Pegnitz (Fluss)

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Pegnitz
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Die Pegnitz als südliche und östliche Begrenzung der Fränkischen Schweiz

Die Pegnitz als südliche und östliche Begrenzung der Fränkischen Schweiz

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2422
Lage Bayern (Oberfranken, Oberpfalz, Mittelfranken), Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Regnitz → Main → Rhein → Nordsee
Quelle bei Pegnitz aus der Pegnitzquelle
49° 45′ 29″ N, 11° 32′ 16″ O49.75819444444411.537708333333425
Quellhöhe 425 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
QuellschüttungVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen MQ
5 l/s
Zusammenfluss nordwestlich der Altstadt von Fürth mit der Rednitz zur Regnitz49.48666666666710.986666666667283Koordinaten: 49° 29′ 12″ N, 10° 59′ 12″ O
49° 29′ 12″ N, 10° 59′ 12″ O49.48666666666710.986666666667283
Mündungshöhe 283 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 142 m
Länge 79,3 km 
(mit Fichtenohe 101,89 km)[1]
Einzugsgebiet 1240 km²[2]
Abfluss am Pegel
Nürnberg Lederersteg
(96,6 % des Einzugsgebiets)[3]
NNQ
MNQ
MQ
MHQ
HHQ (1909)
3,48 m³/s
6,17 m³/s
10,8 m³/s
60,6 m³/s
370 m³/s
Linke Nebenflüsse Fichtenohe, Flembach, Hirschbach, Högenbach, Happurger Bach, Hammerbach, Sandbach, Röthenbach, Goldbach
Rechte Nebenflüsse Sittenbach, Schnaittach, Röttenbach, Bitterbach, Tiefgraben
Durchflossene Stauseen Wöhrder See
Großstädte Nürnberg, Fürth
Mittelstädte Lauf an der Pegnitz
Kleinstädte Pegnitz, Hersbruck, Röthenbach an der Pegnitz
Während die Pegnitz etwa 15 Minuten für das „Umfließen“ des Wasserberges braucht, dauert der unterirdische Durchfluss circa 180 Minuten

Während die Pegnitz etwa 15 Minuten für das „Umfließen“ des Wasserberges braucht, dauert der unterirdische Durchfluss circa 180 Minuten

Die Pegnitz (mit Fichtenohe) ist der knapp 102 km lange, rechte bzw. östliche Quellfluss der Regnitz in Franken.

Namensdeutung[Bearbeiten]

Der Flussname Pegnitz geht zurück auf den 889 zu findenden Namen „Paginza“ und wird als Ableitung mit einem -nt-Suffix zu indogermanisch bhog- = fließendes Wasser gesehen. 1119 bei der ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt Pegnitz ist sie als „Begenze“ und 1196 als „Begnitz“ zu finden, bevor der heutige Name 1329 erwähnt wird. In Franken wird sie auch oft „Bengertz“ genannt.

Quelle und Oberlauf[Bearbeiten]

Hauptartikel: Pegnitzquelle

Die Quelle der Pegnitz befindet sich in der Stadt Pegnitz am Osthang des Schloßbergs (543 m ü. NN): Aus einer an diesem Berg in 425 m Höhe gelegenen Karstquelle fließt das Wasser der Pegnitz durch das Pegnitzer Stadtgebiet. Der Großteil des dortigen Pegnitzwassers kommt jedoch nicht von dieser Quelle, sondern entspringt im Lindenhardter Forst als Fichtenohe, die Richtung Pegnitz fließt und im Stadtgebiet in den kurzen Bach der Pegnitzquelle mündet.

Fichtenohe[Bearbeiten]

Hauptartikel: Fichtenohe
Die längere und deutlich wasserreichere Fichtenohe (hinten rechts) mündet in die Pegnitz (kleiner Wasserfall links) aus der Pegnitzquelle

Die Fichtenohe ist ein 22,59 km langer, linker Zufluss der Pegnitz. Manche bezeichnen Fichtenohe auch nur als einen Nebennamen im Oberlauf der Pegnitz. Sie entspringt im Lindenhardter Forst nördlich von Lindenhardt nahe der A 9.

Die von dort nach Süden hinunterfließende Fichtenohe teilt sich in Pegnitz in zwei Arme. Obwohl der in die vorerst nur wenige Meter lange Pegnitz einmündende rechte Arm der Fichtenohe bereits in Pegnitz recht stattlich auftritt, heißt der Bach erst ab hier Pegnitz (49° 45′ 26″ N, 11° 32′ 18″ O49.757311.53824).

Craimoosweiher[Bearbeiten]

Hauptartikel: Craimoosweiher

Der Craimoosweiher ist ein fast 15 Hektar großer Teich, der sich auf der Wasserscheide von Main und Pegnitz befindet. Das Wasser aus dem unter Naturschutz stehenden Craimoosweiher fließt sowohl nach Norden in den Roten Main als auch nach Süden über den Weihergraben in Richtung Pegnitz ab. Damit ist der Teich nicht nur eine hydrografische Besonderheit, sondern auch der Ursprung eines Kreises, der sich letztlich durch die Einmündung der Regnitz in den Main wieder schließt – eine in Europa recht seltene Gewässerbifurkation.

Bachkreuzung[Bearbeiten]

Eine weitere Besonderheit ist eine sogenannte Bachkreuzung in einem kleinen Park in Pegnitz, dem Wiesweiher. Dort unterquert der aus der Teilung hervorgegangene linke Arm der Fichtenohe, der Mühlbach, die geradeaus fließende Pegnitz (also seinen früheren rechten Arm) mit Hilfe eines Dükers von links nach rechts und fließt weiter zum Wasserberg.[4]

Unterirdischer Durchfluss[Bearbeiten]

Der Wiederaustritt der Fichtenohe aus dem Wasserberg
(49° 44′ 56″ N, 11° 33′ 3″ O49.7489511.55083)

Am Naturdenkmal „Unterirdischer Durchfluss“ umfließt die Pegnitz den Wasserberg in weitem Bogen, während die Fichtenohe an der Röschmühle im Berg verschwindet. Nach 320 Meter Luftlinie tritt das Flüsschen am Südhang des Berges wieder aus und wendet sich endgültig der Pegnitz zu. Wie die Fichtenohe innerhalb des Berges fließt, ist unbekannt. Versuche mit angefärbtem Wasser ergaben jedoch, dass sie auf ihren verschlungenen Wegen durch das unterirdische Felsgeklüft etwa viermal so viel Zeit benötigt wie die oberirdische Pegnitz. Die Schüttung am Wiederaustritt hat inzwischen erheblich nachgelassen, denn um die Jahrhundertwende sprudelte das Wasser am Südhang des Wasserberges wohl noch kraftvoll aus dem Kalkstein. Außer dieser Hauptaustrittsstelle sind noch vier bis sechs weitere kleine Pseudoquellen bekannt, die besonders bei Hochwasser nach Gewittern zu beobachten sind.

Flusslauf[Bearbeiten]

Die Pegnitz fließt in südlichen Richtungen über Neuhaus und Velden durch den Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst und dann durch die Hersbrucker Schweiz über Hersbruck. Danach verläuft die Pegnitz in westlicher Richtung über Lauf und Nürnberg nach Fürth. Nördlich der Fürther Innenstadt vereinigt sie sich auf 283 Meter Höhe mit der Rednitz zur Regnitz.

