Icking

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Icking
Icking
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Icking hervorgehoben
47.9511.433333333333636Koordinaten: 47° 57′ N, 11° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Bad Tölz-Wolfratshausen
Höhe: 636 m ü. NHN
Fläche: 16,99 km²
Einwohner: 3653 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 215 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82057
Vorwahlen: 08178 (08171)
Kfz-Kennzeichen: TÖL, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 73 130
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mittenwalder Straße 6
82057 Icking
Webpräsenz: www.icking.de
Bürgermeisterin: Margit Menrad (UB)
Lage der Gemeinde Icking im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
Starnberger See Ammersee Österreich Landkreis Ebersberg Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Miesbach Landkreis München Landkreis Rosenheim Landkreis Starnberg Landkreis Weilheim-Schongau Wolfratshauser Forst Pupplinger Au Pupplinger Au Bad Heilbrunn Bad Tölz Benediktbeuern Bichl Dietramszell Egling Eurasburg (Oberbayern) Gaißach Geretsried Greiling Icking Jachenau Kochel am See Königsdorf (Bayern) Lenggries Münsing Reichersbeuern Sachsenkam Schlehdorf Wackersberg WolfratshausenKarte
Über dieses Bild

Icking ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Geographie[Bearbeiten]

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Attenhausen
  • Dorfen
  • Holzen
  • Icking
  • Irschenhausen
  • Meilenberg
  • Obere Alpe
  • Schlederloh
  • Schützenried
  • Spatzenloh
  • Wadlhausen
  • Walchstadt

Geschichte[Bearbeiten]

St. Anian in Icking Irschenhausen

Der Ort gehörte zum Rentamt München bzw. zum Landgericht Wolfratshausen des Kurfürstentums Bayern und war bis zur Säkularisation eine offene Hofmark des Klosters Schäftlarn. Icking wurde 1818 im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern eine selbstständige politische Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Dorfen eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 hat der Gemeinderat 16 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,7 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

CSU     3 Sitze 21,3 %
SPD 1 Sitz 7,4 %
GRÜNE 2 Sitze 9,8 %
Parteifreie Wählergemeinschaft 3 Sitze 18,6 %
Unabhängige Bürgerliste e.V. 5 Sitze 28,0 %
Ickinger Initiative 2 Sitze 15,0 %

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Geteilt; oben gespalten von Grün und Silber, vorne ein silbernes Tatzenkreuz, hinten ein rot gezungter, wachsender schwarzer Hundekopf; unten in Silber ein grüner Dreiberg, der mit einem silbernen Wellenbalken belegt ist.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Icking führt die Isartalbahn, die ehemals von München nach Bichl führte, seit 1972 jedoch in Wolfratshausen endet. An dieser befindet sich der 1891 zeitgleich mit der Isartalbahn eröffnete Bahnhof Icking, der heute zwei Gleise an Seitenbahnsteigen besitzt. Die Strecke wird im 20-Minutentakt von der Linie S7 der S-Bahn München bedient, die von Wolfratshausen nach Kreuzstraße führt. Icking befindet sich im Bereich des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV).

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Das Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium Icking (ehem. Gymnasium Icking) wurde 1921 durch eine Elterninitiative gegründet. Am 23. August 1960 wurde der Vertrag unterzeichnet, der aus dem Gymnasium eine staatliche Anstalt machte. Heute verfügt das Gymnasium über drei Ausbildungsrichtungen: sprachlich, naturwissenschaftlich-technologisch und humanistisch. Zurzeit besuchen etwa 920 Schüler[3] das Gymnasium. Die Umbenennung in Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium erfolgte am 14. April 2011.[4]

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Beachvolleyball-Anlage, Skisprungschanze (außer Betrieb), Fußballplatz (Hartplatz), Sporthallen der Grundschule und Gymnasium, Tennisplatz.

