Sexsymbol

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Latin Lover Rudolph Valentino
Sexsymbol Jane Russell, 1945

Ein Sexsymbol ist eine berühmte Person, männlich oder weiblich, die von der Allgemeinheit als sexuell attraktiv wahrgenommen wird. Der Ausdruck wurde erstmals im Jahr 1911 verwendet.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Zu Sexsymbolen wurden zunächst vor allem Gestalten aus religiösen und mythologischen Texten stilisiert wie Venus, Eva (Dürers Bild: Adam und Eva), Helena, Delila, Salome oder Nymphen. Personen der Geschichte wie Madame du Barry können ebenfalls als Sexsymbol ihrer Zeit angesehen werden. Jedoch trifft der Ausdruck Schönheitsideal in den genannten Fällen eher zu.

Sexsymbole im Medienzeitalter[Bearbeiten]

Elvis Presley, Sexsymbol der Rock'n'Roll-Ära, 1957

Die Filmindustrie spielte eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Sexsymbolen. Sie verbreitete das Bild der schönen Menschen in der Welt, speziell in der Zeit des Stummfilms, als noch keine Sprachbarrieren existierten. Eines der ersten Sexsymbole war die dänische Schauspielerin Asta Nielsen in den 1910er und 1920er Jahren.

William Fox (er gründete 1915 die Fox Film Corporation) entdeckte das Potential der bis dahin unbekannten Schauspielerin Theda Bara (1885–1955) und baute sie ab 1915 mit einer bis dahin beispiellosen Publicity-Kampagne zum ersten Vamp bzw. Sexsymbol der Kinogeschichte auf. Weitere Stars aus der Frühzeit des Studios waren Betty Blythe (* 1887) und die Schwimmerin Annette Kellermann (* 1887).

Sexsymbole im Hollywood-Kino[Bearbeiten]

Das Hollywood-Kino brachte (mit) die ersten Sexsymbole hervor: den Tänzer und Schauspieler Rudolph Valentino (1895 - 1926) in den 1920er sowie Mae West (1893 - 1980) in den 1930er Jahren. West stellte sexuelle Reize nicht durch einen Mangel an Textilien sondern durch zweideutige Situationen und Dialoge in ihren Filmen dar. Ihr folgten Platinbombe Jean Harlow, Marlene Dietrich sowie die Liebesgöttin Rita Hayworth als Sexsymbole. Die Zensur ließ keine allzu gewagten Filmszenen zu. So deutet Hayworth in Gilda (1946) einen Striptease nur an, indem sie einen ihrer Handschuhe auszieht. Marlene Dietrich äußerte sich später:

„Damals sprach man nicht über Sex. Sex war tabu zur Zeit der Glamour Girls. Mae West sagte einmal zu mir: „Wir müssen alles mit den Augen machen“. Und so machten wir es dann auch.“

In den 1950er Jahren lockerte sich die Moral. Pin-up-Girls wurden beliebt und ein Teil der Massenmedien. Die Sexbombe (im Amerikanischen Bombshell) war ein beliebter Hingucker im Kino. Stars wie Jayne Mansfield stellten ihren Sexappeal offen zur Schau. Marilyn Monroe, die ihre Karriere als Pin-up-Model sowie in ihren früheren Nebenrollen als Sexbombe startete, gilt bis heute als das Sexsymbol. Männliche Idole wie Gary Cooper, Clark Gable und Sean Connery galten als Frauenschwarm oder Herzensbrecher. Je freizügiger das Kino wurde, umso mehr spielte der perfekte Körper eine wichtige Rolle, um von den Medien als Sexsymbol vermarktet werden zu können. Brad Pitt, David Hasselhoff, George Clooney, Angelina Jolie, Megan Fox, Pamela Anderson und Scarlett Johansson stehen heutzutage durchaus in der Tradition populärer Sexsymbole wie Valentino, Hayworth oder Monroe.

Auch heute ist das Medium Film noch wichtig, obwohl Sexsymbole oft durch das Fernsehen kreiert und verbreitet werden, beispielsweise durch Seifenopern oder Musikvideos. Viele Supermodels der Modeindustrie und auch Spitzensportler werden ebenfalls als Sexsymbole angesehen. Jugendliche sehen ihre Idole ebenfalls oft als Sexsymbole an; insbesondere Mitglieder von „Boygroups“ oder „Girlgroups“ werden von ihren Fans oft so wahrgenommen. Auch wenn Fans die sexuelle Anziehung meist auf ein Mitglied der Gruppe projizieren, so wird doch meist die gesamte Gruppe assoziativ als sexuell attraktiv wahrgenommen und erhält den Status eines Sexsymbols.

Lolicon-Kunst

Fiktive Charaktere als Sexsymbole[Bearbeiten]

Fiktive animierte und/oder virtuelle Charaktere werden manchmal auch so populär, dass sie zu einem Sexsymbol werden. Die Cartoon-Figur Betty Boop aus den 1930er Jahren gilt als erstes fiktives Sexsymbol. Speziell von Liebhabern der japanischen Anime, Manga oder Computerspielen (Erogē, Ren’ai-Adventure, Ren’ai-Simulationen), die japanisch als Otaku bezeichnet werden, erscheinen regelmäßig fiktive Charaktere (Bishōjo bzw. Bishōnen) in von Fans produzierten Dōjinshi. Dabei sind einige erotischer (Ecchi) oder pornografischer (Hentai) Natur.

Neben Anime und Manga sind auch westliche Zeichentrick-Figuren und Charaktere von Videospielen die Quelle für eine Anzahl fiktiver Sexsymbole. Beispiele hierfür sind u. a. der Computerspiel-Charakter Lara Croft und zahlreiche Superhelden aus „Comics“ und deren späteren Verfilmungen, wie z. B. Catwoman oder Superman.

Die Spielzeugfigur Barbie wird im Allgemeinen auch als Verkörperung eines Sexsymbols angesehen.

Androgyne Sexsymbole[Bearbeiten]

In einigen Fällen erhalten Personen, die androgyne Züge zeigen, ebenfalls den Status eines Sexsymbols. Populäre Beispiele hierfür sind der Künstler Andy Warhol, die Musiker David Bowie und Iggy Pop, der britische Komödiant Eddie Izzard oder Frank N. Furter, der Protagonist der Rocky Horror Show, sowie Anhänger der Visual-Kei-Szene (Mana, Gazette, An Cafe usw.)

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Sexsymbol – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Quellen zu einzelnen hier aufgeführten Menschen, die in der publizistischen Öffentlichkeit als Sexsymbole gelten:

  1. Word Origin & History