FK Roter Stern Belgrad

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Roter Stern Belgrad
Vereinswappen von FK Roter Stern Belgrad
Voller Name Fudbalski klub
Crvena Zvezda Beograd
(Spielbetrieb Profifußball)
Ort Belgrad, Serbien
Gegründet 4. März 1945
Vereinsfarben Rot-Weiß
Stadion Stadion Roter Stern
(traditionell Marakana)
Plätze 55.538
Präsident SerbienSerbien Dragan Džajić
Trainer PortugalPortugal Ricardo Sá Pinto
Homepage www.crvenazvezdafk.com
Liga SuperLiga
2011/12 2. Platz
Trikotfarben
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Heim
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Auswärts

FK Roter Stern Belgrad (vollständiger offizieller Name auf serbisch Фудбалски клуб Црвена звезда Београд/Fudbalski klub Crvena zvezda Beograd), gewöhnlich auch kürzer als Roter Stern Belgrad oder Roter Stern bekannt, ist die Fußballabteilung von Roter Stern Belgrad, einem serbischen Sportverein aus der Hauptstadt Belgrad. Der Verein ist serbischer bzw. jugoslawischer Rekordmeister, Rekordsieger im Pokal und belegt in der ewigen Tabelle der jugoslawischen Liga den ersten Platz. Damit ist Roter Stern Belgrad der erfolgreichste Verein Serbiens und des ehemaligen Jugoslawien.

Auf europäischer Vereinsebene verzeichnete Roter Stern im Jahr 1991 mit dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister seinen größten Erfolg. Er ist der einzige serbische und jugoslawische Verein, sowie neben Steaua Bukarest der einzige Verein aus Südost- und Osteuropa, dem dies gelungen ist. Daneben ist er der einzige Verein aus diesen Teilen Europas, der bisher den Weltpokal gewinnen konnte.

1992 erreichte der Verein erneut das Halbfinale des Europapokals der Landesmeister. Zuvor erreichte Roter Stern bereits zweimal das Halbfinale sowie fünfmal das Viertelfinale. 1975 erreichte der Verein das Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger sowie 1979 das UEFA-Pokal-Finale. Schon 1958 und 1968 konnte jeweils der Mitropapokal gewonnen werden. Damit ist Roter Stern Belgrad der erfolgreichste Verein Südost- und Osteuropas.

Mit dem Stadtrivalen Partizan Belgrad verbindet Roter Stern eine der bekanntesten Rivalitäten des Fußballsports überhaupt, bekannt als „Das ewige Derby“. Laut der von International Federation of Football History & Statistics geführten Liste der besten 200 europäischen Fußballvereine des 20. Jahrhunderts belegt Roter Stern Belgrad als bestplatzierter serbischer und jugoslawischer Verein die 27. Position, zusammen mit dem niederländischen Verein Feyenoord Rotterdam.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

1913–1945: Die Vorgeschichte [Bearbeiten]

Als die Vereinsführung des Belgrader Sportvereins BSK - Beogradski Sportski Klub (dt. Belgrader Sportklub) beschloss, nach Österreich-Ungarn zu reisen, um dort ein Freundschaftsspiel gegen Hajduk Split auszutragen, sorgte diese Entscheidung bei einem Großteil der Mannschaft für Unverständnis.[1] Seit der Annexion von Bosnien und Herzegowina durch die Habsburger Doppelmonarchie im Jahre 1908, die schließlich zur bosnischen Annexionskrise führte, verschlechterten sich die ohnehin schon schlechten Beziehungen zwischen den südslawischen Völkern und der Führung der Habsburgermonarchie. Unzufrieden und aus Protest beschlossen daraufhin einige Spieler, aus dem Verein auszutreten und einen eigenen Sportverein zu gründen.[1] Angeführt wurden die Dissidenten von Danilo Stojanović, besser bekannnt unter seinem Spitznamen Čika Daca, einem der größten Pioniere des serbischen Fußballs.[2] Schließlich trafen sich die Spieler am 6. August 1913 in einem Restaurant namens Kasino, das sich ebenfalls in der serbischen Hauptstad Belgrad befand, gründeten einen Sportverein namens SK Velika Srbija - Sportski klub Velika Srbija (dt. Sportklub Großserbien) und ebneten damit den Weg zur späteren Gründung des Sportvereins Roter Stern Belgrad.[2]

Schnell stießen weitere Spieler zum Verein, sodass die erste Mannschaft des SK Velika Srbija neben den ehemaligen Spielern des BSK auch aus Spielern andere Sportvereine bestand. Dazu gehörte die Spieler von SK Slavija, einem Sportverein aus dem Belgrader Vorort Vračar, mehrere Spieler von Šumadija 1903, einem Fußballklub aus der Stadt Kragujevac, dessen Gründung zuvor ebenfalls Danilo Stojanović durchgeführt hatte, sowie die drei tschechischen Spieler Edvard Mifek, Vencel Petrovický und Alojz Mahek.[2] Das erste Spiel in der Geschichte des Vereins wurde ausgerechnet gegen den BSK ausgetragen, dem man sich vor etwa 1000 Zuschauern mit 0:2 geschlagen geben musste.[2] Seinen ersten Erfolg feierte der SK Velika Srbija 1914, als sie den serbischen Olympia-Pokal gewannen, der erste organisierte Fußballwettbewerb im Königreich Serbien. Das Finale wurde am 11. Mai in Košutnjak ausgetragen, auf dem Spielfeld des BSK, wo sie Šumadija 1903 durch zwei Tore von Alojz Mahek und eines durch Mileta Jovanović mit 3:1 besiegten.[3]

Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 musste der Verein seine Tätigkeit bis zum Kriegsende 1918 einstellen.[2] Im Jahr 1919 musste der Verein seinen Namen in SK Jugoslavija umändern. Das erste Nachkriegsspiel fand gegen ein Auswahl statt, die aus britischen Matrosen bestand, und das man mit 9:0 gewinnen konnte.[2] Dies war das erste Spiel des Vereins in roten Trikots, wodurch sie im Laufe der Zeit den Spitznamen Crveni (dt. „Die Roten“) erhielten.[2] Bis dahin hatten sie grüne Trikots getragen.[2] Das Spielfeld, auf dem die Begegnung zwischen SK Jugoslavija und dem britischen Team stattfand, wurde noch im selben Jahr renoviert, und es erhielt einen neuen Fußballplatz sowie mehrere Tennisplätze.[2]

Fortan erhielt es die Bezeichnung Trkalište. Es befand sich in der Nähe des Stadtzentrums, wurde jedoch 1925 abgerissen, nachdem der Verein eine neues Spielfeld erhalten hatte, das sich am Topčidersko Brdo befand, genau dort, wo sich heute das Stadion Roter Stern befindet.[2] Das neue Stadion hat eine Kapazität für 30.000 Zuschauer, und beinhaltete eine Leichtathletikanlage, einen Rasenplatz, einen Trainingsplatz und ein Klubhaus. Es wurde offiziell am 24. April 1927 eingeweiht.[2] Im Jahr 1932 erhielt das Stadion ein eigenes Beleuchtungssystem.[2] Das Spiel gegen den französischen Verein Racing Club de France am 22. Juni 1932 war das erste Spiel in Jugoslawien, das abends ausgetragen wurde.[2] Während dieser Periode wurde der Verein 1924 und 1925 jugoslawischer Meister.[2]

Nach der Okkupation Jugoslawiens durch die Achsenmächte im Jahr 1941 war der Verein gezwungen seine Namen in SK 1913 umzuändern.[2] In den Jahren der faschistischen Besetzung wurde die jugoslawische Meisterschaft nicht ausgertagen, jedoch spielte der Verein in der serbischen Liga weiter, die von 1941 bis 1944 ausgetragen wurde. Der Verein konnte die Saison 1941/42 für sich entscheiden, während die beiden anderen der BSK gewann.[2] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein von den neuen kommunistischen Behörden im Jahr 1945 aufgelöst und sein Eigentum, einschließlich des Stadions und des Trainingsgeländes, sollte später dem neugegründeten Sportverein Roter Stern Belgrad übergeben werden.[2] Roter Stern erhielt sogar einige Spieler, die Klubfarben und sogar das Vereinslogo leitete man vom SK Jugoslavija ab.[2] Somit wurde Roter Stern praktisch aus dem SK Jugoslavija bzw. SK Velika Srbija heraus gebildet.[2] Allerdings betrachtete sich Roter Stern Belgrad nie selbst als Nachfolger von SK Jugoslavija, während einige andere, sogar zahlreiche Fans, dies behaupten und ein neues Gründungsdatum für Roter Stern in Betracht ziehen.[2] Bis heute wird diese Vorgeschichte kontrovers diskutiert.[2]

1945–1958: Die Gründungsjahre [Bearbeiten]

Roter-Stern-Legende Dragoslav Šekularac

Während der Zweite Weltkrieg noch im Gange war, begann in den befreiten Teilen des Königreiches Jugoslawien die Reorganisation des gesamten sportlichen Lebens. In Belgrad, der Hauptstadt des Landes, beschloss im Februar 1945 eine Gruppe Jugendlicher der Organisation des Vereinigten Bundes der antifaschistischen Jugend Serbiens (Уједињени савез антифашистичке омладине Србије/Ujedinjeni savez antifašističke omladine Srbije - USAOS), einen Sportverein zu gründen.[4] Wenige Monate nach der Befreiung Belgrads durch den Sieg der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee und der Roten Armee mit Unterstützung der bulgarischen Volksarmee über die deutsche Militärokkupation durch die Wehrmacht, wurde am 4. März 1945 der Sportverein Roter Stern Belgrad mit Sektionen für mehrere Sportarten gegründet.[4] Die Initiative zur Gründung des Vereins kam von Zoran Žujović, Slobodan Ćosić, Ljubiša Sekulić und Dušan Bogdanović, und unter den Gründern befanden sich auch Nebojša Popović, Svetozar Gligorić, Mira Petrović und Milovan Cirić.[5]

Als Vereinsräumlichkeit wurde ein Zimmer der USAOS in der König-Milutin-Straße 2 ausgesucht.[6] Die erste Vereinsführung bestand aus Vereinspräsident Đorđe Paljić, den beiden Vizepräsidenten Zoran Žujović und Slobodan Ćosić, Sekretär Ljubiša Sekulić, Ökonom Predrag Đajić und Finanzmanager Dušan Bogdanović.[6] Leiter der Fußballabteilung wurde Kosta Tomašević, mit Unterstützung durch Sekretär Branko Stanković.[6] Über die Namensgebung für den Verein wurde lange diskutiert.[7] Die Vizepräsidenten Zoran Žujović und Slobodan Ćosić wählten schließlich einstimmig einen Namen.[7] Nach zahlreichen Vorschlägen sagte Ćosić: “Unser Verein sollte Stern heißen!”, woraufhin Žujović spontan hinzufügte: “Ausgezeichnet, wenn Stern, dann soll es Roter Stern sein”.[7] Schließlich gingen aus diesem Verein zahlreiche Clubs mit dem Namen Roter Stern hervor, die auch heute noch in den jeweiligen Sportarten in Serbien bestimmend sind.

Die größte Abteilung war von Anfang an die Sektion Fußball. Ende des Zweiten Weltkriegs wurden mehrere jugoslawische Vorkriegs-Sportvereine von den kommunistischen Behörden Marschall Titos aufgelöst. Einer dieser Vereine war SK Jugoslavija aus der Hauptstadt Belgrad. Roter Stern sah sich dabei in der Nachfolge des Vereins, von dem auch die Vereinsfarben Rot-Weiß übernommen wurden. Ebenso wie die Vereinsfarben wurden auch die Spieler und das Stadion des Vereins übernommen.

