Hattrick

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hattrick (Begriffsklärung) aufgeführt.

Unter einem Hattrick (engl. hat trick) versteht man in einigen Sportarten – vorrangig aber im Fußball und im Eishockey – das Erzielen von drei aufeinanderfolgenden Toren durch denselben Spieler in einem Spiel.[1] Je nach Sportart und Sprachraum ist teilweise sogar das Erzielen von drei Toren durch denselben Spieler innerhalb einer Spielzeit (z. B. Halbzeit, Spieldrittel) erforderlich.[2]

Im internationalen Fußball zählt bereits das Erzielen von drei Toren eines Spielers in einem Spiel als Hattrick, weshalb beispielsweise die drei englischen Tore im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 von Geoff Hurst als Hattrick gewertet werden. Um den „deutschen“ Hattrick von der internationalen Definition abzugrenzen, wird häufig umgangssprachlich die Bezeichnung „lupenreiner Hattrick“ oder „klassischer Hattrick“ verwendet. Im deutschen Fußball bedeutet ein Hattrick, dass die drei Tore in einer einzigen Spielhälfte erzielt worden sind, weshalb die Attribute „lupenrein“, „klassisch“ oder „golden“ nicht nötig sind, in aller Regel aber dennoch verwendet werden.

Häufig wird in der Sportberichterstattung der Ausdruck auch dann verwendet, wenn ein Einzel-Sportler oder eine Mannschaft dreimal in Serie eine Meisterschaft, einen Pokal oder einen sonstigen Sport-Wettbewerb gewinnt („Titel-Hattrick“), dreimal in Folge eine besondere sportliche Leistung erreicht hat (z. B. „Medaillen-Hattrick“) oder eine besondere Auszeichnung drei Mal in Folge erhält.

Im Motorsport – insbesondere in der Formel 1 – wird als „Hattrick“ die Leistung bezeichnet, wenn ein Fahrer bei einem Rennen als Qualifikationsbester den ersten Startplatz (Pole-Position) erreicht, das Rennen gewinnt und im Rennen die schnellste Rundenzeit aller Teilnehmer erzielt.

Darüber hinaus wird der Begriff „Hattrick“ mittlerweile auch in vielen anderen Lebens- und Kulturbereichen im übertragenen Sinne verwendet wie beispielsweise bei dem dreimaligen Gewinn eines Filmpreises, eines Musik- oder anderen Kultur-Wettbewerbs, einer Leser- oder Zuschauerwahl.

Auch bei Computerspielen findet der Begriff Verwendung. So gilt in Capture the Flag, einem beliebten Modus, der in vielen Online-Shooter-Spielen integriert ist, das Erzielen von drei aufeinanderfolgenden Punkten durch denselben Spieler als ein „Hattrick“.

Wortherkunft[Bearbeiten]

Der Begriff hat seinen Ursprung im Cricket. Soweit heute bekannt, gelang es im Jahr 1858 Heathfield Harman („HH“) Stephenson auf dem Hyde Park Ground in Sheffield als erstem Werfer (Bowler) drei aufeinanderfolgende Würfe in drei Wickets umzuwandeln. Als besondere Auszeichnung für diese sportliche Leistung wurde ihm ein Hut (englisch hat) überreicht.[3]

Cricket[Bearbeiten]

Bisher kam es zu 41 Hattricks im Test Cricket und in One-Day Internationals sogar nur zu 34 Hattricks (Stand: 20. Juni 2014).

Vier Wickets in vier aufeinanderfolgenden Bällen werden manchmal als double hat-trick bezeichnet, da dieser in gewissem Sinne zwei Folgen von jeweils drei aufeinanderfolgenden Wickets enthält. Obwohl es im First-Class Cricket schon mehrere Fälle gab, ist es im internationalen Cricket bisher erst einmal vorgekommen, und zwar während des Cricket World Cups 2007 im Spiel Sri Lanka gegen Südafrika. Sri Lankas Fast-Bowler Lasith Malinga gelang dieses Kunststück, als er nacheinander zunächst Shaun Pollock und Andrew Hall und mit den ersten beiden Bällen seines nächsten Overs Jacques Kallis und Makhaya Ntini herauswarf.

Test-Match-Hat-Tricks
Nr. Bowler Land Gegner Ort Saison
1 Fred Spofforth Australien England Melbourne Cricket Ground 1878/79
2 Billy Bates England Australien Melbourne Cricket Ground 1882/83
3 John Briggs England Australien Sydney Cricket Ground 1891/92
4 George Lohmann England Südafrika Port Elizabeth 1895/96
5 Jack Hearne England Australien Headingley, Leeds 1899
6 Hugh Trumble Australien England Melbourne Cricket Ground 1901/02
7 Hugh Trumble Australien England Melbourne Cricket Ground 1903/04
8 Jimmy Matthews1 Australien Südafrika Old Trafford, Manchester 1912
9 Jimmy Matthews1 Australien Südafrika Old Trafford, Manchester 1912
10 Maurice Allom2 England Neuseeland Lancaster Park, Christchurch 1929/30
11 Tom Goddard England Südafrika Johannesburg 1938/39
12 Peter Loader England Westindische Inseln Headingley, Leeds 1957
13 Lindsay Kline Australien Südafrika Kapstadt 1957/58
14 Wesley Hall Westindische Inseln Pakistan Lahore 1958/59
15 Geoff Griffin Südafrika England Lord’s Cricket Ground, London 1960
16 Lance Gibbs Westindische Inseln Australien Adelaide Oval 1960/61
17 Peter Petherick2 Neuseeland Pakistan Gaddafi Stadium, Lahore 1976/77
18 Courtney Walsh3 Westindische Inseln Australien Brisbane Cricket Ground 1988/89
19 Mervyn Hughes3 Australien Westindische Inseln WACA Ground, Perth 1988/89
20 Damien Fleming2 Australien Pakistan Rawalpindi 1994/95
21 Shane Warne Australien England Melbourne Cricket Ground 1994/95
22 Dominic Cork England Westindische Inseln Old Trafford, Manchester 1995
23 Darren Gough England Australien Sydney Cricket Ground 1998/99
24 Wasim Akram4 Pakistan Sri Lanka Gaddafi Stadium, Lahore 1998/99
25 Wasim Akram4 Pakistan Sri Lanka Bangabandhu National Stadium, Dhaka 1998/99
26 Nuwan Zoysa Sri Lanka Simbabwe Harare 1999/00
27 Abdur Razzaq Pakistan Sri Lanka Galle, Sri Lanka 1999/00
28 Glenn McGrath Australien Westindische Inseln WACA Ground, Perth 2000/01
29 Harbhajan Singh Indien Australien Calcutta 2000/01
30 Mohammed Sami Pakistan Sri Lanka Gaddafi Stadium, Lahore 2001/02
31 Jermaine Lawson3 Westindische Inseln Australien Kensington Oval, Bridgetown, Barbados 2002/03
32 Alok Kapali Bangladesch Pakistan Peshawar 2003
33 Andy Blignaut Simbabwe Bangladesch Harare 2003/04
34 Matthew Hoggard England Westindische Inseln Kensington Oval, Bridgetown, Barbados 2003/04
35 James Franklin Neuseeland Bangladesch Bangabandhu National Stadium, Dhaka 2004/05
36 Irfan Pathan5 Indien Pakistan Karachi 2005/06
37 Ryan Sidebottom England Neuseeland Hamilton 2007/08
38 Peter Siddle6 Australien England Brisbane Cricket Ground 2010/11
39 Stuart Broad England Indien Trent Bridge, Nottingham 2011
40 Sohag Gazi Bangladesh Neuseeland Zohur Ahmed Chowdhury Stadium, Chittagong 2013
41 Stuart Broad England Sri Lanka Headingley, Leeds 2014

Anmerkungen:
1 Ein Hattrick in beiden Innings des Spiels
2 In seinem ersten Testmatch
3 Nicht alle im selben Innings
4 In direkt aufeinanderfolgenden Spielen
5 Mit den letzten drei Würfen des ersten Overs des Matches
6 An seinem 26. Geburtstag

Fußball[Bearbeiten]

Im Fußball sind Hattricks relativ selten. Statistisch gibt es einen Hattrick nur alle 300 Spiele.

Im deutschen Sprachraum bedeutet Hattrick, dass besondere Bedingungen eines Hattricks erfüllt sind, das heißt, dass ein Spieler in einer Halbzeit drei Tore erzielt und zwischen dem ersten und dem dritten Tor kein anderer Spieler ein Tor schießt. Dies wird oftmals auch als „lupenreiner“ oder „klassischer“ Hattrick bezeichnet, um eine Abgrenzung in der Sportberichterstattung zu erhalten, in welcher es oftmals auch als Hattrick bezeichnet wird, wenn derselbe Spieler im gesamten Spiel drei Tore schießt.

Im angelsächsischen Sprachraum gilt es bereits als Hattrick, wenn derselbe Spieler in einem Spiel drei Tore schießt – der Ausdruck „lupenreiner Hattrick“ (flawless hat-trick) beschreibt dort einen Hattrick nach der in Deutschland verwendeten engeren Definition. Ebenso verstehen manche unter einem „echten“ oder „perfekten Hattrick“, dass ein Spieler in einem Match die drei Tore einmal mit dem rechten bzw. linken Fuß und einmal mit dem Kopf erzielt, oder auch: ein Tor mit dem Fuß (aus dem Spiel heraus), eines mit dem Kopf und eines aus einem Freistoß bzw. Elfmeter (Beide Varianten sind sehr seltene Kombinationen).

Statistik und besondere Hattricks[Bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Den ersten Hattrick in einem Länderspiel erzielte der für Österreich spielende gebürtige Brite Charles Stansfield mit drei von fünf Treffern beim 5:4-Sieg der österreichischen Fußballnationalmannschaft über Ungarn am 9. Oktober 1904.

Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

Bisher gab es bei Fußball-Weltmeisterschaften acht Hattricks:

  • Edmund Conen, Deutschland, 27. Mai 1934 gegen Belgien, Endstand 5:2, 66., 70., 87. Minute
  • Gustav Wetterström, Schweden, 12. Juni 1938, gegen Kuba, Endstand 8:0, 22., 27., 44. Minute (In dem Spiel erzielte zudem Tore Keller drei Tore (9., 80. und 81. Minute).)
  • Erich Probst, Österreich, 19. Juni 1954 gegen die Tschechoslowakei, Endstand 5:0, 4., 21., 24. Minute
  • Pelé, Brasilien, 24. Juni 1958, gegen Frankreich, Endstand 5:2, 53., 64., 75. Minute
  • Gerd Müller, Deutschland, 10. Juni 1970 gegen Peru, Endstand 3:1, 19., 26., 39. Minute
  • Gary Lineker, England, 11. Juni 1986, gegen Polen, Endstand 3:0, 9., 14., 34. Minute
  • Oleg Salenko, Russland, 28. Juni 1994, gegen Kamerun, Endstand 6:1, 15., 41., 44. Minute (er erzielte in diesem Spiel noch zwei weitere Tore)
  • Gabriel Batistuta, Argentinien, 21. Juni 1998, gegen Jamaika, Endstand 5:0, 72., 80., 83. Minute

Anmerkung: Die FIFA zählt in ihren Statistiken auch Hattricks, bei denen die Tore nicht als „lupenreine Hattricks“ fielen, und kommt somit auf eine höhere Anzahl. So werden für Deutschland sechs Hattricks gezählt.[4]

Europameisterschaften[Bearbeiten]

Den ersten und bisher einzigen Hattrick bei einer Europameisterschaft erzielte Michel Platini, für Frankreich, am 19. Juni 1984 im Gruppenspiel gegen Jugoslawien durch Tore in der 59., 61. und 76. Minute.

Deutsche Meisterschaft[Bearbeiten]

In der Fußball-Bundesliga gab es bislang (Stand: 1. November 2013) 97 Hattricks. Den ersten Hattrick erzielte Otto Geisert vom Karlsruher SC am 5. Oktober 1963 im Bundesligaspiel beim 1. FC Nürnberg zwischen der 55. und 90. Spielminute und war damit maßgeblich am 4:2-Auswärtssieg der Karlsruher beteiligt.

Dieter Hoeneß gelang am 25. Februar 1984 im Bundesligaspiel FC Bayern München gegen Eintracht Braunschweig sogar das Kunststück, fünf Tore in Folge in einer Halbzeit zu schießen (Endstand 6:0).

Róbert Vittek vom 1. FC Nürnberg ist der erste Spieler, der in der deutschen Bundesliga in zwei aufeinander folgenden Spielen insgesamt sechs Tore schoss, ohne dass in der Zwischenzeit ein Gegentor gefallen ist. Am 11. März 2006 schoss er innerhalb von 16 Minuten gegen den 1. FC Köln den ersten Hattrick der Saison 2005/06 und stellte somit den „6-Tore-Rekord“ auf. Das Spiel gewann Nürnberg mit 4:3.

Conny Pohlers gelang es ebenfalls, in der Saison 2005/06 in zwei aufeinander folgenden Ligaspielen für ihren Verein 1. FFC Turbine Potsdam insgesamt sechs Tore in Folge zu schießen, ohne zwischenzeitlich einen Gegentreffer zu bekommen: Am 7. Dezember 2005 schoss Pohlers in der 86. Minute das 7:1 gegen SC 07 Bad Neuenahr und am 11. Dezember 2005 folgten alle fünf Treffer beim 0:5-Auswärtssieg bei der Damen-Mannschaft vom FC Bayern München, wobei sie in der 2. Halbzeit einen Hattrick erzielte.

Spiele mit zwei Hattricks[Bearbeiten]

Im Spiel der Englischen Amateure gegen Frankreich am 1. November 1906 gelangen den englischen Spielern Vivian Woodward und Stanley Harris beim 15:0-Sieg nacheinander je ein Hattrick. Harris erzielte seine Tore in der 49., 51. und 57. Minute, Woodward in der 63., 65. und 73. Minute.[5] Am 14. September 1980 gelang es Frank Mill und Matthias Herget im Trikot von Rot-Weiss Essen im Spiel gegen Holstein Kiel in der Zweiten Liga Nord, jeweils einen Hattrick zu erzielen. Mill erzielte Tore in der 9., 25. und 30. Minute. Hergets Tore fielen in der 57., 65. und 85. Minute. Bei Hergets Hattrick war die zusätzliche Besonderheit, dass dieser nur aus Elfmetern bestand. Das Spiel endete 6:0, es fielen also außer den beiden Hattricks keine Tore.

Beim Spiel FC Sion gegen FC Basel (Endstand 8:1) am 4. Juli 2001 in der damaligen Nationalliga A in der Schweiz gelang dem Spieler Poueys Julien ein Hattrick mit Toren in der 55., 59. und 62. Minute. Der Spieler wurde in der 63. Minute ausgewechselt und durch den Spieler Ojong Samuel ersetzt, der in den Minuten 79., 81. und 86. ebenfalls einen Hattrick erzielte.

Spieler mit zwei Hattricks in einem Spiel[Bearbeiten]

Im Spiel Dänemark gegen Frankreich am 22. Oktober 1908 gelangen Sophus Nielsen zwei Hattricks durch Tore in der 3., 4. und 6. Minute sowie 46., 48. und 52. Minute zum zwischenzeitlichen 3:0 bzw. 9:1. Insgesamt erzielte er beim 17:1-Sieg 10 Tore.[6] Beim Spiel Mexiko gegen Martinique (9:0) um den CONCACAF Gold Cup am 11. Juli 1993 gelangen dem mexikanischen Mittelstürmer Luis Roberto Alves sogar gleich zwei lupenreine Hattricks in einem Spiel. In der ersten Halbzeit schoss Alves seine Mannschaft zwischen der 10. und 38. Minute mit 3:0 in Front, bevor seinem Teamkollegen Ramón Ramírez in der 40. Minute das 4:0 gelang. Nach der Pause erzielte Alves zwischen der 53. und 88. Minute gleich vier Treffer in Folge (einen so genannter Quattrick), ehe sein Mannschaftskamerad Juan Hernández mit einem Tor in der 89. Minute für den 9:0-Endstand sorgte.

