Lassan

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lassan
Lassan
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lassan hervorgehoben
53.94555555555613.8457Koordinaten: 53° 57′ N, 13° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Am Peenestrom
Höhe: 7 m ü. NHN
Fläche: 27,98 km²
Einwohner: 1558 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17440
Vorwahl: 038374
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 074
Adresse der Amtsverwaltung: Burgstr. 6
17389 Wolgast
Webpräsenz: www.lassan.de
Bürgermeister: Fred Gransow
Lage der Stadt Lassan im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Torgelow-Holländerei Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe (Peene) Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichsruh Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Kölzin Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Lassan ist eine der kleinsten Städte Deutschlands und liegt im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Der Ort gehört zum Landkreis Vorpommern-Greifswald und wird vom Amt Am Peenestrom verwaltet.

Geografie[Bearbeiten]

Lassan mit seiner sehenswert erhaltenen Altstadt liegt etwa 15 Kilometer südlich von Wolgast und 15 Kilometer nordöstlich von Anklam am Westufer des Peenestroms. Lassan ist der östliche Endpunkt der FerienstraßeVorpommersche Dorfstraße“.

Die Küstenregion ist Teil des Naturparks Insel Usedom.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Lassan
  • Klein Jasedow
  • Papendorf
  • Pulow
  • Vorwerk
  • Waschow
  • Warnekow (Historische Wüstung)

Geschichte[Bearbeiten]

Lassan im Jahre 1761

Lassan[Bearbeiten]

Name

Den Namen der Landschaft Lesane trug 1136 auch der Ort. Der Name veränderte sich 1168 in Lessan, 1177 in Lessaz und schon 1295 in Lassan. Das altpolabische Lěšane bedeutet möglicherweise „Bewohner aus dem Wald“.[2] Ähnlich deutet auch Niemeyer: "Waldbewohner", auch "Waldland".[3]

Mittelalter

Die ursprüngliche slawische Fischersiedlung mit einer Burg war Mittelpunkt der Landschaft Lesane. Der Ort mit der dann deutschen Burg wurde 1136 erstmals urkundlich erwähnt. Ab 1200 legten die Herzöge von Pommern den Ort planmäßig an. Er erhielt 1274 das Stadtrecht und wurde 1291 als civitas und 1299 als oppidum genannt. Durch die günstige Lage am Peenestrom gewannen der Hafen und die Stadt an Bedeutung. Um 1300 wurde auch die Hallenkirche St. Johannis gebaut.

Neuere Geschichte

Die Innenstadt mit Kirche, Stadtmauer und Rathaus wurde im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 grundlegend saniert. 1996 entstand der Wasserwanderrastplatz. Danach wurde der Hafenplatz ausgebaut. Am 7. Juni 2009 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Pulow nach Lassan eingemeindet.

Geschichte der Ortsteile[Bearbeiten]

Klein Jasedow

Papendorf

Papendorf wurde erstmals als solches 1547 genannt. Es ist eine deutsche Gründung, der Name leitet sich von Pape = Pastor/Priester ab. Da die nächste Kirche in Lassan ist, ist die Namensherkunft fraglich.

Pulow

Pulow wurde erstmals 1291 als "Pulowe" urkundlich genannt. Es ist eine slawische Gründung ohne Namensdeutung.

→ Siehe Hauptartikel: Pulow

Vorwerk

Vorwerk wurde 1328 erstmals als solches urkundlich genannt. Es liegt nördlich an Lassan und diente mit den Liegenschaften zur Unterhaltung der Burg Lassan (Castrum Lesane).

Waschow In Waschow befinden sich drei Großsteingräber.

Warnekow - Wüstung

Warnekow wurde als solches 1432 erstmals urkundlich genannt. Es war eine alte vorpommersche Ortschaft, die auf Grund der Abgelegenheit und der schlechten Verkehrsanbindung aufgegeben wurde. Der Ort war bis in die 1970er Jahre noch bewohnt. Jetzt erinnern nur noch der unbefestigte Weg mit der Baumpflanzung und die völlig verbuschten Obstgärten an den Ort.

Sehenswertes und Kultur[Bearbeiten]

Stadtkirche St. Johannis Lassan
Wassermühle Lassan - jetzt Museum
Rathaus von Lassan

