Neuötting

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Dieser Artikel beschreibt die bayerische Stadt Neuötting. Für die gleichnamige Stadt in Böhmen, siehe Nová Včelnice.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neuötting
Neuötting
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neuötting hervorgehoben
48.24111111111112.685392Koordinaten: 48° 14′ N, 12° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Altötting
Höhe: 392 m ü. NHN
Fläche: 36,6 km²
Einwohner: 8459 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 231 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84524
Vorwahl: 08671
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 1 71 125
Stadtgliederung: 36 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ludwigstraße 62
84524 Neuötting
Webpräsenz: www.neuoetting.de
Erster Bürgermeister: Peter Haugeneder (SPD)
Lage der Stadt Neuötting im Landkreis Altötting
Burghausen Emmerting Burgkirchen an der Alz Kastl (Oberbayern) Haiming (Oberbayern) Mehring (Oberbayern) Marktl Neuötting Altötting Feichten an der Alz Winhöring Tüßling Töging am Inn Teising Pleiskirchen Garching an der Alz Unterneukirchen Tyrlaching Stammham (am Inn) Reischach Perach Kirchweidach Halsbach Erlbach (Oberbayern) Landkreis Rottal-Inn Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Traunstein ÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus

Neuötting ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Altötting.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Sie liegt am Inn, zwei Kilometer nördlich des bekannten Wallfahrtsorts Altötting, rund 70 km nördlich von Salzburg, 80 km südwestlich von Passau und knapp 100 km östlich von München.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde hat 36 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Oetting wurde im Jahr 748 erstmals erwähnt und war im 9. Jahrhundert eine karolingische Königspfalz. Ort und Pfalz wurden bei einer Invasion der Ungarn 907 zerstört. Der Wiederaufbau fand an zwei Stellen statt: die an der einen Stelle wiederaufgebaute Siedlung trägt heute den Namen Altötting, während sich zur gleichen Zeit auf einer gut zu verteidigenden Bergterrasse über dem Inn angelegten Handelsstadt das heutige Neuötting entwickelte.

Durch die verkehrsgünstige Lage am Übergang der Straße von Regensburg nach Salzburg über den Inn konnte sich die Stadt gut entwickeln. Im 13. Jahrhundert wählten die Herzöge von Bayern Neuötting zur Residenzstadt, sie verliehen dem Ort 1321 das Stadtrecht. Neuötting wurde außerdem Sitz einer Münze, die von 1240 bis 1486 bestand. Die Stadt verdiente darüber hinaus gut an ihrem Stapelrecht: Salzhändler aus Hallein und Reichenhall luden hier ihre Waren vom Innschiff auf Wagen um, um weiter nach Regensburg und München zu fahren.

Das Stapelrecht für Salz und Getreide wurde 1649 aufgehoben, was der Wirtschaft und dem Wachstum der Stadt einen Schlag versetzte, von dem sich Neuötting nie mehr erholte. Andere Städte der Region überholten Neuötting, das auf den Status einer Kleinstadt zurückfiel.

Von 1906 bis 1930 war Neuötting durch die Dampfstraßenbahn Neuötting–Altötting mit Altötting verbunden.

Stadtbild[Bearbeiten]

Das historische Stadtbild leitet sich direkt von der Topografie ab: auf einem Hochplateau mit steil abfallende Hängen gelegen, folgt der Grundriss der Altstadt dem langgezogenen, in der Mitte aufgeweiteten Marktplatz, an dessen Enden sich jeweils ein Stadttor (Burghauser und Landshuter Tor) befindet. Auf den Marktplatz stoßen von beiden Seiten Gassen, die teilweise durch Schwibbögen vom Platz abgetrennt sind. Die Architektur ist geprägt durch den Inn-Salzach-Stil, der auch in den Altstädten benachbarter Städte, wie etwa Mühldorf a. Inn und Tittmoning, anzutreffen ist. Das Wahrzeichen der Stadt ist die Pfarrkirche St. Nikolaus, eine große dreischiffige Hallenkirche der Spätgotik (1410–1492). Wegen ihrer exponierten Lage am westlichen Ende des Hochplateaus ist sie aus größerer Entfernung sichtbar.