Zuflüsse[Bearbeiten]

Zu den Zuflüssen der Pegnitz gehören (flussabwärts betrachtet)[5]:

Name GKZ Länge in km Zuflussrichtung Mündungsort Bemerkung
Fichtenohe 24221000 22,59 links Pegnitz Der ortsübliche Name ist Fichtenohe, der Hauptname ist Pegnitz.
Flembach 24222000 1,43 links Auerbach in der Oberpfalz Der Zusammenenfluss von Fenkenwaldbach und Goldbrunnenbach bildet den kurzen Flembach. Seine Mündung befindet sich im Stadtteil Michelfeld.
Hirschbach (Wildbach) 24223800 12,40 links Pommelsbrunn Die Mündung befindet sich im Gemeindeteil Eschenbach.
Högenbach 24224000 10,37 links Pommelsbrunn
Happurger Bach 24225200 11,04 links Happurg
Sittenbach 24225400 10,79 rechts Hersbruck Die Mündung befindet sich im Stadtteil Altensittenbach.
Hammerbach 24225600 11,76 links Henfenfeld
Sandbach 24225920 7,13 links Reichenschwand
Schnaittach 24226000 14,59 rechts Ottensoos/Neunkirchen am Sand Die Mündung befindet sich an der Gemeindegrenze zwischen Ottensoos und Neunkirchen am Sand.
Röttenbach 24227200 9,56 rechts Neunkirchen am Sand
Bitterbach 24227400 6,27 rechts Lauf an der Pegnitz
Röthenbach 24228000 16,86 links Röthenbach an der Pegnitz
Langwassergraben 24229320 5,98 rechts Nürnberg-Laufamholz
Tiefgraben 24229340 6,96 rechts Nürnberg-Erlenstegen
Goldbach 24229392 7,40 links Nürnberg-Wöhrd

Eine umfassendere Aufstellung, die auch kleine Zuflüsse enthält, befindet sich in der Liste der Fließgewässer im Flusssystem Pegnitz.

Städte an der Pegnitz[Bearbeiten]

Ehemaliges Pflegerschloss am Pegnitzufer in Velden
Ein Arm der Pegnitz in der Nürnberger Altstadt
Weinstadel und Wasserturm an der Pegnitz in Nürnberg
Wasserschöpfrad an der Pegnitz in Nürnberg in Betrieb

Von der Quelle bis zur Mündung:

  • Pegnitz
  • Velden an der Pegnitz
  • Hersbruck
  • Lauf an der Pegnitz
  • Röthenbach an der Pegnitz
  • Nürnberg: Im Stadtgebiet (ca. 14 km) bildet der Fluss Nebenarme aus. Im östlichen Stadtgebiet ist der Fluss zum Wöhrder See aufgestaut. Zahlreiche Brücken und Stege überqueren das Gewässer; u. a. die eiserne Hängebrücke (Kettensteg) aus dem Jahre 1824. Westlich der Maxbrücke gibt es ein Wehr. Im westlichen Stadtbereich wurde der Fluss in mehreren Abschnitten von 1998 bis 2001 renaturiert; dabei orientierte man sich an dem historischen Flussbett. Dort wurde auch ein Schöpfrad nach historischem Vorbild neu errichtet.
  • Fürth: Zahlreiche Brücken und Stege sind vorhanden. Im Rahmen des Projektes Uferstadt Fürth (Umgestaltung des ehemaligen Grundig-Firmensitzes zu einem Businesspark) wurde der Fluss 2003 im östlichen Stadtgebiet in ein naturnahes Bett gelegt; auf einer Länge von einem Kilometer sind zwei neue Schleifen und abgeflachte Ufer entstanden. Ein Teil des ehemaligen Flussbettes wurde als Altwasser beibehalten. Diese Maßnahme wurde von der Europäischen Union kofinanziert.

Geschichte[Bearbeiten]

Wenigstens seit dem Mittelalter ist die Pegnitz eine bedeutende Wirtschaftsader für die Region. Der Fischreichtum diente der Nahrungsversorgung und die Wasserkraft nutzte man für den Antrieb der Mühlen.

Nach dem großen Hochwasser im Februar 1909 (mit einem Abfluss von 370 m³/s) wurde der Fluss durch Begradigungen im Nürnberger Stadtgebiet um etwa vier Kilometer verkürzt.

Seit 1996 sind Planungen und Maßnahmen im Gange, den Lauf des Flusses zwischen Nürnberg und Fürth durch Schleifen wieder zu verlängern und somit naturnah zu gestalten.

Bildung und Freizeit[Bearbeiten]

Östlich der Nürnberger Kernstadt zwischen Mögeldorf und Hammer bei Laufamholz hat das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg den Naturerlebnispfad Pegnitztal-Ost mit über 20 Stationen eingerichtet. Der Weg ist einsehbar in OpenStreetMap unter [6]

Die Pegnitz weist wenige Stromschnellen und Staustufen auf und kann in einigen Abschnitten mit Kanu- und Kajak befahren werden. Seit 2012 darf Nürnberg wieder mit kleinen Wasserfahrzeugen ohne Antrieb durchfahren werden. [7]

Auf einer Strecke von etwa 30 km des oberen und mittleren Pegnitztales führt ab Hersbruck bzw. ab Hohenstadt der Pegnitztalradweg.

Listen und verwandte Themen[Bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz X. Bogner: Die Pegnitz aus der Luft. Ellwanger, Bayreuth, ISBN 978-3-925361-74-6.
  • Herbert Liedel; Helmut Dollhopf: Die Pegnitz. Augenblicke eines Flusses. Mit Beiträgen von: Kurt Endres, Jürgen Franzke, Walter Gallasch, Klaus Schamberger - Würzburg: Stürtz, 1982, 120 S., ISBN 3-8003-0190-3
  • Max Schäfer: Die schönsten Wanderungen rechts und links der Pegnitz [Bleistiftzeichnungen: Oskar Koller. Fotos und Wanderskizzen: Max Schäfer]. - Lauf a.d. Pegnitz: Fahner, 1984, 96 S.
  • BAIER, A., ROOSTAI, A. & SCHWOPE, J. (1994): Karsthydrogeologische Untersuchungen am "Wasserberg" bei Pegnitz (Oberfranken).- Geol. Bl. NO-Bayern 44, 1/2: 15-102, 26 Abb., 6 Tab., 2 Taf., Erlangen 1994.
  • Max Schäfer: Highlights rechts und links der Pegnitz. Mit dem VGN-Ticket in der Rucksacktasche. Lauf: Fahner, 2001, 72 S., ISBN 3-924158-58-4
  • 10 Jahre Fischerei-Hegegemeinschaft Pegnitz 1981 - 1991. Lauf: Fischerei-Hegegemeinschaft Pegnitz, 1991, 46 S.
  • Dieter Piwernetz: Die Pegnitz. Ein Nachschlagewerk für Fischer und Naturfreunde und Festschrift anläßlich des 20-jährigen Bestehens der „Fischerei - Hegegemeinschaft Pegnitz“. Redaktionelle Mitarbeit: Jürgen Balk … – Nürnberg: Korn und Berg, 2002, 272 S., ISBN 3-87432-210-6
  • Ewald Glückert: Stadt und Fluss – Lauf und die Pegnitz. Unter Mitarbeit von Ursula Maget … – Oschersleben: Ziethen, 2003, 117 S., ISBN 3-935358-64-4 (ZeitenLauf; Bd. 3)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kartenservices der Bayrischen Landesamtes für Umwelt
  2. Hochwasser Aktionsplan Main
  3. Bayerischer Hochwassernachrichtendienst (Stand: 6. September 2011)
  4. Foto der Bachkreuzung bei panoramio.com
  5. Kartenservice des Bayrischen Landesamt für Umwelt
  6. Openstreetmap: Naturerlebnispfad Pegnitztal-Ost
  7. Presseamt Nürnberg: Bootfahren auf der Pegnitz künftig erlaubt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pegnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien