Club Universidad Nacional

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UNAM Pumas
Vereinslogo
Voller Name Club Universidad
Nacional A.C.
Gegründet 1954
Stadion Estadio Olímpico Universitario,
Mexiko-Stadt
Plätze 72.449
Präsident Víctor Mahbub
Trainer Antonio Torres Servín
Homepage pumasunam.com.mx
Liga Primera División, Mexiko
Clausura 2013 Viertelfinale
Heim
Auswärts
Heimspielticket
der Pumas gegen Chivas Guadalajara am 10. Juni 1971

UNAM Pumas, offiziell Club Universidad Nacional A.C., ist ein mexikanischer Fußballverein.

Die UNAM Pumas spielen in der Primera División de México und tragen die Heimspiele im Estadio Olímpico Universitario aus, der Spielstätte der Olympischen Sommerspiele 1968. Das Stadion hat eine Kapazität von 72.449 Plätzen und befindet sich auf dem Gelände der Universität (Universidad Nacional Autónoma de México – UNAM).

Der Klub, auch kurz UNAM, oder Pumas genannt, gewann bisher sieben Mal die mexikanische Meisterschaft und dreimal den CONCACAF Champions Cup. Die größten Rivalen der Pumas sind América, Cruz Azul und Chivas.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Profimannschaft der UNAM wurde am 28. August 1954 gegründet und spielt seit dem Aufstieg von 1962 dauerhaft in der Primera División, der höchsten Spielklasse im mexikanischen Vereinsfußball. In ihren frühen Jahren hatte die Universitätsmannschaft nur geringen Zuspruch und wenig Akzeptanz jenseits des Universitätsgeländes, zumal auch die sportlichen Leistungen anfangs viele Wünsche offenließen. So belegten die Pumas bis einschließlich 1974/75 immer nur Plätze im Mittelfeld bzw. im unteren Bereich der Tabelle. Die beiden einzigen positiven Ausnahmen datieren aus den Spielzeiten 1967/68, als UNAM Vizemeister wurde und in der darauffolgenden Saison den 4. Platz belegte.

Mit den in den späten 1970er Jahren eintretenden Erfolgen stieg auch das Interesse für den Verein, der sich längst zum zweitpopulärsten Fußballteam von Mexiko-Stadt und dem drittpopulärsten Verein von Mexiko (hinter Mexikos beliebtestem Verein Chivas Guadalajara und dem traditionellen Erzrivalen América) entwickelt hatte.

Mit América hatten die Pumas sich schon in den drei aufeinander folgenden Spielzeiten zwischen 1975/76 und 1977/78 ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen in der Meisterschaft geliefert, die zweimal von América und einmal von den Pumas als punktbestes Team der regulären Meisterschaftsrunde (Superlider) beendet wurde. Die Bezeichnung „Superlider“ ist nur ein Ehrentitel, weil der eigentliche Meisterschaftskampf erst in den Play-offs (in Mexiko Liguilla genannt) beginnt, wo sich die beiden Mannschaften in jenen Jahren aber nicht mehr begegneten. Dennoch trugen diese Jahre, in denen Pumas und Águilas wohl die beiden stärksten Mannschaften Mexikos stellten, viel zur Entwicklung ihrer gehässigen Rivalität bei.

In den Spielzeiten 1978/79 und 1980/81 entlud sich ihre Rivalität mit dem anderen bedeutenden Stadtrivalen Cruz Azul jeweils im Meisterschaftsfinale. Nachdem Cruz Azul sich im ersten Vergleich (mit 0:0 und 2:0) durchsetzen konnte, behielten die Pumas zwei Jahre später (mit 0:1 und 4:1) die Oberhand. Beide Mannschaften sollten sich übrigens in den zehn Spielzeiten zwischen 1994/95 und 2003/04 insgesamt viermal in den Play-offs begegnen, wobei die Pumas sich dreimal durchsetzen konnten und dabei ihre Heimspiele jeweils mit 3:2 gewannen.

Zur unumstößlichen Feindschaft mit América kam es dann spätestens 1984/85. Die Pumas hatten jene Saison erneut als Superlider beendet und waren bis ins Finale vorgestoßen, das diesmal gegen América zu bestreiten war.

Nach einem 1:1 im Aztekenstadion war der Andrang zum Rückspiel im Estadio Ciudad Universitaria, dem Universitäts- und Olympiastadion, enorm. Viele Menschen wollten sich auch ohne Ticket Zutritt zum Stadion verschaffen. Bei dem unkoordinierten Massenandrang wurden neun Menschen zu Tode gequetscht und einige Dutzend verletzt. Die Hauptschuld trugen die „porros“, eine Art von städtischen Pseudo-Studenten, die jede Menge Zeit außerhalb der Lehrräume verbrachten und weder lernten noch Geld verdienten. Dieser Vorfall trug sich nur zwei Wochen nach der Heysel-Tragödie zu.[1]

Das Finalrückspiel von 1985 endete torlos; vor allem deshalb, weil América - eigentlich eher untypisch für sie - in dieser Partie auf eine starke Defensive setzte, um ein drittes Spiel zu erreichen. Dieses fand in Querétaro statt und wurde von América mit 3:1 gewonnen. Allerdings nur aufgrund einiger krasser Fehlentscheidungen. Denn den Pumas wurden gleich drei eindeutige Elfmeter verweigert, während América einen Elfmeter geschenkt bekam. Der Schiedsrichter wurde zwar offiziell von der Bestechung durch América freigesprochen, sollte anschließend aber dennoch nie wieder ein Spiel leiten.[2]

Im Finale der Saison 1987/88 standen sich erneut Pumas und Águilas gegenüber. Auch diesmal behielt América (mit 0:1 und 4:1) die Oberhand.

Getreu dem Motto “Alle drei Jahre wieder“ kam es auch 1990/91 zu einer Endspielpaarung zwischen diesen beiden Mannschaften. Die Pumas hatten eine hervorragende Saison hinter sich gebracht, die sie als Superlider mit der stolzen Bilanz von 55-21 Punkten und einem Vorsprung von 8 Punkten auf den Zweitplatzierten Monterrey beendet hatten. Von 38 Spielen wurden 25 gewonnen, eine ausgezeichnete Bilanz. Die Dominanz hielt auch in den Play-offs an, wo man sich souverän mit 1:0 und 5:1 über Morelia sowie mit 1:0 und 2:0 gegen Puebla durchsetzte und das Finale erreichte. Zwar unterlag man im Rückspiel auf eigenem Terrain mit 0:1 gegen América, wurde aber aufgrund der in dieser Spielzeit geltenden Auswärtstorregel dennoch Meister, weil man das Hinspiel im Aztekenstadion mit 3:2 zu seinen Gunsten entschieden hatte.

Doch nach dieser Meisterschaft verliefen die 1990er Jahre recht erfolglos. Erstmals in der Apertura 1998/99 konnten die Pumas wieder ein Halbfinale erreichen, was von da an immerhin häufiger vorkommen sollte.

Das seit ihrer von 1977 bis 1991 währenden Glanzzeit (in der die Pumas jeweils dreimal Meister und CONCACAF Champions Cup-Sieger wurden) erfolgreichste Jahr war 2004, als die Pumas unter Trainer Hugo Sanchez gleich beide Meisterschaften (die Clausura 2003/04 und die Apertura 2004/05) gewinnen konnten. 2005 trumpften die Pumas in der Copa Sudamericana groß auf. Auf dem Weg ins Finale hatte man immerhin Corinthians São Paulo, den Sieger der ersten FIFA-Klub-WM im Jahr 2000 (mit 1:2 und 3:0) sowie die argentinische Spitzenmannschaft Vélez Sársfield (mit 0:0 und 4:0) relativ deutlich aus dem Wege geräumt. In den Finalspielen selbst unterlag man dann etwas unglücklich mit 3:4 im Elfmeterschießen gegen die im neuen Jahrtausend bisher erfolgreichste Mannschaft Südamerikas, die Boca Juniors, nachdem Hin- und Rückspiel jeweils 1:1 geendet hatten.

In der jüngsten Clubgeschichte konnten zwei weitere Meisterschaften errungen werden. Im Finale der Clausura 2009 konnten sich die Pumas gegen Pachuca durchsetzen, nachdem sie in der regulären Saison den dritten Tabellenplatz erkämpft hatten. Seit diesem Zeitpunkt setzte der Verein strategisch vor allem auf Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen und es wurden so gut wie keine Spieler mehr eingekauft. Mit dieser Neuausrichtung und dem Einsatz altgedienter Pumas-Spieler wie Leandro Augusto oder Darío Verón konnten die Pumas auch den Titel der Clausura 2011 erringen, indem sie sich im Finale vor heimischer Kulisse 2:1 gegen Monarcas Morelia durchsetzten.

Historische Logos[Bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten]

Die Meistermannschaften[Bearbeiten]

Pumas Trainer[Bearbeiten]

(unvollständig)

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

(Auswahl)

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Die bedeutendste Fangruppe der Pumas nennt sich La Rebel.
  • Das bedeutendste Filialteam der Pumas ist Pumas Morelos.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jorge Gomez Anguas: A history of football in Mexico (Heart Books, Rijmenam, Belgien 1995), S. 47
  2. Chris Taylor: Samba, Coca und das runde Leder (Stuttgart 1998), S. 209

Weblinks[Bearbeiten]