Straße in Neuötting
Häuser im Inn-Salzach-Stil

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Außerhalb der Altstadt liegen die Vorstädte St. Sebastian, St. Anna und die Fischervorstadt. Die östlich der Stadt gelegenen Orte der ehemaligen am 1. Juli 1971 eingemeindeten Gemeinde Alzgern[3] wurden Stadtteile von Neuötting. Hierzu gehören Alzgern, Jaubing, Mitterhausen, Mittling, Schwepfing und Untereschelbach.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Neuötting ist über die Autobahn A94, Anschlussstelle Nr. 23 (Neuötting), die Bundesstraßen B299 und B588 ans übergeordnete Straßennetz angebunden.

Regionale Straßenverbindungen bieten die Staatsstraßen 2550 (ehem. B 12) aus Mühldorf, 2107 nach Burgkirchen und 2108 über Emmerting nach Burghausen.

Im ca. 2 km entfernten Eisenfelden befindet sich der von der Südostbayernbahn betriebene Bahnhof Neuötting an der Bahnstrecke Mühldorf–Simbach am Inn.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 hat der Stadtrat 20 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,55 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis[4]:

  CSU     10 Sitze  (48,17 %)
  SPD 7 Sitze (33,09 %)
  FREIE WÄHLER 2 Sitze (12,00 %)
  GRÜNE 1 Sitze (6,74 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

  • Der Spielmanns- und Fanfarenzug Neuötting e.V. (SPFZ) ist 1960 gegründet worden und tritt seit 1968 mit der historischen Bürgerwehruniform von Neuötting aus dem Jahre 1820 auf.
  • Die Faschingsgesellschaft Neuötting e.V. wurde 1975 offiziell als eingetragener Verein gegründet, wobei der Verein eine viel längere Geschichte hat.
  • Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Neuötting e.V. wurde im Jahre 1860 gegründet. Sie ist die älteste Freiwillige Feuerwehr im Landkreis.
  • Der TSV 1852 Neuötting e.V. wurde 1852 gegründet und ist der größte Sportverein der Stadt. Es gibt die Abteilungen Fußball, Tennis, Basketball, Tischtennis, Turnen, Ski, Kegeln und Karate.
Ansicht von Neuötting nach einem Kupferstich von Michael Wening von (1721)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die stattliche spätgotische Stadtpfarrkirche St. Nikolaus mit ihrem 78 Meter hohen Turm wurde 1410 von Hans von Burghausen begonnen und erst 1623 abgeschlossen. 1878 bis 1896 fand eine umfangreiche Neugestaltung statt, auf die das Rippengewölbe im Langhaus zurückgeht, während die Wölbungen des Chores und der Seitenkapellen aus dem Mittelalter stammen. Die Einrichtung ist bis auf das Orgelgehäuse von 1643 größtenteils neugotisch.
  • Die spätgotische Nebenkirche St. Anna wurde 1510 erbaut und 1511 geweiht. Die ehemalige Siechenhauskapelle enthält ein Schnitzwerk der hl. Sippe um 1515.
  • Die spätgotische Spitalkirche Hl. Geist entstand um 1500 an einer Kapelle von 1423, die als Seitenkapelle erhalten blieb. Der Rokokoaltar stammt aus der Landshuter Dominikanerkirche.
  • Die 2006 eröffnete Parkbahn Neuötting hat eine Gleislänge von 505 Metern und eine Spurweite von 7 1/4 Zoll.

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Neuötting

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Neuötting

in Neuötting geboren[Bearbeiten]

mit Neuötting verbunden[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111128/165245&attr=OBJ&val=135
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 416
  4. http://www.wahl.info/kandidaten/ort/stadt-neuoetting_163.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neuötting – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien