Liste sozialistischer Staaten

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Diese Weltkarte zeigt alle Staaten, die sich im Laufe ihrer Geschichte als sozialistisch bezeichneten. Die Farben geben die jeweilige Dauer der sozialistischen Periode an:
  • über 65 Jahre
  • 50–60 Jahre
  • 40–50 Jahre
  • 30–40 Jahre
  • 20–30 Jahre
  • 10–20 Jahre
  • unter 10 Jahre
Aktuell (nach 2010) sich als sozialistisch bezeichnende Staaten
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Die Liste sozialistischer Staaten führt gegenwärtige und historische souveräne Staaten auf, die in der wissenschaftlichen Literatur als sozialistisch eingestuft werden. Charakteristika für viele dieser Staaten sind eine Einparteienherrschaft einer kommunistischen beziehungsweise sozialistischen Partei, die Verstaatlichung der wichtigsten Produktionsmittel sowie eine sozialistische Staatsideologie, die in der Regel auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus beruht.[1] Das Wirtschaftssystem ist durch Planwirtschaft oder deutliche planwirtschaftliche Elemente gekennzeichnet. Das Selbstverständnis als sozialistischer Staat schlug sich meist in einem Bekenntnis zum Sozialismus an zentraler Stelle in der Verfassung nieder. Als Fremd- und Selbstbezeichnung dieser Staaten dient häufig der Begriff Realsozialismus.

In der Zeit des Kalten Krieges gingen viele sozialistische Staaten eine enge Bindung zur Sowjetunion ein, doch war das Verhältnis zur UdSSR insgesamt sehr unterschiedlich ausgeprägt.[2] Die meisten osteuropäischen Staaten hatten den Charakter von Satellitenstaaten der Sowjetunion. Dagegen vertraten zumindest zeitweise zum Beispiel Jugoslawien unter Tito, Indien unter Nehru, Ägypten unter Nasser, die jeweils eigene Modelle des Sozialismus verkörperten, die Außenpolitik der Blockfreiheit, was allerdings nicht als Neutralität in der Systemkonkurrenz zwischen Sozialismus und Kapitalismus zu verstehen ist.[2] Seit dem chinesisch-sowjetischen Zerwürfnis rivalisierte das spätmaoistische China mit der UdSSR um Einfluss auf die sozialistischen Staaten.[2]

Europa[Bearbeiten]

Die europäischen, unter sowjetischer Hegemonie stehenden sozialistischen Staaten des sogenannten Ostblocks schlossen sich 1949 beziehungsweise 1955 überwiegend im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (Comecon) und im Militärbündnis des Warschauer Pakts zusammen. Auf politischer Ebene wurde der Ostblock unter anderem durch das 1947 gegründete Kommunistische Informationsbüro (Kominform) zusammengehalten. Eigene Wege beschritten Jugoslawien und Albanien. Nach 1989 wandelten sich alle sozialistischen Staaten zu marktwirtschaftlichen Systemen.

Im Sprachgebrauch in der DDR wurde zwischen den „sozialistischen Bruderländern“ und dem „nichtsozialistischen Ausland“ unterschieden.

Staat Ideologie, Entwicklung Existenzdauer
Albanien 1946Sozialistische Volksrepublik Albanien Sozialistische Volksrepublik Albanien[3] Titoismus (1944–1948)
Marxismus-Leninismus (1948–1968)
Maoismus (1968–1978)
„Albanischer Sozialismus“ (bis 1990/91)
1943–1990
Bulgarien 1971Bulgarien Volksrepublik Bulgarien[4] Marxismus-Leninismus 1944–1990
Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik[5] Marxismus-Leninismus 1949–1990
Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien[6] Marxismus-Leninismus (1945–1948)
Titoismus (ab 1948)
1945–1992
Polen 1944Polen Volksrepublik Polen[7] Marxismus-Leninismus 1944/52–1989
Rumänien 1965Rumänien Sozialistische Republik Rumänien[8] Marxismus-Leninismus 1948–1990
SowjetunionSowjetunion Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken[9] Leninismus (1917–1924)
Marxismus-Leninismus (1924–1991)
Stalinismus (1924–1953)
1922–1991
TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakische Sozialistische Republik[10] Marxismus-Leninismus 1948–1990
Ungarn 1957Ungarn Volksrepublik Ungarn[11] Marxismus-Leninismus („Gulaschkommunismus“ 1956–1989) 1949–1989

Afrika[Bearbeiten]

Die dekolonisierten Länder Afrikas neigten in den frühen 1960er Jahren fast geschlossen der Bewegung der Blockfreien Staaten zu, gleichzeitig bekannten sich fast alle Regenten in irgendeiner Form zum Sozialismus.[12] Allerdings werden die meisten frühen Verfechter eines „Afrikanischen Sozialismus“ vom Marxismus-Leninismus abgegrenzt und beriefen sich nicht unbedingt direkt auf Karl Marx, sondern wollten an vermeintlich urtümlich afrikanisches Sozialverhalten anknüpfen.[13] Teilweise beeinflusste der christliche Sozialismus den afrikanischen Sozialismus.[14]

Ab Mitte der 1960er Jahre schwand die Theorie eines arteigenen Afrikanischen Sozialismus allmählich, gleichzeitig wuchs das Prestige und die sowjetische Anziehungskraft.[2] Die beiden sozialistischen Großmächte UdSSR und Rotchina konkurrierten um Einfluss in Afrika durch Investitionen in militärische und in Entwicklungshilfe.[2] In Äthiopien, Angola und Mosambik kam es ab 1975 zu Bürgerkriegen, die zeitweise den Charakter von Stellvertreterkriegen zwischen dem Ostblock und den Westmächten annahmen. Dabei unterstützten die UdSSR und China teilweise unterschiedliche Gruppierungen. Im angolanischen und im äthiopischen Bürgerkrieg engagierte sich auch Kuba militärisch.

Die Anziehungskraft des Ostblocks schwand rapide, als der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe Mosambik 1981 die Aufnahme verweigerte, da dies eine zu große finanzielle Belastung bedeutet hätte.[15] Als Michail Gorbatschow 1985 Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion wurde, kündigte er zudem an, die wirtschaftliche Hilfe und das militärische Engagement in Afrika zu reduzieren.[15] Mit dem Ende des osteuropäischen Staatssozialismus ab 1989 verloren die sozialistischen Regime in Afrika fast vollständig die frühere Unterstützung.

Staat Entwicklung Existenzzeit
Flag of Egypt (1972-1984).svg Republik Ägypten[16] 1952 Landreform; ab 1955 Bewegung der blockfreien Staaten, Zusammenarbeit mit Jugoslawien und Indien, Anerkennung der VR China; 1956 Verstaatlichung des Sues-Kanals; Planwirtschaft ab 1960, Verstaatlichung der Großbanken und des größten Teils des modernen Sektors der Wirtschaft; 1962 beschließt der Nationalkongreß der Volkskräfte die „totale Revolution“ mit dem Ziel einer kooperativen sozialistischen Gesellschaft, jedoch Festhalten an Privatbesitz; seit 1964 per Verfassung „demokratischer sozialistischer Staat“ (Arabischer Sozialismus, „Nasserismus“), Islam ist Staatsreligion, die Arabische Sozialistische Union ist die einzige politische Organisation, verstärkte Sowjetische Hilfe; 1971 Freundschaftsvertrag mit der UdSSR; 1972 Ausweisung der sowjetischen Militärberater, 1976 Widerruf des Freundschaftsvertrags mit der Sowjetunion[17]
Flag of Algeria.svg Demokratische Volksrepublik Algerien[18] FLN seit 1963 einzig zugelassene politische Organisation; ab 1963 Selbstverwaltung der Betriebe und des verstaatlichten Bodens (Staatsfarmen) durch Arbeiterkomitees; 1966 Verstaatlichung ausländischer Bergwerksgesellschaften, 1971 wichtiger Erdölanlagen und aller Ölleitungen; Planwirtschaft ab 1970[19]
Flag of Angola.svg Volksrepublik Angola[20] 1974 Ausrufung der Volksrepublik Angola; 1976 setzt sich die von Kuba und der UdSSR unterstützte MPLA gegen die FNLA und die UNITA durch und wird Einheitspartei; 1975–2002 Bürgerkrieg; 1989–1991 Abzug der kubanischen Truppen[21]
Flag of Ethiopia (1975–1987) (02).svg