Kulturelle Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Ickinger Konzertzyklus: drei Konzerte an drei Sonntagen im Herbst, seit 2000[5]
  • Ickinger Frühling: Internationales Streichquartettfestival, ab 2014[6]

Persönlichkeiten aus/in Icking[Bearbeiten]

  • Herta Pfister (* 1918), Malerin, Autorin, 1970-1982 Landesvorsitzende des katholischen deutschen Frauenbundes (KDFB), Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und des Bayerischen Verdienstordens
  • Dieter Borsche, deutscher Schauspieler. Hatte seinen Wohnsitz in Icking zu Beginn der 1960er Jahre.
  • Rosalie Braun-Artaria, Schriftstellerin und Journalistin. Verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Schlederloh und starb dort 1918.
  • Bernhard Buttersack, Maler, starb am 6. Mai 1925 in Icking.
  • Klaus Doldinger, einer der bekanntesten deutschen Jazzmusiker (Passport), lebt in Icking. Er verband als erster Jazzmusiker in Deutschland Pop- und Jazzmusik in der Formation Paul Nero Sounds 1968. Er spielte Saxophon als Autodidakt, hatte aber eine Ausbildung als Pianist und wurde auch bekannt als Filmmusik-Komponist und Bandleader.
  • Adolf Erbslöh, Maler, Wegbereiter der modernen Kunst, lebte und starb in Irschenhausen.
  • O. W. Fischer, Österreicher, Schauspieler. Lebte in den 1960er Jahren auf dem von ihm erbauten „Katzenschlössl“ in Irschenhausen.
  • Gert Fröbe lebte viele Jahre in Icking. Er wurde 1988 auf dem Waldfriedhof in Icking bestattet.
  • Jost Herbig, gestorben 1994, Wissenschaftsautor und Kunstsammler, lebte in Icking.
  • Max W. Kimmich (1893–1980), Filmregisseur und Drehbuchautor, lebte ab der Nachkriegszeit bis zu seinem Tod in Icking.
  • Sybille Krafft ist eine deutsche Filmemacherin und Schriftstellerin.
  • Peter Kremer, deutscher Schauspieler („Siska“) lebt in Irschenhausen.
  • Marianne Langewiesche (1908–1979), Schriftstellerin, geboren am 16. November 1908 in Irschenhausen.
  • D. H. Lawrence, englischer Schriftsteller. Wohnte in Irschenhausen im September 1927.
  • Rüdiger Lorenz, Filmproduzent und Regisseur, lebt in Icking.
  • Golo Mann, deutscher Historiker, Schriftsteller und Philosoph.
  • Erich von Manstein war ein deutscher Heeresoffizier in der Wehrmacht und starb am 10. Juni 1973 in Irschenhausen.
  • Rainer Maria Rilke hielt sich Ende August/Anfang September 1914 im Ortsteil Irschenhausen zur Sommerfrische auf.[7] Das damalige Wohnhaus erinnert mit einer Gedenktafel daran. Nach ihm wurde das in Icking liegende Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium Icking 2011 umbenannt (vorher Gymnasium Icking).
  • Else Rosenfeld (1891–1970), Sozialarbeiterin und Schriftstellerin, wohnte in Icking.
  • Adolf Schleicher (1887–1982), Maler und Kunstpädagoge mit eigener Schule, lebte seit 1926 in dem von ihm gebauten - jetzt denkmalgeschützten - Haus am Schleichersteig. Er war Begründer der „Ickinger Sonntagsgespräche“. Sein Grab ist auf dem Ickinger Waldfriedhof.
  • Gebhard Werner von der Schulenburg, Schriftsteller, Publizist, Theater-Autor und Widerständler, lebte 1936 in Irschenhausen.
  • Leo Geyr von Schweppenburg starb am 27. Januar 1974 in Irschenhausen.
  • Richard Wachsmuth war ein großer Physiker und starb am 1. Januar 1941 in Icking.
  • Jan Weiler, Journalist und Autor, lebt mit seiner Familie in Icking.
  • Else Wenz-Viëtor, Kinderbuchillustratorin * 30. April 1882 in Sorau, (Nieder-Lausitz); † 29. Mai 1973 in Icking
  • Alice Spies-Neufert, Buchautorin und Aktivistin, * 1896 in Düsseldorf; † 1990 in Stuttgart, lebte von 1950 bis kurz vor ihrem Tod in der Künstlerkolonie Schlederloh bei Icking.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Icking – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 568.
  3. Mitteilung der Schule 4/2014
  4. merkur-online.de: Jetzt darf Rilke auf den Briefkopf vom 14. April 2011 (abgerufen am 27. April 2011)
  5. Homepage des Ickinger Konzertzyklus
  6. Homepage des Ickinger Frühling
  7. Was tut der Russe hier? Rilke in Irschenhausen. literaturportal-bayern.de, abgerufen 7. April 2014