Das erste Spiel der Vereinsgeschichte war gegen eine Mannschaft des ersten Bataillons der zweiten Belgrader Brigade der Volksverteidigungskräfte Jugoslawiens (KNOJ), das Roter Stern mit 3:0 gewann.[8] Das Spiel wurde auf dem Spielfeld „Studenta“ vor 3000 Zuschauern ausgetragen.[8] Das erste Tor für Roter Stern erzielte Kosta Tomašević.[8] Im Gründungsjahr spielte Roter Stern insgesamt 36 Spiele, gewann davon 30, und die erste und einzige Niederlage war in Timișoara gegen die rumänische Fußballnationalmannschaft.[9] Schon bald wurde Roter Stern ein Symbol Jugoslawiens und Serbiens, eine sportliche Institution, die bis heute sehr populär ist.

In der Saison 1945/46 gewann Roter Stern die serbische Meisterschaft und stieg in die erste jugoslawische Liga auf. In den ersten Saison erreichte der Verein den 3. Platz. Im jugoslawischen Pokal erreichte Roter Stern 1948 das Finale. Dort besiegten sie Partizan mit 3:0. Den Spielern wurde der Pokal von Generaloberst Peko Dapčević überreicht. Platz drei in der Liga war dem Verein allerdings längst nicht genug. In den folgenden zwei Spielzeiten konnte jeweils die Vizemeisterschaft gewonnen werden. 1949 bis 1950 gewann Roter Stern dazu den jugoslawischen Pokal.

Die zerstörte Airspeed Ambassador

In den 1950er Jahren folgte die erste große Siegeswelle von Roter Stern Belgrad. Es war ein Team, gespickt mit zahlreichen jugoslawischen Nationalspielern, darunter Vladimir Beara, Vladimir Durković, Vladica Popović, Rajko Mitić sowie Dragoslav Šekularac; alles Namen, die bis heute vielen in Erinnerung geblieben sind. Nach drei gescheiterten Anläufen zum Gewinn der jugoslawischen Meisterschaft in den Jahren 1947, 1948 und 1949 hatte man 1951 mehr Erfolg, als Roter Stern zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Meisterschaft gewann. Roter Stern Belgrad gewann während dieser Zeit fünf jugoslawische Meisterschaften.[10] und holte sich fünf Pokalsiege[11] Im Europapokal der Landesmeister 1956/57 schied man erst im Halbfinale, denkbar knapp nach einer 0:1-Heimniederlage und einem 0:0 auswärts, gegen den AC Florenz aus.

Im Europapokal der Landesmeister 1957/58 spielte Roter Stern Belgrad im Viertelfinale gegen Manchester United. Nach einer 1:2-Auswärtsniederlage endete das Rückspiel im Partizan-Stadion mit 3:3, jedoch war dies das letzte Spiel der „Busby Babes“. Auf dem Rückflug verunglückte das Flugzeug in München während eines Schneesturms. Von den 44 Passagieren der Airspeed Ambassador kamen 23 ums Leben, darunter acht Spieler von Manchester United; zwei weitere mussten aufgrund von Verletzungen ihre Karriere beenden.

1958–1966: Krise und ein neues Stadion [Bearbeiten]

Roter-Stern-Stadion, bekannt als Marakana.

Die fünfziger Jahre waren die erste Periode der Dominanz eines Vereins in der jugoslawischen Fußball-Szene. Doch zu Beginn des nächsten Jahrzehnts verschob sich der Herrschaft auf die andere Seite des Topčider Bergs, dort wo sich Partizan Belgrad befand, mit Abstand Roter Sterns größter Rivale, der einen Meisterschafts-Hattrick erreichte. Im folgenden Jahrzehnt gewann Roter Stern vier Meisterschaften und zwei Pokalsiege; nicht genug für einen Klub wie Roter Stern, dessen Ambition immer der Titelgewinn war. Seine Platzierungen während dieser Periode waren die schlechtesten in der Vereinsgeschichte, einschließlich eines siebten Platzes 1963. Roter Stern war sogar vier Mal unter den ersten drei in der Tabelle, was vorher und nachher in insgesamt 54 Saisonen nie wieder vorkam. In der Saison 1962/63 erzielte der Verein nur 21 Tore, das war zum Beispiel die Hälfte der Tore, die Vojvodina Novi Sad erzielte, obwohl sie fünf Plätze unter Roter Stern in der Tabelle platziert waren.

Trainer Milorad Pavić.

Schon damals war klar, dass Roter Stern der beliebteste Klub des Landes war und Niederlagen für seine Anhänger nur schwer zu ertragen waren. Bei einigen Gelegenheiten hatten seine Anhänger sogar die Tendenz, auf das Feld zu stürmen und vor lauter Enttäuschung die beiden Torpfosten zu verbrennen. Auf der anderen Seite erzielte Roter Stern gute Ergebnisse auf der internationalen Bühne. Im Messestädte-Pokal 1961/62 erreichte der Verein das Halbfinale und schied erst gegen den FC Barcelona aus. Doch nur acht Monate später wurden die Katalanen von Roter Stern im gleichen Wettbewerb besiegt, aber auch ein 2:0-Sieg über den AS Rom war nicht genug, um erneut in das Halbfinale einzuziehen. Neben den internationalen Erfolgen arbeitete die Vereinsführung weiter an der Entwicklung des Klubs und begann Ende 1959, ein neues Stadion zu bauen. In den folgenden vier Jahren trug Roter Stern seine Heimspiele im Partizan-Stadion und dem Stadion von OFK Belgrad aus, was als einer der Gründe für die schlechten Ergebnisse in der Liga für diesen Zeitraum betrachtet wurde. Das neue Stadion wurde schließlich 1963 eröffnet, und im Laufe der Zeit erhielt das Stadion Roter Stern den Spitznamen Marakana, aufgrund seines enormen Fassungsvermögens von über 100.000 Plätzen, in Anlehnung an das Maracanã in Rio de Janeiro.

Bereits in der Saison 1963/64 konnte Roter Stern unter der Leitung von Milorad Pavić, der international als ausgewiesener Taktiker und Anhänger des direkten Kurzpassspiels galt, die Meisterschaft und den Pokal gewinnen. Insgesamt konnte der Verein unter seiner Leitung die Meisterschaften von 1959, 1960 und 1964 sowie drei Pokalerfolge 1958, 1959 und 1964 verbuchen.

1966–1975: Die Ära Miljan Miljanić [Bearbeiten]

Ein entscheidender Moment fand im Jahr 1966 statt, als Miljan Miljanić als neuer Trainer das Ruder übernahm. Das, was später Johan Cruyff für den FC Barcelona werden sollte, wurde Miljanić für Roter Stern Belgrad. In den folgenden acht Jahren verwandelt Miljanić den Klub in einen europäischen Spitzenverein. Bis dahin befand sich der jugoslawische Fußball in einer Art Testphase, doch die Dominanz von Roter Stern und Partizan wurde schließlich verfestigt und weiterhin fortgesetzt. In den verbleibenden 25 Jahren Jugoslawiens blieb Roter Stern eine konstanter Anwärter auf den Titelgewinn, nur seine Konkurrenten änderten sich. 1968 gewann Roter Stern seinen zweiten europäischen Pokal, den Mitropapokal. Nach dem Gewinn zog sich der Verein aus diesem Wettbewerb zurück, um sich schließlich mehr auf die anderen europäischen Wettbewerbe zu konzentrieren.

Miljan Miljanić war bereits in den 1950er Jahren ein Spieler von Roter Stern, aber erst während seiner Amtszeit als Cheftrainer sollte er seine größten Erfolge feiern. In der ersten Saison hat er den Kader und den Spielstil von Roter Stern völlig verändert, und der Verein belegte vorerst den fünften Platz in der Tabelle, den gleichen wie im Jahr zuvor. Danach begann Roter Stern, angeführt von Superstar Dragan Džajić, offiziell der beste Spieler in der Geschichte Serbiens und einer der besten linken Flügelspieler aller Zeiten, eine tiefe Spur im jugoslawischen und serbischen Fußball zu hinterlassen. Es war die Zeit, wo Roter Stern Belgrad das erste Mal drei Meisterschaften in Folge gewann sowie zwei Doubles. Damals kannte jeder der Roter-Stern-Fans die Namen von Ratomir Dujković, Milovan Đorić, Kiril Dojčinovski, Stanislav Karasi, Jovan Aćimović, Vojin Lazarević, Petar Krivokuća, Stevan Ostojić und Branko Klenkovski. Es ist von besonderer Bedeutung zu wissen, dass die meisten der oben genannten Spieler sich Roter Stern in jungen Jahren anschlossen und zuvor die Jugendschule durchliefen. Roter Stern wurde zu einem klangvollen Namen auf europäischer Ebene, ein Verein mit hohen Standards und einem Ruf, den nur eine sehr geringe Anzahl von Klubs aus Südost- und Osteuropa hatten. Im Jahr 1971 führte Miljanić Roter Stern Belgrad bis ins Halbfinale des Europapokals der Landesmeister 1970/71, wo sie jedoch überraschend von Panathinaikos besiegt wurden. Im ersten Spiel schlug Roter Stern vor 100.000 lautstarken Belgradern die Griechen mit 4:1 und blickte in eine fast unangreifbare Position, jedoch verloren sie in Athen mit 3:0 und verpasste erneut das Finale. In den folgenden Jahren trugen Fußballgrößen wie Vladimir und Ognjen Petrović, Bogićević, Filipović, Janković sowie Keri das Trikot von Roter Stern und feierten weitere Titel. In den acht Jahren unter der Führung von Miljanić gewann der Verein insgesamt sieben Trophäen.

Dragan Džajić (rechts) bei der WM 1974

Im Europapokal der Landesmeister 1973/74 eliminierte Roter Stern den FC Liverpool, den damals amtierenden Gewinner des UEFA-Pokals. Sie waren nach Ferencváros während des Messestädte-Pokal 1967/68 erst die zweite ausländische Mannschaft, die Liverpool an der Anfield Road und die einzige ausländische Mannschaft, die Liverpool je zu Hause im Europapokal der Landesmeister besiegen konnte, und das im ganzen 20. Jahrhundert. Allerdings verlor Roter Stern die folgende Viertelfinal-Partie gegen Atlético Madrid. In der folgenden Saison ging es im Viertelfinale wieder nach Madrid, diesmal im Europapokal der Pokalsieger 1974/75 zum Spiel gegen die „Königlichen“. Das Match wurde von der Presse als das Spiel von „Džajić vs. Camacho“ deklariert, denn Dzajic war zur dieser Zeit der beste Linksaußen der Welt und Camacho einer der besten Verteidiger. Im Hinspiel wurde Roter Stern im Santiago Bernabeu von Miljanić in Empfang genommen, jetzt Starcoach von Real Madrid, wo Camachos Abwehr hielt und sie mit 2:0 gewannen.

In Belgrad konnte jedoch das Ergebnis vor 100.000 Fans durch Tore von Džajić und Torhüter Petrović ausgeglichen werden. Nach Elfmeterschießen gewann Roter Stern schließlich mit 6:5 und erreichte zum ersten Mal das Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger. Dort spielten sie gegen Ferencváros aus Budapest. Die Belgrader verloren das erste Spiel in Ungarn mit 2:1, doch das Rückspiel sollte für immer als das Spiel mit der größten registrierten Zuschauerzahl während eines Roter-Stern-Heimspiels in Erinnerung bleiben. Obwohl 96.070 Tickets verkauft wurden, waren etwa 110.000 Menschen anwesend. Alle von ihnen ging enttäuscht nach Hause, denn als ein Strafstoß in der 83. Minute für Ferencváros gepfiffen wurde, glichen die Magyaren aus und zogen mit dem Endergebnis von 2:2 ins Finale des Pokals ein.

1976–1986: Das erste europäische Finale [Bearbeiten]

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Stojanovć (C)
Jovanović
Miletović
Jurišić
Jovin
Milovanović
Blagojević
Milosavljević
Muslin
Savić
Roter Sterns Aufstellung im UEFA-Pokal-Finale. (Trainer: Branko Stanković).