Flag of Ethiopia (1987–1991).svg
Derg (Provisorischer Militärverwaltungsrat Äthiopien)

Demokratische Volksrepublik Äthiopien[22]
1975 Verstaatlichung in- und ausländischer Industrieunternehmen durch das Derg-Militäregime, Bodenreform mit Bildung von Genossenschaften; 1978 Freundschaftsvertrag mit der UdSSR; 1987 Ausrufung der Demokratischen Volksrepublik Äthiopien; 1974–1991 Bürgerkrieg; 1990 Abkehr vom Marxismus[23] 1974–1990
Flag of Benin (1975-1990).svg Volksrepublik Benin 1974 Ausrufung eines „marxistisch-leninistischen Staates“, 1975 Volksrepublik; zahlreiche Verstaatlichungen; 1975–1989 war die kommunistische Volksrevolutionäre Partei Benins Einheitspartei; 1989 Abkehr vom Marxismus-Leninismus[24] 1974–1989
Flag of Burkina Faso.svg Obervolta
Burkina Faso
1983 Militärputsch Thomas Sankaras, Etablierung eines Afrikanischen Sozialismus, 1987 Sturz Sankaras durch Blaise Compaoré und Umstellung auf einen orthodox-marxistischen Kurs, 1991 Abkehr vom Sozialismus[25] 1983–1991
Flag of Eritrea.svg Eritrea[26] Marxismus-Leninismus albanischer Prägung seit 1993[26]
Flag of Ghana.svg Republik Ghana 1957 Unabhängigkeit von Großbritannien, ab 1960er Anlehnung an die Sowjetunion und Umstellung der Wirtschaft nach realsozialistischen Muster, Kollektivierung der Landwirtschaft, Militärputsch 1966[27] 1957–1966
Flag of Guinea.svg Revolutionäre Volksrepublik Guinea Afrikanischer Sozialismus; 1958 Unabhängigkeit von Frankreich, Bruch mit Frankreich und Anlehnung an die Sowjetunion, Etablierung eines Einparteiensystems unter der Führung Ahmed Sékou Tourés und seiner Partei die Demokratische Partei Guineas (PDG), 1984 Tod Tourés und Abkehr vom Sozialismus[28] 1958–1984
Flag of Guinea-Bissau.svg Republik Guinea-Bissau 1974 Unabhängigkeit von Portugal und Etablierung eines Einparteienstaates unter der Führung der sozialistischen PAIGC, Anlehnung an die Sowjetunion und der VR China, 1980 Militärputsch, 1984 Umwandlung in Präsidialrepublik, ab 1989 schrittweise Abkehr vom realsozialistischen Wirtschafts- und Einparteiensystem, 1991 Einführung des Mehrparteiensystems[29] 1974–1991
Flag of Cape Verde 1975.svg Republik Kap Verde 1974 Unabhängigkeit von Portugal in Union mit Guinea-Bissau, Etablierung eines Einparteienstaates unter der Führung der sozialistischen PAIGC, sozialistisch orientierte Wirtschaftspolitik, 1980 Ende der Union mit Guinea-Bissau und Umbenennung der PAIGC in PAICV, Mitglied der Bewegung der Blockfreien Staaten, 1991 Einführung des Mehrparteiensystems[30] 1974–1991
Flag of the People's Republic of Congo.svg Volksrepublik Kongo 1970 Ausrufung der Volksrepublik Kongo, Einheitspartei ist die Parti Congolais du Travail, die sich auf den Marxismus-Leninismus festlegt; 1974 Verstaatlichung der meisten Ölgesellschaften und Versicherungen; 1981 trotz Freundschaftsvertrags mit der Sowjetunion leichte Öffnung zum Westen; 1990 Einführung des Mehrparteiensystems; 1991 Umbenennung in Republik Kongo[31]
Flag of Libya (1969–1972).svg

Flag of Libya (1977-2011).svg

Arabische Republik Libyen

Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahirija

1969 Revolution und Ausrufung der Arabischen Republik Libyen sowie Verstaatlichung der meisten Ölgesellschaften, Banken und Versicherungen; 1973 Verstaatlichung der restlichen Ölgesellschaften; 1977 Ausrufung der Sozialistischen Libysch-Arabischen Volks-Dschamahirija; ab 2004 Privatisierungswelle; 2011 Bürgerkrieg und Ende der Dschamahirija 1969–2011
Flag of Madagascar.svg Demokratische Republik Madagaskar 1973 Verstaatlichungen von Banken, Versicherungen und Unternehmen, 1975 Annahme einer sozialistischen Verfassung, Annäherung an die sozialistischen Länder des Ostens und der VR China, enge Kooperation mit Nordkorea, ab 1985 auch vorsichtige Öffnung zum Westen und beschränkte Liberalisierung, 1992 Beginn der Dritten Republik[32]
Flag of Mali.svg Republik Mali 1960 Erlangung der Unabhängigkeit von Frankreich und Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft, Kollektivierung der Landwirtschaft und Industralisierung mit Staatsbetrieben, enge Zusammenarbeit mit Ghana und Guinea, Anlehnung an die Staaten des Ostblocks und Asiens, aber auch Abkommen mit Westeuropa, 1966 wieder Kooperation mit Frankreich, 1968 Militärputsch, Abkehr vom Sozialismus und Westbindung[33] 1960–1968
Flag of Mozambique (1983).svg Volksrepublik Mosambik 1975 Unabhängigkeit der Volksrepublik Moçambique, Verstaatlichung des Gesundheits- und Erziehungswesens, Errichtung von Kollektivfarmen; die marxistisch-leninistisch ausgerichtete FRELIMO ist Einheitspartei; 1977–1992 Bürgerkrieg; 1980 begrenzte Reprivatisierungen; 1989 gibt die FRELIMO die marxistisch-leninistische Ausrichtung zugunsten einer allgemein sozialistischen auf; 1990 Einführung des Mehrparteiensystems[34][15] 1975–1990
Flag of Zambia (1964-1996).svg Republik Sambia Afrikanischer Sozialismus; 1964 Unabhängigkeit von Großbritannien, 1967 Etablierung des so genannten „Sambischen Humanismus“ als Staatsideologie, in der eine sozialistische Entwicklung des Landes angestrebt wird, 1973 Einführung des Einparteiensystems, 1991 Abkehr vom Einparteiensystem und Afrikanischen Sozialismus[35] 1967–1991
Flag of the Seychelles 1977.svg Republik Seychellen 1976 Erlangung der Unabhängigkeit von Großbritannien, 1977 Putsch France-Albert Renés und Errichtung eines sozialistischen Einparteienstaats nach tansanischem Modell, 1979 neue Verfassung mit der Seychelles People’s Progressive Front (SPPF) als alleinige Staatspartei, 1984 Zusammenschluss mit Mauritius und Madagaskar zur Indian Ocean Commission (IOC), ab 1989 schrittweise Liberalisierung, 1991 Wiederherstellung des Mehrparteiensystems[36] 1977–1991
Flag of Sao Tome and Principe.svg Demokratische Republik São Tomé und Príncipe 1975 Erlangung der Unabhängigkeit von Portugal, Schaffung eines Einparteiensystems unter der sozialistisch orientierten Movimento de Libertação de São Tomé e Príncipe (MLSTP), Verstaatlichung der Plantagen, Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage durch Abwanderung der Europäer, 1980er Reihe fehlgeschlagener Putsche, 1990 neue Verfassung und Übergang zum Mehrparteiensystem[37] 1975–1990
Flag of Senegal.svg Republik Senegal Afrikanischer Sozialismus[38] 1960–1980
Flag of Somalia.svg Somalische Demokratische Republik 1969 Ausrufung der Somalischen Demokratischen Republik; 1970 Verstaatlichung ausländischen Eigentums, Annäherung an die Sowjetunion und an die arabischen Staaten; 1974 Vereinbarung über militärische Zusammenarbeit mit der UdSSR; 1976–1991 SRSP Einheitspartei; 1977 Bruch mit der Sowjetunion, Ogadenkrieg[39]
Flag of Sudan.svg Demokratische Republik Sudan Arabischer Sozialismus; 1969 Militärputsch durch Dschafar Muhammad an-Numairi, Etablierung eines sozialistischen Einparteienstaates unter der Führung der Sudanesischen Sozialistischen Union (SSU), Verstaatlichung aller Banken und Unternehmen, Anlehnung an die Sowjetunion, 1971 Putschversuch linker Kräfte, dadurch Verschlechterung der Beziehungen zur Sowjetunion, 1972 Annäherung an die USA und an die Bundesrepublik Deutschland, 1973 Annahme einer neunen Verfassung mit der SSU als Staatspartei und dem Islam als Staatsreligion, 1976 Beendigung der Koopertion mit Libyen, Beistandsabkommen mit Ägypten, Radikale Islamisierung und 1983 Einführung der Scharia im ganzen Land, 1985 Sturz An-Numairis durch Militärputsch, Erneute Annäherung an die Sowjetunion und Libyen, diplomatische Beziehungen mit dem Iran, seit 1989 islamistische Diktatur Umar al-Baschirs[40] 1969–1983/89
Flag of Tanzania.svg Vereinigte Republik Tansania[41] Afrikanischer Sozialismus; seit 1977 stellt die Verfassung die Einheitspartei CCM über Parlament und Regierung; 1987–1988 Teilnahme am Bürgerkrieg in Mosambik gegen die RENAMO; 1992 Einführung des Mehrparteiensystems[42]
Flag of Uganda.svg Republik Uganda Afrikanischer Sozialismus; 1966 Putsch Milton Obotes und Ausrufung eines Einparteienstaates, 1967 neue sozialistische Verfassung, Abschaffung des Feudalismus, Verstaatlichung einiger Finanz-, Handels- und Industrieunternehmen, 1971 Militärputsch Idi Amins und Abkehr vom Sozialismus[43] 1966–1971

