Tribsees

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Tribsees
Tribsees
Deutschlandkarte, Position der Stadt Tribsees hervorgehoben
54.0943412.7582444Koordinaten: 54° 6′ N, 12° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Amt: Recknitz-Trebeltal
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 54,75 km²
Einwohner: 2629 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18465
Vorwahl: 038320
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 093
Stadtgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Karl-Marx-Straße 18
18465 Tribsees
Webpräsenz: www.stadt-tribsees.de
Bürgermeister: Thomas D. Molkentin (CDU)
Lage der Stadt Tribsees im Landkreis Vorpommern-Rügen
Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Altenpleen Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Klausdorf (bei Stralsund) Kramerhof Preetz (bei Stralsund) Prohn Saal (Vorpommern) Barth Divitz-Spoldershagen Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Karnin (bei Barth) Kenz-Küstrow Löbnitz (Vorpommern) Lüdershagen Pruchten Saal (Vorpommern) Trinwillershagen Bergen auf Rügen Buschvitz Garz/Rügen Gustow Lietzow Parchtitz Patzig Poseritz Ralswiek Rappin Sehlen Ahrenshoop Born a. Darß Dierhagen Prerow Wieck a. Darß Wustrow (Fischland) Franzburg Glewitz Gremersdorf-Buchholz Millienhagen-Oebelitz Papenhagen Richtenberg Splietsdorf Velgast Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) Wendisch Baggendorf Elmenhorst (Vorpommern) Sundhagen Wittenhagen Baabe Gager Göhren (Rügen) Lancken-Granitz Middelhagen Sellin Thiessow Zirkow Groß Kordshagen Jakobsdorf Kummerow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Neu Bartelshagen Niepars Pantelitz Steinhagen (Vorpommern) Wendorf Zarrendorf Altenkirchen (Rügen) Breege Dranske Glowe Lohme Putgarten Sagard Wiek (Rügen) Bad Sülze Dettmannsdorf Deyelsdorf Drechow Eixen Grammendorf Gransebieth Hugoldsdorf Lindholz Tribsees Ahrenshagen-Daskow Schlemmin Ribnitz-Damgarten Semlow Altefähr Dreschvitz Dreschvitz Gingst Hiddensee Kluis Neuenkirchen (Rügen) Neuenkirchen (Rügen) Rambin Samtens Schaprode Schaprode Trent (Rügen) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Binz Grimmen Marlow Putbus Putbus Sassnitz Stralsund Stralsund Süderholz Zingst Zingst ZingstKarte
Über dieses Bild

Tribsees ist eine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, Landesteil Vorpommern, im Süden des Landkreises Vorpommern-Rügen. Sie ist Sitz des Amtes Recknitz-Trebeltal.

Geografie[Bearbeiten]

Trebel bei Tribsees

Tribsees liegt zwischen Rostock und Greifswald an der Trebel und unweit der Recknitz in einer dünn besiedelten Region. Im Mecklenburgisch-Vorpommerschen Grenztal liegt die Stadt auf der pommerschen Seite der Trebel. Nördlich der Stadt befinden sich das Grenztalmoor sowie die Mündung der Blinden Trebel in die Trebel.

Gemeindestruktur und Ortsteile[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Tribsees gehören:

  • Tribsees
  • Landsdorf
  • Siemersdorf
  • Rekentin
  • Stremlow

Die Stadt war von 1818 bis 1945 Teil des preußischen Landkreises Grimmen in der Provinz Pommern, bis 1932 im Regierungsbezirk Stralsund, danach im Regierungsbezirk Stettin. Ab 1945 gehörte der Kreis Grimmen zum neu gebildeten ersten Land Mecklenburg-Vorpommern bzw. Mecklenburg. Von 1952 bis 1994 war Tribsees eine von drei Städten im Kreis Stralsund des Bezirkes Rostock.

Seit 1992 bildete die Stadt Tribsees zusammen mit den Gemeinden Drechow, Hugoldsdorf und Siemersdorf das Amt Tribsees, das ab 1994 zum Landkreis Nordvorpommern gehörte. Am 13. Juni 1999 wurde der Nachbarort Siemersdorf eingemeindet.[2] Am 15. Februar 2004 fusionierten die Ämter Tribsees und Bad Sülze sowie die Gemeinden Deyelsdorf, Grammendorf und Gransebieth zum Amt Recknitz-Trebeltal. Dieses gehört seit der Kreisgebietsreform 2011 zum Landkreis Vorpommern-Rügen.

Geschichte[Bearbeiten]

Tribsees in Stralsunder Bilderhandschrift 1615
Tribsees mit Trebelpaß-Schanzen 1760

Tribsees[Bearbeiten]

Der Name der Stadt dürfte sich aus dem Slawischen von ctreb oder ctrebez gleich Gereut, Rodung ableiten. Die Landschaft Tribsees wurde erstmals im Jahre 1136 urkundlich erwähnt,[3] eine Burg Tribsees erstmals im Jahr 1140.[4] 1285 bekam Tribsees das Lübische Stadtrecht durch Fürst Wizlaw II. von Rügen bestätigt, doch taucht Tribsees bereits zuvor in einer Urkunde aus dem Jahre 1267 als Stadt auf. Infolge des Ersten Rügischen Erbfolgekrieges kam Tribsees 1328 an Mecklenburg, das es erst 1355 nach dem Zweiten Rügischen Erbfolgekrieg an Pommern-Wolgast als Erbe der 1325 ausgestorbenen Fürsten von Rügen zurückgab.

Tribsees war ein wichtiger Grenzübergang nach Westen; in der am Ostrand der Stadt gelegenen Burg amtierte ein herzoglicher Vogt, später Amtshauptmann, der seit dem Ende des 15. Jahrhunderts auch die benachbarte Vogtei Grimmen mit verwaltete.[5]

Nach dem Kataster von 1624 zählte die Stadt Tribsees 87 ganze und 71 halbe Erben.[6]

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Tribsees als Grenzort stärker befestigt und später von Wallenstein besetzt. Nach Ende des Krieges gehörte Tribsees zu Schwedisch-Pommern. Im Jahr 1702 brannte die Stadt fast vollständig ab. Zur Unterstützung des Wiederaufbaus wurde eine allgemeine Kollekte im Königreich Schweden veranstaltet, 1706 gab es in der Stadt bereits wieder 58 Wohnhäuser.

Am Ende des 18. Jahrhunderts hatte die Stadt etwas über 1000 Einwohner. Nach dem Wiener Kongress im Jahr 1815 wurde Tribsees, wie das ganze frühere Schwedisch-Pommern, preußisch. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz erfolgte 1895 mit der Einweihung der Franzburger Südbahn nach Velgast.

Wie viele anderen Städte trieb die Weltwirtschaftskrise Tribsees 1931 in die Zahlungsunfähigkeit. Im Zweiten Weltkrieg, noch kurz vor Kriegsende, sprengten SS-Verbände die Eisenbahnbrücke.

Zu DDR-Zeiten gab es in Tribsees einen metallverarbeitenden VEB sowie einen Pumpenreparaturbetrieb.

1991 wurde Tribsees, ungewöhnlich für eine so kleine Stadt, Modellstadt der Städtebauförderung in den neuen Ländern. Der historische Stadtkern der Ackerbürgerstadt an der Trebel wurde gründlich saniert.

Ortsteile[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1830 1.836
1861 3.692
1925[7] 3.168
1970[8] 4.264
2011 2.561

Politik[Bearbeiten]

Stadtvertretung und Bürgermeister[Bearbeiten]

Die Stadtvertretung besteht aus 12 Mitgliedern. Die Wahl zum Gemeinderat am 25. Mai 2014 hatte folgende Ergebnisse:[9]

Partei/Bewerber Prozent Sitze
CDU 51,7 6
Freie Wählergem. „Wir für Tribsees“ 34,2 4
Einzelbewerber Kühnhold 11,7 2

Bürgermeister ist seit 2009 Thomas Molkentin (CDU). Er wurde bei der Kommunalwahl 2014 mit 60,5 % der Stimmen wiedergewählt.[10]

Wappen[Bearbeiten]