Die Ankunft von Trainer Gojko Zec 1976 brachte dem Verein weitere nationale Meisterschaften und Pokale. Es war eine Einführung in die Branko-Stanković-Ära, dessen Regierungszeit als Cheftrainer vier Jahre dauern sollte und Roter Stern drei weitere Titel sowie das erste große europäische Finale brachte. Nachdem Dragan Džajić nach Frankreich wechselte, wurde das Team durch Spieler wie Vladimir Petrović, Dušan Savić, Srboljub Stamenković sowie Stürmer Zoran Filipović angeführt. Die erste Saison mit Gojko Zec an der Spitze war eine echte Demonstration der Stärke, und Roter Stern gewann die Meisterschaft mit 9 Punkten Vorsprung, dem bis dahin größten Vorsprung in der Geschichte der Liga. In der folgenden Saison wurde Roter Stern Vizemeister und ebnete somit den Weg für seine große Leistung während des UEFA-Pokals 1978/79, wo sie sich bis in das Finale vorspielten. Nach Siegen über Mannschaften wie Arsenal London, West Bromwich und Hertha BSC stand Roter Stern Belgrad zum ersten Mal in einem europäischen Pokalfinale. Dort trafen sie auf Borussia Mönchengladbach, das zwischen 1973 und 1980 in insgesamt fünf europäischen Finali spielte. Auf die Gladbacher warteten etwa 90.000 feurige Roter-Stern-Anhänger, aufgeputscht durch die 1:0-Führung von Miloš Šestić, jedoch gab das darauffolgende Eigentor durch Jurišić der Borussia für das Rückspiel einen psychologischen Vorteil. Dieses Spiel wurde im Rheinstadion in Düsseldorf ausgetragen, wo der Schiedsrichter einen fragwürdigen Elfmeter für die Gladbacher pfiff. Allan Simonsen besiegelte schließlich Roter Sterns Schicksal, und die „Fohlen-Elf“ gewann den Pokal.[12]

Die erste Meisterschaft unter Stanković als Trainer wurde 1980 gewonnen, als Roter Stern knapp das Double verpasste. Der Titel wurde in der nächsten Saison verteidigt, jedoch folgte eine 11 Jahre lange Zeit ohne einen einzigen Pokalsieg, die längste in der Geschichte des Vereins, die jedoch im Frühjahr 1982 endete. Stanković wurde durch Stevan Ostojić ersetzt, und unter seiner Leitung erreichte der Verein zweimal das Viertelfinale des Europapokals der Landesmeister, so im Jahr 1981, als sie von Inter Mailand besiegt wurden, und im Jahr 1982, als sie gegen den belgischen Vertreter RSC Anderlecht verloren.

Es folgten historischen Spiele wie gegen Udo Latteks FC Barcelona während des Europapokals der Pokalsieger 1982/83. In beiden Spielen war Barcelona die bessere Mannschaft und Roter Stern wurde schließlich besiegt. Bemerkenswert war jedoch: Als Barcelonas Diego Maradona seinen zweiten Treffer durch einen Lupfer vor rund 100.000 Zuschauern im „Marakana“ erzielte, war das Belgrader Publikum so begeistert von dem Tor, dass sogar die loyalen Belgrader Fans Maradona applaudierten, bis dahin völlig unvorstellbar. Als im Jahr 1983 Gojko Zec die Mannschaft wieder übernahm, fand er nur einen Spieler aus seiner Meister-Generation von 1977 vor, Stürmer Miloš Šestić. Besonders nach dem Abgang von Petrović und Savić während Saison 1982/83, wurde Šestić einer der Führunsgsspieler der neuen Roter-Stern-Generation, die Spieler wie Ivković, Elsner, die Brüder Boško und Milko Đurovski, Musemić, Milovanović, Janjanin sowie Mrkela beinhaltete. Gojko Zec wiederholte die Triumphe aus seinem vorherigen Mandat und Roter Stern gewann 1984 die Meisterschaft und 1985 den Pokal. Bevor die Ära von Gojko Zec endete, erreichte Roter Stern nochmal das Viertelfinale des Europapokals der Pokalsieger 1985/86, verlor jedoch gegen Atlético Madrid, das schließlich bis ins Finale kam.

1990–1991: Europapokalsieger und Weltpokalsieger [Bearbeiten]

Die Europapokal-Trophäe gewann Roter Stern Belgrad 1991 im Finale in Bari.

Im Jahr 1986 fanden legendäre Veränderungen in der Führungsspitze des Vereins statt. Das neue Management, angeführt vor allem von Dragan Džajić, aber auch von Vladimir Cvetković, beschloss ein Team aufzubauen, das mit den stärksten europäischen Mannschaften um die Spitze im europäischen Fußball konkurrieren sollte. Trotz der neuen Einkaufspolitik behielt der Verein seinen schnellen Spielstil und setzte weiterhin auf schnelle Stürmer und kreative Mittelfeldspieler. Während des Sommers 1986/87 verstärkte sich Roter Stern Belgrad mit dem Trainer Velibor Vasović und einer Reihe von talentierten jungen jugoslawischen Spielern, unter denen vor allem Dragan Stojković und Borislav Cvetković herausragten. Schließlich wurde 1987 ein Fünf-Jahres-Plan entwickelt mit dem Ziel, den Europapokal der Landesmeister zu gewinnen. Alles, was geplant wurde, sollte letztlich auch erreicht werden.

Schließlich begann es im Jahr 1987, als im Marakana Real Madrid besiegt wurde. Von diesem Tag an bis zum März 1992 erlebte Roter Stern Belgrad die erfolgreichsten Jahre in seiner ruhmreichen Vereinsgeschichte. In diesen fünf Spielzeiten wurde Roter Stern Belgrad insgesamt viermal Meister und einmal Pokalsieger. Am Ende der Saison 1989/90 beendete der Verein die Saison mit einem 11-Punkte-Vorsprung und ein Jahr später mit einem 8-Punkte-Vorsprung auf den Vizemeister. Die Tatsache, dass Roter Stern Belgrad während dieser fünf glorreichen Jahre unter der Leitung von fünf verschiedenen Trainern stand, scheint etwas seltsam, aber zur gleichen Zeit war es auch eine klare Bestätigung der Überlegenheit der Rote-Weißen – sowohl im Management-Bereich als auch auf dem Platz.

Den Weltpokal gewann Roter Stern 1991 in Tokio.

Im Jahr 1987 unterschrieben Stürmer Dragiša Binić und Mittelfeld-Talent Robert Prosinečki für den Verein. Es folgten der Abwehrspieler Refik Šabanadžović, die Offensiv-Spieler Darko Pančev und Dejan Savićević, Libero Miodrag Belodedić, der bereits den Europapokal der Landesmeister 1985/86 mit Steaua Bukarest gewonnen hatte, sowie Freistoßkönig Siniša Mihajlović. Aus der Jugend wurden noch Torhüter Stevan Stojanović und Mittelfeldspieler Vladimir Jugović in die erste Mannschaft geholt. Roter Stern Belgrad war letztlich Anfang der 1990er so dominant, dass sie auf nationaler Ebene einfach keine Konkurrenz mehr hatten, und auch in Europa sollten sie den begehrten Thron Europas erklimmen. Roter Stern Belgrad gewannen schließlich ungeschlagen den Europapokal der Landesmeister 1990/91 sowie den Weltpokal in Tokio und war an der Spitze des Weltfußballs angekommen. Doch die folgende Kriege auf dem Balkan, der Zerfall Jugoslawiens und die Sanktionen durch die Vereinten Nationen über das ehemalige Jugoslawien beschleunigten den Prozess, der nur 13 Monate nach dem Sieg in Bari seinen Höhepunkt erreichen sollte. Roter Stern Belgrad blieb praktisch ohne seine ganze Europa- und Weltmeister-Generation und hinterließ die große Frage, wie viele Titel hätte diese Generation wohl noch gewinnen können.

1986–1991: Der Weg nach Bari [Bearbeiten]

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Die Jahre von 1986 bis 1991 waren wohl die wichtigsten und erfolgreichsten in der Geschichte des Vereins. Der Weg von Roter Stern Belgrad zum Europapokal-Finale nach Bari sollte schließlich durch den ersten Gewinn des Europapokals der Landesmeister gekrönt werden und letztlich auch den Weltpokal nach Belgrad bringen.

Der Meisterplan [Bearbeiten]

Roter Stern-Trainer Velibor Vasović als Spieler.

Seit Mitte der 1980er Jahre fanden legendäre Veränderungen im Verein statt. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hatte Roter Stern bereist zahlreiche gute Ergebnisse im europäischen Fußball erzielt, und die Mannschaft bestand hauptsächlich aus Spielern, die aus der eigenen Jugend stammen, und die gelegentlich durch junge, talentierte Fußballer aus kleineren, hauptsächlich serbischen Klubs verstärkt wurde. Die neue Vereinsführung, angeführt vor allem von Dragan Džajić, aber auch von Vladimir Cvetković, beschloss jedoch, einen anderen Weg zu nehmen. Man entschied sich für die Auswahl der besten jugoslawischen Spieler, denn das Management hatte das Ziel, ein Team aufzubauen, das mit den stärksten europäischen Mannschaften um die Spitze im europäischen Fußball konkurrieren sollte.

Trotz der neuen Einkaufspolitik behielt der Verein seinen schnellen Spielstil und setzte weiterhin auf schnelle Stürmer und kreative Mittelfeldspieler. In diesem Sommer wurde Velibor Vasović Trainer und Roter Stern wurde von einer Reihe von talentierten jungen Spielern verstärkt. Der erste Schritt in Richtung Europapokalgewinn war die Verpflichtung der Stürmern Borislav Cvetković und Milivoj Bračun, des Abwehrspielers Slobodan Marović sowie des Spielmachers Dragan Stojković von Radnički Niš, eines der besten jugoslawischen Fußballers aller Zeiten, und von Torhüter Stevan Stojanović aus der eigenen Jugend.

1987 wurde schließlich ein Fünf-Jahres-Plan des Vereins entwickelt, dessen Hauptziel es war, den Europapokal der Landesmeister zu gewinnen. Alles, was geplant wurde, sollte auch schließlich erreicht werden. Im Europapokal der Landesmeister 1986/87 kam schließlich die erste große Herausforderung auf Roter Stern Belgrad zu, denn sie trafen auf Spaniens Giganten Real Madrid mit seinen Stars Hugo Sánchez und Emilio Butragueño. Im „Marakana“ gewann Roter Stern schließlich vor einem begeisterten Publikum mit 4:2, verlor jedoch das Rückspiel mit 0:2 und schied aufgrund der Auswärtstorregel aus dem Pokal aus. Die Vereinsführung baute schließlich weiterhin an einem „Dream Team“ und verpflichtete Dragiša Binić, der später zu einem der schnellsten Stürmer Europas werden sollte, sowie Robert Prosinečki, einen der begabtesten jugoslawischen Spieler, der später auch mit der Nationalmannschaft die Junioren-Fußballweltmeisterschaft 1987 gewann und zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde. Des Weiteren nahm Roter Stern den neuen jugoslawischen Nationalspieler Refik Šabanadžović unter Vertrag, ebenso wie die Offensivspieler Dejan Savićević und Darko Pančev, die noch besten verbleibenden Spieler in der Liga, sowie den talentierten Abwehrspieler Ilija Najdoski.

Das “Marakana” erlebte 1988 zwei Spiele gegen den AC Milan innerhalb von zwei Tagen.

