Tupolew Tu-160
| Tupolew Tu-160 | ||
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Tupolew Tu-160 „Walentin Blisnjuk“ auf der MAKS 2007 |
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| Typ: | Strategischer Bomber | |
| Entwurfsland: | ||
| Hersteller: | Tupolew | |
| Erstflug: | 18. Dezember 1981 | |
| Indienststellung: | 1987 | |
| Produktionszeit: |
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| Stückzahl: | 35 | |
Die Tupolew Tu-160 (russisch Туполев Ту-160, NATO-Codename: „Blackjack“) ist ein schwerer strategischer Schwenkflügel-Überschall-Bomber aus sowjetischer Produktion mit interkontinentaler Reichweite. Die Tu-160 ist das größte Kampfflugzeug der Welt und wird inoffiziell auch als „Weißer Schwan“ bezeichnet (Белый лебедь).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Ausschreibung, Entwicklung und Einführung
Die UdSSR startete 1974 einen Wettbewerb um den Auftrag für einen neuen Überschall-Bomber mit Schwenkflügeln. Der eng an die Tupolew Tu-144 angelehnte Entwurf der Tupolew-Werke trat dabei gegen die Mjassischtschew M-18 und eine Suchoi-Konstruktion (Projekt „200“ oder T-4MS) an. Obwohl das Mjassischtschew-Flugzeug die besten Leistungen zeigte, wurde Tupolew eher zugetraut, den komplexen Auftrag durchzuführen. Das OKB Tupolew wurde deswegen beauftragt, ein Flugzeug zu entwickeln. Es sollte jedoch Elemente des eigentlich überlegenen Mjassischtschew-Entwurfs übernehmen.
Es entstand ein der amerikanischen Rockwell B-1 ähnelnder, jedoch größerer Schwenkflügel-Bomber mit interkontinentaler Reichweite und strategischer Rolle. Er gilt mit einem maximalen Startgewicht von 275 Tonnen als schwerster im Einsatz befindlicher Bomber der Welt (zum Vergleich: Das maximale Startgewicht der schwersten B-52-Version B-52H beträgt 221 Tonnen).
[Bearbeiten] Kontroverse mit der Ukraine
Mit der Auflösung der Sowjetunion befanden sich 19 Tu-160 auf der Bomberbasis Pryluky in der seit August 1991 unabhängigen Ukraine. Zusammen mit 15 Tu-95MS vom Standort Usin und 575 Marschflugkörpern Ch-55 entwickelten sie sich in den Folgejahren zu einem schwierigen Verhandlungsgut zwischen beiden Staaten. In den 1990er-Jahren trugen die 19 Tu-160 das Hoheitsabzeichen der Ukraine, von einem regelmäßigen Einsatz konnte jedoch keine Rede sein. Abgeschnitten von Ersatzteillieferungen sanken die geleisteten Flugstunden rapide ab. Das ukrainische Personal verfügte zudem nicht über ausreichende Möglichkeiten, um die komplizierte und störanfällige Technik zu beherrschen. Da der Erhalt einer strategischen Bomberflotte ohnehin nicht vorgesehen war, begann die Ukraine 1998 mit der Verschrottung der Bomber – und russische Militärkreise mussten mit ansehen, wie ihr modernstes Gerät in Altmetall verwandelt wurde. Erst als zehn Maschinen zur Verschrottung gingen, reagierte der Kreml, da nur sechs Tu-160 nach dem Kollaps der UdSSR in Russland verblieben waren. Russland erreichte im Winter 1999/2000 gegen die Verrechnung von Altschulden aus Gaslieferungen von der Ukraine die Auslieferung der noch vorhandenen drei Tu-95MS, acht Tu-160 sowie der zugehörigen 575 Marschflugkörper.