Der 19-jährige Osnabrücker Viktor Braininger schaffte im Oberligaspiel VfL Osnabrück II gegen VfB Lübeck II am 17. November 2007 zwei lupenreine Hattricks in einem Spiel: Die 3:0-Halbzeitführung der Osnabrücker besorgte er ganz alleine innerhalb von nur zehn Minuten (11./17./21.). Nachdem zu Beginn der zweiten Halbzeit die Lübecker den Anschlusstreffer erzielten und Nico Frommer wieder zum 4:1 für den VfL ausbauen konnte, erzielte Viktor Braininger erneut einen Hattrick und baute die Führung auf 7:1 aus (62./74./79.). Lübeck konnte noch ein Tor zum 7:2-Endstand erzielen.

Dieter Müller vom 1. FC Köln erzielte am 17. August 1977 im Spiel gegen Werder Bremen (Endstand 7:2) sechs Treffer, davon drei in der ersten und drei in der zweiten Hälfte.

Im WM-Qualifikationsspiel Australien – Amerikanisch-Samoa am 11. April 2001 gelangen Archie Thompson zwei Hattricks in einer Halbzeit (27., 29. und 32. Minute sowie 37., 42. und 45. Minute). Insgesamt erzielte er beim 31:0-Erfolg 13 Tore.

Die schnellsten Hattricks[Bearbeiten]

Den Weltrekord für den schnellsten Hattrick hält der Schwede Magnus Arvidsson mit 89 Sekunden. Dieses Kunststück gelang ihm im November 1995 mit dem damaligen schwedischen Zweitligisten IFK Hässleholm und brachte einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde ein.

Einen der schnellsten Hattricks des deutschen Profifußballs (1. und 2. Bundesliga sowie 3. Liga) erzielte Michael Tönnies am 27. August 1991 (6. Spieltag der Bundesliga-Saison 1991/92), für den MSV Duisburg gegen den Karlsruher SC in der 11., 12. und 16. Spielminute. Tönnies erzielte außerdem das 5:1 und den 6:2-Endstand. Im Tor stand der damals 22-jährige Oliver Kahn.

Noch schneller war der erst in der 77. Minute eingewechselte Helmut Hampl am 20. August 1983 (2. Bundesliga, 4. Spieltag, Saison 1983/84), als er drei Mal zum 1:3-Endstand im Spiel 1. FC Saarbrücken gegen KSV Hessen Kassel (78., 79. und 82. Minute) traf.[7] Ebenfalls vier Minuten benötigte Gerd Müller am 7. Juni 1975 (33. Spieltag, Saison 1974/75) bei der 6:5-Niederlage seines FC Bayern München bei Fortuna Düsseldorf mit drei Toren in der 38., 40. und 42. Spielminute. Allerdings gelang Werner Kriegler in der 41. Spielminute ein Tor für Düsseldorf, sodass Müllers Leistung lediglich nach englischer Betrachtungsweise ein Hattrick war.

Jacek Janiak (VfL Osnabrück) erzielte am 15. Oktober 1999 gegen Holstein Kiel in der Regionalliga Nord innerhalb von vier Minuten (42., 43. und 45. Minute) alle drei Treffer.

Die schnellsten Hattricks im deutschen Frauenfußball, die durch Spielberichte belegt sind, erzielte die Fußballerin Inka Grings. Am 8. Februar 2004 schoss Grings im EM-Qualifikationsspiel Portugal gegen Deutschland zwischen der 68. und 72. Spielminute drei Tore in Folge für das deutsche Frauen-Team. Insgesamt steuerte sie fünf Tore zum 11:0 für Deutschland bei. Ebenfalls nur fünf Minuten für ihren Hattrick (31., 33. und 35. Minute) benötigte Grings am 27. Februar 2005 im Spiel der Frauen-Bundesliga SC 07 Bad Neuenahr gegen FCR 2001 Duisburg, das 0:8 endete. Grings schoss insgesamt sechs Tore in diesem Spiel.

Als schnellster Hattrick in einem Länderspiel gelten die drei Tore von Archie Thompson beim 9:0 gegen Guam in der Qualifikation für die Ostasienmeisterschaft 2013, die er am 7. Dezember 2012 laut FIFA in der 59., 63. und 65. Minute erzielte.[8][9]

Handball[Bearbeiten]

Im Handball wird bei drei Toren eines Spielers, unmittelbar nacheinander, auch der Begriff Hattrick verwendet. Da im Handballspiel aber generell deutlich mehr Tore als im Fußball oder Eishockey fallen, ist dies kein so herausragendes Ereignis. Gebräuchlich ist der Begriff noch für drei in Folge erzielte Titel in einem Wettbewerb, wie beispielsweise Meisterschaft oder Pokal.

Hockey und Eishockey[Bearbeiten]

Pawel Dazjuk erreicht am 8. Oktober 2010 einen Gordie Howe Hattrick.

Im Hockey und Eishockey zählt ein Hattrick im Allgemeinen, wenn ein Spieler drei Tore in einem einzelnen Spiel erzielt – gelingen drei Tore in Serie spricht man von einem natural hat-trick. In der NHL gibt es auch den Ausdruck Gordie Howe hat trick (benannt nach dem Eishockeyspieler Gordie Howe), wenn ein Spieler in einem einzigen Spiel ein Tor und einen Assist erzielt und eine große Bankstrafe (5-Minuten) wegen einer Rauferei absitzen muss.[10]

Der Name „hat trick“ hat (zumindest in Nordamerika) im Eishockey eine zusätzliche Bedeutung: Die Fans feiern ein solches Ereignis, indem sie ihre Kopfbedeckungen (sofern vorhanden) auf die Spielfläche werfen.

Motorsport[Bearbeiten]

Im Motorsport bezeichnet man das Erreichen der Pole-Position, das Fahren der schnellsten Rennrunde und den Sieg im selben Rennen als einen Hattrick, mitunter auch als Triple. In der Formel 1 führt Michael Schumacher diese Wertung an, er schaffte in seiner Karriere 22 Hattricks.

Diverse Datenbanken führen die Statistik auch für Teams, Motoren und Reifen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. britannica.com, Merriam Webster: „hat trick“
  2. Der Spiegel: Englische Fußballvokabeln: Hattrick für die Queen
  3. It came into use after HH Stephenson took three wickets in three balls for the all-England eleven against the twenty-two of Hallam at the Hyde Park ground, Sheffield in 1858. A collection was held for Stephenson (as was customary for outstanding feats by professionals) and he was presented with a cap or hat bought with the proceeds. (Extended Oxford English Dictionary 1999 Edition, deutsch: „Der Begriff kam in Verwendung, nachdem H.H. Stephenson 1858 in einem Spiel für die "All-England Eleven" gegen eine Auswahl von 22 Spielern von Hallem auf dem Hyde Park Ground in Sheffield mit drei Bällen hintereinander drei Wickets erreichte. Daraufhin wurde für Stephenson eine Sammlung durchgeführt (wie es damals nach außerordentlichen Leistungen durch Profispieler üblich war). Aus diesen Einnahmen wurde eine Kappe oder ein Hut erstanden und ihm überreicht.“)
  4. FIFA.com: 2010 FIFA World Cup South Africa™ - Superlatives Statistical Kit 5 (Status as of before the 2010 FIFA World Cup™), Seite 10 (PDF; 336 kB)
  5. 01/11/1906 Equipe de France A - Amical Parc des Princes Paris - 1500 spectateurs (Version vom 28. Juli 2012 im Internet Archive)
  6. 22/10/1908 Equipe de France A - White City Londres - 1000 spectateurs (Version vom 29. Juli 2012 im Internet Archive)
  7. Spielstatistik 1. FC Saarbrücken - KSV Hessen Kassel 1:3 (1:0)
  8. Hattrick in fünf Minuten: Weltrekord für Thompson
  9. Der australische Verband nennt als Zeitpunkt der Tore die 58., 61. und 67. Minute.[1]
  10. nhl.com, Going inside the “Gordie Howe Hat Trick”