Wie stark und wie bereit Roter Stern Belgrad für Höchstleistungen bereits schon zu dieser Zeit war, zeigte sich schon in der nachfolgenden Saison. 1988 erwartete Belgrads “Marakana” ein weiteres Super-Spektakel mit einem bis dahin unerwarteten Ereignis. Im Europapokal der Landesmeister 1988/89 spielte Roter Stern Belgrad im Achtelfinale gegen Arrigo Sacchis AC Mailand, gespickt mit dem niederländischen Europameister-Trio Ruud Gullit, Marco van Basten und Frank Rijkaard, die absoluten Superstars zu dieser Zeit, sowie weiteren Stars, darunter Roberto Donadoni, Carlo Ancelotti, Franco Baresi, Mauro Tassotti, Alessandro Costacurta sowie Paolo Maldini. Der AC Mailand war zu dieser Zeit die absolute Macht im europäischen Fußball und die absolut größte Herausforderung für den Verein, aber im San Siro schockte Roter Stern Belgrad die „Rossoneri“ durch ein Tor von Dragan Stojković und erreichte ein hochverdientes 1:1.

Viele der Mailänder Fans waren höchst besorgt um das Weiterkommen ihres Vereins, und das, wie sich schon bald zeigen sollte, zu Recht. Denn in der „Hölle von Belgrad“ kamen die Italiener in höchste Schwierigkeiten, als Savićević Roter Stern vor 100.000 fanatischen Fans in Führung schoss. Doch zum Glück für die Mailänder wurde das Spiel in der 64. Minute vom Schiedsrichter, trotz Belgrader Proteste, wegen zu dichten Nebels abgebrochen. Aufgrund der extrem schlechten Sichtverhältnisse wurde beschlossen, dass das Spiel am nächsten Tag wiederholt werden sollte. Am nächsten Tag brachte Marco van Basten den AC Mailand in Führung, doch schon bald darauf schoss Stojković den 1:1-Ausgleich. Das Spiel ging schließlich ins Elfmeterschießen, die Italiener setzten sich mit 4:2 durch und gewannen am Ende auch den Europapokal der Landesmeister.

Durch die Fokussierung auf Europa verlor Roter Stern die Meisterschaft überraschend an Vojvodina Novi Sad, was jedoch später enormen Einfluss auf das Spiel des Vereins haben sollte. Schließlich wurde der Fokus auf den Gewinn des UEFA-Pokal 1989/90 gelegt. Nach Siegen über Galatasaray Istanbul und Žalgiris aus Litauen kam eines der entscheidendsten Spiele auf Roter Sterns Reise zum Europapokal-Finale. Das junge Team von Dragoslav Šekularac erlitt einen schweren Dämpfer in der dritten Runde des UEFA-Pokals gegen Littbarskis 1. FC Köln und lernte dadurch eine wichtige Lektion über den europäischen Fußball. Als haushoher Favorit gewann Roter Stern in Belgrad, wie so oft in diesen Jahren, vor etwa 100.000 Zuschauern durch zwei Tore von Savićević mit 2:0, jedoch verloren sie in Köln überraschend mit 3:0, und das, obwohl sie das Spiel für eine ganze Stunde kontrolliert hatten.

Bereits zuvor verpflichtete Belgrad mit dem ehemaligen Europapokalsieger Miodrag Belodedić einen erfahrenen Spieler, der gegen Köln spielen sollte. Doch als Ceaușescu noch an der Macht war, lief Belodedić 1988 von Rumänien nach Jugoslawien über und Roter Stern nahm ihn auf, jedoch suspendierte ihn die UEFA auf der Grundlage von fehlenden Daten, doch schon bald wurde Belodedić grünes Licht gegeben. 1990 wurde Šekularac durch Ljupko Petrović ersetzt, der Mann, der mit Vojvodina ein Jahr zuvor die Meisterschaft gewann. Er brachte Roter Sterns talentierten Jugendspieler Vladimir Jugović in die erste Mannschaft, und bald sollte auch Siniša Mihajlović seinem ehemaligen Meister-Trainer folgen. Jedoch wurde Roter Stern ernsthaft durch den Weggang von Dragan Stojković, der zweifellos zu den besten „10er-Spielmachern“ der Welt gehörte, was er auch schließlich während der Weltmeisterschaft 1990 bewies, deutlich geschwächt. Stojković wechselte nach Olympique Marseille, ohne zu ahnen, dass er bereits im Mai des nächsten Jahres seine ehemaligen Mannschaftskollegen wiedersehen sollte. Obwohl ohne seinen Kapitän, gewann Roter Stern problemlos die Meisterschaft, und die Zeit war schließlich reif für das sorgfältig zusammengestellte Team, sich auf höchstem Niveau zu beweisen, auch wenn dies durch die politische Situation in Jugoslawien keine leichte Aufgabe war.

Das erste Spektakel – Der Grasshopper Blues [Bearbeiten]

Das Hardturm-Stadion, abgerissen 2008.

In der ersten Runde des Europapokals der Landesmeister 1990/91 legte die Auslosung die Grasshoppers Zürich als erstes Hindernis auf Roter Stern Belgrads Weg zum Thron Europas fest. Doch der Schweizer Klub, trainiert von Ottmar Hitzfeld und angeführt von Stars wie Alain Sutter und Ciriaco Sforza, ging durch Peter Közle in Führung, die jedoch von Stürmer Dragiša Binić ausgeglichen wurde. Mit dem Endergebnis von 1:1 hatte Roter Stern Belgrad eine schwierige Ausgangsposition, doch das Rückspiel im ehemaligen Hardturm-Stadion zeigte die wahren Fähigkeiten der Mannschaft von Ljupko Petrović. Mittelfeldspieler Robert Prosinečki, der kurz zuvor zum besten Jugendspieler der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 gewählt wurde, startete durch zwei Treffer gegen die Züricher seine Tor-Serie während dieser Europapokal-Saison. Es folgten zwei weitere Treffer durch Darko Pančev und Duško Radinović, sodass Közles zweiter Treffer gegen die Jugoslawen niemanden mehr störte.

Nach dem 4:1-Sieg wartete auf das Roter-Stern-Stadion ein wahres Spektakel, denn Belgrad empfing den schottische Rekordmeister Glasgow Rangers. Die Blues wollten ein gutes Ergebnis an diesem Tag. Doch inspiriert durch das ausverkaufte Marakana und seine Anhänger, die Delije, lieferten Roter Sterns Spieler ein weiteres großartiges Spiel ab. Innerhalb weniger Minuten führte Belgrad durch ein Eigentor von John Brown sowie durch ein Freistoßtor von Prosinečki mit 2:0. Schließlich traf noch Pančev zum 3:0-Endstand, ein überragender Ausgangspunkt für die Begegnung in Schottland. Während des Rückspiels im Ibrox Park traf Pančev erneut, doch diesmal durch einen Fallrückzieher. Der legendäre Ally McCoist konnte nur noch ausgleichen und das Ergebnis etwas glätten. Roter Stern demonstrierte seine Macht und das 1:1-Unentschieden in Glasgow brachte dem Verein einen 4:1-Gesamtsieg.

Deutschland-Tour – Von Dresden nach München [Bearbeiten]

Roter Stern setzte seine beeindruckende Form im Viertelfinale des Europapokals fort. Der Klub begann seine Deutschland-Tournee, verstärkt durch Siniša Mihajlović vom amtierenden jugoslawischen Meister Vojvodina Novi Sad (der 2.000.000 Mark kostete, was zu dieser Zeit einer der teuersten Transfers war), gegen den letzten DDR-Meister Dynamo Dresden. Das Spiel war vom Belgrader Publikum hoch erwartet und in der Fußball-Hölle „Marakana“ – das Szenario war dasselbe wie gegen Glasgow – wurde der Rivale vor frenetischen 100.000 Roter-Stern-Fans (um das Stadion waren weitere 20.000 Fans) überrannt und durch ein Freistoßtor von Robert Prosinečki sowie zwei Tore durch Dragiša Binić und Dejan Savićević mit 3:0 nach Hause geschickt. Bemerkenswert war vor allem die Stadion-Atmosphäre, die eine der besten in der Geschichte von Roter Stern Belgrad war. Das Rückspiel in Dresden hatte für Roter Stern einen schlechten Anfang, denn Torsten Gütschows schnelles Führungstor gab den Ostdeutschen Hoffnung, allerdings gelang es ihnen, durch Tore von Dejan Savićević und Darko Pančev das Ergebnis umzudrehen.

Das ehemalige Rudolf-Harbig-Stadion.

Das Spiel im Rudolf-Harbig-Stadion wurde schließlich wegen Zuschauerausschreitung vom spanischen Schiedsrichter Emilio Soriano Aladrén beim Stand von 1:2 in der 78. Minute abgebrochen. Aus der Dresdner Fan-Kurve waren Feuerwerkskörper und Wurfgeschosse auf den Rasen geworfen worden, und die Polizei musste gegen die Randalierer Wasserwerfer einsetzen. Das Spiel wurde mit 0:3 gewertet, und brachte Roter Stern Belgrad einen 6:0-Gesamtsieg sowie das insgesamt dritte Halbfinale im Europapokal der Landesmeister, wo sie schließlich auf den Deutschen Rekordmeister FC Bayern München und seine amtierenden Fußball-Weltmeister trafen.

Bayern Münchens allererste Niederlage im heimischen Olympiastadion während eines UEFA-Wettbewerbes war gegen Roter Stern Belgrad im Halbfinale des Europapokals der Landesmeister im Jahr 1991.

Obwohl Roter Sterns Erfahrungen mit den Bayern schlecht waren, strahlten im Verein alle voller Optimismus, vor allem Vereinslegende und Sportdirektor Dragan Džajić, der einen Sieg in München ankündigte, auch wenn die Bayern bis dahin in allen UEFA-Wettbewerben zu Hause ungeschlagen waren. Die Führung durch Roland Wohlfarth gab den Bayern nur einen kurzfristigen Vorteil, denn Roter Stern ergriff im Olympiastadion die Initiative und schlug zurück mit einem Tor durch Darko Pančev. Dann in der 70. Minute durchbrach Belgrads Abwehr einen Bayern-Angriff. Pančev passte zu Savićević, der schließlich Jürgen Kohler und Raimond Aumann davonlief und den zweiten Treffer für Roter Stern Belgrad zum 2:1-Endstand erzielte.

Die etwa 15.000 mitgereisten Roter-Stern-Belgrad-Anhänger feierten auf der Nord-Tribüne des Stadions ihren historischen Sieg. Bemerkenswert war, dass Roter Stern Belgrad die allererste Mannschaft war, die Bayern München je in seiner langen Europapokal-Geschichte daheim im Olympiastadion besiegen konnte. Letztendlich begann sich langsam das Tor zu Europas Fußball-Thron für den Verein aus Belgrad zu öffnen, doch es sollte erst der Anfang sein, den ein wahres Drama sollte schließlich im „Marakana“ folgen.

Im Rückspiel wurden die Bayern von Roter Sterns „Delije“ mit einer historischen Pyro-Show rund um das ganze Stadion in Empfang genommen. Doch kurz zuvor stand Jugoslawien in der Tat am Rande eines Bürgerkriegs, als die ersten Feuergefechte des Krieges begannen. An der Grenze zu Serbien feuerten kroatische Extremisten mehrere Raketen auf Borovo Selo ab, ein mehrheitlich von Serben bewohntes Dorf. Dies war das Dorf, wo Roter Sterns Mittelfeldspieler Siniša Mihajlović aufgewachsen war, und genau er war es, der Roter Stern in Belgrad mit einem Freistoßtor in der ersten Halbzeit in Führung schoss. Doch dann ging Klaus Augenthalers Freistoß durch die Arme von Torhüter Stevan Stojanović, und fünf Minuten später traf schließlich Manfred Bender zur 2:1-Führung. Somit war Bayerns Hinspielniederlage ausgeglichen. In den verbleibenden 30 Minuten gab es eine Reihe von Chancen auf beiden Seiten, doch als das Spiel in seine letzten Minuten ging, griff Roter Stern noch ein letztes Mal an.

Die Nord-Tribüne des Roter-Stern-Stadions, die Seite, auf der das entscheidende Tor zum Finaleinzug fiel.

Bis zur 90. Minute führten die Bayern mit 2:1 und wären somit in der Verlängerung gewesen. Schließlich kam es zum historischen Moment, denn nach einem Doppelpass zwischen Vladimir Jugović und Darko Pančev kam der Ball zu Robert Prosinečki. Der lief über die linke Seite des Feldes und passte den Ball wieder zurück zu Siniša Mihajlović. Nach dessen flacher Hereingabe in den Strafraum versuchte Klaus Augenthaler den Schuss abzufangen, doch fälschte er dabei den Ball so unglücklich ab, dass der Ball in einem hohen Bogen über den Kopf von Bayerns Torhüter Raimond Aumann ins Netz fiel.

Das Stadion explodierte und die 100.000 Zuschauer waren buchstäblich im Delirium, denn mit einem 2:2 würde Roter Stern ins Finale einziehen. Der Schlusspfiff löste schließlich eine große Feier im Stadion als auch eine massive Invasion auf dem Platz aus. Der 4:3-Gesamtsieg brachte Roter Stern, nach insgesamt drei Halbfinali, das erste Finale im Europapokal der Landesmeister, wo auf sie bereits der französische Meister Olympique Marseille wartete.

Europapokalsieg – Europas hellster Stern [Bearbeiten]

Erfolgscoach Ljupko Petrović, gewann mit Roter Stern Belgrad den Europapokal der Landesmeister 1990/91 in Bari.

Das Finale des Europapokals der Landesmeister 1990/91 wurde im Stadio San Nicola in der italienischen Stadt Bari ausgetragen. Roter Stern kam nach Italien ungewöhnlich früh, und zwar ganze sechs Tage vor dem Finale. Das Team richtete seine Basis in der Stadt Monopoli, 40 km südöstlich von Bari ein. Dort residierten sie im Hotel Il Melograno und trainierten in den Einrichtungen des AC Monopoli. Aufgrund des großen Interesses der Medien und zahlreicher europäischer Spitzenvereine an den Spielern von Roter Stern Belgrad versuchte die Vereinsführung, ihren Fußballern die volle Konzentration auf das Finale zu gewährleisten. Die Spieler kamen sofort nach der Ankunft in eine Art Halb-Quarantäne, getrennt von ihren Frauen und Freundinnen, und ohne die Möglichkeit, Anrufe im Hotel in Empfang zu nehmen, jedoch in der Lage, ausgehende Anrufe zu tätigen. In den kommenden Tagen war Roter Stern auch von einem großen Gefolge, bestehend aus ehemaligen Spielern und Trainern, sowie Freunden des Vereins begleitet, die alle geschlossen und konzentriert daran arbeiteten, den Pokal nach Belgrad zu holen. Darunter waren Vereins-Legenden wie Rajko Mitić und Dragoslav Šekularac, ehemalige Spieler wie Srđan Mrkušić, Stanislav Karasi, der Ex-Trainer Milorad Pavić sowie zahlreiche serbische Prominente und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, wie z. B. die Schauspieler Ljuba Tadić und Ivan Bekjarev sowie der Musiker und Poet Bora Đorđević, besser bekannt als der Sänger der Rockband Riblja čorba. Schließlich konnte Roter Stern-Trainer Ljupko Petrović seine Spieler intensiv für die bevorstehende Begegnung mit Olympique Marseille vorbereiten.

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Stojanovć (C)
Marović
Šabanadžović
Radinović
Binić
Roter Sterns Aufstellung im Finale des Europapokals der Landesmeister 1990/91. (Trainer: Ljupko Petrović).

Nachdem der ambitionierte Bernard Tapie 1985 das Amt des Vereinspräsidenten von Marseille übernommen hatte, investierte der Klub in den folgenden Jahren viel Geld für die Neuverpflichtungen von Spielern mit internationalem Format. Fürs Finale standen Marseille dementsprechend Spieler wie Manuel Amoros, Chris Waddle, Basile Boli, Jean Tigana, Dragan Stojković, Abédi Pelé und insbesondere Jean-Pierre Papin zur Verfügung, alle unter dem Kommando von Top-Trainer Raymond Goethals. Bis zum Zeitpunkt des Finales hatte Roter Stern 18 Tore in 8 Spielen erzielt, während der französische Meister 20 Tore geschossen hatte. Daher wurde für das 100. Finale eines europäischen Fußballwettbewerbs ein torreiches Spektakel erwartet. Dennoch entschied sich Petrović überraschend für eine Defensiv-Taktik. Nach 120 Minuten und nur wenigen Chancen auf beiden Seiten sollte die Entscheidung erst im Elfmeterschießen fallen. Im ersten Durchgang traf Robert Prosinečki gegen Pascal Olmeta, während Stevan Stojanović den Schuss von Manuel Amoros parieren konnte. Es zeigte sich später, dass dies die entscheidende Situation des Spiels war. Es folgten die Treffer in folgender Reihenfolge: Dragiša Binić (Roter Stern), Bernard Casoni (Marseille), Miodrag Belodedić (Roter Stern), Jean-Pierre Papin (Marseille), Siniša Mihajlović (Roter Stern) und Carlos Mozer (Marseille). Die Chance zum entscheidenden Treffer bekam Stürmer Darko Pančev, der Gewinner des europäischen Goldenen Schuhs 1991 als bester Torjäger Europas; er erzielte schließlich das Tor und brachte den Europapokal-der-Landesmeister-Titel zum ersten Mal nach Jugoslawien bzw. Serbien.

Roter Stern Belgrad gewann das Elfmeterschießen am 29. Mai 1991 vor 60.000 Zuschauern und einem Millionenpublikum auf der ganzen Welt mit 5:3. Die 20.000 Roter-Stern-Fans im Stadio San Nicola und die Millionen Fans vor den Fernsehgeräten in ganz Jugoslawien und dem Rest der Welt feierten frenetisch den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Jedoch war das Finale eine der letzten Nächte, wo ganz Jugoslawien wieder einmal zusammenkommen konnte, um gemeinsam eine weiteren großen sportlichen Erfolg ihres Landes zu feiern.

Weltpokalsieg – Made in Japan [Bearbeiten]

Als Meister Europas spielte Roter Stern Belgrad um den Europäischen Supercup und um den Weltpokal, der schon seit einem Jahrzehnt in Tokio ausgetragen wurde. Üblicherweise bestand der Supercup aus zwei Spielen, jedoch fand nur ein Spiel gegen Manchester United, und zwar im Old Trafford, statt, aufgrund des Krieges, der bereits in Jugoslawien begonnen hatte. Trotz der Tatsache, dass Roter Stern Belgrad den größten Teil des Supercup-Finales kontrollierte, sowie der Tatsache, dass vor allem Dejan Savićević im Theatre of Dreams glänzte, fiel nur ein einziges Tor durch den Schotten Brian McClair, und Manchester gewann letztlich mit 1:0.

Der Toyota-Sponsorenpokal auf einem Plakat mit dem Logo von Roter Stern Belgrad im Hintergrund

Im Olympiastadion von Tokio sah Roter Stern Belgrad die Chance, das Jahr mit einem weiteren internationalen Titel zu krönen. Der Rivale war der chilenische Verein Colo-Colo, der die Copa Libertadores gewonnen hatte. Auf der Trainerbank der Mannschaft aus Santiago de Chile saß Mirko Jozić, unter dessen Führung Jugoslawien die Junioren-Fußballweltmeisterschaft 1987 gewonnen hatte und Robert Prosinečki zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde. Allerdings verließ Prosinečki das Team nach dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister für 15 Mio. Euro zu Real Madrid, bis dahin einer der teuersten Transfers in der Geschichte des Fußballs, ebenso wie Stevan Stojanović, Slobodan Marović, Refik Šabanadžović und Dragiša Binić.

In der ersten Halbzeit des Weltpokal-Finales brachte Vladimir Jugović, der jüngste im Kader, die Mannschaft aus Belgrad in Führung. Doch Roter Stern Belgrad setzte seine Überlegenheit fort, trotz des Ausschlusses von Dejan Savićević kurz vor der Halbzeit, und konnte einen weiteren Sieg einfahren. Zum Zeitpunkt der roten Karte hatte Belgrad bereits einen Vorsprung durch das Tor von Jugović, jedoch erzielte er sein zweites Tor, was ihm schließlich auch den Toyota-Preis brachte, der für den besten Spieler der Partie bestimmt war. Letztendlich traf noch Stürmer Darko Pančev, und der Verein feierte einen eindeutigen 3:0-Sieg. An diesem 8. Dezember 1991 hatte Roter Stern Belgrad alles, was ein Fußballverein nur erreichen konnte, er war Europapokalsieger der Landesmeister und Weltpokalsieger und damit auf dem Höhepunkt seines Ruhmes.

1992–2000: Untergang eines europäischen Giganten [Bearbeiten]

Im Constant-Vanden-Stock-Stadion endete die lange Ära von Roter Stern im Europapokal.

Roter Stern Belgrad nahm als Titelverteidiger und Landesmeister Jugoslawiens am Europapokal der Landesmeister 1991/92 teil. Auf Anweisung der UEFA dufte der Verein jedoch den Pokal aufgrund des bereits ausgebrochenen Jugoslawienkrieges nur durch Spiele außerhalb des Landes verteidigen, obwohl eine sichere Austragung der Spiele in Serbien möglich war, was letztlich die Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung erschwerte. Schließlich trug Roter Stern seine Spiele in den ungarischen Städten Szegedin und Budapest sowie in der bulgarischen Hauptstadt Sofia aus. Auf den Weg in die Gruppenphase besiegten sie den Portadown FC sowie Apollon Limassol. Die Gruppenphase begann für den Verein mit einer Auswärts-Niederlage gegen Sampdoria Genua, die vom Serben Vujadin Boškov trainiert wurden und mit ihm bereits den Europapokal der Pokalsieger 1989/90 gewannen. Es war die erste Niederlage für Roter Stern Belgrad nach insgesamt 17 Spielen, die fünftlängste Serie eines Vereins ohne eine Niederlage in einem europäischen Fußball-Wettbewerb.

Schließlich folgten Siege gegen RSC Anderlecht in Ungarns Hauptstadt Budapest, sowie gegen Panathinaikos Athen in beiden Spielen. Das entscheidende Spiel um den Finaleinzug fand gegen Sampdoria Genua in Sofia statt, als Roter Stern Belgrad nach einer 1:0-Führung noch mit 1:3 besiegt wurde und die Italiener ins Finale des Europapokals der Landesmeister einzogen. Das Ende einer langen Ära, in der Roter Stern Belgrad 22-mal im Europapokal überwinterte und 24 Saisonen hintereinander dort vertreten war, endete mit der 2:3-Niederlage in einem bedeutungslosen Spiel gegen den RSC Anderlecht in Brüssel, im Constant-Vanden-Stock-Stadion.

Im nationalen Fußball-Wettbewerb verließen die Vereine aus Kroatien und Slowenien die Liga nach der Saison 1990/91; die Vereine aus Mazedonien nach der Saison 1991/92, nachdem diese Länder ihre einseitige Unabhängigkeit von Jugoslawien erklärt hatten. Die Mannschaften aus Bosnien und Herzegowina konnten die Saison 1991/92 nicht beenden, außer Borac Banja Luka, da dort bereits im April der Bosnienkrieg ausbrach. Nachdem Jugoslawien in seine Einzelstaaten zerbrochen war, arrangierten sich Serbien und Montenegro und formten im April 1992 den gemeinsamen Staat Bundesrepublik Jugoslawien, jedoch wurden bereits Ende Mai gegen das Land UN-Sanktionen verhängt. Die UEFA entschied, die Jugoslawische Fußballnationalmannschaft von der Fußball-Europameisterschaft 1992 auszuschließen, obwohl sie bereits sportlich qualifiziert war. Dafür rückte das eigentlich gar nicht qualifizierte Dänemark nach und wurde schließlich Europameister. Ebenso wurden alle jugoslawischen Vereine aus allen europäischen Fußball-Wettbewerben ausgeschlossen, was schließlich zu der Verdrängung des bis dahin erfolgreichen jugoslawischen Fußballs aus der internationalen Fußball-Szene führte, womit der Slogan „Politik hat keinen Platz im Sport“ hier keine Berücksichtigung fand.

Zwar konnte noch die Meisterschaft 1992 gewonnen und somit zum zweiten Mal seit der Miljanić-Ära ein Meisterschafts-Hattrick erzielt werden, jedoch war allen klar, dass dem Verein sehr harte Zeiten bevorstanden. Schließlich verließ Roter Stern seit dem Sieg im Europapokal der Landesmeister 1990/91 praktisch die ganze Mannschaft, darunter Robert Prosinečki (Real Madrid), Dejan Savićević (AC Mailand), Darko Pančev (Inter Mailand), Siniša Mihajlović (AS Rom), Miodrag Belodedić (FC Valencia), Vladimir Jugović (Sampdoria Genua), Ilija Najdoski, Vlada Stošić, Rade Tošić und Milorad Ratković, die nach Spanien gingen, Stevan Stojanović, der nach Belgien wechselte. Slobodan Marović und Duško Radinović gingen nach Schweden, Refik Šabanadžović nach Griechenland, Dragiša Binić nach Tschechien und Trainer Ljupko Petrović nach Uruguay. Es war bis dahin ein einzigartiger Ausverkauf einer Spitzen-Mannschaft und ein beispielloser Zerfall eines europäischen Fußballgiganten auf unbestimmte Zeit.

Roter Stern wurde durch den Verlust seiner gesamten Erfolgs-Generation stark geschwächt, und der Zerfall des Landes, der jahrelange Krieg, die UN-Sanktionen und deren wirtschaftliche Auswirkungen, sowie der UEFA-Ausschluss trafen den Verein ziemlich hart. Schließlich folgte eine Reihe von Meisterschafts-Siegen durch den Stadtrivalen Partizan Belgrad. 1994 kehrte Erfolgscoach Ljupko Petrović zurück und der 14. Pokalsieg wurde von einer anderen Generation von Spielern 1995 gewonnen, darunter Dejan und Jovan Stanković, Darko Kovačević, Perica Ognjenović, Goran Đorović, Dejan Stefanović, Nenad Sakić, Bratislav Živković, Nebojša Krupniković, Dejan Petković, Zvonko Milojević und Mitko Stojkovski. Auf dem Weg zur Meisterschaft 1995 wurde im legendären 100. Belgrader Derby Rivale Partizan zu Hause vor 80.000 Zuschauern durch Tore von Darko Kovačević und Mitko Stojkovski mit 2:1 besiegt. Dennoch war es nur eine kurze Pause bis zum Sturz in die erfolglosen Jahre, und unter den Umständen zu jener Zeit war es schwer für den Verein, den richtigen Weg wieder zu finden. 1999 beendete Roter Stern die Meisterschaft als Dritter, was die schlechteste Platzierung in der Liga in den vergangenen 20 Jahren war. In der Zeit zwischen Mai 1992 und Mai 2000 wurde nur eine Meisterschaft gefeiert, allerdings gewann man fünfmal den Pokal und hatte ein paar erfolgreiche Spiele in den europäischen Wettbewerben.

Die schwierige Rückkehr nach Europa [Bearbeiten]

Während der Saison 1994/95 erlaubte die UEFA allen jugoslawischen Fußballvereinen, wieder am Europapokal teilzunehmen, während die Jugoslawische Fußballnationalmannschaft weiterhin ausgeschlossen blieb, wie bereits während der Fußball-Europameisterschaft 1992, als sie trotz vorheriger erfolgreicher Qualifikation aus dem Turnier genommen und durch den Zweiten der Qualifikationsgruppe und späteren Europameister Dänemark ersetzt wurden. Doch schließlich traf ein weiteres Schicksal die jugoslawischen Vereine. Denn anstatt dort weitermachen zu dürfen, wo die Vereine im Frühjahr 1992 aufhören mussten, beschloss die UEFA, dass die bis dahin erreichten Punkte für die UEFA-Fünfjahreswertung aller jugoslawischen Vereine gelöscht werden sollten. Somit wurde Roter Stern Belgrad, der Europapokalsieger der Landesmeister von 1991, der Halbfinalist von 1992, die Mannschaft, die in der UEFA-Gesamtwertung des 20. Jahrhunderts bis dahin zu den besten Mannschaften Europas gehörte, praktisch am Ende der UEFA-Fünfjahreswertung bzw. UEFA-Klubrangliste platziert. Anstatt den Fußball zu fördern, was auch zu den Aufgaben der UEFA gehörte, sollte deren Entscheidung nicht nur für Roter Stern langfristige katastrophale Folgen haben, sondern für den gesamten jugoslawischen Fußball. Anstatt die Vorzüge der jahrzehntelangen Arbeit zu genießen und einen Platz in der Gruppenphase der Champions League zu bekommen, landeten sie im UEFA-Pokal und mussten bereits in der 1. Runde starten.

Das erste internationale Spiel war ein Testspiel gegen Olympiakos Piräus in Belgrad, das von Roter Stern mit 4:1 gewonnen wurde. Eine große Fahne mit „Welcome Orthodox Brothers“ („Willkommen orthodoxe Brüder“) war eine Willkommensgeste gegenüber den griechischen Fans und Spielern seitens der Belgrader Fans. Seit dieser Begegnung gibt es eine enge Freundschaft zwischen diesen beiden Vereinen und ihren Anhängern. Das erste offizielle Spiel in einem europäischen Wettbewerb fand am 8. August 1995 im Rahmen des UEFA-Pokals 1995/96 gegen Xamax Neuchâtel statt. Trotz aller Probleme wurde die neue Roter-Stern-Generation daheim von 60.000 Fans begrüßt, aber nach zahlreichen verpassten Chancen wurde Roter Stern mit einem Last-Minute-Tor bestraft und verlor erstmals seit dem Europapokal der Pokalsieger 1985/86, also seit zehn Jahren, wieder ein Heimspiel. Im Rückspiel fielen keine Tore und Roter Stern Belgrad schied bereits in der 1. Runde aus, was bis dahin in der ganzen Vereinsgeschichte noch nie geschehen war.

Auch wenn die erste Saison im Europapokal für den Verein eine herbe Enttäuschung war, wurde die zweite Saison umso vielversprechender. Zur neuen Spielzeit 1996/97 wurde Vladimir Petrović als Trainer verpflichtet. Mit ihm und einer neuen Generation von Spielern wie Dejan Stanković, Perica Ognjenović und Zoran Njeguš, besiegte Roter Stern im Europapokal der Pokalsieger 1996/97 Heart of Midlothian aus Schottland, und nach einer 1:0-Niederlage in Kaiserslautern kam die Nacht, die mit drei Toren für Roter Stern in der Nachspielzeit enden sollte. Die Belohnung für den 4:0-Sieg über den zukünftigen Deutschen Meister 1. FC Kaiserslautern war das Duell im Achtelfinale gegen den FC Barcelona. Die Katalanen unter der Leitung von Trainer Bobby Robson und Co-Trainer José Mourinho waren gespickt mit Stars wie Ronaldo, Luis Figo, Christo Stoitschkow, Josep Guardiola, Gheorghe Popescu und Luis Enrique, die stärkste Mannschaft des Turniers, was sie schließlich auch mit dem Gewinn der Pokals bestätigten. Zwar verlor Roter Stern in Barcelona mit 3:1, aber sie gaben sich nicht auf. In Belgrad ging Barça durch eine wahre Hölle und Roter Stern ging in Führung durch Zoran Jovičić, aber Giovanni glich aus, und Barcelona rettete sich über die Zeit. Die Atmosphäre im „Marakana“ war wohl eine der besten in den letzten Jahren, die die Fans seit dem Krieg erleben durften.

1999–2004: Das neue Jahrtausend [Bearbeiten]

Um die Jahrtausendwende konnte Roter Stern wieder nationale Erfolge feiern. Aufgrund der schwierigen finanziellen Lage war es dem Verein seit dem Zusammenbruch des Landes jedoch kaum mehr möglich, das Niveau von früher zu erreichen, da die besten Spieler anfangs jährlich ins Ausland abwanderten, um die folgende Saison zu finanzieren. Dazu versetzten der Kosovokrieg und die NATO-Luftangriffe auf Jugoslawien dem Land und seinem Fußball nochmal einen schweren Schlag. Roter Stern konnte trotz der schwierigen Situation in der Spielzeit 1998/99 den Pokal durch einen Sieg über Partizan für sich entscheiden. Doch nach einem schlechten Start in die Saison 1999/00 wurde Trainer Miloljub Ostojić entlassen und durch Slavoljub Muslin ersetzt. Als Mitglied der glorreichen Generation, die im UEFA-Pokal 1978/79 das Finale erreichte, brachte er eine frische Philosophie in die Mannschaft und Roter Stern konnte das Double gewinnen. In der Saison 2000/01 gelang es Roter Stern, die Meisterschaft zu verteidigen, sie verloren aber das Pokalfinale gegen Partizan. Während dieser Zeit nahm Roter Stern Belgrad auch zum ersten Mal an der Qualifikation zur Champions League teil, die seit der Saison 1992/93 den Europapokal der Landesmeister ersetzt.

Während der Champions League 2000/01 spielte Roter Stern in der letzten Qualifikationsrunde gegen Dynamo Kiew, schied jedoch nach einem 0:0 in Kiew und einem 1:1 in Belgrad aus. Am 22. Dezember 2001 verloren Roter Stern Belgrad und die jugoslawischen Nationalmannschaft auf tragische Art und Weise einen ihrer Spieler. Jovan Gojković, der für Roter Stern von 1997 bis 2000 spielte, starb bei einem Autounfall in Belgrad. Er wurde nur 26 Jahre alt. In der Champions League 2001/02 scheiterte man erneut in der letzten Runde an Bayer Leverkusen, den späteren Finalisten des Wettbewerbs. Muslin verließ Roter Stern im September 2001, nachdem Roter Stern begann, die nächsten zwei Meisterschaften an Partizan zu verlieren, und wurde durch Zoran Filipović ersetzt. Im UEFA-Pokal 2002/03 scheiterte man knapp an Lazio Rom. 2003 kehrte Slavoljub Muslin als Trainer von Roter Stern Belgrad zurück. In der Saison 2003/04 hat der Verein einen neuen Rekord aufstellen können, denn Dank seiner starken Defensivleistung, in der vor allem der junge Nemanja Vidić überzeugen konnte, kassierte Roter Stern nur 13 Tore in 30 Spielen und gewann schließlich die Meisterschaft.

2004–heute: Gegenwart [Bearbeiten]

Das Jahr 2004 begann mit Ljupko Petrović, der zum dritten Mal in der Geschichte des Vereins das Traineramt übernahm. Trotz eines 3:2-Sieges gegen den PSV Eindhoven in der Champions League 2004/05 schied Roter Stern durch eine 0:5-Auswärtsniederlage aus, was die höchste Niederlage in der Geschichte des Vereins in einem europäischen Wettbewerb bedeutete. Noch immer unter Schock, scheiterte man anschließend im UEFA-Pokal gegen Zenit St. Petersburg. Schließlich verlor man auch den Kampf um die Meisterschaft an Partizan. Roter Stern beendete diese unglückliche Saison mit einer Niederlage im Pokal-Finale. 2005 verließ Dragan Džajić den Sessel des Präsidenten und gab seine Funktion nach mehr als 20 Jahren an der Spitze des Vereins an Dragan Stojković ab. In derselben Saison übernahm Walter Zenga und damit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ein Ausländer das Amt des Trainers. In der Saison 2005/2006 holte Roter Stern das Double, kam aber im UEFA-Pokal nicht über die Gruppenphase hinaus. Jedoch wurden europäische Topvereine auf Nikola Žigić aufmerksam, als er beim 3:1-Sieg gegen den AS Rom zwei von drei Toren selbst erzielte und das dritte vorbereitete. Es gelang dem Verein, Žigić noch zu halten. In der UEFA Champions League 2006/07 traf Roter Stern auf den AC Mailand und Superstar Kaká. Die Rossoneri gewannen im Giuseppe-Meazza-Stadion mit 1:0 und in Belgrad mit 2:1, beide Spiele hatten einen Hauch der legendären Spiele aus den späten 1980er Jahren. Roter Stern war in der Tat ein gutes Omen für Mailand, weil sie wie damals, nachdem sie Roter Stern besiegt hatten, den Pokal gewannen, genau wie vor 18 Jahren, wo in beiden Aufeinandertreffen Paolo Maldini dabei war. Durch das Ausscheiden in der Champions-League-Qualifikation zog es viele Stammkräfte von Roter Stern, darunter auch Žigić, ins Ausland. Diese Verluste mussten kompensiert werden, doch dies gelang nicht auf Anhieb. Roter Stern schied noch vor der Gruppenphase aus dem UEFA-Pokal aus, es fehlten einfach zu viele Stammkräfte. Es wurde daraufhin versucht, nach und nach die Lücken in der Mannschaft mit eigenen Jugendspielern und Verpflichtungen sowohl aus der heimischen Liga wie auch aus dem Ausland zu schließen.