Diese acht Tu-160 waren von besonderem Interesse für die russischen Streitkräfte, da sie zum damaligen Zeitpunkt noch über 80 bis 90 Prozent ihrer Betriebszeit verfügten. In der Ukraine blieb eine einzige Tu-160 in einem Museum auf der Basis Poltawa zurück. Heimat der Tu-160 ist seit 1993 der Stützpunkt Engels in der Oblast Saratow am Ostufer der Wolga im Bestand des 121. TBAP der 22. TBAD. Mit der Übernahme der acht ex-ukrainischen Tu-160 erhöhte sich der Bestand auf 14 Maschinen. Seither ist das Regiment ausschließlich mit Tu-160 ausgestattet und verfügt damit über Russlands einzige überschallschnelle Bomberkapazität mit strategischer Reichweite.
[Bearbeiten] 2001 bis heute
2001 kam zwar eine weitere Maschine in den Truppendienst, doch dann stürzte die „Michail Gromow“ am 18. September 2003 ab, wobei die vierköpfige Besatzung unter Juri Dejneko ums Leben kam.
Am 5. Juli 2006 wurde eine neue Tu-160M nach modernisiertem Standard übergeben. Das Flugzeug trägt die Nummer Rote 19 und den Namen des Chefkonstrukteurs der Tu-160, Walentin Blisnjuk.
Mitte 2007 kam eine weitere Maschine hinzu und es begann ein Programm zur Modernisierung der restlichen Maschinen. Alle 16 Tu-160 sind nach großen sowjetischen oder russischen Persönlichkeiten benannt.
Am 29. April 2008 wurde die erste neu produzierte Tu-160 Witali Kopylow in Dienst gestellt. Der Betrieb der Tu-160 gilt bis 2040 als gesichert. Berichten zufolge plant Russland derzeit, alle ein bis zwei Jahre eine weitere neu produzierte Tu-160 einzuflotten, so dass man um 2025 bis 2030 etwa 30 Maschinen dieser Klasse betreiben wird.
[Bearbeiten] Konstruktion
Die Tu-160 ist als Tiefdecker in Ganzmetallbauweise mit Schwenkflügeln ausgelegt. Das Leitwerk ist konventionell mit halbhoch am Seitenleitwerk befestigtem Höhenleitwerk ausgeführt. Oberhalb des Höhenleitwerkes ist das Seitenleitwerk als komplett schwenkbare Ruderfläche gestaltet.
Das einziehbare Fahrwerk besteht aus zwei je sechsrädrigen Hauptfahrwerken und einem doppeltbereiften Bugfahrwerk.
Angetrieben wird die Tu-160 durch vier Turbofan-Triebwerke NK-321 mit Nachbrenner. Sie erreicht damit Mach 2, die doppelte Schallgeschwindigkeit.
Die maximale Treibstoff-Zuladung beträgt 130 Tonnen, was eine maximale Flugdauer von 15 Stunden ermöglicht. Bei längeren Einsätzen kann die Maschine auch durch Il-78 in der Luft betankt werden.
[Bearbeiten] Avionik
Das Flugzeug verfügt über ein digitales Fly-by-Wire-Flugkontrollsystem. Das Radar kann die Funktionen der automatischen Geländeverfolgung, Zielanflug und -bekämpfung übernehmen. Ein elektrooptisches Feuerleitsystem, Trägheitsnavigationssystem und ECM-System ergänzen die Ausstattung.
[Bearbeiten] Technische Daten
| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Typ: | schwerer strategischer Bomber |
| Länge: | 54,10 m |
| Flügelspannweite: |
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| Flügelfläche: | ca. 360 m² |
| Flügelstreckung: |
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| Tragflächenbelastung: |
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| Höhe: | 13,10 m |
| Leergewicht: | 110.000 kg |
| normales Startgewicht: | 267.500 kg |
| maximales Startgewicht: | 275.000 kg |
| Treibstoffkapazität: | ca. 130.000 kg (intern) |
| g-Limits: | +2,5 |
| Höchstgeschwindigkeit: |
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| Marschgeschwindigkeit: | ca. 850 km/h (auf optimaler Höhe) |
| Steigrate: | 70 m/s |
| Dienstgipfelhöhe: | 15.544 m |
| Einsatzradius: |
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| Überführungsreichweite: |
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| benötigte Startstrecke: | ca. 2.000 m |
| benötigte Landebahn: | ca. 1.600 m |
| Besatzung: | 2 Piloten, 1 Bordingenieur, 1 Waffenoffizier |
| Triebwerk: | Vier Kusnezow-NK-321-Mantelstromtriebwerke |
| Schubkraft: |
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| Schub-Gewicht-Verhältnis: |
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[Bearbeiten] Bewaffnung[1][2]
- Waffenzuladung von 40.000 kg in zwei internen Bombenschächten. Im Bombenschacht können an einem internen MKU-6-5U-Revolvermagazin (rotierendes Werfergestell) an sechs Positionen teils mehrere Abwurfwaffen mitgeführt werden.