Altes Wappen von Tribsees bis 2000

Das Wappen wurde am 20. Juni 2000 durch das Innenministerium bestätigt und unter der Nr. 210 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber eine rote Burg mit Zinnemauer und drei offenen Toren, zwei Seitentürmen mit Spitzdächern und Knäufen sowie einem gezinnten Mittelturm, aus dem ein gold bewehrter roter Greif aufwächst, in den Fängen einen goldenen Fahnenstock mit einer dreilätzigen Lehnfahne haltend, die im goldenen Feld einen schreitenden, rotgezungten, blauen Löwen zeigt.“

Das Wappen wurde 1999 von dem Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick neu gezeichnet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist gleichmäßig längsgestreift von Rot und Silber (Weiß), in der Mitte liegt, auf jeweils zwei Drittel des roten und silbernen (weißen) Streifen übergreifend, das Stadtwappen. Die Länge des Flaggentuches verhält sich zur Höhe wie 5:3.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Bahnhof Tribsees

Der Bahnhof Tribsees, der einst Ausgangspunkt von Bahnstrecken nach Rostock, nach Velgast, nach Stralsund und nach Greifswald war, besitzt seit der Stilllegung der Eisenbahnverbindung nach Velgast keinen Bahnanschluss mehr. Im Süden der Stadt verläuft die Bundesautobahn 20 von Rostock über Neubrandenburg zum Autobahndreieck Uckermark. An der Trebel befindet sich ein Wasserwanderrastplatz.

Tribsees liegt am historischen Ostseezweig Via baltica[11] des Jakobswegs.[12]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Tribsees

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Johann Joachim Spalding, Theologe (* 1. November 1714 in Tribsees, † 22. Mai 1804 in Berlin)
  • Louis Douzette, Maler (* 25. September 1834 in Tribsees, † 21. Februar 1924 in Barth)
  • Karl Behrens, Ingenieur und Unternehmer (* 14. Februar 1854 in Tribsees; † 2. Juli 1906 in Halberstadt)
  • Heinrich Bandlow, Heimatdichter (* 14. April 1855 in Tribsees, † 1933 in Greifswald), Ehrenbürger der Stadt Tribsees
  • Karl Worm, Heimatforscher und Ehrenbürger der Stadt Tribsees (* 10. August 1911 in Barth, † 18. März 1999 in Bartmannshagen)
  • Manfred Bleskin (1949–2014), Journalist und Fernsehmoderator, wurde in Landsdorf geboren.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern – Abriß ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 524–528 (Volltext).
  • Ernst Bahr, Klaus Conrad: Tribsees. In: Helge Bei der Wieden, Roderich Schmidt (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 12: Mecklenburg/Pommern. Stuttgart 1996, S. 305 f.
  • Andreas Neumerkel: Kleine Stadt an der Trebel mit bewegter Geschichte. In: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte. Heft 4/2010, ISSN 0032-4167, S. 6–8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tribsees – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  3. Klaus Conrad (Bearb.): Pommersches Urkundenbuch. Band 1. 2. Auflage. Böhlau Verlag, Köln/Wien 1970, Nr. 27.
  4. Klaus Conrad (Bearb.): Pommersches Urkundenbuch. Band 1. 2. Auflage. Böhlau Verlag, Köln/Wien 1970, Nr. 30.
  5. Verzeichnis der Amtshauptleute von 1483 bis 1634/38 bei Dirk Schleinert: Die Gutswirtschaft im Herzogtum Pommern-Wolgast im 16. und frühen 17. Jahrhundert. Köln/Weimar/Wien 2001, S. 286f.
  6. Stadtarchiv Stralsund, Rep. 13, Nr. 1595.
  7. stadt.tribsees.kreis-grimmen.de, Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen. Provinz Pommern. Nach dem endgültigen Ergebnis der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und anderen amtlichen Quellen unter Zugrundelegung des Gebietsstandes vom 1. Oktober 1932. Preußisches Statistisches Landesamt, Berlin 1932, S. 32
  8. Ortslexikon der DDR, Ausgabe 1971, Stand 1. Januar 1970
  9. Wahlergebnis auf www.recknitz-trebeltal.de
  10. Wahlergebnis auf www.recknitz-trebeltal.de
  11. Via Baltica – Der Baltisch-Westfälische Weg
  12. Virtuelle Karte