Royal Australian Navy

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Königlich Australische Marine
Royal Australian Navy
Aufstellung Juli 1911
Land AustralienAustralien Australien
Streitkräfte Australian Defence Force
Typ Teilstreitkraft (Marine)
Stärke 13.400
Hauptquartier Canberra
Leitung
Chief of Navy Vice Admiral Tim Barrett[1]
VAdm
Deputy Chief of Navy Rear Admiral Michael van Balen[1]
KAdm
Commander Australian Fleet Rear Admiral Stuart Mayer[1]
KAdm
Insignien
Seekriegsflagge seit 1967 Naval Ensign of Australia.svg
Gösch Flag of Australia (converted).svg
Seekriegsflagge von 1911 bis 1967 Naval Ensign of the United Kingdom.svg

Die Königlich Australische Marine (engl.: Royal Australian Navy, abgekürzt RAN) ist die Seestreitmacht der Streitkräfte des Commonwealth of Australia. Bedingt durch seine Insellage ist sie die wichtigste Teilstreitkraft des Landes und hat eine Stärke von ca. 13.400 Mann.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon während der Besiedlung Australiens operierten die britischen Marinekräfte in den australischen Gewässern, bevor im Jahre 1859 offiziell ein britischer Marinestützpunkt in Australien errichtet wurde.

Die Befürchtung, die britische Marine könnte wegen des Krimkrieges aus australischen Gewässern abgezogen werden, führte dazu, dass 1857 in Port Jackson für die damalige Kolonie New South Wales (NSW) die mit einer 32-Pfünder–Kanone bewaffnete Ketch Spitfire gebaut wurde. Die gleichfalls in Dienst gestellte dampfgetriebene Schaluppe Victoria (mit 580 t) nahm im Dezember 1860 an der ersten überseeischen Landung australischer Seeleute in Neuseeland teil.

Die Kolonie Victoria schuf 1861 eine Naval Brigade mit einer Mannschaftsstärke von zwei Kompanien. NSW folgte 1863 mit einer entsprechenden Einheit. Die Aufgabe dieser landbasierten Truppe war der Hafenschutz. Der Colonial Naval Defence Act ermöglichte eine eigenständige Seeverteidigung der Kolonien. 1868 stellte Victoria die in Jarrow gebaute und mit zehn 4-Zoll-Vorderladern bewaffnete Cerberus sowie einige Kanonenboote in Dienst. NSW erwarb 1863 zu Ausbildungszwecken die HMS Wolverine, ausgestattet sechzehn 8-Zoll-, einer 7-Zoll-Kanone und vier 40-Pfündern.

Plan der HMVS Albert aus Brassey´s 1888

1884 gelang der Firma Armstrong der Verkauf von fünf Kanonenbooten des von ihr entwickelten Rendell-Typs an die Kolonien. South Australia erhielt die dort als Kreuzer bezeichnete Protektor (921 t, 14,15 kn, ein 8 Zoll-, fünf 6-Zoll-Geschütze), Victoria die Victoria (544 t, 12,58 kn, ein 10 Zoll-Geschütz) und die Albert (361 t, 10,18 kn, ein 8 Zoll-, ein 6 Zoll-Geschütz) und Queensland die Paluma und Gayundah (beide 385 t, 10,5 kn, ein 8 Zoll-, ein 6 Zoll-Geschütz).

Die australischen Kolonien einigten sich 1887 darauf, das Royal Navy Auxiliary Squadron – unabhängig von den weiterbestehenden Squadronen der einzelnen Kolonien – zur Verteidigung der Heimatgewässer aufzustellen. Für dessen Unterhalt wurde eine Beihilfe an die Royal Navy gezahlt. Sie traf am 5. September 1891 mit den fünf Kreuzern HMS Katoomba, Wallaroo, Tauranga, Ringarooma, Mildura der Pearl-Klasse (von denen zwei in der Regel außer Dienst seien sollten) und den zwei Torpedokanonenbooten Boomerang und Karrakatta der Sharpshooter-Klasse in Sydney[2] ein.

Die Regierung von New South Wales entsandte den Kreuzer HMS Wallaroo (gebaut als Persian, 2575 t) zur Unterdrückung des Boxeraufstandes in chinesische Gewässer. Begleitet wurde sie von der gesamten Marine South-Australias: dem 1884 gebauten Kreuzer Protector (920 t; eine 8-Zoll- und fünf 6-Zoll-Kanonen). An Landungstruppen, die mit Feldgeschützen ausgerüstet waren, wurden 260 Mann aus NSW und 200 aus Victoria abgeordnet. Diese hatten eigentlich nach Südafrika in den Burenkrieg geschickt werden sollen. Nachdem sie in Hongkong mit neuen Waffen ausgerüstet worden waren kämpften sie in Tientsin und Peking, bis sie im März 1901 China wieder verließen.[3]

Die HMS Challenger , die der RAN übertragen wurde

Nach dem Naval Agreement Act von 1903, der die Stationierung von Royal Navy Einheiten im Empire und die Beteiligung der Kolonien an den Kosten regelte, sollte das Geschwader der Australia Station aus einem Kreuzer 1. Klasse, zwei der 2. Klasse und vier der 3. Klasse bestehen, die die inzwischen veraltete Auxiliary Squadron ersetzen sollten. 1906 erreichte die Australia Station die vereinbarte Stärke mit dem älteren Geschützten Kreuzer 1.Klasse Powerful als Flaggschiff, den beiden neugebauten Kreuzern 2. Klasse Challenger und Encounter und der älteren Cambrian, sowie fünf Kreuzern 3.Klasse vom Typ Pelorus mit HMS Psyche, Pegasus, Prometheus, Pioneer und Pyramus. Die Challenger und die kleinen Kreuzer bildeten verstärkt auch Australier aus.

1909 entschied die britische Krone, eine eigene australische Flotte aufzustellen. Es wurde geplant, ein Schlachtschiff, drei Kreuzer, sechs Zerstörer, drei U-Boote und einige Versorgungsschiffe in Dienst zu stellen. Die ersten beiden Zerstörer, die Yarra und die Parramatta, trafen im November 1910 in australischen Gewässern ein. Im folgenden Juli 1911 verlieh König George V. der Flotte den Titel „Royal Australian Navy“. Im Juni 1912 traf ein dritter Zerstörer, die Warrego ein und 1913 wurde der Schlachtkreuzer Australia und zwei leichte Kreuzer (HMAS Sydney und Melbourne) in Dienst gestellt. Eine Marineakademie zur Ausbildung der Flottenoffiziere wurde 1915 in Jervis Bay eröffnet.

1914 bis 1918[Bearbeiten]

Das Flaggschiff HMAS Australia
Die Torrens, einer der zweiten drei Torpedobootzerstörer der River-Klasse, die 1916 in Dienst gestellt wurden

Bei Kriegsausbruch 1914 verfügte die Flotte über den Schlachtkreuzer HMAS Australia, vier leichte Kreuzer (Sydney, Melbourne, Encounter, Pioneer), drei Zerstörer der River-Klasse (Yarra, Parramatta, Warrego), zwei U-Boote (AE1,AE2) und verschiedene Versorger. Die Flotte wurde in die britische Royal Navy integriert und auf allen Kriegsschauplätzen eingesetzt. Die Flotte unterstützte die Marineinfanterie bei der Besetzung der damals deutschen Kolonien im Pazifik, z. B. Deutsch-Neuguinea. Danach war die Marine hauptsächlich mit der Eskortierung von Konvois beschäftigt. Die Flotte unterstützte die Schlacht von Gallipoli und die australische Marine eröffnete auch die Seeschlacht an den Dardanellen. Während dieser Kampfhandlungen verlor die Marine einen Kreuzer und zwei U-Boote.

1919 bis 1938[Bearbeiten]

Im Dezember 1921 wurde das Flottenflaggschiff Australia ausgemustert und schließlich auf See versenkt. Damit verlor Australien sein einziges Großkampfschiff, jedoch war der Schlachtkreuzer trotz seines geringen Alters bereits veraltet und sein Unterhalt stellte eine unverhältnismäßig große Belastung des verfügbaren Marine-Budgets dar. Dafür wurde im Jahr 1924 die Flotte um sechs U-Boote und sechs Zerstörer ergänzt. Die Bevölkerung der Solomonen erhob sich 1927 gegen die britische Kolonialregierung, die den Aufstand mit einer militärischen Strafexpedition niederschlug. An diesen Kampfhandlungen war die australische Flotte beteiligt. 1928 erhielt die Flotte zwei schwere Kreuzer der Kent-Klasse. In den zwanziger und den frühen dreißiger Jahren wurde das Budget für die Flotte gekürzt. Trotzdem wurde 1929 ein Seeflugzeugtender in Dienst gestellt. Fünf weitere alte Zerstörer wurden 1933 angeschafft. Ab 1935 wurden drei leichte Kreuzer der Amphion-Klasse von der Royal Navy angekauft, die auch mit dem Seeflugzeugtender Albatros bezahlt wurden.

1939 bis 1945[Bearbeiten]

HMAS Canberra
HMAS Sydney
HMAS Swan

Bei Kriegseintritt Großbritanniens und Australiens verfügte die Flotte unter dem britischen Konteradmiral Wilfred Custance über zwei Schwere (HMAS Canberra, Australia) und drei Leichte Kreuzer (Sydney, Hobart, Perth), drei Zerstörer (Vampire, Vendetta, Voyager), zwei Escort Sloops (Swan, Yarra) und das Vermessungsschiff Moresby. Dazu kamen noch das Depotschiff Penguin und in Reserve der ältere Kreuzer Adelaide und die beiden Zerstörer Stuart und Waterhen.

Zu den im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Schiffen zählten:

Unter dem Kommando der britischen Royal Navy operierte die Flotte auf allen Seekriegsschauplätzen.

Gegenwart[Bearbeiten]

Seit Amtsantritt des australischen Premierministers Tony Abbott 2013 patrouilliert die Navy verstärkt nördlich von Australien, um es Flüchtlingsbooten mit illegalen Einwanderen unmöglich zu machen, die australische Küste zu erreichen.[4]

Flotte[Bearbeiten]

Präfix der Schiffe[Bearbeiten]

Alle Kriegsschiffe der Royal Australian Navy tragen als Namensbestandteil den Präfix HMAS = Her bzw. His Majesty's Australian Ship.

Aktueller Bestand[Bearbeiten]

Schiffsklasse Foto Herkunft Schiffe Anmerkungen
Fregatten
ANZAC HMAS Stuart (FFH 153) im Jahr 2006 DeutschlandDeutschland Deutschland /
AustralienAustralien Australien[5]
HMAS Anzac (FFH 150)
HMAS Arunta (FFH 151)
HMAS Warramunga (FFH 152)
HMAS Stuart (FFH 153)
HMAS Parramatta (FFH 154)
HMAS Ballarat (FFH 155)
HMAS Toowoomba (FFH 156)
HMAS Perth (FFH 157)
Adelaide HMAS Canberra (FFG 02) Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten/
AustralienAustralien Australien
HMAS Sydney (FFG 03)
HMAS Darwin (FFG 04)
HMAS Melbourne (FFG 05)
HMAS Newcastle (FFG 06)
Das namensgebende Schiff HMAS Adelaide wurde zusammen mit einem weiteren Schiff dieser Klasse bereits ausgemustert.
U-Boote
Collins HMAS Rankin (SSG 78) AustralienAustralien Australien HMAS Collins (SSG 73)
HMAS Farncomb (SSG 74)
HMAS Waller (SSG 75)
HMAS Dechaineux (SSG 76)
HMAS Shean (SSG 77)
HMAS Rankin (SSG 78)
Amphibische Einheiten
Canberra HMAS Canberra im November 2014 SpanienSpanien Spanien /
AustralienAustralien Australien
HMAS Canberra (L 02)
Bay HMAS Choules im Januar 2012 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich HMAS Choules (L 100) Dient zusammen mit der Ocean Shield bis zur Indienststellung beider Schiffe der Canberra-Klasse als Ersatz für die beiden ausgemusterten Docklandungsschiffe der Kanimbla-Klasse.[6][7]
Round Table (modifiziert) HMAS Tobruk im Jahr 2008 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich /
AustralienAustralien Australien[8]
HMAS Tobruk (L 50)
LCM-1E L 4403 im Päckchen mit einem weiteren LCM-1E im Jahr 2014 SpanienSpanien Spanien L 4401
L 4402
L 4403
L 4404
L 4405
L 4406
L 4407
L 4408
Jeweils vier der LCM-1E sind, bzw. werden an Bord der Docklandungsschiffe der Canberra-Klasse mitgeführt. Mitte 2015 werden weitere vier Boote in Dienst gestellt, die zu Übungszwecken sowie als Ersatz– bzw. Austauschboote dienen sollen.[9] Diese Landungsboote sind nicht Nachfolger der ausgemusterten Boote der Balikpapan-Klasse.[10]
Patrouillenboote
Armidale HMAS Albany im Jahr 2010 AustralienAustralien Australien HMAS Armidale (ACPB 83)
HMAS Larrakia (ACPB 84)
HMAS Bathurst (ACPB 85)
HMAS Albany (ACPB 86)
HMAS Pirie (ACPB 87)
HMAS Maitland (ACPB 88)
HMAS Ararat (ACPB 89)
HMAS Broome (ACPB 90)
HMAS Bundaberg (ACPB 91)
HMAS Wollongong (ACPB 92)
HMAS Childers (ACPB 93)
HMAS Launceston (ACPB 94)
HMAS Maryborough (ACPB 95)
HMAS Glenelg (ACPB 96)
Minensuchboote
Huon HMAS Huon im Jahr 2010 AustralienAustralien Australien HMAS Huon (M 82)
HMAS Hawkesbury (M 83)
HMAS Norman (M 84)
HMAS Gasgoyne (M 85)
HMAS Diamantina (M 86)
HMAS Yarra (M 87)
Versorgungseinheiten
Sirius HMAS Sirius im Jahr 2009 Korea SudSüdkorea Südkorea /
AustralienAustralien Australien
HMAS Sirius (O 266) Der 2004 als MT Delos vom Stapel gelaufene Tanker wurde 2006 nach Umbauten an Stelle der HMAS Westralia (O 195) als Trossschiff der RAN in Dienst gestellt.[11]
Durance HMAS Succes im Juli 2009 FrankreichFrankreich Frankreich /
AustralienAustralien Australien
HMAS Success (OR 304) Der Flottenversorgungstanker wurde 1986 an Stelle der HMAS Supply (AO 195) in Dienst gestellt.[12]
Vermessungsschiffe
Leeuwin HMAS Leeuwin im Oktober 2013 AustralienAustralien Australien HMAS Leeuwin (A 245)
HMAS Melville (A 246)
Beide Schiffe wurden 2000 in Dienst gestellt. Zur Erweiterung ihres Einsatzbereichs führen sie je ein Festrumpfschlauchboot sowie drei Boote der Fantome-Klasse mit sich und können von ihrem Hubschrauberdeck aus einen Eurocopter AS 350 operieren lassen.
Paluma HMAS Benalla im Oktober 2013 AustralienAustralien Australien HMAS Paluma (A 01)
HMAS Mermaid (A 02)
HMAS Shepparton (A 03)
HMAS Benalla (A 04)
Die Katamarane wurden zwischen 1989 und 1990 in Dienst gestellt und sind unbewaffnet.
Einheiten mit ziviler Besatzung
Geo Bergen HMAS Succes im Juli 2009 NorwegenNorwegen Norwegen ADV Ocean Shield 2012 als Australian Defence Vessel (ADV) zur Unterstützung der amphibischen Einheiten in die RAN übernommen.[7]
Bandicoot MSA Bandicoot im Januar 2007 SingapurSingapur Singapur MSA Bandicoot (Y 298)
MSA Wallaroo (Y 299)
1991 als Minenabwehrfahrzeuge in Dienst gestellt sind beide Schiffe seit 2010 nur noch Reserve–Schlepper der RAN.
Young Endeavour STS Young Endeavour im September 2013 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich STS Young Endeavour 1988 im Dienst der RAN und dort dem Kommando der Mine Warfare, Hydrographic and Patrol Boat Force unterstellt, dient es hauptsächlich der seglerischen Schulung Jugendlicher im Rahmen des Programms „Young Endeavour Youth Scheme“.

Geplante Schiffe[Bearbeiten]

Die Royal Australian Navy plant den Bau von drei neuen Lenkwaffenzerstörern der Hobart-Klasse, die eine Verdrängung von etwa 7 000 Tonnen haben sollen. Sie sollen die bereits ausgemusterten drei Schiffe der Perth-Klasse ersetzten. Die Indienststellung des ersten Schiffes ist für Ende 2015 geplant.[13] Im Juni 2007 wurde der Auftrag zum Bau der Schiffe an die australische Werft ASC Shipbuilders vergeben. Das Design der Schiffe wird von der spanischen Firma Navantia übernommen, die sich gegen die Mitbewerber Blohm & Voss aus Deutschland und das amerikanische Unternehmen Gibbs & Cox durchsetzte. Die neuen Schiffe basieren auf der Álvaro-de-Bazán-Klasse und werden mit dem amerikanischen Aegis-Kampfsystem ausgestattet sein.

L 51 war die Kennung des Typschiffs der Kanimbla-Klasse, die durch Schiffe der Canberra-Klasse ersetzt wurde.
Die Adelaide vor ihrer Verschiffung mit der Blue Marlin im Dezember 2013

Zur Verbesserung der amphibischen Landekapazitäten wird voraussichtlich 2016 ein zweites Helikopter-Docklandungsschiff der Canberra-Klasse in Dienst gestellt,[14] dessen Design und Bau wieder die spanische Werft Navantia übernahm. Das neue Schiff wurde Adelaide getauft und wird die Schiffskennung L01 erhalten.[15] Wie auch zuvor schon ihr Typschiff, die HMAS Canberra, wird auch sie Namen wie Kennungsnummer einer der beiden ausgemusterten Fregatten der Adelaide-Klasse übernehmen.[14] Zusammen sollen beide Schiffe die Kapazitäten sowohl des Landungsschiffs HMAS Tobruk, das dann außer Dienst gestellt wird, als auch die der beiden Schiffe der früheren Kanimbla-Klasse ersetzen.[13] Nach Indienststellung der Adelaide werden sowohl HMAS Choules, als auch ADV Ocean Shield ausgemustert werden, die anschließend ihr Schwesterschiff im Dienst der australischen Zoll– und Grenzsicherungsbehörde ersetzen soll.[16]

Im Rahmen der Vorgaben des 2009 veröffentlichten Weißbuchs Defending Australia in the Asia Pacific Century: Force 2030 sollen die vorhandenen Vermessungsschiffe, die Patrouillen– und die Minenjagdboote, ähnlich dem britischen Future-Surface-Combatant-Programm, mittel– bis langfristig durch eine neue Klasse von Korvetten ersetzt werden. Die geplanten zwanzig neuen Offshore Combatant Vessels (OCV) sollen, wie die Schiffe der StanFlex– oder der Littoral Combat–Klassen, mit modularen Marineschiffssystemen ausgerüstet werden.

Ferner werden Nachfolger für die U-Boote der Collins-Klasse (Collins class submarine replacement project) sowie die Fregatten der ANZAC-Klasse gesucht. Damit verbunden ist eine Aufstockung der U-Boot-Flotte von sechs auf zwölf Einheiten bis ca. 2030.

Flottenstützpunkt Sydney

Flottenstützpunkte[Bearbeiten]

Marineflieger[Bearbeiten]

Die fliegerischen Verbände der RAN bestehen aus der nach dem Vorbild der gleichnamigen britischen Organisationseinheit geschaffenen Fleet Air Arm (FAA) sowie der Laser Airborne Depth Sounder Flight (LADS-Flight).

Fleet Air Arm[Bearbeiten]

Die FAA wurde am 3. Juli 1947 als Australian Navy Aviation Group ins Leben gerufen und gliedert sich heute in vier HubschrauberStaffeln mit den Nummern 723, 725, 808 und 816. Ihr Stützpunkt ist der Militärflugplatz HMAS Albatross bei Nowra. Befehligt wird die FAA vom Kommodore Vince Di Pietro.[17]

Seit 2000 die letzten Flugzeuge des Typs Hawker-Siddeley HS 748 ausgemustert wurden, operieren die Marineflieger der Fleet Air Arm (FAA) ausschließlich mit Hubschraubern. Ein Teil der Einheiten sind Bordhubschrauber der Fregatten. Darüber hinaus werden die Marinehubschrauber auch von den Amphibischen Hubschrauberträgern, den Docklandungsschiffen, den Schiffen der Leeuwin-Klasse und der ADV Ocean Shield aus eingesetzt.