- Luft-Boden-Marschflugkörper
- 24 × Raduga Ch-15 (AS-16 „Kickback“) – nuklearer 350-kT-Gefechtssprengkopf
- 12 × Raduga Ch-55SM/Ch-555Sh (AS-15B/C „Kent-B/C“) – konventioneller 400-kg-/nuklearer 200-kT-Gefechtssprengkopf
- 12 × MKB Raduga Ch-59M2E „Owod-M“ (AS-18 „Kazoo“) – mittels Fernsehbild funkferngelenkt
- 12 × MKB Raduga Ch-101 strategischer Marschflugkörper mit Tarnkappenfähigkeit, konventioneller 400-kg-Gefechtssprengkopf
Der ursprünglich für die Tu-160 vorgesehene Marschflugkörper Ch-45 wurde nie fertigentwickelt.
- Luft-Boden-Lenkflugkörper
- 12 × Raduga Ch-58USchKB (AS-11 „Kilter“) – funkmessungsemissionenansteuernd zur Radarbekämpfung
- 12 × MKB Raduga Ch-38 – modulare Abstandswaffe
- 12 × Swesda Ch-31P/AD (AS-17 „Krypton-B“) – funkmessungsemissionenansteuernd zur Radarbekämpfung
- 12 × GosMKB Wympel Ch-29T (9M721 oder AS-14 „Kedge-A“) – mittels Fernsehbild funkferngelenkt
- 12 × GosMKB Wympel Ch-29ML (9M721 oder AS-14 „Kedge-B“) – lasergelenkt
- 12 × Swesda Ch-35U „Uran“ (3M24 bzw. AS-20 „Kayak“) – radargelenkt zur Schiffbekämpfung
- Gelenkte Bomben
- 12 × BD-4-Aufhängung für je 1 × Region JSC KAB-1500S-E (satellitennavigationsgelenkte 1.500-kg-Bombe)
- 12 × BD-3U-Aufhängung für je 1 × Region JSC KAB-500S-E (satellitennavigationsgelenkte 500-kg-Bombe)
- Ungelenkte Bomben
- 64 × FAB-250 (250-kg-Freifallbombe)
- 64 × RBK-250-275 (275-kg-Streubombe)
- 32 × FAB-500 (500-kg-Freifallbombe)
- 32 × OFAB-500 (500-kg-Freifallbombe)
- 32 × OFZAB-500 (500-kg-Brandbombe)
- 32 × RBK-500 (500-kg-Streubombe)
- 22 × FAB-750 (750-kg-Freifallbombe)
- 16 × FAB-1000 (1.000-kg-Freifallbombe)
- 8 × FAB-1500 (1.500-kg-Freifallbombe)
- 4–6 nukleare Freifallbomben
[Bearbeiten] Quellenangaben
- ↑ David Donald: Tupolev Bombers. AIRtime Publishing, 2003, Westport, CT 06881, USA, ISBN 1880588625.
- ↑ Yefim Gordon: Soviet/Russian Aircraft Weapons Since World War II. Midland Publishing, 2005, ISBN 1857801881.
[Bearbeiten] Weblinks
- Tu 160 „Blackjack" (englisch)
- RIAN Fotoreihe
| Zivile Baureihen: |
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| Militärische Baureihen: |
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