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Lassan

  • Die langgestreckte Altstadt von Lassan mit ihrem kleinstädtischen Flair, die landschaftliche Lage am Wasser und die Wälder in der Umgebung sind Anziehungspunkte für den Fremdenverkehr.
  • Die gotische Backstein-Stadtkirche St. Johannis aus dem 13./14. Jahrhundert: Im Inneren befinden sich ein Altar und eine Kanzel aus dem 18. Jahrhundert, beide aus der Werkstatt von Elias Keßler. Die Orgel wurde 1832 von Carl August Buchholz gebaut.
  • Reste der mittelalterlichen Stadtmauer von Lassan
  • Hölzerne Haustüren in Lassan zeigen eine bemerkenswerte Vielfalt.
  • Restaurierte Fachwerkhäuser, u. a. Wendenstraße 32, 59, 76 und das Pfarrhaus in Lassan
  • Die Lassaner Mühle, teilweise aus dem 15. Jahrhundert, sowie die Friedrich-von-Lösewitz-Halle sind museale Einrichtungen, die von der Interessengemeinschaft Heimatgeschichte Lassan e.V. betreut und bewirtschaftet werden. Neben der alten Mühlentechnik werden stadtgeschichtliche Exponate und historische landwirtschaftliche Geräte und Maschinen gezeigt.
  • Ab 1962 wurden in Lassan gewerblich Pommersche Fischerteppiche geknüpft. Die zuständige PGH Volkskunst an der Ostsee hatte in der Langen Straße ihr Lager sowie ihre Werkstatt und Färberei. Insgesamt waren rund 20 Frauen bis zum Konkurs der PGH 1992 beschäftigt.
  • Gutshaus Papendorf
  • Turmhügel Pulow
  • neobarockes Gutshaus in Pulow um 1900
  • Pulower See, ein eiszeitlich geprägter Rinnensee mit historischem Grabstein (Baron Körting)
  • Handweberei, zu besichtigen in der Landwerkstatt Pulow
  • Duft- und Tastgarten für Sehbehinderte und Blinde, Papendorf
  • Papendorfer Seen
  • Gutshaus Klein Jasedow (Fachwerkbau)
  • Klanghaus am See, Klein Jasedow
  • Gutspark Waschow
  • Moränenlandschaft mit vielen Seen (Toteisstaulandschaft)
  • Vogelparadies Polder Waschow

Politik[Bearbeiten]

Wappen der Stadt Lassan im Kreishaus Greifswald

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde unter der Nr. 112 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Blau ein silberner Fisch, kreisförmig begleitet oben von drei und unten von vier sechsstrahligen goldenen Sternen.“

Das Wappen wurde 1972 von dem Lassaner Albert Püschel gestaltet und 1996 vom Designbüro Schönherr & Maciejewski aus Anklam neu gezeichnet.

Das historische Wappen ist fassbar im Wappenfries der 24 Gutsherren und 3 Städte des ständischen Kreistages des Landkreises Greifswald im Kreishaus am Markt 10/11.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Hafen und Marina Lassan

Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit war der Fischfang eine wesentliche Einnahmequelle des Ortes. Auf Karten aus dieser Zeit findet sich darum die inzwischen ungebräuchliche Bezeichnung Lassansche Wasser für das Achterwasser. Damals hatte Lassan - einzige Stadt unmittelbar am Achterwasser - die Fischereigerechtigkeit für diese Gewässer inne.[4]

Ein Kleinbahnanschluss von 1896 über die Anklam-Lassaner Kleinbahn, durch den Lassan mit Anklam und Buddenhagen verbunden war, wurde 1945 nach Ende des Zweiten Weltkriegs abgebaut.[5] Lassan ist mit Bussen oder mit dem Auto erreichbar.

Der Lassaner Hafen hat für die Stadt eine große Bedeutung. Der Wasserwanderrastplatz hat 42 Liegeplätze. Angrenzend liegt der kleine Fischereihafen. Neben der Lassaner Bäckerei & Konditorei e.G. und der Mosterei Nowack besitzt die Kleinstadt einige kleinere Handwerksbetriebe und Verkaufseinrichtungen sowie zwei Campingplätze.

Zitate[Bearbeiten]

  • „In Lassan werden die Tore mit einer Rübe statt mit einem Schlosse zugemacht.“ [6]
  • „Am Peenestrom, am Peenestrom / Da liegt ein Wrack aus Holz und Stein / Seit fünf mal hundert gleichen Jahrn / die alte Stadt Lassan.“ (Wolf Biermann: Ballade von der alten Stadt Lassan)

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Georg von Schwarz: Diplomatische Geschichte der Pommersch-Rügischen Städte Schwedischer Hoheit. Kapitel: Vom Ursprung der Stadt Lassahn. Hieronymus Johann Struck, Greifswald 1755, S. 445-451. (Google bücher).
  • Karl Viohl: Geschichte der Stadt Lassan von ihren ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart - Aus den Werken pommerscher Geschichtsschreiber und den städtischen Akten. Berlin 1862, 152 Seiten, online. (Bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinausreichende Stadtchronik mit Quellenangaben.)
  • Die Stadt Lassan. In: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen (bearbeitet von Heinrich Berghaus), IV. Teils Band II, Anklam 1868, S. 858–931, online. (Stadtchronik mit statistischen Angaben aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und mit einem Urkunden-Anhang.)
  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern - Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1965, S. 243-246 (Volltext)
  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. Seiten 79, 101, 139, 141

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ernst Eichler und Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Ingo Koch Verlag, Rostock 2002, ISBN 3-935319-23-1
  3. Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. Seiten 68
  4. Edwin Kuna & Hannelore Deya: Neues historisches Lexikon. Haff-Verlag: 2011 (E-Book; Leseprobe A: Aachen bis Adar)
  5. Klaus Kieper, Reiner Preuß und Elfriede Rehbein: Schmalspurbahn-Archiv. S. 99–105. transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1980.
  6. Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Band 5. Leipzig 1880.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lassan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien