWandel Hückelhoven (Hrsg.): Wir konnten keine großen Sprünge machen. Alltagsgeschichten aus den Bergmannssiedlungen in Doveren, Hilfarth, Hückelhoven, Ratheim und Schaufenberg. Bd. 1 + Bd. 2, Hückelhoven 2003/2005.
  •  W. Uunfug, F. Körfer: Hückelhoven, eine Stadt mit Tradition und Zukunft. Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 1998.
  •  H-H. Herzberg: Vor den Toren Düsseldorfs: Die Entwicklung Hückelhovens und seine städtebaulichen Probleme. In: AIV Düsseldorf (Hrsg.): Architekten und Ingenieure gestalten ihre Stadt -- 100 Jahre Architekten- und Ingenieur-Verein Düsseldorf. A.I.V. - Auslieferung: Richter Verlag Düsseldorf, Düsseldorf 1993, ISBN 3-928762-15-x.
  •  Sachausschuß Ortsgeschichte im Bürgerverein Baal e. V. (Hrsg.): 1100 Jahre Baal. Beiträge zur Ortsgeschichte. Fischer, Jülich 1993, ISBN 3-87227-042-7.
  •  F. Körfer: Die mechanische Kleiderfabrik Wilhelm Schwarz, die älteste industrielle Produktionsstätte von Hückelhoven. In: Kreis Heinsberg (Hrsg.): Heimatkalender des Kreises Heinsberg. 1991.
  •  H.H. Herzberg: Stadt Hückelhoven. Rheinische Kunststätten, Heft 315,Neußer Druckerei und Verlag GmbH, Neuß 1987, ISBN 3-88094-533-0.
  •  H-H. Herzberg: Lebenssplitter - Bericht aus dem Leben einer Bergmannsfamilie. In: Kreis Heinsberg (Hrsg.): Heimatkalender des Kreises Heinsberg. 1983.
  •  H-H. Herzberg: Lebensbilder - Zwei Bergmänner erzählen. In: Kreis Heinsberg (Hrsg.): Heimatkalender des Kreises Heinsberg. 1981.
  •  H-H. Herzberg: Die Restaurierung der evangelischen Kirche in Hückelhoven. In: Kreis Heinsberg (Hrsg.): Heimatkalender des Kreises Heinsberg. 1979.
  •  H-H. Herzberg: Haus Hall. In: Kreis Heinsberg (Hrsg.): Heimatkalender des Kreises Heinsberg. 1977.
  •  H-H. Herzberg: Die Pfarrkirche St. Johannes d. T. in Hückelhoven-Ratheim und ihr Baumeister Freiherr Friedrich von Schmidt. In: Kreis Heinsberg (Hrsg.): Heimatkalender des Kreises Heinsberg. 1977.
  •  H. Herzberg: Hückelhoven Stadt an der Rur zwischen Rhein und Maas. Joeres-Verlag, Mönchengladbach 1976.
  •  P. C. Mertens: Die Ruricher Chronik 1792–1822. In: Erkelenzer Geschichtsverein. Heft 7, Erkelenz 1930.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hückelhoven – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hückelhoven – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, S. 310.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 307.
  4. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c370020kw0900.html
  5. http://www.denkmalkirche.de/
  6. http://www.kino-hueckelhoven.de/