Lassan
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Vorpommern-Greifswald | |
| Amt: | Am Peenestrom | |
| Höhe: | 5 m ü. NN | |
| Fläche: | 27,98 km² | |
| Einwohner: |
1.597 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 57 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 17440 | |
| Vorwahl: | 038374 | |
| Kfz-Kennzeichen: | VG | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 75 074 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Burgstr. 6 17389 Wolgast |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Fred Gransow | |
| Lage der Stadt Lassan im Landkreis Vorpommern-Greifswald | ||
Lassan (plattdeutsch: Lossoan) ist eine Landstadt in Mecklenburg-Vorpommern, sie liegt im Landkreis Vorpommern-Greifswald und gehört dem Amt Am Peenestrom an.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Lassan mit seiner sehenswert erhaltenen Altstadt liegt etwa 15 Kilometer südlich von Wolgast und 15 Kilometer nordöstlich von Anklam am Westufer des Peenestroms.
Die Küstenregion ist Teil des Naturparks Insel Usedom.
Zu Lassan gehören die Ortsteile Klein Jasedow, Papendorf, Pulow und Waschow.
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Name
Den Namen der Landschaft Lesane trug 1136 auch der Ort. Der Name veränderte sich 1168 in Lessan und schon 1295 in Lassan. Das altpolabische Lěšane bedeutet möglicherweise „Bewohner aus dem Wald“.[2]
[Bearbeiten] Mittelalter
Die ursprüngliche slawische Fischersiedlung mit einer Burg war Mittelpunkt der Landschaft Lesane. Der Ort mit der dann deutschen Burg wurde 1136 erstmalig urkundlich erwähnt. Ab 1200 legten die Herzöge von Pommern den Ort planmäßig an. Er erhielt 1274 das Stadtrecht und wurde 1291 als civitas und 1299 als oppidum genannt. Durch die günstige Lage am Peenestrom gewannen der Hafen und die Stadt an Bedeutung. Um 1300 wurde auch die Hallenkirche St. Johannis gebaut.
[Bearbeiten] Neuere Geschichte
Die Innenstadt mit der Kirche, der Stadtmauer und dem Rathaus wurden im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 grundlegend saniert. 1996 entstand der Wasserwanderrastplatz. Danach wurde der Hafenplatz ausgebaut. Am 7. Juni 2009 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Pulow nach Lassan eingemeindet.
[Bearbeiten] Sehenswertes und Kultur
- Die langgestreckte Altstadt mit ihrem kleinstädtischen Flair, die landschaftliche Lage am Wasser und die Wälder in der Umgebung sind Anziehungspunkte für den Fremdenverkehr.
- Die gotische Backstein-Stadtkirche St. Johannis aus dem 13./14. Jahrhundert: Im Inneren befinden sich ein Altar und eine Kanzel aus dem 18. Jahrhundert, beide aus der Werkstatt von Elias Keßler. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1832.
- Die Reste der mittelalterlichen Stadtmauer
- Die hölzernen Haustüren in Lassan zeigen eine bemerkenswert große Vielfalt.
- Die Fachwerkhäuser, u. a. Wendenstraße 1, 59, 76 und das Pfarrhaus
- Die Lassaner Mühle, teilweise aus dem 15. Jahrhundert, in der ein Museum und die Interessengemeinschaft Heimatgeschichte untergebracht sind
- Ab 1962 wurden in Lassan gewerblich Pommersche Fischerteppiche geknüpft. Die zuständige PGH Volkskunst an der Ostsee hatte in der Langen Straße ihr Lager sowie ihre Werkstatt und Färberei. Insgesamt waren rund 20 Frauen bis zum Konkurs der PGH 1992 beschäftigt.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen wurde unter der Nr. 112 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „In Blau ein silberner Fisch, kreisförmig begleitet oben von drei und unten von vier sechsstrahligen goldenen Sternen.“
Das Wappen wurde 1972 von dem Lassaner Alfred Püschel gestaltet und 1996 vom Designbüro Schönherr & Maciejewski aus Anklam neu gezeichnet.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Bernt Notke (~1435–~1509), spätgotischer Bildhauer, der in Lübeck, Stockholm und Tallinn wirkte.
- Alexander Caroc (1643–1711), deutscher Rechtsgelehrter, Landsyndikus von Schwedisch-Pommern.
- Balzer Peter Vahl (1718–1792), deutscher Kaufmann, Bürgermeister von Greifswald
- Theodor Bartus (1858–1941), deutscher Seemann, Museumstechniker und Asienforscher
- Alfred Roloff (1879–1951), Maler
- Otto Roloff (1882-1972), Maler, Bruder von Alfred Roloff
[Bearbeiten] Wirtschaft und Verkehr
Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit war der Fischfang eine wesentliche Einnahmequelle des Ortes. Auf Karten aus dieser Zeit findet sich darum die inzwischen ungebräuchliche Bezeichnung Lassansche Wasser für das Achterwasser. Damals hatte Lassan - einzige Stadt unmittelbar am Achterwasser - die Fischereigerechtigkeit für diese Gewässer inne.[3]
Ein Kleinbahnanschluss von 1896 über die Anklam-Lassaner Kleinbahn, durch den Lassan mit Anklam und Buddenhagen verbunden war, wurde 1945 nach Ende des Zweiten Weltkriegs abgebaut.[4] Lassan ist mit Bussen oder mit dem Auto erreichbar.
Die Bootswerft von Rudi Menge ist bereits seit 1920 in dritter Generation in Lassan tätig.
Der Lassaner Hafen hat für die Stadt eine große Bedeutung. Der Wasserwanderrastplatz hat 42 Liegeplätze. Angrenzend liegt der kleine Fischereihafen.
[Bearbeiten] Zitate
- „In Lassan werden die Tore mit einer Rübe statt mit einem Schlosse zugemacht.“ [5]
- „Am Peenestrom, am Peenestrom / Da liegt ein Wrack aus Holz und Stein / Seit fünf mal hundert gleichen Jahrn / die alte Stadt Lassan.“ (Wolf Biermann: Ballade von der alten Stadt Lassan)
[Bearbeiten] Verweise (Chroniken)
- Albert Georg von Schwarz: Diplomatische Geschichte der Pommersch-Rügischen Städte Schwedischer Hoheit. Kapitel: Vom Ursprung der Stadt Lassahn. Hieronymus Johann Struck, Greifswald 1755, S. 445-451. (Google bücher).
- Karl Biohl: Geschichte der Stadt Lassan von ihren ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart - Aus den Werken pommerscher Geschichtsschreiber und den städtischen Akten. Berlin 1862, 152 Seiten, online. (Bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinausreichende Stadtchronik mit Quellenangaben.)
- Die Stadt Lassan. In: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen (bearbeitet von Heinrich Berghaus), IV. Teils Band II, Anklam 1868, S. 858–931, online. (Stadtchronik mit statistischen Angaben aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und mit einem Urkunden-Anhang.)
- Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern - Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1965, S. 243-246 (Volltext)
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2010 (PDF; 522 kB) (Hilfe dazu)
- ↑ Ernst Eichler und Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Ingo Koch Verlag, Rostock 2002, ISBN 3-935319-23-1
- ↑ Edwin Kuna & Hannelore Deya: Neues historisches Lexikon. Haff-Verlag: 2011 (eBook; Leseprobe A: Aachen bis Adar)
- ↑ Klaus Kieper, Reiner Preuß und Elfriede Rehbein: Schmalspurbahn-Archiv. S. 99–105. transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1980.
- ↑ Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Band 5. Leipzig 1880.
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