Markionismus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Als Markionismus oder Marcionismus wird die frühchristliche Lehre bezeichnet, die durch den Theologen Marcion (* ca. 85; † 160) begründet und von der Kirche als Irrlehre abgelehnt wurde.

Kennzeichnend für den Marcionismus ist das dualistische Weltbild. Marcion pflegte eine nicht-allegorische Deutung der urchristlichen Schriften.

Durch seine Deutung der biblischen Schriften kommt Marcion zu folgenden Schlüssen:

  • Der jüdische Schöpfergott ist grausam, Jesus ist aber die Liebe selbst. Jesus sagt jedoch, er sei Gottes Sohn, deswegen kann er nur der Sohn eines anderen Gottes als des biblischen Schöpfergottes sein. Jesus ist für ihn der Sohn eines guten Gottes.
  • Das Alte Testament wird deshalb als Zeugnis eines alten, bösen Gottes verworfen.
  • Die christliche Religion lässt sich darum aus keiner alten Schrift herleiten. Sie kommt mit Jesus völlig neu in die Welt. Jesus bezieht sich auf einen bisher fremden, guten Gott, der mit dem Gott des alten Testaments nichts gemein hat.
  • Alle Schriften sind bei Marcion dem Wortsinn nach zu verstehen. Er verwirft jede Form der Allegorie.
  • Alle Evangelien sind lediglich ein Versuch, die Wahrheit der christlichen Lehre zu verwirren und dem jüdischen Gott (Jahwe) wieder zur Herrschaft zu verhelfen.

Marcion ließ von den Evangelien nur das Lukasevangelium gelten. Aber auch dieses hielt er für verfälscht und bearbeitete es, um das wahre Evangelium herauszuschälen. Deswegen entfernte er in seiner Bearbeitung des Evangeliums alle Verweise auf den alten Schöpfergott.

Es bestehen Verbindungen zwischen Marcion und dem Gnostizismus: Marcion wurde von den Lehren das Gnostikers Cerdo beeinflusst und wird von vielen Autoren als Gnostiker gesehen. Es gibt aber auch starke Hinweise darauf, dass er, obwohl dem Gnostizismus nahestehend, als eigenständig betrachtet werden muss.