Weltpokal (Vereinsfußball)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Weltpokal
Logo des Toyota-CupsVorlage:InfoboxFußballwettbwerb/Wartung/Logoformat
Voller Name Europa-Südamerika-Pokal
Abkürzung Weltpokal
Erstaustragung 1960
Mannschaften 2
Rekordsieger ItalienItalien AC Mailand
SpanienSpanien Real Madrid
UruguayUruguay Club Atlético Peñarol
ArgentinienArgentinien CA Boca Juniors
UruguayUruguay Nacional Montevideo
(je 3 Siege)
Rekordspieler ArgentinierArgentinier Miguel Santoro (8)
Rekordtorschütze BrasilianerBrasilianer Pelé (7)
Website UEFA-Archiv (engl.)Vorlage:InfoboxFußballwettbwerb/Wartung/Webseite
Die Trophäe des Weltpokals

Der Weltpokal (spanisch Copa Intercontinental oder Copa Europea-Sudamericana, englisch Intercontinental Cup oder European-South American Cup) war ein interkontinentaler Fußballwettbewerb, der zwischen 1960 und 2004 jährlich zwischen dem Gewinner der europäischen Champions League (bis 1992 Europapokal der Landesmeister) und dem Gewinner der südamerikanischen Copa Libertadores ausgespielt wurde. Ab 1980 wurde er von der Firma Toyota gesponsert und trug daher auch den Namen Toyota Cup. Was Qualifikation und Austragungsmodus betraf, war der Wettbewerb vergleichbar mit der Copa Interamericana und dem Afro-Asien-Pokal, aber ungleich populärer. Der Wettbewerb wurde am 12. Dezember 2004 zum letzten Mal ausgetragen. Zwei deutsche Klubs konnten den Titel gewinnen: der FC Bayern München (1976 und 2001) und Borussia Dortmund (1997). Von den 43 Endspielen konnten europäische Teams 21, südamerikanische 22 für sich entscheiden.

Nach einem ersten Versuch im Jahr 2000 wird seit 2005 regelmäßig jährlich die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft ausgespielt, deren Teilnehmerfeld sich im Gegensatz zum „Weltpokal“ aus allen sechs Fußballkontinenten zusammensetzt und welche häufig als dessen Nachfolger bezeichnet wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die Rivalität zwischen den europäischen und südamerikanischen Fußballvereinen. Der Wettbewerb zwischen den besten Mannschaft der beiden Kontinentalverbände war eine Idee des UEFA-Generalsekretärs Henri Delaunay.[1] Aufgrund seines Drängens rief die CONMEBOL 1960 einen südamerikanischen Wettbewerb nach Vorbild des Landesmeisterpokals der UEFA ins Leben, die Copa Libertadores. Die beiden „Kontinentalmeister“ sollten sich nunmehr miteinander messen. Am 3. Juli 1960 wurde das erste Weltpokalspiel zwischen Real Madrid und Club Atlético Peñarol in Montevideo ausgetragen. Das Spiel endete 0:0. Das Rückspiel in Madrid gewann Real mit 5:1, sodass der erste Weltpokal nach Europa ging. In den Folgejahren wurde der Pokal weiterhin in Hin- und Rückspielen ausgetragen. Kam es nach den beiden Spielen zu einem Gleichstand nach Siegen, fand eine dritte Partie als Entscheidungsspiel statt. Dabei war die Höhe der jeweiligen Siege unerheblich.

So kam es z. B. 1961 zu einer dritten Partie zwischen Benfica Lissabon und CA Peñarol, obwohl Peñarol sein Spiel mit 5:0 und Benfica sein Spiel nur mit 1:0 gewann. Das dritte Spiel fand dabei zunächst im selben Stadion wie das zweite Spiel statt, bis man 1967 einen neutralen Austragungsort wählte. Schließlich wurde 1968 die Auswärtstorregel eingeführt.

