Sigillo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sigillo
Kein Wappen vorhanden.
Sigillo (Italien)
Sigillo
Staat: Italien
Region: Umbrien
Provinz: Perugia (PG)
Koordinaten: 43° 20′ N, 12° 45′ O43.33111111111112.742222222222490Koordinaten: 43° 19′ 52″ N, 12° 44′ 32″ O
Höhe: 490 m s.l.m.
Fläche: 26,34 km²
Einwohner: 2.464 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 94 Einw./km²
Postleitzahl: 06028
Vorwahl: 075
ISTAT-Nummer: 054049
Volksbezeichnung: Sigillani
Schutzpatron: Sant’Anna (26. Juli)
Website: Gemeinde Sigillo
Panorama von Sigillo
Panorama von Sigillo

Sigillo ist eine Gemeinde mit 2464 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Provinz Perugia in der Region Umbrien in Italien.

Geografie[Bearbeiten]

Die Lage von Citerna in der Provinz Perugia

Die Gemeinde erstreckt sich über ca. 26 km². Die Gemeinde liegt ca. 38 km nordöstlich von Perugia an der Grenze zur Region Marken in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2287 GR/G. Der Ort liegt nahe dem Monte Cucco (1566 Höhenmeter) an der historischen Via Flaminia sowie der heutigen Strada Statale 3 Via Flaminia und ist Teil der Comunità montana dell’Alto Chiascio[2].

Zu den Ortsteilen (Frazioni) gehören Fontemaggio, Val di Ranco und Scirca (auch Villa Scirca genannt, 505 Höhenmeter, ca. 100 Einwohner, liegt am gleichnamigen Fluss).

Die Nachbargemeinden sind Costacciaro, Fabriano (AN), Fossato di Vico und Gubbio.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde von den Römern Suillium genannt. Er war Municipium im Regio VI Umbria (6. Region Umbrien) der Regioni dell’Italia augustea. Während der Gotenkriege wurde der Ort von Totila fast vollständig zerstört und danach von den Langobarden wieder aufgebaut. In der Mitte des 6. Jahrhunderts wurde Sigillo Teil des byzantinischen Reiches, nach deren Niederlage gelangte der Ort 751 unter die Herrschaft der Grafen aus Spoleto. Ab 996 gehörte der Ort zum Lehnswesen von Otto III., der den Ort an die Grafen Conti Vico di Fossato di Vico aus Fossato di Vico zur Verwaltung gab. Im 13. Jahrhundert stand der Ort unter dem Einfluss von Gualdo Tadino, Gubbio und Perugia, wobei sich Perugia 1274 durchsetzte, den Ort führte und die Festung errichtete. Nach dem Frieden von Bologna 1370 unterstand der Ort dem Kirchenstaat, kehrte aber bald unter die Herrschaft von Perugia zurück, wo die Gemeinde bis ins 18. Jahrhundert verblieb und am Anfang des 15. Jahrhunderts an dessen Seite gegen Braccio da Montone antrat. Von 1809 bis 1814, der Zeit unter Napoleon Bonaparte, gehörte es zum Département Trasimène und kam danach 1816 wieder zum Kirchenstaat, bei dem es bis zum 16. September 1860 verblieb und danach im Zuge des Risorgimento zu Italien stieß[3].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die römische Brücke Ponte Spiano
  • Chiesa Parrocchiale di Sant’Andrea Apostolo Kirche im Ortszentrum
  • Chiesa di Sant’Agostino, Kirche im Ortszentrum, entstand von 1788 – 1791 über der älteren Kirche Chiesa di Santa Caterina, von der noch die Krypta existiert. Enthält das Leinwandgemälde Annunciazione dell’Insigne des hier geborenen Künstlers Ippolito Borghesi, der das Werk 1616 erschuf.
  • Chiesa di Sant’Anna, auch Oratorio di Sant’Anna oder Chiesa del Cimitero (Friedhofskirche) genannt, beinhaltet Fresken von Matteo da Gualdo. Die Fassade stammt von 1507.
  • Chiesa di Santa Maria Assunta, Kirche im Ortsteil Scirca, enthält von Matteo da Gualdo das 1484 entstandene Fresko Madonna del Gonfalone.
  • Ponte Etrusco (auch Ponte dei Pietroni genannt), liegt 2,5 km nördlich der Stadt an der Via Flaminia und entstand im 3. Jahrhundert.
  • Ponte Romano (auch Spiano genannt), 3,2 Meter lange römische Brücke über den Fluss Fonturci, liegt 2 km nördlich der Stadt an der Via Flaminia nahe dem Ortsteil Scirca. Die Brücke entstand im 1. Jahrhundert[4].
  • Santuario della Madonna Assunta in Cielo (auch Santa Maria di Montecupo genannt), Sanktuarium im Ortsteil Scirca aus dem 12. Jahrhundert mit Campanile aus dem Jahr 1250. Enthält Werke von Ottaviano Nelli (Gubbio, 1375 – 1444).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sigillo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Offizielle Webseite der Comunità montana dell’Alto Chiascio zu Sigillo, abgerufen am 11. Februar 2012 (ital.)
  3. Offizielle Webseite von Gemeinde Sigillo zur Geschichte, abgerufen am 10. Februar 2012 (ital.)
  4. Webseite von Guancia Rossa, abgerufen am 10. Februar 2012 (ital.)