In der Saison 2007/08 befand sich Roter Stern noch unter den besten 16 Mannschaften in der ewigen UEFA-Rangliste, unmittelbar hinter Dynamo Kiew und vor Celtic Glasgow und dem PSV Eindhoven. Die UEFA Champions League 2007/08 war Roter Sterns letzter Versuch, sich für die Champions League zu qualifizieren. Der Gegner war Glasgow Rangers, und in Belgrad kamen Erinnerungen an die glorreichen Europapokal-Spiele gegen die Schotten während des Europapokals der Landesmeister 1990/91 auf, aber dieses Mal scheiterte Roter Stern knapp und landete somit im UEFA-Pokal. Dort konnte sich Roter Stern Belgrad durch 1:0-Siege gegen den polnischen Vertreter Groclin Grodzisk für die Gruppenphase des UEFA-Pokals qualifizieren. Dort war es jedoch nicht zu Ende mit den Erinnerungen, denn während des UEFA-Pokals 2007/08 spielte man in der Gruppenphase gegen den Bayern München, 16 Jahre nach dem legendären Europapokal-Halbfinale im Jahr 1991, das schließlich mit einem 3:2 Sieg für die Bayern geendet hatte.

Am 15. November 2007 erlitt die Vereins-Torwartlegende und Mitglied der Weltpokalsieger-Generation von 1991, Zvonko Milojević, bei einem Autounfall in Deutschland schwere Verletzungen und sitzt bis heute im Rollstuhl. In den Jahren 2008 und 2009 durchlebte der Verein die größte Krise seit der Vereinsgründung.[13] Aufgrund der Verpflichtung vieler ausländischer Spieler und hoher Gehälter verschuldete sich der Verein in nur zwei Jahren um 23 Millionen Euro.[14] Die Krise nahm ihren Anfang zu Beginn der Saison 2007/2008. Der bis dahin amtierende Präsident Dragan Stojković trat nach dem Scheitern in der Qualifikation zur UEFA Champions League von seinem Amt zurück. Ihm folgten bis zur Saison 2009/10 drei Präsidenten: Toplica Spasojević (2007/08), Dan Tana (2008/09) und Vladan Lukić. Genauso schnell wie die Präsidenten wechselten auch die Trainer, und so saßen seit der Saison 2007/08 bereits sieben verschiedene Trainer auf der Bank des Rekordmeisters. Alle Rekorde brach jedoch die Anzahl der Spielerwechsel. So verzeichnete der Verein in drei Jahren 69 Zu- und 68 Abgänge.[15]

Die Lage hatte sich wieder etwas beruhigt. So wurde der Schuldenberg bereits teilweise abgebaut und Interessenten für einen Stadionbau gewonnen.[16] Lediglich die Suche nach einem gut vergütenden Hauptsponsor hat sich aufgrund der Sportgesetze Serbiens als schwierig herausgestellt.[17] Am 9. Juni 2010 hat der amtierende Vorstand unter Vladan Lukić die Mitgliedschaft im Verein Roter Stern Belgrad eingeführt. Diese soll nach dem Vorbild vom FC Barcelona und Real Madrid funktionieren. Somit geht der Verein in die Trägerschaft seiner Mitglieder über. Der Vorstand soll von nun an von der Vollversammlung gewählt werden. Dieser Schritt wurde von den Fans bereits seit Jahrzehnten erwartet.[18] Nach nur einer Woche waren bereits mehr als 5200 Fans ein offizielles Mitglied des Vereins.[19]

Seit dem 9. Juli 2010 ist Gazprom Neft, eine Tochtergesellschaft von Gazprom, Hauptsponsor von Roter Stern Belgrad. Die Summe des über fünf Jahre lang laufenden Sponsorvertrages wurde nicht veröffentlicht, jedoch ist bekannt, dass es der höchstdotierte Sponsorvertrag ist, den es je in Südosteuropa gab.[20] Zwar konnte seit der Saison 2007/08 keine Meisterschaft mehr gewonnen und keine Qualifikation für die Gruppenphase eines europäischen Wettbewerbs erreicht werden, aber 2010 und 2012 wurde jeweils der Pokal gewonnen.

Stadion [Bearbeiten]

Das Stadion Roter Stern wird in Anlehnung an das Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro wegen seiner früheren Kapazität von über 100.000 Zuschauern Marakana genannt. Es hat heute ein Fassungsvermögen von 55.000 Besuchern und wurde im Jahr 1964 fertiggestellt. Der Besucherrekord liegt bei 110.000 Menschen und wurde aufgestellt, als Roter Stern Belgrad 1975 im Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger gegen Ferencváros Budapest spielte.[21] Die Spielstätte von Roter Stern ist das größte Stadion in Serbien.

Am 29. Mai 2010 wurde im Zusammenhang mit der Feier zum 19. Jahrestag des Triumphes in Bari ein Projekt vorgestellt, das eine völlige Rekonstruktion des Stadions vorsieht. Nach dem Neubau soll das Stadion eine Kapazität von 50.000 Plätzen haben.[22]

Fans [Bearbeiten]

„Delije“, die Fans von Roter Stern

Die Anhängerschaft des Vereins kommt in erster Linie aus Belgrad, jedoch hat Roter Stern zahlreiche Fans im ganzen Land. Diese Beliebtheit ist natürlich unter anderem auf jahrzehntelange Glanzleistungen im Fußball zurückzuführen. Laut jüngsten Umfragen ist Roter Stern Belgrad der beliebteste Fußballverein in Serbien. Der Verein ist auch sehr beliebt in Montenegro und Bosnien und Herzegowina, vor allem in der bosnisch-serbischen Teilrepublik Republika Srpska. Roter Stern hat auch zahlreiche Anhänger in allen anderen ehemaligen jugoslawischen Republiken sowie in der serbischen und jugoslawischen Diaspora und gehört zu den 50 einflussreichsten Vereinen der Welt.[23]

Die Fans aller Mannschaften von Roter Stern bezeichnen sich als Delije (zu deutsch: Mutige, Singular Delija). Sie unterstützen traditionell alle Mannschaften von Roter Stern in jeder Sportart. Die „echten Delije“ stehen dabei in der Severna tribina (Nordkurve) des als „Marakana“ bezeichneten Stadions. In den 1990er Jahren wurden in der Nordkurve einige Plätze so eingefärbt, dass sie in weißer, kyrillischer Schrift das Wort „Delije“ zeigen, eine Bekundung des Vereins gegenüber seinen Fans. Die Delije sind mit den „Bad Blue Boys“ aus Zagreb, der „Torcida“ aus Split, und den „Grobari“, den Fans des Lokalrivalen FK Partizan Belgrad, die wichtigste Fangruppierung auf dem Balkan.[24]

In Westeuropa erlangten die Delije Bekanntheit beim Finale des Europapokal der Landesmeister in der Spielzeit 1990/91. In Bari, wo das Finale stattfand, unterstützten Serben und viele andere Jugoslawen aus der Diaspora ihren Verein bei ihrem ersten Sieg des Europapokals der Landesmeister.

Eine Fanfreundschaft unterhalten die Belgrader Fans unter anderem zu den Fans von Spartak Moskau und Olympiakos Piräus. Die Fans von Olympiakos trifft man des Öfteren bei Spielen der Fußball-, aber ebenso der Basketballmannschaft an. Ebenso verhält es sich auch umgekehrt, serbische Fans reisen oft zu Spielen nach Griechenland.

Der in Serbien gebrauchte Satz „Srbija do Tokija“ (dt. Serbien bis Tokio) wurde ursprünglich von der Delije erfunden in Anlehnung an den Weltpokalsieg 1991 in Tokio.

Personen [Bearbeiten]

Der Kader [Bearbeiten]

Erste Mannschaft [Bearbeiten]

Nr. Position Name
1 MontenegroMontenegro TW Boban Bajković
2 SerbienSerbien AB Aleksandar Pantić
3 SerbienSerbien AB Nikola Petković
4 SerbienSerbien MF Srđan Mijailović
5 SerbienSerbien AB Uroš Spajić
6 SerbienSerbien AB Jovan Krneta
7 SerbienSerbien MF Miloš Dimitrijević
8 SerbienSerbien MF Darko Lazović
9 NigeriaNigeria ST Abiola Dauda
10 SerbienSerbien MF Nenad Milijaš
11 BrasilienBrasilien MF Cadú
13 SerbienSerbien AB Nikola Maksimović
14 SerbienSerbien AB Nikola Mikić
15 MontenegroMontenegro AB Milan Jovanović
16 SerbienSerbien ST Luka Milunović
Nr. Position Name
17 MontenegroMontenegro ST Filip Kasalica
18 SerbienSerbien ST Ognjen Ožegović
19 SerbienSerbien MF Luka Milivojević
20 HondurasHonduras MF Luis Garrido
22 SerbienSerbien TW Miloš Vesić
23 MontenegroMontenegro AB Stevan Reljić
24 SerbienSerbien MF Nikola Karaklajić
25 SerbienSerbien AB Filip Mladenović
27 SerbienSerbien ST Stefan Mihajlović
28 SerbienSerbien MF Vukan Savićević
29 MontenegroMontenegro MF Marko Vešović
32 SerbienSerbien TW Aleksandar Kirovski
77 GhanaGhana ST Nathaniel Asamoah
91 SerbienSerbien ST Ognjen Mudrinski

Zweite Mannschaft/FK Sopot [Bearbeiten]

Da es in Serbien keine Reserve- bzw. zweite Mannschaften gibt, wie sie in England oder Deutschland üblich sind, werden junge Spieler häufig an andere Vereine ausgeliehen. Diese Praxis, Kalenje genannt, führte bei Roter Stern Belgrad dazu, dass die jungen Spieler seit der Saison 2008/09 zumeist an den damals in der dritten Liga spielenden Verein Sopot Belgrad verliehen wurden. Seit 2009 gab es auch eine vertraglich geregelte Situation zwischen den Vereinen, sodass der Sopot faktisch zur zweiten Mannschaft wurde. Im Gegenzug benutzt der Drittligist das Trainingsgelände und die Medizineinrichtungen des großen Belgrader Vereins. In der Saison 2009/10 spielten alleine zehn Spieler aus den Jugendabteilungen von Roter Stern Belgrad bei Sopot.[25] Im Jahr 2010 wurde im Belgrader Fußballverband eine offizielle Reserve-Liga für alle Belgrader Vereine der ersten und zweiten Liga geschaffen. An Spielbetrieb nahm auch ein offizielles zweites Team von Roter Stern Belgrad teil.[26] Bereits nach einer halben Saison wurde der Spielbetrieb wieder eingestellt. Auch die Zusammenarbeit mit Sopot wurde eingestellt.

Bekannte ehemalige Spieler [Bearbeiten]

Stern des Sterns [Bearbeiten]

Roter Stern hat eine fast 50 Jahre alte Tradition, ausgewählten Spielern, die eine spürbare Auswirkung auf die Geschichte des Vereins gehabt haben, den Titel „Stern des Sterns“ (Zvezdina zvezda) zu verleihen. Bis jetzt wurden nur fünf Spieler in der Geschichte des Vereins ausgezeichnet:

Am 29. Mai 2010, zum 19. Jahrestag des Champions-League-Sieges, wurde das ganze Team von 1991 zum sechsten und letzten Stern von Roter Stern Belgrad erklärt.[27] Im Anschluss wurde eine „Hall of Fame“[28] eröffnet, in der die zukünftigen und bisherigen Größen von Rotern Stern auf und neben dem Platz aufgenommen werden sollen.

Welt- und Europapokalsieger von 1991 [Bearbeiten]

Torhüter:

 

Abwehr:

 

Mittelfeld:

 

Angriff:

Trainer: Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Ljupko Petrović

Andere bekannte ehemalige Spieler [Bearbeiten]

     

Bisherige Trainer [Bearbeiten]

  • 1946/47 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Svetozar Glišović
  • 1947/48 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Svetozar Glišović
  • 1948/49 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Aleksandar Tomašević
  • 1950/50 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Aleksandar Tomašević
  • 1951/51 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Ljubiša Broćić
  • 1952/52 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Žarko Mihajlović
  • 1952/53 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Žarko Mihajlović
  • 1952/53 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Bane Sekulić
  • 1953/54 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Ljubiša Broćić
  • 1953/54 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Boško Ralić
  • 1954/55 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Milovan Ćirić
  • 1955/56 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Milovan Ćirić
  • 1956/57 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Milovan Ćirić
  • 1957/58 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Milorad Pavić
  • 1958/59 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Milorad Pavić
  • 1959/60 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Milorad Pavić
  • 1960/61 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Milorad Pavić
  • 1961/62 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Milorad Pavić
  • 1962/63 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Milorad Pavić
  • 1963/64 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Milorad Pavić
  • 1964/65 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Ivan Toplak
  • 1965/66 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Ivan Toplak
  • 1966/67 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Miljan Miljanić
  • 1967/68 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Miljan Miljanić
  • 1968/69 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Miljan Miljanić
 
  • 1969/70 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Miljan Miljanić
  • 1970/71 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Miljan Miljanić
  • 1971/72 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Miljan Miljanić
  • 1972/73 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Miljan Miljanić
  • 1973/74 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Miljan Miljanić
  • 1974/75 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Miljenko Mihić
  • 1975/76 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Milovan Ćirić
  • 1976/77 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Gojko Zec
  • 1977/78 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Gojko Zec
  • 1978/79 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Branko Stanković
  • 1979/80 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Branko Stanković
  • 1980/81 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Branko Stanković
  • 1981/82 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Branko Stanković
  • 1981/82 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Stevan Ostojić
  • 1982/83 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Stevan Ostojić
  • 1983/84 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Gojko Zec
  • 1984/85 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Gojko Zec
  • 1985/86 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Gojko Zec
  • 1986/87 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Velibor Vasović
  • 1987/88 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Velibor Vasović
  • 1988/89 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Branko Stanković
  • 1988/89 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Dragoslav Šekularac
  • 1989/90 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Dragoslav Šekularac
  • 1990/91 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Ljupko Petrović
  • 1991/92 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Vladica Popović
 
  • 1992/93 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Milan Živadinović
  • 1993/94 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Milan Živadinović
  • 1994/95 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Ljupko Petrović
  • 1995/96 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Ljupko Petrović
  • 1995/96 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Vladimir Petrović
  • 1996/97 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Vladimir Petrović
  • 1996/97 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Vojin Lazarević
  • 1997/98 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Milorad Kosanović
  • 1998/99 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Milorad Kosanović
  • 1998/99 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Vojin Lazarević
  • 1999/00 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Miloljub Ostojić
  • 1999/00 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Slavoljub Muslin
  • 2000/01 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Slavoljub Muslin
  • 2001/02 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Slavoljub Muslin
  • 2001/02 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien Zoran Filipović
  • 2002/03 Serbien und MontenegroSerbien und Montenegro Zoran Filipović
  • 2003/04 Serbien und MontenegroSerbien und Montenegro Slavoljub Muslin
  • 2004/05 Serbien und MontenegroSerbien und Montenegro Ljupko Petrović
  • 2004/05 Serbien und MontenegroSerbien und Montenegro Ratko Dostanić
  • 2005/06 ItalienItalien Walter Zenga
  • 2006/07 SerbienSerbien Dušan Bajević
  • 2006/07 MazedonienMazedonien Boško Đurovski
  • 2007/08 MazedonienMazedonien Boško Đurovski
  • 2007/08 SerbienSerbien Milorad Kosanović
  • 2007/08 SerbienSerbien Aleksandar Janković
 

Sponsoren [Bearbeiten]

Hauptsponsor von Roter Stern Belgrad ist seit 2010 Gazprom Neft.[29] Fahrzeugsponsor ist Hyundai.[30]

Bisherige Hauptsponsoren:

  • Toyota (2006 bis 2008)
  • Moja Zvezda 2344 (2009 bis 2010)
  • Gazprom Neft (Seit 2010)

Trivia [Bearbeiten]

Wappen [Bearbeiten]

Roter Stern Belgrad besitzt drei unterschiedliche Wappen. Das offizielle Wappen wird auf den Trikots und bei offiziellen Veranstaltungen der UEFA benutzt.[31] Das Wappen existiert in Ausführungen mit kyrillischer bzw. lateinischer Schrift. Es wurde in den 1990er Jahren aufgrund der UEFA-Regelung eingeführt, dass ein Vereinswappen drei Farben (Rot, Weiß und Blau) haben muss. Das bis dahin gültige Logo bestand nur aus Rot und Weiß. In der Marketing-Abteilung und in allen anderen Bereichen des Vereins wird ein drittes Wappen genutzt. Es handelt sich dabei um ein Logo, das an das ursprüngliche Wappen von Roter Stern Belgrad angelehnt ist, mit dem Unterschied, dass Gold deutlicher als bis 1990 als dritte Farbe eingefügt wurde. Dieses Logo wird seit der Rückrunde der Saison 2010/2011 erneut offiziell getragen.[32]

Trikotfarben [Bearbeiten]

Seit der Gründung des Vereins sind die Heimtrikot-Farben immer rot-weiß gestreift. Das Auswärtstrikot ist zumeist weiß mit einigen roten Stellen. Seit der Saison 2009 ist das dritte offizielle Trikot komplett in Blau.[33] 2010 ersetzt das blaue Trikot das weiße Auwärtstrikot. Im Zeitraum von 2006 bis 2008 besaß der Verein zudem einen dritten Trikotsatz mit orangefarbenen Trikots.[34] Seit der Saison 2011/2012 besitzt Roter Stern erneut einen dritten Trikotsatz, der komplett in Dunkelrot gehalten ist.

Erfolge [Bearbeiten]

  • Double (10×): 1959, 1964, 1968, 1970, 1990, 1995, 2000, 2004, 2006, 2007
  • Jugoslawischer Supermeister (2×): 1969, 1972
  • Jugoslawischer Ligameister Cup (1×): 1973

Gewonnene Turniere [Bearbeiten]

  • Belgrader Turnier (3×): 1948, 1980, 1981
  • Santiago de Chile (1×): 1962
  • Iberico Pokal (1×): 1971
  • Teresa Erera Pokal (1×): 1971
  • JU Pokal (1×): 1973
  • Kosta del Sol (1×): 1973
  • Naranja Pokal (1×): 1973
  • Donau Pokal (1×): 1976
  • Kosta Verde Pokal (1×): 1982
  • Neujahrsturnier (1×): 1984
  • Cita di Verona (1×): 1991
  • Bastia Turnier (1×): 1995
  • Leipzig Turnier (1×): 2004
  • Chicago Fire Sister Cities International Cup (1×): 2010

Roter Stern im Europapokal [Bearbeiten]

Der größte Erfolg von Roter Stern Belgrad war in der Saison 1990/91 der Gewinn des Europapokals der Landesmeister in Bari gegen Olympique Marseille.

Wettbewerb Sp. G U V ET KT
EC I 109 56 19 34 216 136
EC II 34 12 10 12 64 43
EC III 96 43 22 31 159 127
UEFA Super Cup 1 0 0 1 0 1
UI Cup 0 0 0 0 0 0
EUSA 1 1 0 0 3 0
Total 239 111 50 78 441 307

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: FK Roter Stern Belgrad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b Konflikt oko preseljenja. Der Blic, 4. September 2010, abgerufen am 21. Mai 2013 (serbisch).
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u Istorija FK Crvena zvezda o kojoj se (ne)priča. MojaCrvenaZvezda.net, die Offizielle Fanseite des Sportvereins Roter Stern Belgrad, 11. Februar 2011, abgerufen am 19. Mai 2013 (serbisch).
  3. Fudbal u Srbiji 1896-1918. Srbislava Todorović, 1996, S. 60, abgerufen am 21. Mai 2013 (serbisch).
  4. a b Offizielle Vereinsseite des Fußballklubs Roter Stern Belgrad: History of Red Star (englisch)
  5. Glas javnosti: Šest decenija Crvene zvezde (serbisch)
  6. a b c Offizielle Vereinsseite des Sportvereins Roter Stern Belgrad: ПРВИ РУКОВОДИОЦИ (serbisch)
  7. a b c Offizielle Vereinsseite des Sportvereins Roter Stern Belgrad: ЗВЕЗДА, И ТО ЦРВЕНА (serbisch)
  8. a b c Offizielle Vereinsseite des Sportvereins Roter Stern Belgrad: ПОЧЕЛО ЈЕ ПОБЕДОМ (serbisch)
  9. Offizielle Vereinsseite: History of Red Star
  10. Offizielle Vereinsseite; Šampionat
  11. Offizielle Vereinsseite; Pokalsiege.
  12. Offizielle Vereinsseite; Istroija
  13. News.de; Roter Stern verglüht
  14. Mondo.rs; Zvezda smanjila dug, dolaze sponzori (dt. Schulden rückläufig, Sponsoren kommen)
  15. Transfermarkt.de; Roter Stern Belgrad Transfers
  16. B92.net; Najava investicije u Crvenu zvezdu? 10. Mai 2010
  17. Sportal.rs; Kome sve Zvezda duguje? 13. Januar 2010
  18. Offizielle Vereinsseite; Budi deo Zvezde! 9. Juni 2010
  19. Budideozvezde.rs; Učlanjenem vraćamo klub Zvezdašima. 26. Juni 2010
  20. Offizielle Vereinsseite; Gazprom generalni sponzor Zvezde! 9. Juli 2010
  21. Offizielle Vereinsseite; Stadion
  22. Tim iz Barija šesta Zvezdina zvezda. b92.net, 29. Mai 2010
  23. bleacherreport.com - Ranking the Top 50 Most Influential Teams on the Planet
  24. „Delije“ Die lautesten Jungs aus Belgrad
  25. Transfermarkt.de; FK Sopot 2009 Transfers
  26. blic.rs; In Serbien startet die Liga der zweiten Teams
  27. Offizielle Vereinsseite; Generacija 1991. šesta Zvezdina zvezda! 30. Mai 2010
  28. Blic.rs Zvezda dobija „šestu zvezdu“ i otvara „Kuću slavnih“
  29. crvenazvezdafk.com Gazprom Neft neuer Hauptsponsor
  30. Hyundai.rs Hyundai Fahrzeugsponsor von Roter Stern Belgrad
  31. www.UEFA.com; Crvena Zvezda. 26. Juni 2010
  32. Budideozvezde.rs; Wappen der Titelseite. 26. Juni 2010
  33. sportal.rs; Zvezda u plavom. 26. Juni 2010
  34. Picasa-Webalben; Oranges Trikot. 26. Juni 2010