Foligno

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Dieser Artikel befasst sich mit der italienischen Stadt Foligno; andere Bedeutungen unter Foligno (Begriffsklärung).
Foligno
Wappen
Foligno (Italien)
Foligno
Staat: Italien
Region: Umbrien
Provinz: Perugia (PG)
Koordinaten: 42° 57′ N, 12° 42′ O42.95527777777812.702222222222234Koordinaten: 42° 57′ 19″ N, 12° 42′ 8″ O
Höhe: 234 m s.l.m.
Fläche: 263,7 km²
Einwohner: 56.266 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 213 Einw./km²
Postleitzahl: 06034; 06030; 06037
Vorwahl: 0742
ISTAT-Nummer: 054018
Volksbezeichnung: Folignati oder Fulginati
Schutzpatron: Märtyrer St. Felicianus
Website: www.comune.foligno.pg.it

Foligno ist eine Stadt in der italienischen Region Umbrien, Provinz Perugia mit 56.266 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012). Sie liegt an der alten römischen Via Flaminia sowie am Ufer des Flusses Topino, der seinen Ursprung im Apennin bei Sorgenti del Topino (Nocera Umbra) hat und südlich von Perugia in den Tiber mündet. Der Ort liegt auf 234 m s.l.m.. Er ist einer der wichtigsten Handelsorte im südlichen Valle Umbria sowie ein zentraler Verkehrsknotenpunkt im Straßen- und Eisenbahnnetz. Foligno verfügt über einen Flughafen, den Aeroporto Foligno-Spoleto.

Geschichte[Bearbeiten]

Foligno geht auf eine umbrische Siedlung zurück, die 295 v. Chr von den Römern erobert wurde. Als römische Siedlung trug Foligno den Namen Fulginium. Seine wirtschaftliche Bedeutung erlangte Fulginium durch seine Lage an einem wichtigen Kreuzungspunkt der Via Flaminia.

Während des Zweiten Weltkrieges war Foligno wichtiger Militärstützpunkt mit Flughafen, Kasernen, Militärschule und Unternehmen der Luftfahrtindustrie. Foligno wurde damals als „Citta Aeronautica“ bezeichnet. Heute befindet sich in Foligno das am 1. Oktober 1996 gegründete Centro Nazionale di Selezione e Reclutamento Foligno.

Durch das Erdbeben vom 26. September 1997, das weite Teile Umbriens betraf, wurde auch Foligno schwer beschädigt. Während das 30 Kilometer entfernte Assisi mit großem Aufwand restauriert wurde, waren in Foligno wie auch im Umland noch lange Jahre die Folgen des Erdbebens sichtbar.

Kirche zum Gedenken an die Opfer des Erdbebens[Bearbeiten]

Am 24. April 2009 wurde ein neuer Kirchenbau der Architekten Massimiliano and Doriana Fuksas in Foligno eingeweiht. Er soll an die Opfer des Erdbebens erinnern. Die Außenform, im Zusammenspiel mit dem Material des neuen Bauwerkes erinnert mit seinem Sichtbeton eher an den Brutalismus der 50er- und 60er-Jahre. Im Inneren der Kirche findet sich ein weiter Innenraum, der im Kirchenraum zu schweben scheint und den Altar überdeckt. Das einfallende Tageslicht im Dach der Außenhaut fördert die Plastizität dieses schwebenden Kubus und stellt ihn in das Zentrum der Aufmerksamkeit.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Duomo San Feliciano, Foligno
Santa Maria Infraportas

Bekannt ist der Ort durch zahlreiche Kunstschätze: Fresken in der Kirche Santa Maria Infraportas sowie in San Francesco. Berühmt ist RaffaelsMadonna von Foligno“, die sich seit 1816 in den Vatikanischen Museen befindet; der Dom von Foligno besitzt eine wertvolle Kopie.

Im Januar 2014 kehrte das Original für eine Woche an seinen alten Platz ins Kloster Sant'Anna zurück.[2]

Dom San Feliciano[Bearbeiten]

Die kleine Stadt ist vor allem bekannt wegen ihres Domes San Feliciano, der im Jahr 1113 vollendet wurde. Er liegt am zentralen Platz der Stadt, der Piazza della Repubblica, ist aber nicht ohne weiteres als große Kirche zu erkennen: Auf die Fläche zwischen Querhaus und Hauptfassade wurde ein Palast gebaut, der in der Fluchtlinie der beiden Fassaden liegt und wie ein Teil der Kirche wirkt. Kunsthistorisch interessant ist nicht die Hauptfassade, sondern die dem Platz zugewandte Südfassade. Dieses Querhaus ist zu Ende des 12. Jahrhunderts angebaut worden.

Die zentrale Fensterrose gehört mit ihren Doppelsäulen im äußeren und den gedrehten Säulen im inneren Kranz zu den schönsten Fensterrosen Umbriens, das an Fensterrosen keinen Mangel hat. Das Südportal aus dem Jahr 1201 wird von fünf umlaufenden plastischen flach gestuften Dekorationsbögen gerahmt.

Santa Maria Infraportas[Bearbeiten]

Einige hundert Meter südwestlich liegt die noch ältere kleine Kirche Santa Maria Infraportas aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Das Niveau des heutigen Straßenbelages liegt fast einen Meter höher. Sie besitzt in ihrem Innern noch Fresken aus der Entstehungszeit.

Centro Italiano Arte Contemporanea[Bearbeiten]

Das 2009 eröffnete Zentrum für zeitgenössische Kunst "Centro Italiano Arte Contemporanea", CIAC, verfügt über 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche und präsentiert in seiner Eröffnungsausstellung u. a. Künstler wie Alberto Burri, Piero Manzoni und Jannis Kounellis. Das fensterlose, mit Cortenstahl verkleidete CIAC steht mitten im historischen Zentrum in der Via del Campanile 13.

Abbazia di Sassovivo[Bearbeiten]

Ganz in der Nähe von Foligno liegt auf einem Berg die um 1000 gegründete Abtei von Sassovivo, zu der eine schöne kleine Bergstraße hinaufführt. Dieses Kloster wird noch von Mönchen bewohnt, man darf aber den Kreuzgang besichtigen, durch den die Anlage eine gewisse Bekanntheit erreicht hat.

Dieser Kreuzgang wurde 1229 von Pietro De Maria gebaut. Er ist vergleichbar mit einigen römischen Kreuzgängen. In Rom wurden auch die Steinmetzarbeiten für die Einzelteile der insgesamt 128 kleinen Säulen und 58 Bögen ausgeführt. Pietro De Maria standen mehrere Steinmetze zur Seite, darunter Nicola Vassaletto, Meister der Kreuzgänge von San Paolo fuori le mura und San Giovanni in Laterano in Rom.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Aktuell hat Foligno drei Partnerstädte:

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Zimmermanns: Umbrien. DuMont, Köln 1987, ISBN 3-7701-1684-4, S. 223, Abb. 52–54, Farbtafel 18. (DuMont Kunst-Reiseführer)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Foligno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Foligno è in paradiso. Dopo due secoli ritrova la sua Madonna