Last Samurai

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Filmdaten
Deutscher Titel Last Samurai
Originaltitel The Last Samurai
Thelastsamurai-logo.svg
Produktionsland Vereinigte Staaten, Neuseeland, Japan
Originalsprache Englisch, Französisch, Japanisch
Erscheinungsjahr 2003
Länge 154[1] Minuten
Altersfreigabe FSK 16[2]
JMK 14[3]
Stab
Regie Edward Zwick
Drehbuch John Logan,
Edward Zwick,
Marshall Herskovitz
Produktion Tom Cruise,
Tom Engelman,
Marshall Herskovitz,
Scott Kroopf,
Paula Wagner,
Edward Zwick
Musik Hans Zimmer,
Blake Neely,
Geoff Zanelli
Kamera John Toll
Schnitt Victor Du Bois,
Steven Rosenblum
Besetzung
Synchronisation

Last Samurai (Originaltitel: The Last Samurai) ist ein Historienfilm des US-amerikanischen Regisseurs Edward Zwick aus dem Jahr 2003. Der Film spielt hauptsächlich im Kaiserreich Japan zur Zeit der Aufstände der ehemaligen Bushi zwischen 1868 und 1877; in den Hauptrollen sind Tom Cruise und Ken Watanabe zu sehen.

Handlung[Bearbeiten]

Der Bürgerkriegsheld Captain Nathan Algren ist seit dem großen Indianerfeldzug von General Custer ein von Schuldgefühlen geplagtes Wrack. Nur mit Hilfe des Alkohols kann er die Schreie der von ihm mit ermordeten Frauen und Kinder verdrängen. Abgehalftert fristet er sein Dasein als Werbefigur für einen Hersteller von Repetiergewehren. Nachdem er diese Arbeit verloren hat, weil er betrunken und lallend vor Kaufinteressenten auf die Einrichtung des Verkaufssaales schießt, tritt sein ehemaliger Waffengefährte und Ausbildungsoffizier Sergeant Gant an ihn heran und macht ihm ein Angebot. Er soll die schwache japanische Armee modernisieren und ausbilden, da die Samurai sich unter der Führung des Regionalfürsten Katsumoto gegen die modernen Einflüsse der westlichen Welt und gegen die Berater des Kaisers erheben. Mit dabei ist auch sein ehemaliger Vorgesetzter Colonel Bagley, unter dem Algren viele Greueltaten an den Indianern durchführen musste. Algren trifft bei seiner Ankunft außerdem noch auf Simon Graham, der vor Jahren mit der britischen Handelsmission nach Japan kam. Graham führt Algren in die japanische Kultur ein und verschafft ihm einen ersten Überblick über die Natur der Samurai. Während der Ausbildung der unerfahrenen japanischen Soldaten wird Algren immer mehr klar, dass man nichts aus dem Massaker am Little Bighorn gelernt hat. Man nimmt die Bedrohung durch die Samurai nicht ernst, da sie keine Feuerwaffen benutzen und so, wie einst die Indianer, als leicht zu besiegen erscheinen.

Nachdem die Samurai eine Eisenbahnlinie angegriffen haben, wird die Armee mobilisiert. Algren spricht sich dagegen aus, da die Soldaten noch lange nicht für ein Gefecht bereit seien. Er befiehlt einem Soldaten auf ihn zu feuern und droht ihm mit Erschießung wenn er es nicht tue. Der Soldat ist so verängstigt, dass er seine Muskete kaum laden, geschweige denn, zielsicher feuern kann. Dennoch wird der Abmarsch befohlen.

