Norman Foster

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Dieser Artikel behandelt den britischen Architekten Norman Foster. Für den gleichnamigen US-amerikanischen Regisseur siehe Norman Foster (Regisseur).
Lord Foster of Thames Bank bei der Einweihung des sanierten Dresdner Hauptbahnhofs (2006)
Berlin, Reichstagsgebäude, Kuppel
Köln, Friesenplatz, Gerling Ring-Karree
Foster-Apartmentbau im schweizerischen St. Moritz

Norman Robert Foster, Baron Foster of Thames Bank, OM, Kt. (* 1. Juni 1935 in Manchester[1]) ist ein britischer Architekt.

Leben[Bearbeiten]

Norman Foster wurde in Reddish, Stockport, England als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren. Er begeisterte sich schon früh für die Architektur und zeigte Begabungen auf diesem Gebiet.

Nachdem er seinen Militärdienst bei der Royal Air Force abgeleistet hatte, studierte er zunächst an der Universität Manchester und erhielt nach dem Examen 1961 ein Stipendium an der Yale School of Art and Architecture. Foster arbeitete von 1968 bis 1983 für und zusammen mit dem visionären Richard Buckminster Fuller. 1965 gründete er zusammen mit seiner Frau Wendy, und dem Ehepaar Sue und Richard Rogers das Architekturbüro Team 4, aus dem 1967 das Büro Foster Associates (heute Foster + Partners) hervorging. 1989 starb Wendy Foster an Krebs und hinterließ ihm vier Kinder.[2]

1991 heiratete er die indischstämmige Architektin und Designerin Sabiha Ruani Malik. In dritter Ehe ist Foster mit der spanischen Medizinerin und Verlegerin Elena Ochoa verheiratet.

Ursprünglich waren seine Entwürfe von einem durch Maschinen beeinflussten High-Tech-Stil gekennzeichnet. Später entwickelte er einen weitaus zugänglicheren Stil scharfkantiger Modernität. Foster übte parallel zu Richard Rogers entscheidende Einflüsse auf die britische Architekturszene, indem wichtige Nachfolgevertreter der dortigen High-Tech-Architektur aus seinem Mitarbeiterkreis erwuchsen. Neben einer großen Zahl internationaler Projekte fällt seine breite Präsenz mit gebauten Objekten in Deutschland auf. Grund hierfür sind von ihm ausdrücklich genannte Geistesverwandtschaften zu Persönlichkeiten der deutschen Architektur- und Designgeschichte wie zu dem Berliner Architekten Ludwig Leo sowie zu dem für die geistig-soziale Nachkriegsentwicklung wichtigsten deutschen Kommunikationsdesigner Otl Aicher, mit dem ihn eine persönliche Freundschaft verband. Eine stilistische Beeinflussung aus dieser Richtung kann angenommen werden, insbesondere da Foster offensichtlich Elemente der Aicherschen Grafik- und Designregeln in seinen Plandarstellungen benutzte.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

1990 wurde Foster von Königin Elisabeth II. als Ritter in den Adelsstand erhoben. 1992 wurde er Ehrenmitglied des Bundes Deutscher Architekten BDA. 1997 folgte seine Aufnahme in den Order of Merit (OM). 1999 wurde er mit dem Pritzker-Preis geehrt. 1999 erhielt Sir Norman zusätzlich als „Baron Foster of Thames Bank (of Reddish im County of Greater Manchester)“ die Würde eines Life Peer und damit auch einen Sitz im House of Lords; diesen gab er 2010 auf, da er sonst einen Wohnsitz im Vereinigten Königreich hätte anmelden müssen und dort steuerpflichtig geworden wäre; seinen Titel darf er trotzdem behalten.[3] Lord Foster gehört dem deutschen Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste an. 2009 erhielt er den Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Kunst.

Werk[Bearbeiten]

Bauprojekte[Bearbeiten]

Während seiner Karriere bearbeitete Norman Foster mit seinen Partnern und Mitarbeitern eine Vielzahl von Projekten, zum Beispiel baute er 1985 bis 1993 das Kulturzentrum Carré d'Art in Nimes, 2003 The Gherkin in London und von Foster stammt auch die gläserne Reichstagskuppel, auch die anlässlich der Jahrtausendwende in London erbaute Millennium Bridge wurde von ihm entworfen ebenso wie den Apple Campus 2 (Eröffnung geplant für Ende 2016) in Cupertino, Kalifornien. Andere seiner Projekte findet man unter: Foster + Partners.

Schriften[Bearbeiten]

Automobil[Bearbeiten]

Im Jahr 2010 präsentierte Foster in Madrid einen Nachbau des Dymaxion-Autos von Richard Buckminster Fuller.[4]

Büros[Bearbeiten]

2009 schloss Foster aufgrund der weltweiten Finanzkrise sein Berliner Büro mit rund 70 Mitarbeitern. Geschlossen werden soll ebenfalls das Büro in Istanbul.

Literatur[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

  • Mirjam von Arx: „Building the Gherkin“, Dokumentarfilm Schweiz, 2006, 89 Min.
  • Mark Kidel: Norman Foster, Dokumentation 53 Min., Arthaus Musik GmbH 2009 (BBC 1995), ISBN 978-3-939873-38-9
  • Norberto López Amado, Carlos Carcas: „How much does your Building weigh, Mr. Foster?“, Dokumentarfilm Spanien 2009, 72 Min.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Norman Foster – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.fosterandpartners.com/Team/SeniorPartners/11/Default.aspx
  2. http://www.telegraph.co.uk/news/newstopics/nationaltreasures/2188199/Lord-Norman-Foster-portrait.html
  3. Lord Foster quits House of Lords rather than sacrifice non-dom tax status - 8. Juli 2010
  4. Vgl. Jan Baedeker: Norman Foster lässt Buckminster Fullers Dymaxion auferstehen. In: classicdriver.com vom 29. Oktober 2010, abgerufen am 29. Februar 2012.