Marktl

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Marktl (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Marktl
Marktl
Deutschlandkarte, Position des Marktes Marktl hervorgehoben
48.25333333333312.843055555556364Koordinaten: 48° 15′ N, 12° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Altötting
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Marktl
Höhe: 364 m ü. NHN
Fläche: 27,84 km²
Einwohner: 2637 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84533
Vorwahl: 08678
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 1 71 123
Marktgliederung: 63 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
84533 Marktl
Webpräsenz: www.marktl.de
Erster Bürgermeister: Hubert Gschwendtner (SPD)
Lage des Marktes Marktl im Landkreis Altötting
Burghausen Emmerting Burgkirchen an der Alz Kastl (Oberbayern) Haiming (Oberbayern) Mehring (Oberbayern) Marktl Neuötting Altötting Feichten an der Alz Winhöring Tüßling Töging am Inn Teising Pleiskirchen Garching an der Alz Unterneukirchen Tyrlaching Stammham (am Inn) Reischach Perach Kirchweidach Halsbach Erlbach (Oberbayern) Landkreis Rottal-Inn Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Traunstein ÖsterreichKarte
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Marktl (manchmal inoffiziell Marktl am Inn) ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Altötting und Verwaltungssitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft. Überregional bekannt wurde es als Geburtsort von Papst Benedikt XVI.

Marktl am Inn

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Marktl liegt in der bayerischen Planungsregion Südostoberbayern am Inn. In der Nähe von Marktl mündet auch die Alz in den Inn.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Marktl hat 63 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Daxenthaler Forst, Marktl, Marktlberg und Schützing.

Geschichte[Bearbeiten]

Marktl wurde im 13. Jahrhundert als Hofmark der Grafen von Leonberg gegründet. Seit 1386 hatten die Wittelsbacher die Ortsherrschaft inne. Herzog Heinrich XVI. von Bayern-Landshut verlieh dem Ort 1422 Marktprivilegien. Marktl war Pflegamt und gehörte zum Rentamt Burghausen des späteren Kurfürstentums Bayern.

Der Markt Marktl nach einem Kupferstich von Michael Wening von (1721)

Bis zur Aufhebung der Selbstverwaltung 1808 besaß es ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. 1818 wurde die heutige politische Gemeinde gegründet. 1851 wurde Marktl zu einer selbständigen Pfarrei erhoben. Seit 1871 hat es einen Bahnhof an der Eisenbahnlinie München - Simbach. Am 3. Oktober desselben Jahres wurde die Freiwillige Feuerwehr Marktl gegründet. Seit 1919 ist der Ort durch die Errichtung eines Wasserschutzdammes gegen die häufigen Überschwemmungen des Inns geschützt. Am 1. Januar 1970 wurden Teile der bis dahin selbstständigen Gemeinde Schützing und am 1. Januar 1972 die Gemeinde Marktlberg nach Marktl eingemeindet.[3] Die Verwaltungsgemeinschaft Marktls mit Stammham besteht seit der Gemeindegebietsreform am 1. Mai 1978. 1989 wurde der Autobahnanschluss an die A 94 fertiggestellt.

Am 13. Juli 1997 wurde Joseph Kardinal Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., zum Ehrenbürger der Gemeinde Marktl ernannt. Nach seiner Papstwahl im April 2005 und dem Bekanntwerden von Marktl als Geburtsort herrschte in dem kleinen Ort eine Art Ausnahmezustand. Zahlreiche Journalisten und Besucher aus aller Welt strömten nach Marktl und wollten das Geburtshaus von Joseph Ratzinger sehen. Dort ist eine Gedenktafel angebracht. Insgesamt lebte Ratzinger aber nur zwei Jahre in Marktl; am 11. Juli 1929 zog die Familie nach Tittmoning an der Salzach. Am 11. September 2006 besuchte Papst Benedikt XVI. im Rahmen seines Besuches in Bayern auch seinen Geburtsort und trug sich dort in das Goldene Buch des Ortes ein.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich aus 14 Ratsmitgliedern und dem Bürgermeister zusammen.

