Radmer

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Radmer
Wappen von Radmer
Radmer (Österreich)
Radmer
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Leoben
Kfz-Kennzeichen: LN
Hauptort: Radmer an der Stube
Fläche: 82,44 km²
Koordinaten: 47° 33′ N, 14° 45′ O47.54514.757777777778729Koordinaten: 47° 32′ 42″ N, 14° 45′ 28″ O
Höhe: 729 m ü. A.
Einwohner: 618 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 7,5 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8795
Vorwahl: 03635
Gemeindekennziffer: 6 11 12
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Radmer 3
8795 Radmer
Website: www.radmer.at
Politik
Bürgermeister: Ludwig Gottsbacher
Gemeinderat: (2010)
(9 Mitglieder)
5
4
Von 9 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Radmer im Bezirk Leoben
Eisenerz Gai Hafning bei Trofaiach Hieflau Kalwang Kammern im Liesingtal Kraubath an der Mur Leoben Mautern in Steiermark Niklasdorf Proleb Radmer Sankt Michael in Obersteiermark Sankt Peter-Freienstein Sankt Stefan ob Leoben Traboch Trofaiach Vordernberg Wald am Schoberpaß SteiermarkLage der Gemeinde Radmer im Bezirk Leoben (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Radmer ist eine Gemeinde mit 618 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) in der Steiermark, im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Leoben in Österreich.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Radmer liegt mitten in den Bergen der Obersteiermark, zwischen Eisenerz, Hieflau und Johnsbach.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Die Gemeinde dehnt sich über das Gebiet des Radmertals aus, das von Bergen Lugauer, Kaiserschild und Zeiritzkampel umgeben ist.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Radmer an der Hasel und Radmer an der Stube.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Hieflau
Johnsbach Nachbargemeinden Eisenerz
Wald am Schoberpaß Kalwang

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung in Radmer
Daten laut Statistik Austria [1] (PDF-Datei; 34 kB), [2] (PDF-Datei; 34 kB)


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Radmer

Paradeisstollen[Bearbeiten]

Hl. Barbara - Kupferschaubergwerk Radmer

Der Paradeisstollen ist ein Kupferschaubergwerk. Mit einer Stollenbahn können Besucher das spätmittelalterliche Kupferbergwerk befahren. Der Radmerer Kupferbergbau zählte in seiner Blütezeit zu den vier bedeutendsten Kupferabbaustätten in Mitteleuropa und bestand aus etwa 60 Stollen. Die höchste Fördermenge wurde im Jahre 1596 mit 480 t Rohkupfer erreicht. 1634 fand in diesem Bergbau eine der ersten Sprengungen mit Schwarzpulver in den Alpenländern statt. Im 16. und 17. Jahrhundert war das Kupferbergwerk im Besitz der Äbte des Stift Seitenstetten in Niederösterreich. Im Betriebsgebäude des Schaubergwerkes befindet sich ein Schauraum, in dem Funde aus dem Bergwerk sowie Mineralien und andere Exponate ausgestellt sind.

Wallfahrtskirche zum heiligen Antonius von Padua[Bearbeiten]

Die Wallfahrtskirche zum heiligen Antonius von Padua, die am 10. August 1602 eingeweiht wurde, befindet sich im Ortsteil Radmer an der Stube. Entworfen wurde die Kirche vom Hofbaumeister Giovanni Pietro de Pomis, die Umsetzung der Pläne erfolgte durch den Baumeister Hans Reßl.

Der Hochaltar aus der Zeit um 1727 mit seiner Säulenarchitektur und Umgangsportalen nimmt den gesamten Chorschluss ein. Kernstück ist das Altarblatt aus dem Jahr 1602. Es zeigt den Heiligen Antonius von Padua mit dem Jesuskind am Arm. Zwei gleich große Seitenaltäre aus dem Jahr 1681 schmücken den Triumphbogen am Eingang zum Hochaltar. Ein Bild der Immakulata beherrscht den evangelienseitigen Marienaltar. Epistelseitig zeigt das große Altarblatt die "heiligen drei Madln" (Die Heiligen Barbara, Katharina und Margaretha). Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1714 und wird Josef Claudius Zeller zugeschrieben. Auf der ursprünglich doppelten Empore wurde 1737 eine neue Orgel vom Grazer Orgelbauer Johann Georg Mitterreither aufgestellt.

Schloss Greifenberg[Bearbeiten]

Schloss Greifenberg um 1830, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz

Das einstige kaiserlich-österreichische Jagdschloss Greifenberg (Greifenstein) im oberen Radmertal mit viergeschossigen runden Ecktürmen geht auf einen Schlossbau aus dem Jahr 1600 zurück. Es wurde im 18. Jahrhundert unter einem Baron von Greifenberg der Sitz eines Gewerke (Bergbau) und erhielt baulich die heutige Erscheinungsform. Es gehörte im 19. Jahrhundert dem Stift Seitenstetten in Niederösterreich, wurde Ende des Jahrhunderts ein Jagdschloss des österreichischen Kaisers Franz Joseph. Als Erbteil des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand von Habsburg-Este kam es nach dessen Ermordung im Jahr 1914 in Sarajewo an seine morganatischen Nachkommen, die Fürsten und Herzöge von Hohenberg (österreichisches Adelsgeschlecht).

Herrschaftshaus in Radmer Nr. 19[Bearbeiten]

Das Bauwerk war schon zu Zeiten des Kaiser Maximilian I. von Habsburg (1459-1519) ein Jagdhaus "in Redmeregg", wurde im Jahr 1602 zu einem Schloss ausgebaut und war später ein Verwaltungsgebäude für den Bergbau. Heute zeugen das Portal, die vermauerten Doppelfenster, mächtige Gewölbe und Türleibungen von dem Alter und der Bedeutung des Gebäudes.

Jagdschloss in Radmer[Bearbeiten]

In den Jahren 1872/1873 wurde das einstöckige ehemalige kaiserlich-österreichische Jagdschloss östlich der Sankt Antoniuskirche im Ortsteil Radmer an der Stube im Aussehen eines Berghauses in der Schweiz erbaut.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl A. Redlich: Der Kupferbergbau Radmer an der Hasel, 1905
  • Susanne Gröbl: Der Kupfererzbergbau in der Radmer von den Anfängen bis 1650, Dissertation der Karl-Franzens-Universität, Graz 1986
  • Benedikt Wagner: Quellen zum steierischen Bergbau im Benediktinerstift Seitenstetten, Berichte des Geologischen Bundesarchiv, Wien 1986, online verfügbar

Sport[Bearbeiten]

Die Berge rund um die Radmer werden häufig für Wanderungen und Schitouren genutzt. Bekannt ist vor allem der steile Aufstieg auf den Lugauer. In der Umgebung befinden sich mehrere Almen wie z.B. die Seekaralm, die Kammerlalm, die Neuburgalm oder die Schafbödnalm wobei auch die Brunnkaralm am Fusse des Zeiritzkampel sehenswert ist. Das Wandergebiet um Radmer zeichnet sich auch dadurch aus, dass es im Herbst meist nebelfrei ist.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Der Almabtrieb findet jeden Herbst in der Hinterradmer statt.

In der Vorderradmer findet jedes Jahr zu Antoni (Mitte Juni) am Samstag ein Fest statt, am darauffolgenden Sonntag ist ein Kirtag.

Zu Pfingsten gibt es jedes Jahr ein Pfingstfußballturnier, wo gerne neue Mannschaften gesehen werden.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Freiherrlich von und zu Guttenbergsche Privatstiftung

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Radmer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011