Amerika[Bearbeiten]

Staat Ideologie, Entwicklung Existenzzeit
Flag of Chile.svg Republik Chile Demokratischer Sozialismus; 1970 Wahl des Marxisten Salvador Allendes zum Präsidenten, Verstaatlichung der Schlüsselindustrien und Enteignung ausländischer Kapitalgesellschaften, Bodenreformen,[44] 1973 Militärputsch Augusto Pinochets mit Unterstützung der CIA[45] 1970–1973
Flag of Guyana.svg Kooperative Republik Guyana[46] gemäßigter Sozialismus seit 1970
Flag of Grenada.svg Staat Grenada Demokratischer Sozialismus;[47] 1979 Putsch Maurice Bishops und des sozialistischen New Jewel Movement, Kooperations- und Militärabkommen mit Kuba und der Sowjetunion, sozialistische Reformen, 1983 Sturz Bishops und US-Invasion[48] 1979–1983
Flag of Jamaica.svg Jamaika Demokratischer Sozialismus[49] 1972–1980
Flag of Cuba.svg Republik Kuba[50] 1959 Revolution sowie Land- und Agrarreform; 1960 Verstaatlichung der Ölraffinerien; 1961 Ausrufung der Sozialistischen Republik sowie entschädigungslose Enteignung ausländisches Eigentums; 1972 RGW-Beitritt; 1976 Annahme der marxistisch-leninistischen Verfassung und Durchsetzung der Planwirtschaft seit 1959
Flag of Nicaragua.svg Republik Nicaragua gemäßigter Sozialismus; 1979 Sturz Anastasio Somoza Debayle durch die sozialistische Frente Sandinista de Liberación Nacional (FSLN), Aufbau eines Demokratischen Sozialismus: Landreformen, Alphabetisierungskampagnen und Schaffung eines nationalen Gesundheitswesens, 1981 bis 1990 Contra-Krieg, 1991 Ende durch Niederlage bei Parlamentswahlen[51] 1979–1991
Flag of Suriname.svg Republik Suriname 1980 Militärputsch Dési Bouterses, 1981 Deklarierung Surinames als sozialistische Republik, 1990 Erneuter Militarputsch und Abkehr vom Sozialismus[52] 1980–1990
Flag of Venezuela.svg Bolivarische Republik Venezuela[53] bolivarischer Sozialismus seit 1999
Flag of Bolivia.svg Plurinationaler Staat Bolivien bolivarischer Sozialismus seit 2006

Asien[Bearbeiten]

Nachdem 1949 die VR China ausgerufen wurde, die sich unmittelbar mit der Sowjetunion verbündete, entstand mit der Mongolei sowie Nordkorea und Nordvietnam ein riesiger „eurasischer Ostblock“.[54] Im Koreakrieg wird 1950–1953 aus dem Kalten Krieg ein Stellvertreterkrieg. Dies wiederholt sich 1964–1975 im Vietnamkrieg und 1979–1989 im Sowjetisch-Afghanischen Krieg.

Staat Ideologie, Entwicklung Existenzzeit
Flag of Afghanistan (1974–1978).svg

Flag of Afghanistan (1980-1987).svg

Republik Afghanistan

Demokratische Republik Afghanistan[55]

gemäßigter Sozialismus (1973–1978 und 1987–1992)

Marxismus-Leninismus (1978–1987)
1973–1992
Flag of Bangladesh.svg Volksrepublik Bangladesch[56] gemäßigter Sozialismus seit 1971
Flag of Myanmar (1974-2010).svg Sozialistische Föderative Republik Birma[57] „Birmanischer Sozialismus“ 1974–1988
Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China[58] Maoismus (bis 1976)
Dengismus (seit 1976), „Sozialismus chinesischer Prägung
seit 1949
Flag of India.svg Republik Indien[59] gemäßigter Sozialismus
Flag of Indonesia.svg Republik Indonesien „Indonesischer Sozialismus“ („Nasakom“)

1954 Auflösung der Union mit den Niederlanden, 1957 Etablierung eines „Indonesischen Sozialismus“ mit Sukarnos Prinzip „Nasakom“, das kommunistische, nationale und religiöse Elemente miteinander verbindet, 1957/58 Enteignung niederländischen Eigentums und Verstaatlichung der niederländischen Unternehmen, ab 1960er Agrarreformen, 1966 Sturz Sukarnos und Abkehr von Nasakom; Gründungsmitglied der Bewegung der Blockfreien Staaten[60]

1949–1966
Flag of Iraq (1963-1991); Flag of Syria (1963-1972).svg Republik Irak[61] Arabischer Sozialismus („Baathismus“); 1971 „volksdemokratisch-sozialistischer Einheitsstaat“, die Baath-Partei bildet mit der Kommunistischen Partei eine Nationale Front; ab 1972 Verstaatlichung des gesamten Erdölsektors; 1972 Freundschaftsvertrag mit der UdSSR, militärische und wirtschaftliche Unterstützung durch die Sowjetunion; ab 1978 Verschlechterung der Beziehungen zur Sowjetunion und Bruch der Baath-Partei mit der Kommunistischen Partei[62]
Flag of South Yemen.svg Volksdemokratische Republik Jemen[63] 1967 Ausrufung der unabhängigen Volksrepublik Südjemen; 1969 kommt der radikale Flügel der Nationale Befreiungsfront (NLF) an die Macht und treibt die Umgestaltung des Südjemen nach sozialistischem Modell voran, enge Zusammenarbeit mit der UdSSR, China, der DDR, Nordkorea und Kuba; 1970 neue Verfassung, Umbenennung in Demokratische Volksrepublik Jemen, Betonung des laizistischen Charakters des Staates; nach 1975 pro-sowjetische Ausrichtung und Schwinden des chinesischen Einflusses; Verstaatlichung ausländischer Banken, Versicherungen und Firmen; seit 1978 ist die Jemenitische Sozialistische Partei Einheitspartei; 1989 wirtschaftliche Liberalisierung und Einführung des Mehrparteiensystems; Vereinigung von Nord- und Südjemen zur Republik Jemen 1989[64]
Flag of Democratic Kampuchea.svg