CSU SPD Unabhängige Liste Marktlberg Marktler
Freie Wähler
Gesamt
2008 4 Sitze 6 Sitze 2 Sitze 2 Sitze 14 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen Marktls wurde vom niederbayerischen Herzog Ludwig dem Reichen am 12. Mai 1447 verliehen.

  • Der Schifferhaken ist das Sinnbild für die einst so bedeutsame Schifffahrt auf dem Inn.
  • Das Streichmaß ist das Symbol für den Markt als Umschlagplatz für das Getreide.
  • Die bayerischen Rauten weisen auf die Zugehörigkeit des Ortes zum Herzogtum Bayern hin.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Im Rahmen einer Allianz von Papstgeburtsorten unterhält Marktl (neben der traditionellen Partnerschaft zum Pfälzer Weinbauort Gönnheim) eine Partnerschaft zum Geburtsort des Vorgängers von Papst Benedikt XVI. (Johannes Paul II.) Wadowice in Polen sowie zu Sotto il Monte Giovanni XXIII, dem Geburtsort des "Konzilspapstes" Johannes XXIII.

Taufkapelle in der St.-Oswald-Kirche mit Taufstein Benedikts XVI.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Marktl

Kirchen[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Oswald in Marktl, Taufkirche von Papst Benedikt XVI.
  • Kirche St. Sebastian in Leonberg
  • Kirche St. Nikolaus in Bergham
  • Antoniushaus-Kapelle
Benediktsäule
Geburtshaus Benedikts XVI., das fast 300 Jahre alte Mauthaus
Gedenktafel für Papst Benedikt XVI.

Museen[Bearbeiten]

Im Erdgeschoss des Rathauses befindet sich das Heimatmuseum. Die sich über elf Räume erstreckende Ausstellung ist in verschiedene Themenbereiche eingeteilt, unter anderem Werkzeuge der Jungsteinzeit, Innschifffahrt und das Geschenk von Papst Benedikt XVI., ein goldener Kelch mit einem goldenen Tablett und dem Pileolus (Scheitelkappe).

Ende März 2006 erwarb die vom Erzbistum München und Freising sowie dem Bistum Passau gegründete „Stiftung Geburtshaus Papst Benedikt XVI.“ das Geburtshaus Joseph Ratzingers zum vermuteten Preis von 3,5 Millionen Euro.

Denkmäler[Bearbeiten]

Anlässlich des Papstbesuches am 8. September 2006 wurde auf dem Marktplatz die 4,20 Meter hohe Benediktsäule aus Bronze eingeweiht. Sie wurde vom Eggenfeldener Bildhauer Joseph Michael Neustifter gestaltet und hat die Form einer leicht geöffneten Schriftrolle. Gewidmet ist sie sowohl dem deutschen Papst als auch dem heiligen Benedikt von Nursia. Eine Zwillingssäule steht seit September 2007 in dem italienischen Städtchen Velletri.

Geotope[Bearbeiten]

  • Bärenhöhle bei Altwies; geowissenschaftlicher Wert "bedeutend" [4]
  • Steigdruckbrunnen Bergham; geowissenschaftlicher Wert "bedeutend" [5]
  • Kalkbrennofen Steinfelder; geowissenschaftlicher Wert "bedeutend" [6]

Verkehr[Bearbeiten]

Marktl liegt nahe der nur teilweise ausgebauten Autobahn A94 und wird zusätzlich von den Bundesstraßen B12 und B20 an den Fernverkehr angebunden. Auch liegt es an der Bahnlinie München - Mühldorf - Simbach.

Söhne und Töchter von Marktl[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hannes Hintermeier: Ein Dorf wird Papst. Glaube, Heimat, Hoffnung in Marktl am Inn. Hanser Verlag, München 2006, ISBN 978-3-446-20806-3
  • Stefan König: In Marktl. Wegweiser durch den Geburtsort Papst Benedikts XVI. Ars et Media, Altötting 2006, ISBN 978-3-9810956-0-9
  • Michael Weithmann: Marktl. Geburtsort Papst Benedikts XVI. Infos und Tipps zu Geschichte, Kultur und Freizeit. Edition Förg, Rosenheim 2005, ISBN 3-933708-21-4

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111128/163909&attr=OBJ&val=133
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 416
  4. [1]
  5. [2]
  6. [3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marktl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Marktl – Reiseführer