Die Spiele wurden zum Teil mit extremen Einsatz und großer Zweikampfhärte geführt, so dass sie in den 1970ern in die Kritik gerieten. 1971 verzichtete Ajax Amsterdam auf die Teilnahme, da im Vorjahr einige gute Spieler ernsthafte Verletzungen davongetragen hatten. Auch spätere europäische Sieger folgten dem Beispiel von Ajax und ließen lieber den unterlegenen Finalisten teilnehmen. Im Zeitraum von 1971 bis 1979 war dies insgesamt fünf mal der Fall, aber nur Atlético Madrid konnte 1974 als Finalist den Titel gewinnen. 1973 forderte der europäische Fußballverband UEFA erfolglos das Verbot des Weltpokals.

1981 wurde der Weltpokal grundlegend reformiert. Die japanische Autofirma Toyota übernahm die Finanzierung und gab dem Wettbewerb den offiziellen Namen Toyota Cup. Seither gab es nur noch ein Spiel in Tokio (bzw. von 2002 bis 2004 in Yokohama), welches kurz vor Weihnachten stattfand. Gleichzeitig wurde neben der bisherigen Trophäe auch eine weitere Trophäe des Sponsors (der Toyota-Pokal) vergeben. In diesem Jahr selbst gab es allerdings zwei Spiele: Für die Sieger des Jahres 1980 im Februar und das zweite für die Sieger von 1981 Mitte Dezember.

Spiele und Sieger des Weltpokals[Bearbeiten]