Sikorsky S-70B2 der RAN

Aktueller Bestand

Hubschrauber[18] Herkunft Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Sikorsky S-70 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Transporthubschrauber S-70B2 16 Wird durch den Sikorsky MH-60 ersetzt
Sikorsky MH-60 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Transporthubschrauber MH-60R 0 24 Zulauf seit Dez. 2013
Eurocopter AS 350 Europaische UnionEuropäische Union Europäische Union Schulhubschrauber AS 350BA Squirrel 13
Bell 429 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Schulhubschrauber 3

Laser Airborne Depth Sounder Flight[Bearbeiten]

Die LADS-Flight wurde 1992 zwecks Kartografierung der Hoheitsgewässer Australiens etabliert und untersteht der RAN, wird aber vom Australian Hydrographic Service, der australischen Behörde für Seehydrographie, in Zusammenarbeit mit dem Entwickler des LADS-Systems betrieben. Der Laser Airborne Depth Sounder (LADS) ist ein, auf einem Nd:YAG-Laser basierendes System zur Vermessung des Meeresboden, das an Bord eines Turboprop-Flugzeugs stationiert ist. Bis 2009 war dies eine Fokker F-27 Friendship. Die LADS-Flight operiert vom internationalen Flugplatz in Cairns aus und wird seit Anfang 2015 von Lieutenant Commander Susanna Hung kommandiert.[19]

Die Maschine der LADS-Flight 2007 auf dem Flugfeld in Essendon

Aktueller Bestand

Flugzeuge[20] Herkunft Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Bombardier DHC-8 KanadaKanada Kanada Seeaufklärer Dash 8Q-200 1

Fliegerstützpunkte[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Nicholls, B.; Bluejackets and Boxers: Australia's Naval Expedition to the Boxer Uprising; Sydney 1986

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Royal Australian Navy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Senior Leadership Group. Auf: navy.gov.au
  2. AUSTRALIA'S FIRST FLEET The Sydney Morning Herald, 5. September 1891
  3. Hawthornwaite, Philip; The Colonial Wars Sourcebook; London 1995, ISBN 1-85409-196-4; S 285f
  4. Christoph Sydow: Umgang mit Bootsflüchtlingen. spiegel.de, 20. April 2015, abgerufen am 20. April 2015
  5. Peter Greener: Timing is Everything – The Politics and Processes of New Zealand Defence Acquisition Decision Making. Australian National University E Press, Canberra 2009. S. 31 & S. 42 (In unterschiedlichen Formaten online verfügbar, z. B. als PDF (ca. 860 KB))
  6. Decommissioning of HMAS Kanimbla. Am 18. August 2011 auf minister.defence.gov.au
  7. a b Ocean Shield the Navy’s newest humanitarian and disaster relief vessel. Am 3. Juni 2012 auf minister.defence.gov.au
  8. Peter Jones: Towards Self Reliance – A Period of Change and Uncertainty. In: David Stevens: The Royal Australian Navy – The Australian Centenary History of Defence, Band III. Oxford University Press, South Melbourne 2001, ISBN 0-19-555542-2. S.222
  9. Ridzwan Rahmat: Navantia launches Australia's last LHD landing craft. Am 30. April 2015 in: Jane's Navy International. (Online als Auszug)
  10. HMAS Wewak decommissioned. Am 11. December 2012 auf defence.gov.au
  11. Sirius delivered five weeks early. Im Oktober 2006 in: The Navy, Vol. 68, No. 4. S. 20 (Online (PDF, ca. 3,24 MB))
  12. Philip Ma: 3000 Up: 'Battle tanker' reaches a milestone. Im August 2008 in: The Navy, Vol. 51, No. 15. S. 16-17 (Online (PDF, ca. 4,2 MB))
  13. a b Seidler, Felix (2012): Australien als neue indo-pazifische Ordnungsmacht, IN: MarineForum, 09/2012, S. 14.
  14. a b Tim Fish: Australia awaits new LHDs for amphibious uplift. Am 25. Juli 2011 in: Jane's Defence Weekly
  15. Paul Berry: On the way to Australia. In: Navy News, Jahrgang 55, Nr. 16. vom 30. August 2012. S. 5 (Online (PDF, ca. 4,2 MB))
  16. David Ellery: Defence buys boat bound for Customs. Am 20. März 2012 auf smh.com.au
  17. Fleet Air Arm. Auf: navy.gov.au
  18. Stand Ende 2012; siehe: Flightglobal Special Report – World Air Forces 2013, S. 10. (Online im Dezember 2012 auf flightglobal.com via Wayback Machine (PDF, ca. 3,83 MB))
  19. Laser Airborne Depth Sounder. Auf: navy.gov.au
  20. Stand Mitte 2015; siehe: LADS II (Laser Airborne Depth Sounder). Auf: hydro.gov.au