In einem Wald stellt sich die kaiserliche Armee Katsumotos Truppen. Die Schlacht endet in einer verheerenden Niederlage, in der die kaiserlichen Truppen aufgerieben, Sergeant Gant getötet und Algren schwer verwundet wird. Nachdem er sich nur mit einer Lanze gegen ein Dutzend Samurai wehrt und einen berühmten Krieger tötet, gibt Katsumoto den Befehl, Algren nicht zu töten sondern gefangen zu nehmen. Über den Winter hält sich Algren nun im japanischen Dorf des Daimyo Katsumoto auf und wird dort von Taka, der Schwester Katsumotos, deren Mann er in der Schlacht getötet hatte, gepflegt. Algrens Alpträume kehren zurück, da man ihm keinen Alkohol gibt. Schließlich ist er "trocken" und erholt sich langsam von seinen Verletzungen. Katsumoto sucht immer mit stoischer Ruhe Gespräche mit Algren, da er von ihm lernen möchte. Nach und nach lebt sich Algren in der Gemeinschaft ein. Durch Beobachten und Zuhören eignet er sich die Sprache an und legt sein altes Ego immer mehr ab. Er beginnt auch, die Philosophie der Samurai zu erlernen und kann sich somit selbst vergeben, was er in den Indianerkriegen getan hat. Schließlich erlernt er auch die Schwertkampftechnik. Ujio, der ihm anfangs mit massiver Ablehnung begegnete, bildet ihn aus. Mit der Zeit beginnt Algren, die Samurai zu begreifen und zu verstehen. Er beweist letztlich nicht nur eine große Rücksichtnahme, sondern lernt auch deren Lebensweise. Bei einem Ninja-Angriff schließlich rettet Algren Katsumoto und seiner Familie das Leben und gewinnt dadurch letztendlich den Respekt der Samurai.

Bei Frühlingsbeginn bringt Katsumoto Algren persönlich nach Tokio zurück. Während Algren ein neues und weitaus besseres Heer mit modernen Waffen in Tokio vorfindet, sucht Katsumoto seinen Herren, den Tennō auf. Denn trotz seines Widerstandes ist Katsumotos Ehrerbietung gegenüber seines Herren äußerst hoch, wie es der Bushidō vorschreibt. Katsumoto kämpft nicht aus persönlichen Motiven, sondern zum Schutz des japanischen Volkes vor zu vielen und zu schnellen Veränderungen. Er will die japanische Kultur erhalten. Doch der Kaiser ist schwach und der eigentliche Herrscher ist Omura, der massiv von den Veränderungen profitiert, da er z.B. die Eisenbahn baut, die die wirtschaftliche Entwicklung in Japan massiv beschleunigen würde. Omura möchte den Anführer der Samurai aus dem Weg räumen und plant seine Ermordung. Dies kann Algren jedoch verhindern. Mit Grahams Hilfe verschafft er sich Zutritt zu Katsumoto, befreit ihn und überredet ihn zur Flucht. Allerdings findet Nobutada, Katsumotos Sohn, dabei den Tod.

Algren schließt sich nun endgültig den Samurai an, zumal er seit seinem Aufenthalt in Katsumotos Dorf auch Taka und deren Söhne lieb gewonnen hat. Gemeinsam bereiten sie sich auf die aussichtslose Schlacht gegen die kaiserlichen Soldaten vor. In dieser Schlacht fallen alle Samurai im Gatling-Gewehr- und Geschützfeuer, nur Algren überlebt schwerverletzt. Er hilft dem schwer verwundeten Katsumoto, Seppuku zu begehen. Daraufhin begibt er sich zu dem jungen Kaiser Mutsuhito, macht ihm Katsumotos Schwert zum Geschenk und kann ihn überzeugen, seinem Berater Omura entgegenzutreten sowie ein bereits ausgehandeltes exklusives Waffen-Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten in letzter Sekunde abzusagen. Graham, dem Algren seine Tagebücher übergeben hatte, um daraus ein Buch zu machen, berichtet, Algrens weiteres Schicksal nach der Audienz sei nicht bekannt und man vermute, dass er entweder gestorben oder in sein Heimatland zurückgekehrt sei. Die Schlusssequenz zeigt, dass Algren zu Taka in das Dorf der Samurai zurückkehrt, wie es sich Graham in seiner Phantasie ausmalt.

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung fertigte die Firma Interopa Film GmbH Berlin an. Das Dialogbuch verfasste Alexander Löwe.[4]

Darsteller Synchronsprecher Rolle
Tom Cruise Patrick Winczewski Nathan Algren
Ken Watanabe Toru Tanabe Katsumoto
Scott Wilson Hans-Werner Bussinger Botschafter Swanbeck
Tony Goldwyn Benjamin Völz Colonel Bagley
Timothy Spall Roland Hemmo Simon Graham
William Atherton Helmut Gauß Winchester-Repräsentant
Billy Connolly Bernd Schramm Zebulon Gant

Kritiken und Veröffentlichung[Bearbeiten]

„Exzellentes Unterhaltungskino mit traumhaften Bildern. Die vielschichtige Geschichte ist geprägt von Offenheit und Sympathie für eine fremde Kultur und prangert zugleich – wenn auch mit den sanften Mitteln Hollywoods – die eigenen Verbrechen an.“

Lexikon des internationalen Films[1]

„Es ist schön, in diesem Film Menschen im Kampf agieren zu sehen, in einer wirklichen Konzentration und Selbstbeherrschung, nicht immer nur gezwungen, zu hampeln im hektischen Hinundher der Effekte – man wird daran erinnert, was das Wort Bedachtsamkeit einst fürs Actionkino bedeutet [hat]“

Fritz Göttler: Süddeutsche Zeitung[5]

„Schön entworfen, intelligent geschrieben, mit Hingabe gespielt, das ist ein selten tiefgründiges Epos. […] Das Produktionsdesign, das Set und die Kostüme sind beachtlich […]“

Roger Ebert

Weiterhin lobt Ebert die beiden Hauptdarsteller und auch die Nebenrollen (und somit das Casting). Er hätte sich ein weniger geschmäcklerisches Ende gewünscht. Ebert erinnert an Der mit dem Wolf tanzt und Lawrence von Arabien.[6] Steve Crum vom Kansas City Kansan dachte beim Anblick von Ken Watanabe sogar an Yul Brynner,[7] gemeint ist wohl Der König und ich (1956). Manohla Dargis wandte am 5. Dezember 2003 in der Los Angeles Times ein, das Schicksal der Samurai mit dem der amerikanischen Ureinwohner vergleichen zu wollen, wäre, „gelinde gesagt, idiotisch“.[8]

„‚Safe Passage‘ ist ein unglaubliches Stück […] Ich frage mich wirklich, ob die Bilder gegen so eine starke Musik bestehen können […] Hans Zimmers bester Score seit vielen, vielen Jahren […]“

Mikael Carlsson: Music from the Movies[9]

Der Film steht bei Rotten Tomatoes am 16. Mai 2008 bei nur 66 Prozent mit 201 ausgewerteten Kritiken (aber 88 Prozent von 8 Topkritikern), bei Metacritic sogar nur bei 55 Prozent mit 44 ausgewerteten Kritiken. In der IMDb rangiert er mit den Stimmen von 74.211 Zuschauern am gleichen Tag bei immerhin 7,8 von 10 Punkten. Box Office Mojo zufolge, Stand vom 16. Mai 2008, lag das Budget bei 140 Millionen US-Dollar, der Film spielte ca. 457 Millionen ein (Total Lifetime Grosses), davon etwa 76 Prozent im Ausland.[10]

Faktentreue[Bearbeiten]

Der Film hat als historischen Hintergrund die Satsuma-Rebellion im Jahre 1877, wobei dort von beiden Seiten moderne Schusswaffen verwendet wurden.

Einige Elemente der Figur des Nathan Algren sind wohl von dem ehemaligen französischen Militärberater Jules Brunet abgeleitet, der während des Boshin-Kriegs im Jahr 1869 der zweithöchste Offizier der Shogunatstruppen in ihrem letzten Kampf gegen die Kaiserliche Armee des Kaisers Meiji gewesen war.

Die Figur des Katsumoto findet sich wieder in Saigō Takamori, die Figur des Omura in Ōkubo Toshimichi. In beiden Fällen sind die Filmfiguren relativ nahe (im Falle von Omura sogar optisch) an ihren Vorbildern orientiert, welche maßgeblich an der Satsuma-Rebellion beteiligt waren. Die im Film gezeigte letzte Schlacht entspricht der Schlacht von Shiroyama am 24. September 1877, in welcher auch Saigō Takamori infolge von Verletzungen den Tod fand.

Der Film enthält trotz der engen Zusammenarbeit mit Japan etliche Fehler in Bezug auf die Sitten und Gebräuche Japans im 19. Jahrhundert.

Viele der Kampfeinlagen zeigen nicht die Schwertkunst, die damals gebräuchlich war. Auch wird oft auf das Abschütteln des Blutes von den Schwertern verzichtet – bei den wertvollen Klingen der Samurai eine besonders wichtige und ritualisierte Schutzmaßnahme, damit die Klingen nicht rosten. Ebenso passt das metallische Geräusch des Schwertziehens nicht zu den damals üblichen Holzscheiden, sondern eher zu den Militärschwertern des 20. Jahrhunderts, die mit Metallscheide ausgestattet waren.

Die im Film gezeigten Ninja entsprechen einem hollywoodtypischen Klischee; die von ihnen getragenen schwarzen Anzüge und Ninjatō haben keine historische Grundlage.

Anders als im Film dargestellt, verlor ein Samurai nicht seine Ehre, falls er eine Schusswaffe im Kampf nutzte. Viele Samurai-Verbände bedienten sich der Muskete als Distanzwaffe. Allerdings ist anzunehmen, dass die Samurai den "ehrenvollen" Nahkampf vorzogen. Die Musketen, die sie im 15. Jahrhundert durch europäische Seefahrer kennen und nutzen lernten, wurden von den Samurai in keiner Weise weiterentwickelt. Noch im 19. Jahrhundert wurden Vorderladermodelle verwendet, die mit einer Zündschnur abgefeuert wurden. Zur damaligen Zeit waren allerdings bereits Steinschlösser bzw. Repetierkarabiner und Trommelrevolver weit verbreitet.

Im Film werden die Motive der aufständischen Samurai als Kampf gegen die Verwestlichung ihres Landes idealisiert. Tatsächlich kämpften aber viele von ihnen vor allem gegen die Aufhebung des Stände-Systems und den Verlust ihrer Privilegien. Zur Zeit der Meiji-Restauration waren die Samurai mit ihren veralteten Taktiken und Ausrüstungen militärisch weitgehend bedeutungslos geworden. Letztlich trugen die Reformen der Meiji-Zeit entscheidend zu Japans Aufstieg als Großmacht bei.

Trivia[Bearbeiten]

Tom Cruise wurde beim Drehen der Szene nach der ersten Schlacht, die mit der Niederlage der kaiserlichen Armee endete, beinahe von Hiroyuki Sanada enthauptet. Ein Sicherungssystem, das dafür sorgen sollte, dass Hiroyuki Sanadas Schwertschlag Cruise nicht verletzen würde, versagte und blockierte den wuchtig ausgeführten Hieb nicht. Nur durch Sanadas Fähigkeiten und Reflexe, die er sich durch jahrelanges Schwert- und Kampftraining angeeignet hatte, wurde Schlimmeres verhindert.[11]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die IMDb hat am 16. Mai 2008 15 Preise und 43 Nominierungen verzeichnet, einschließlich:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Last Samurai im Lexikon des Internationalen Films
  2. Freigabebescheinigung (PDF; 73 kB) der FSK, abgerufen am 11. September 2013
  3. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  4. Last Samurai in der Deutschen Synchronkartei
  5. Fritz Göttler: Ein Offizier und Gentleman. In: Süddeutsche Zeitung. 8. Januar 2004, abgerufen am 16. Mai 2008.
  6. Roger Ebert: The Last Samurai. In: rogerebert.com. 5. Dezember 2003, abgerufen am 16. Mai 2008 (englisch): „Beautifully designed, intelligently written, acted with conviction, it's an uncommonly thoughtful epic. […] production design, sets and costumes are astonishing.“
  7. Steve Crum: The Last Samurai (2003). In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 16. Mai 2008 (englisch).
  8. Manohla Dargis: Movie Review – ‚The Last Samurai‘. In: Los Angeles Times. 5. Dezember 2003, abgerufen am 16. Mai 2008 (englisch): „[…] that the fate of the samurai was in any way similar to that of Native Americans, a suggestion that is, to put it mildly, idiotic.“
  9. Mikael Carlsson: The Last Samurai. Music from the Movies, 2006, archiviert vom Original am 22. März 2006, abgerufen am 28. August 2014 (HTML, englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
  10. The Last Samurai. In: Box Office Mojo. Abgerufen am 16. Mai 2008 (englisch).
  11. shortnews.de, abgerufen am 18. Oktober 2012