Jahr Spielpaarung (Sieger fettgedruckt)
Sieger UEFA Champions League
(bis 1992 EP der Landesmeister)
Ergebnisse Sieger Copa Libertadores
1960 Spanien 1945Spanien Real Madrid 0:0, 5:1 UruguayUruguay Club Atlético Peñarol
1961 PortugalPortugal Benfica Lissabon 1:0, 0:5; 1:2 1 UruguayUruguay Club Atlético Peñarol
1962 PortugalPortugal Benfica Lissabon 2:3, 2:5 Brasilien 1960Brasilien FC Santos
1963 ItalienItalien AC Mailand 4:2, 2:4; 0:1 1 Brasilien 1960Brasilien FC Santos
1964 ItalienItalien Inter Mailand 0:1, 2:0; 1:0 n.V. 1 ArgentinienArgentinien CA Independiente
1965 ItalienItalien Inter Mailand 3:0, 0:0 ArgentinienArgentinien CA Independiente
1966 Spanien 1945Spanien Real Madrid 0:2, 0:2 UruguayUruguay Club Atlético Peñarol
1967 SchottlandSchottland Celtic Glasgow 1:0, 1:2; 0:1 1 ArgentinienArgentinien Racing Club Avellaneda
1968 EnglandEngland Manchester United 0:1, 1:1 ArgentinienArgentinien Estudiantes de La Plata
1969 ItalienItalien AC Mailand 3:0, 1:2 ArgentinienArgentinien Estudiantes de La Plata
1970 NiederlandeNiederlande Feyenoord Rotterdam 2:2, 1:0 ArgentinienArgentinien Estudiantes de La Plata
1971 Griechenland 1970Griechenland Panathinaikos Athen 2 1:1, 1:2 UruguayUruguay Nacional Montevideo
1972 NiederlandeNiederlande Ajax Amsterdam 1:1, 3:0 ArgentinienArgentinien CA Independiente
1973 ItalienItalien Juventus Turin 3 0:1 ArgentinienArgentinien CA Independiente
1974 Spanien 1945Spanien Atlético Madrid 4 0:1, 2:0 ArgentinienArgentinien CA Independiente
1975 Nicht ausgetragen. 5
1976 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland FC Bayern München 2:0, 0:0 Brasilien 1968Brasilien Cruzeiro Belo Horizonte
1977 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Borussia Mönchengladbach 6 2:2, 0:3 ArgentinienArgentinien CA Boca Juniors
1978 Nicht ausgetragen. 7
1979 SchwedenSchweden Malmö FF 8 0:1, 1:2 Paraguay 1954Paraguay Club Olimpia
Von 1980 bis 2001 in nur einem Spiel in Tokio unter der Sponsorenbezeichnung „Toyota-Cup“ ausgetragen.
1980 EnglandEngland Nottingham Forest 0:1 UruguayUruguay Nacional Montevideo
1981 EnglandEngland FC Liverpool 0:3 Brasilien 1968Brasilien Flamengo Rio de Janeiro
1982 EnglandEngland Aston Villa 0:2 UruguayUruguay Club Atlético Peñarol
1983 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Hamburger SV 1:2 n.V. Brasilien 1968Brasilien Grêmio Porto Alegre
1984 EnglandEngland FC Liverpool 0:1 ArgentinienArgentinien CA Independiente
1985 ItalienItalien Juventus Turin 2:2 n.V. 4:2 i.E. ArgentinienArgentinien Argentinos Juniors
1986 Rumänien 1965Rumänien Steaua Bukarest 0:1 ArgentinienArgentinien CA River Plate
1987 PortugalPortugal FC Porto 2:1 n.V. UruguayUruguay Club Atlético Peñarol
1988 NiederlandeNiederlande PSV Eindhoven 2:2 n.V. 6:7 i.E. UruguayUruguay Nacional Montevideo
1989 ItalienItalien AC Mailand 1:0 n.V. KolumbienKolumbien Atlético Nacional
1990 ItalienItalien AC Mailand 3:0 Paraguay 1990Paraguay Club Olimpia
1991 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Roter Stern Belgrad 3:0 ChileChile CSD Colo-Colo
1992 SpanienSpanien FC Barcelona 1:2 BrasilienBrasilien FC São Paulo
1993 ItalienItalien AC Mailand 9 2:3 BrasilienBrasilien FC São Paulo
1994 ItalienItalien AC Mailand 0:2 ArgentinienArgentinien CA Vélez Sársfield
1995 NiederlandeNiederlande Ajax Amsterdam 0:0 n.V. 4:3 i.E. BrasilienBrasilien Grêmio Porto Alegre
1996 ItalienItalien Juventus Turin 1:0 ArgentinienArgentinien CA River Plate
1997 DeutschlandDeutschland Borussia Dortmund 2:0 BrasilienBrasilien Cruzeiro Belo Horizonte
1998 SpanienSpanien Real Madrid 2:1 BrasilienBrasilien CR Vasco da Gama
1999 EnglandEngland Manchester United 1:0 BrasilienBrasilien Palmeiras São Paulo
2000 SpanienSpanien Real Madrid 1:2 ArgentinienArgentinien CA Boca Juniors
2001 DeutschlandDeutschland FC Bayern München 1:0 n.V. ArgentinienArgentinien CA Boca Juniors
Von 2002 bis 2004 in nur einem Spiel in Yokohama unter der Sponsorenbezeichnung „Toyota-Cup“ ausgetragen.
2002 SpanienSpanien Real Madrid 2:0 Paraguay 1990Paraguay Olimpia Asunción
2003 ItalienItalien AC Mailand 1:1 n.V. 1:3 i.E. ArgentinienArgentinien CA Boca Juniors
2004 PortugalPortugal FC Porto 0:0 n.V. 8:7 i.E. KolumbienKolumbien Once Caldas
1 Da die Tordifferenz noch keine Rolle spielte, war ein Entscheidungsspiel erforderlich.
2 Finalist Panathinaikos Athen trat aufgrund des Verzichts von Sieger Ajax Amsterdam an.
3 Finalist Juventus Turin trat aufgrund des Verzichts von Sieger Ajax Amsterdam an. Nur ein Spiel in Rom.
4 Finalist Atlético Madrid trat aufgrund des Verzichts von Sieger Bayern München an.
5 Bayern München und Independiente konnten sich auf keine Spieltermine einigen.
6 Finalist Borussia Mönchengladbach trat aufgrund des Verzichts von Sieger FC Liverpool an.
7 Liverpool und Boca Juniors verweigerten beide ihre Teilnahme.
8 Finalist Malmö FF trat aufgrund des Verzichts von Sieger Nottingham Forest an.
9 Da Olympique Marseille aufgrund eines Bestechungsskandals gesperrt war, trat Finalist AC Mailand an.