Flag of the People's Republic of Kampuchea.svg

Demokratisches Kampuchea

Volksrepublik Kampuchea[65]

Maoismus (1975–1979)

Marxismus-Leninismus (1979–1989)

1975–1989
Flag of North Korea.svg Demokratische Volksrepublik Korea[66] Marxismus-Leninismus (bis 1977)
Chuch’e-Ideologie (1977–2009)
Sŏn’gun-Ideologie (seit 2009)
seit 1948
Flag of Laos.svg Demokratische Volksrepublik Laos[67] Marxismus-Leninismus seit 1975
Flag of the People's Republic of Mongolia (1940-1992).svg Mongolische Volksrepublik[68] Marxismus-Leninismus 1921–1990
Flag of Pakistan.svg Islamische Republik Pakistan Islamischer Sozialismus; 1971 Übernahme des Präsidentenamts durch Zulfikar Ali Bhutto, Bodenreform, Verstaatlichung von Banken und Industriebetrieben, Schulen und Universitäten, 1973 neue Verfassung und Abkehr vom Präsidentiellen Regierungssystem, Bhutto wird daraufhin Premierminister, Fazal Elahi Chaudry neuer Präsident, 1977 Militärputsch Zia ul-Haqs und umfassende Islamisierung, 1979 Ermordung Bhuttos[69] 1971–1977
Flag of Sri Lanka.svg Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka[70] gemäßigter Sozialismus 1948–1977
Flag of Syria.svg Arabische Republik Syrien[71] Arabischer Sozialismus („Baathismus“); die Arabische Sozialistische Baath-Partei wird in Konkurrenz zur Kommunistischen Partei in den 1950er Jahren stärkste politische Kraft; 1958–1961 Vereinigung mit Ägypten zur Vereinigten Arabischen Republik; Planwirtschaft seit 1961; ein Militärputsch bringt 1963 die Baath-Partei an die Macht, es folgen Landreform und umfangreiche Verstaatlichungen; 1966 Machtübernahme des radikalen linken Flügels der Baath-Partei nach einem Staatsstreich, die Umwandlung Syriens in eine sozialistische Gesellschaft wird vorangetrieben, verstärkte Zusammenarbeit mit der UdSSR; bis 1969 Verstaatlichung von etwa 20 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche, aber nur zögernde Kollektivierung; Planwirtschaft ab 1961, Industrialisierung unter Führung des öffentlichen Sektors; Entwicklungshilfe fast ausschließlich durch Ostblockländer; eine neue Verfassung erklärt Syrien 1973 zum „demokratisch-sozialistischen souveränen Volksstaat“[72]
Flag of Vietnam.svg Demokratische Republik Vietnam

Sozialistische Republik Vietnam[73]

Marxismus-Leninismus (1945–1976)

Marxismus-Leninismus (seit 1976)

seit 1945

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Ansprenger: Politische Geschichte Afrikas im 20. Jahrhundert. 3. Auflage. C.H. Beck, München 1999, ISBN 3-406-44468-7, S. 114–131 (Kapitel „Sozialistische Optionen“).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. So z. B. Alexander Brand, Einführung in die internationale Politik, Oldenbourg, 2003, S. 257 f.; Klaus Ziemer: Real existierender Sozialismus. In: Dieter Nohlen und Rainer Olaf Schultze (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft. Theorien, Methoden, Begriffe, 3. Auflage. C.H. Beck, München 2005, S. 823 f.
  2. a b c d e Franz Ansprenger: Politische Geschichte Afrikas im 20. Jahrhundert, C.H. Beck, München 1999, S. 115.
  3. Michael Schmidt-Neke (Hrsg.): Albanische Forschungen 28. Die Verfassungen Albaniens, Wiesbaden 2009, S. 49 (Online in der Google-Buchsuche)
  4. Verfassung der VR Bulgarien von 1971, Artikel 1 (deutsche Übersetzung)
  5. Verfassung der DDR von 1968 in der geänderten Fassung vom 7. Oktober 1974, Artikel 1
  6. Verfassung der SFR Jugoslawien von 1963, Artikel 1 (englische Übersetzung)
  7. Verfassung der VR Polen von 1952 in der geänderten Fassung vom 16. Februar 1976, Artikel 1 (deutsche Übersetzung)
  8. Gerhard Leibholz: Jahrbuch des öffentlichen Rechts der Gegenwart. Neue Folge (Bd. 24), Tübingen 1975, S. 232 (Online in der Google-Buchsuche)
  9. Verfassung der UdSSR von 1977, Artikel 1 (deutsche Übersetzung)
  10. Verfassung der CSSR von 1960, Artikel 1 (deutsche Übersetzung)
  11. Gerhard Leibholz: Jahrbuch des öffentlichen Rechts der Gegenwart. Neue Folge (Bd. 8), Tübingen 1959, S. 391 (Online in der Google-Buchsuche)
  12. Franz Ansprenger: Politische Geschichte Afrikas im 20. Jahrhundert. 3. Auflage. C.H. Beck, München 1999, S. 115 f.
  13. Franz Ansprenger: Politische Geschichte Afrikas im 20. Jahrhundert. 3. Auflage. C.H. Beck, München 1999, S. 117.
  14. Franz Ansprenger: Politische Geschichte Afrikas im 20. Jahrhundert. 3. Auflage. C.H. Beck, München 1999, S. 119.
  15. a b c Franz Ansprenger: Politische Geschichte Afrikas im 20. Jahrhundert. 3. Auflage. C.H. Beck, München 1999, S. 120.
  16. Verfassung der Republik Ägypten, Artikel 1 (englische Übersetzung)
  17. Der große Ploetz. 35. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Freiburg i.Br. 2008, ISBN 978-3-525-32008-2, S. 1889 ff.
  18. Country Studies Series (Library of Congress): People’s Democratic Republic of Algeria, Structure of the National Government: Constitution
  19. Der große Ploetz. 35. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Freiburg i.Br. 2008, ISBN 978-3-525-32008-2, S. 1899 ff.
  20. Country Studies Series (Library of Congress): People’s Republic of Angola, Structure of the Government 1988: The Constitution; Franz Ansprenger: Politische Geschichte Afrikas im 20. Jahrhundert. 3. Auflage. C.H. Beck, München 1999, S. 120.
  21. Der große Ploetz. 35. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Freiburg i.Br. 2008, ISBN 978-3-525-32008-2, S. 1951 ff.
  22. Country Studies Series (Library of Congress): Chapter 4. Government and Politics: The 1987 Constitution; Franz Ansprenger: Politische Geschichte Afrikas im 20. Jahrhundert. 3. Auflage. C.H. Beck, München 1999, S. 120.
  23. Der große Ploetz. 35. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Freiburg i.Br. 2008, ISBN 978-3-525-32008-2, S. 1911 ff.
  24. Der große Ploetz. 35. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Freiburg i.Br. 2008, ISBN 978-3-525-32008-2, S. 1946 ff.
  25. wissen.de: Burkina Faso
  26. a b Franz Ansprenger: Politische Geschichte Afrikas im 20. Jahrhundert. 3. Auflage. C.H. Beck, München 1999, S. 130.
  27. Google Books: Jürgen Hartmann, Staat und Regime im Orient und in Afrika,VS Verlag, Wiesbaden, 2011, S. 340–341.
  28. goruma.de Goruma: Geschichte Guineas
  29. Auslandsinformationen Guinea-Bissau der Konrad-Adenauer-Stiftung (PDF; 1,0 MB)
  30. Länderinformation Kap Verde der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung
  31. Der große Ploetz. 35. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Freiburg i.Br. 2008, ISBN 978-3-525-32008-2, S. 1963 ff.
  32. priori.ch
  33. wissen.de: Mali
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