Royal Australian Navy

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Royal Australian Navy
Naval Ensign of Australia.svg
Flagge der Royal Australian Navy
Aufstellung 1909
Land Flag of Australia.svg Australien
Streitkräfte Australian Defence Force
Truppengattung Teilstreitkraft Marine
Grobgliederung Fleet Air Arm Marineflieger

Submarine Service (U-Boot Flottille)
Patrol Boat Group (Schnellboot Flottille)
Clearance Diving Team (Kampftaucher)
Naval Reserve (Marinereserve)

Marinehauptquartier Canberra
Kommandeur
Oberkommandierender (Chief of Navy) Vizeadmiral Russell Crane

Die Royal Australian Navy (RAN) ist die Marine der australischen Streitkräfte. Bedingt durch die Insellage ist sie die wichtigste Teilstreitkraft des Landes und hat eine Stärke von ca. 12.500 Mann. Die Flotte umfasst 14 Lenkflugkörperfregatten und 6 U-Boote. Zusätzlich gibt es 16 Hubschrauber zur U-Bootabwehr und für SAR-Aufgaben.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Während der Besiedlung Australiens operierten die britischen Marinekräfte in den australischen Gewässern. Im Jahre 1859 wurde offiziell ein britischer Marinestützpunkt in Australien errichtet.

Die Befürchtung, die britische Marine könnte wegen des Krimkrieges aus australischen Gewässern abgezogen werden, führte dazu, dass 1857 für New South Wales (NSW) die Ketch Spitfire, bewaffnet mit einer 32-Pfünder in Port Jackson gebaut wurde. Ebenso in Dienst gestellt wurde die dampfgetriebene Schaluppe Victoria, mit 580 t, für diese Kolonie. Das Schiff nahm an der ersten überseeischen Landung australischer Seeleute, im Dezember 1860 in Neuseeland, teil.

Die Kolonie Victoria schuf 1861 eine Naval Brigade mit einer Mannschaftsstärke von zwei Kompanien. NSW folgte 1863 mit einer entsprechenden Einheit. Die Aufgabe dieser landbasierten Truppe war der Hafenschutz. Der Colonial Naval Defence Act ermöglichte eigenständige Seeverteidigug der Kolonien. 1868 stellte Victoria die in Jarrow gebaute Cerberus, bewaffnet mit 10 4-Zoll-Vorderladern und einige Kanonenboote in Dienst. NSW erwarb 1863 zu Ausbildungszwecken HMS Wolverine, ausgestattet 16 8-Zoll- einer 7-Zoll-Kanone und vier 40-Pfündern.

Plan der HMVS Albert aus Brassey´s 1888

1884 gelang der Firma Armstrong der Verkauf von fünf Kanonenbooten des von ihr entwickelten Rendell-Typs an die Kolonien. South Australia erhielt die dort als Kreuzer bezeichnete Protektor (921 t, 14,15 kn, ein 8 Zoll-, fünf 6-Zoll-Geschütze), Victoria die Victoria (544 t, 12,58 kn, ein 10 Zoll-Geschütz) und die Albert (361 t, 10,18 kn, ein 8 Zoll-, ein 6 Zoll-Geschütz) und Queensland die Paluma und Gayundah (beide 385 t, 10,5 kn, ein 8 Zoll-, ein 6 Zoll-Geschütz).

Die australischen Kolonien einigten sich 1887 darauf, das Royal Navy Auxiliary Squadron – unabhängig von den weiterbestehenden Squadronen der einzelnen Kolonien – zur Verteidigung der Heimatgewässer aufzustellen. Für dessen Unterhalt wurde eine Beihilfe an die Royal Navy gezahlt. Sie traf am 5. September 1891 mit den fünf Kreuzern HMS Katoomba, Wallaroo, Tauranga, Ringarooma, Mildura der Pearl-Klasse (von denen zwei in der Regel außer Dienst seien sollten) und den zwei Torpedokanonenbooten Boomerang und Karrakatta der Sharpshooter-Klasse in Sydney [1] ein.

Die Regierung von New South Wales entsandte den Kreuzer HMS Wallaroo (gebaut als Persian, 2575 t) zur Unterdrückung des Boxeraufstandes in chinesische Gewässer. Begleitet wurde sie von der gesamten Marine Süd-Australiens: dem 1884 gebauten Kreuzer Protector (920 t; 1 8-Zoll- und 5 6-Zoll-Kanonen). An Landungstruppen, die mit Feldgeschützen ausgerüstet waren, wurden 260 Mann aus NSW und 200 aus Victoria abgeordnet. Diese hatten eigentlich nach Südafrika in den Burenkrieg geschickt werden sollen. Nachdem sie in Hongkong mit neuen Waffen ausgerüstet worden waren kämpften sie in Tientsin und Peking, bis sie im März 1901 China wieder verließen.[2]

Nach dem Naval Agreement Act von 1903, der die Stationierung von Royal Navy Einheiten im Empire und die Beteiligung der Kolonien an den Kosten regelte, sollte das Geschwader der Australia Station aus einem Kreuzer 1. Klasse, zwei der 2. Klasse und vier der 3. Klasse bestehen, die die inzwischen veraltete Auxiliary Squadron ersetzen sollten. 1906 erreichte die Australia Station die vereinbarte Stärke mit dem älteren Geschützten Kreuzer 1.Klasse Powerful als Flaggschiff, den beiden neugebauten Kreuzern 2. Klasse Challenger und Encounter und der älteren Cambrian, sowie fünf Kreuzern 3.Klasse vom Typ Pelorus mit HMS Psyche, Pegasus, Prometheus, Pioneer und Pyramus. Die Challenger und die kleinen Kreuzer bildeten verstärkt auch Australier aus.

1909 entschied die britische Krone, eine eigene australische Flotte aufzustellen. Es wurde geplant, ein Schlachtschiff, drei Kreuzer, sechs Zerstörer, drei U-Boote und einige Versorgungsschiffe in Dienst zu stellen. Die ersten beiden Zerstörer, die Yarra und die Parramatta, trafen im November 1910 in australischen Gewässern ein. Im folgendem Juli 1911 verlieh König George V. der Flotte den Titel „Royal Australian Navy“. Im Juni 1912 traf ein dritter Zerstörer, die Warrego ein und 1913 wurde der Schlachtkreuzer Australia und zwei leichte Kreuzer (HMAS Sydney und Melbourne) in Dienst gestellt. Eine Marineakademie zur Ausbildung der Flottenoffiziere wurde 1915 in Jervis Bay eröffnet.

HMAS Australia

[Bearbeiten] 1914 bis 1918

Bei Kriegsausbruch 1914 verfügte die Flotte über den Schlachtkreuzer HMAS Australia, vier leichte Kreuzer (Sydney, Melbourne, Encounter, Pioneer), drei Zerstörer (Yarra, Parramatta, Warrego), zwei U-Boote (AE1,AE2) und verschiedene Versorger. Die Flotte wurde in die britische Royal Navy integriert und auf allen Kriegsschauplätzen eingesetzt. Die Flotte unterstützte die Marineinfanterie bei der Besetzung der damals kaiserlich deutschen Kolonien im Pazifik, z. B. Neu-Guinea. Danach war die Marine hauptsächlich mit der Eskortierung von Konvois beschäftigt. Die Flotte unterstützte die Schlacht um Gallipoli und die australische Marine eröffnete auch die Seeschlacht an den Dardanellen. Während dieser Kampfhandlungen verlor die Marine einen Kreuzer und zwei U-Boote.

[Bearbeiten] 1919 bis 1938

In 1924 wurde die Flotte um sechs U-Boote und sechs Zerstörer ergänzt. Die Bevölkerung der Solomonen erhob sich 1927 gegen die britische Kolonialregierung, die den Aufstand mit einer militärischen Strafexpedition niederschlug. An diesen Kampfhandlungen war die australische Flotte beteiligt. 1928 erhielt die Flotte zwei schwere Kreuzer der Kent-Klasse. In den zwanziger und den frühen dreißiger Jahren wurde das Budget für die Flotte gekürzt. Trotzdem wurde 1929 ein Seeflugzeugtender in Dienst gestellt. Fünf weitere alte Zerstörer wurden 1933 angeschafft. Ab 1935 wurden drei leichte Kreuzer der Amphion-Klasse von der Royal Navy angekauft, die auch mit dem Seeflugzeugtender Albatros bezahlt wurden.

[Bearbeiten] 1939 bis 1945

HMAS Canberra
HMAS Sydney

Bei Kriegseintritt Großbritanniens und Australiens verfügte die Flotte unter dem britischen Konteradmiral Wilfred Custance über zwei Schwere (HMAS Canberra, Australia) und drei Leichte Kreuzer (Sydney, Hobart, Perth), drei Zerstörer (Vampire, Vendetta, Voyager), zwei Escort Sloops (Swan, Yarra) und das Vermessungsschiff Moresby. Dazu kamen noch das Depotschiff Penguin und in Reserve der ältere Kreuzer Adelaide und die beiden Zerstörer Stuart und Waterhen.

Zu den im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Schiffen zählten:

Unter dem Kommando der britischen Royal Navy operierte die Flotte auf allen Seekriegsschauplätzen.

[Bearbeiten] Schiffe

[Bearbeiten] Präfix der Schiffe

Alle Kriegsschiffe der Royal Australian Navy tragen als Namensbestandteil den Präfix (Ship prefix) HMAS = Her bzw. His Majesty's Australian Ship.

[Bearbeiten] Aktueller Bestand

HMAS Canberra (FFG 02)
HMAS Rankin (SSG 78)

[Bearbeiten] Geplante Schiffe

Die Royal Australien Navy plant den Bau von drei neuen Lenkwaffenzerstörern der Hobart-Klasse, die eine Verdrängung von etwa 7 000 Tonnen haben sollen. Sie sollen die bereits ausgemusterten drei Schiffe der Perth-Klasse ersetzten. Die Indienststellung des ersten Schiffes ist für Ende 2015 geplant. Im Juni 2007 wurde der Auftrag zum Bau der Schiffe an die australische Werft ASC Shipbuilders vergeben. Das Design der Schiffe wird von der spanischen Firma Navantia übernommen, die sich gegen die Mitbewerber Blohm & Voss aus Deutschland und des amerikanischen Unternehmens Gibbs & Cox durchsetzte. Die neuen Schiffe basieren auf der Álvaro-de-Bazán-Klasse und werden mit dem amerikanischen Aegis-Kampfsystem ausgestattet sein.

Zur Verbesserung der amphibischen Landekapazitäten werden zwischen 2014 und 2015 zwei neue amphibische Docklandungsschiffe der Canberra-Klasse in Dienst gestellt werden. Diese sollen das Landungsschiff HMAS Tobruk und eines der beiden Schiffe der Kanimbla-Klasse ersetzen. Sie sollen eine Verdrängung zwischen 22.000 und 27.000 Tonnen haben. Die beiden Schiffe werden auf die Namen HMAS Canberra und HMAS Adelaide getauft werden. Dies ist möglich, da die beiden gleichnamigen Fregatten der Adelaide-Klasse bis 2006 ausgemustert wurden. Das Design übernimmt auch hier die spanische Navantia basierend auf der voraussichtlich 2011 in Dienst gestellten Juan Carlos I.

[Bearbeiten] Hubschrauber

Stand Ende 2010

Flugzeug Herkunft Verwendung Version Aktiv Eingelagert Bestellt Anmerkungen
Kampfhubschrauber
NHIndustries NH-90 Europaische UnionEuropäische Union Europäische Union Taktischer Mehrzweckhubschrauber NH-90 MRH 5
Sikorsky S-70/MH-60 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Transporthubschrauber S-70B2
MH-60R
16
0
0
24
Ersatz durch MH-60
Zulauf 2014-2018
Westland Sea King Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Seenotrettung Sea King Mk.50A 6
Schulflugzeuge und -hubschrauber
Agusta A109 ItalienItalien Italien Schulhubschrauber A109 2
Eurocopter AS 350 Europaische UnionEuropäische Union Europäische Union Schulhubschrauber AS 350 13

[Bearbeiten] Flottenstützpunkte

Flottenstützpunkt Sydney

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Nicholls, B.; Bluejackets and Boxers: Australia's Naval Expedition to the Boxer Uprising; Sydney 1986

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. AUSTRALIA'S FIRST FLEET The Sydney Morning Herald, 5. September 1891
  2. Hawthornwaite, Philip; The Colonial Wars Sourcebook; London 1995; ISBN 1-85409-196-4; S 285f

[Bearbeiten] Weblinks

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