Ranglisten[Bearbeiten]

Nach Klubs
Rang Klub Titel Jahr(e)
1 CA Boca Juniors.svg CA Boca Juniors 3 1977, 2000, 2003
Real Madrid Logo.svg Real Madrid 1960, 1998, 2002
AC Mailand Logo.svg AC Mailand 1969, 1989, 1990
Club Nacional de Football's logo.png Nacional Montevideo 1971, 1980, 1988
Wappen - Peñarol Montevideo.svg Club Atlético Peñarol 1961, 1966, 1982
6 Ajax Amsterdam.svg Ajax Amsterdam 2 1972, 1995
Independiente Arg logo.svg CA Independiente 1973, 1984
Inter Mailand.svg Inter Mailand 1964, 1965
Logo FC Bayern München.svg FC Bayern München 1976, 2001
FC Porto.svg FC Porto 1987, 2004
Santos FC logo.svg FC Santos 1962, 1963
SaoPauloFC.svg FC São Paulo 1992, 1993
Juventus Turin.svg Juventus Turin 1985, 1996
14 Racing Club Avellaneda.svg Racing Club Avellaneda 1 1967
FK Crvena Zvezda.svg Roter Stern Belgrad 1991
Borussia Dortmund logo.svg Borussia Dortmund 1997
Estudiantes de La Plata.svg Estudiantes de La Plata 1968
Atletico Madrid logo.svg Atlético Madrid 1974
Manchester United FC.svg Manchester United 1999
Olimpia Asunción.svg Club Olimpia 1979
Gremio Porto Alegre.svg Grêmio Porto Alegre 1983
CRFlamengo.svg Flamengo Rio de Janeiro 1981
CA River Plate.svg CA River Plate 1986
Logo Feyenoord Rotterdam.svg Feyenoord Rotterdam 1970
CA Vélez Sársfield.svg CA Vélez Sársfield 1994
Nach Land
Rang Land Titel
1 ArgentinienArgentinien Argentinien 9
2 ItalienItalien Italien 7
3 BrasilienBrasilien Brasilien 6
UruguayUruguay Uruguay
5 SpanienSpanien Spanien 4
6 DeutschlandDeutschland Deutschland 3
NiederlandeNiederlande Niederlande
8 PortugalPortugal Portugal 2
9 EnglandEngland England 1
Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien
ParaguayParaguay Paraguay
Nach Kontinent
Rang Kontinent Titel
1 CONMEBOL logo.svg Südamerika 22
2 UEFA Logo.png Europa 21

Rekorde[Bearbeiten]

Rekordspieler
Rang Spieler Klub Spiele
1 ArgentinierArgentinier Miguel Santoro CA Independiente 8
2 EcuadorianerEcuadorianer Alberto Spencer Club Atlético Peñarol 7
ArgentinierArgentinier Ricardo Pavoni CA Independiente
4 ArgentinierArgentinier Carlos Bilardo Estudiantes de La Plata 6
ArgentinierArgentinier Marcos Conigliaro Estudiantes de La Plata
ArgentinierArgentinier Oscar Malbernat Estudiantes de La Plata
ArgentinierArgentinier Néstor Togneri Estudiantes de La Plata
ArgentinierArgentinier Juan Ramón Verón Estudiantes de La Plata
UruguayerUruguayer Néstor Gonçalves Club Atlético Peñarol
Rekordtorschützen
Rang Spieler Klub Tore
1 BrasilianerBrasilianer Pelé FC Santos 7
2 EcuadorianerEcuadorianer Alberto Spencer Club Atlético Peñarol 6
3 ArgentinierArgentinier Luis Artime Nacional Montevideo 3
ItalienerItaliener Sandro Mazzola Inter Mailand
BrasilianerBrasilianer Pepe FC Santos
PortugiesePortugiese Joaquim Santana Benfica Lissabon
UruguayerUruguayer José Sasía Club Atlético Peñarol

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weltpokal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Europea-South American Cup – Modus. In: uefa.com. UEFA, 13. Juli 2005, abgerufen am 7. April 2011.