Bad Heilbrunn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bad Heilbrunn
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Bad Heilbrunn hervorgehoben
Koordinaten: 47° 45′ N, 11° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Bad Tölz-Wolfratshausen
Höhe: 682 m ü. NN
Fläche: 40,32 km²
Einwohner: 3782 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83670
Vorwahl: 08046
Kfz-Kennzeichen: TÖL
Gemeindeschlüssel: 09 1 73 111
Gemeindegliederung: 34 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Badstraße 3
83670 Bad Heilbrunn
Webpräsenz:
Bürgermeister: Thomas Gründl (CSU)

Bad Heilbrunn ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und seit 2005 heilklimatischer Kurort.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Bad Heilbrunn liegt an einer der nördlichsten Ausbuchtungen der Alpen im südlichen Bayern. Das "Stallauer Eck" (1216 m), der Hausberg, gehört neben Zwiesel (1348 m) und Blomberg (1237 m) zu den nächstgelegenen Bergen. Es ist eingebettet zwischen Isar und Loisach und zwischen den Städten Penzberg im Westen und Bad Tölz im Osten. Im Norden ist die nächste Stadt Geretsried, welche auch, nach Einwohnerzahl, die größte im Landkreis ist. Vielen Pendlern dient Bad Heilbrunn oder die Umgebung wegen der günstigen Verkehrssituation (A 8, A 95, S-Bahn in Wolfratshausen und Holzkirchen, BOB in Bad Tölz) und der bevorzugten Lage als Wohnort, da im Norden ungefähr 50 Minuten (60 km) entfernt München liegt. Seen und Weiher: Die am häufigsten genutzte lokale Bademöglichkeit ist der Schönauer Weiher, ein natürlicher Moorsee mit Duschen und Umkleidekabinen, kostenfrei. In der weiteren Umgebung existieren weitere Moorseen. Diese sind aber selbst der einheimischen Bevölkerung oft unbekannt und dafür umso ruhiger und je nach Geschmack auch schöner. Das ehemalige Heilbrunner Freibad (nahe Gasthof Reindlschmiede) war ein mit Moorwasser gespeistes künstliches Bad. Ab Juli 2006 war dies Freibad wegen Auftretens von Blaualgen gesperrt. Eine Sanierung wurde vom Gemeinderat wegen zu hoher Kosten verworfen und das Bad im Herbst 2007 in einen Teich umgewandelt.

Weitere Bäder sind in Bichl (Gebirgsfreibad), Benediktbeuern (Alpenwarmbad) und Bad Tölz (Eichmühle, Alpamare (Bad Tölz)). Die nächsten (Bade-)Seen sind der Sylvenstein-Stausee, der Tegernsee, der Kochelsee und "Spaßbad" Trimini, der Starnberger See und der Walchensee.

Die Deutsche Alpenstraße führt genauso wie der Bodensee-Königssee-Radweg durch Bad Heilbrunn.

[Bearbeiten] Geschichte

Keltische Zeugnisse lassen darauf schließen, dass die Gegend um Bad Heilbrunn schon in der Frühzeit wegen seiner Heilquellen (hoher Iod-und Salzgehalt) bekannt war. Anscheinend wurde Salz aus der Quelle gewonnen. Später wurde die Quelle von den Hunnen zugeschüttet.

Im 8. Jahrhundert wurde die Benediktiner-Abtei in Benediktbeuern gegründet. Zu ihr gehörte auch lange Zeit nach der Wiederentdeckung die Iodquelle.

Die Quelle wird erstmals in der Dorfgeschichte 1159 schriftlich erwähnt. In der Folgezeit ist das Heilwasser überregional bekannt geworden, so dass 1253 eine Kirche neben der Quelle erbaut wird. Vom zugehörigen Friedhof lässt sich tief ins Loisachtal blicken.

Als erster Adliger besucht 1537 Wilhelm IV., Herzog von Bayern, zunächst allein, Heilbrunn.

1544 kommt Wilhelm IV. mit seiner Frau zur Kur nach Heilbrunn.

Die Kurfürstin Henriette Adelheid von Savoyen, die Frau des Kurfürsten Ferdinand Maria von Bayern, geht in Heilbrunn 1659 samt großem Gefolge zur Kur. Begründet wurde der Aufenthalt in der Nähe der Quelle mit der Kinderlosigkeit, die das Fürstenehepaar sieben Jahre lang plagte. Wenig später gebar sie den ersehnten Thronfolger Max Emanuel, später bekannt als der Blaue Kurfürst und, mit Prinz Eugen, der Retter von Wien während der Belagerung durch die Türken. Mit dem Heilerfolg, dem man der Jod-Quelle zusprach, wurde Heilbrunn "Kurfürstliches, königlich-bayerisches Hofbad", welches sechs Generationen lang das Hofbad der Münchner Fürsten war.

Das große Badehaus, auf dessen Überresten das heutige Pfarrhaus steht, wird 1730 gebaut.

König Ludwig I. lässt die Quelle 1832 nach der Kurfürstin Adelheid in Adelheidquelle umbenennen.

Die spätere Jodquellen AG kauft 1920 die Bad Heilbrunner Jodquelle.

Bad Heilbrunn erhält 1934 das Prädikat Heilbad. Der Park bei der Parkvilla erhält mit Genehmigung des Hauses Wittelsbach 1995 den Namen Adelheid-Park.

Bad Heilbrunn erhält 2005 das Prädikat Heilklimatischer Kurort.

[Bearbeiten] Politik

Jahre lang war die CSU stärkste Partei bei regionalen Wahlen. Seit der Kommunalwahl 2008 hat sie jedoch ihre Mehrheit verloren und stellt im 17-köpfigen Gemeinderat nur noch 8 Gemeinderäte. Zweitstärkste Kraft sind die Freien Wähler mit 7 Sitzen. Außerdem sind die Grünen jetzt mit 2 Sitzen im Gemeinderat vertreten.

[Bearbeiten] Wirtschaft

Bad Heilbrunner Rathaus
Bad Heilbrunner Rathaus

Überregional bekannt geworden ist Bad Heilbrunner Tee, nicht zuletzt durch die Werbung beim Fußballverein TSV 1860 München. Der größte Arbeitgeber in Bad Heilbrunn ist die Fachklink/Rehaklinik für physikalische Medizin und medizinische Rehabilitation, welche 1988 eröffnet wurde und inzwischen fester Bestandteil des ganzjährigen Kurangebots ist. Die Fachabteilungen Orthopädie, Neurologie/Neuropsychologie und Innere Medizin sowie Transplantationsmedizin bilden dabei die Schwerpunkte.

Insgesamt verzeichnet der Heilklimatische Kurort 900 Gästebetten mit jährlich knapp 190.000 Übernachtungen. Diese Anzahl ist aber in den letzten Jahren durch die Reformen und Sparvorhaben im Gesundheitssystem zurückgegangen.

[Bearbeiten] Dorfgliederung

34 Ortsteile: Bad Heilbrunn, Achmühl, Baumberg, Bernwies, Bocksberg, Fletzen, Graben, Hinterstallau, Hohenbirken, Hub, Karpfsee, Kiensee, Langau, Letten, Linden, Mürnsee, Nantesbuch, Oberbuchen, Oberenzenau, Obermühl, Obersteinbach, Ostfeld, Podling, Ramsau, Reindlschmiede, Schönau, Unterbuchen, Unterenzenau, Unterkarpfsee, Untersteinbach, Voglherd, Weiherweber, Wiesweber, Wörnern.

Bad Heilbrunner Kirche
Bad Heilbrunner Kirche

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Erst vor wenigen Jahren wurde die Park-Villa, erbaut um 1920 von Gabriel von Seidl, komplett saniert und in ein modernes Gesundheitszentrum und Tagungszentrum umgewandelt. In der Kurvilla existiert ein kleines Café mit Sonnenterrasse, von der aus man die Aussicht über das Loisachtal genießen kann.

Die in Privatbesitz befindliche Jod-Quelle und die Wandelhalle wurden Anfang 2005 durch die Jod AG geschlossen. Aus diesem Grunde hat die Gemeinde das Prädikat "Heilklimatischer Kurort" erworben und hierzu eigens die Bad Heilbrunner Klima-Terrainkur entwickelt.

Sehenswert ist die barocke Kirche im Zentrum mit Fresken "rund um das (Heil-)Wasser".

Gern genutzt wird auch der Klettergarten mit Schwierigkeitsstufen von 2 bis 5. Er befindet sich in Ortsnähe und kann, dank einer beheizten Halle, auch im Winter besucht werden.

Weiterhin beheimatet Bad Heilbrunn eines der größten Fitness-Center im bayerischen Oberland, das "Vitarea", im Gewerbepark. Die dortige Saunalandschaft und der Beachvolleyballplatz sind Anziehungspunkte für Jung und Alt.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

Im Zauberkabinett findet seit 1998 etwa 200 mal im Jahr das Zauberfondue statt.

Im Frühjahr finden seit einigen Jahren die "Ramstage" statt, bei denen sich alles um den Bärlauch (altbayrisch: Rams) dreht.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Bad Heilbrunn – Bilder, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge