Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft
| Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft CEDEAO/ECOWAS |
||
|---|---|---|
Mitgliedstaaten |
||
| Englische Bezeichnung | Economic Community of West African States (ECOWAS) | |
| Französische Bezeichnung | Communauté économique des États De l’Afrique de l’Ouest (CEDEAO) | |
| Organisationsart | regionale wirtschaftliche und politische Kooperation | |
| Sitz der Organe | ||
| Vorsitz | Alassane Ouattara | |
| Generalsekretär | James Victor Gbeho | |
| Parlamentarische Versammlung | Westafrikanisches Parlament | |
| Mitgliedstaaten | 15 | |
| Amts- und Arbeitssprachen | ||
| Gründung | ||
| Währung |
unterschiedlich, Einheitswährung Eco geplant |
|
| www.ecowas.int | ||
Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (fran.: Communauté économique des États de l’Afrique de l’Ouest, kurz CEDEAO, engl.: Economic Community of West African States, kurz ECOWAS) ist eine regionale Wirtschaftsvereinigung von derzeit 15 Staaten.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft wurde am 28. Mai 1975 mit der Unterzeichnung des Vertrages von Lagos gegründet. Der am 24. Juli 1993 in Cotonou, Benin, geschlossene Revised Treaty ersetzt den Vertrag von Lagos formell und stellt die ECOWAS auf eine neue rechtliche Grundlage. Ziel des Zusammenschlusses ist der Ausbau der wirtschaftlichen Integration dieser Länder. Dazu kamen im Verlaufe der Zeit weitere Ziele, u. a. eine graduelle politische Integration, die Ausdruck fand in der Einrichtung eines gemeinsamen westafrikanischen Gerichtshofes sowie eines gemeinsamen westafrikanischen Parlaments im Jahre 2001. Darüber hinaus ist mit der militärischen Intervention der ECOMOG in Liberia während des Bürgerkrieges Anfang der 90er Jahre eine wichtige sicherheitspolitische Rolle hinzugekommen, die den sich verändernden Rahmenbedingungen nach Ende des Kalten Krieges Rechnung tragen soll.
Ziel zum Zeitpunkt der Gründung war es, „kollektive Selbstversorgung“ für die Mitgliedsstaaten zu erreichen, möglich durch die Errichtung eines großen Binnenmarktes und einer Wirtschafts- und Währungsunion. Die zuletzt beschlossene Einführung des Eco als westafrikanische Währung wurde nach 2004 noch einmal 2009 verschoben, da aufgrund der politischen und ökonomischen Probleme die vereinbarten Konvergenzkriterien nicht von allen Beteiligten erfüllt werden konnten. Die Einführung ist nun für 2015 geplant.[1]
Mauretanien, eines der Gründungsmitglieder, verließ 2001 die Gemeinschaft, um sich politisch mehr im arabisch-afrikanischen Raum zu orientieren (Arabische Liga).
Innergemeinschaftlich ist die Struktur der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft durch eine starke Vormachtstellung Nigerias gekennzeichnet. Auch das Sekretariat hat seinen Sitz im nigerianischen Abuja. Das Land stellt mehr als die Hälfte der Bevölkerung und Wirtschaftskraft der Gemeinschaft. Innerhalb der ECOWAS gibt es noch eine eigene, frankophone Gemeinschaft ähnlicher Struktur, die zumindest derzeit noch als Konkurrenz zur größeren Organisation angesehen werden muss.
[Bearbeiten] Institutionen
Der finanzielle Arm von ECOWAS ist die 1999 gegründete ECOWAS Bank for Investment and Development in Lome (Togo). Sie hat zwei Tochtergesellschaften, die Regional Bank of Investment of CEDEAO (Banque Régionale pour l'Investissement de la CEDEAO, BRIC) für die Finanzierung des privaten Sektors und den Fonds Régional pour le Développement de la CEDEAO (FRDC) für die Finanzierung des öffentlichen Sektors, durch die die schwache Entwicklung des privaten Banksektors in der Region kompensiert werden sollen.
[Bearbeiten] Mitgliedsstaaten
Benin (1)
Burkina Faso (1)
Elfenbeinküste (1) (3)
Gambia (2)
Ghana (2)
Guinea (2) (3)
Guinea-Bissau (1)
Kap Verde
Liberia (2) (3)[2]
Mali (1)
Niger (1)
Nigeria (2)
Senegal (1)
Sierra Leone (2) (3)
Togo (1)
(1) Diese Länder bilden zudem die Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA).
(2) Diese Länder bilden zudem die Westafrikanische Währungszone (WAMZ).
(3) Diese Länder bilden zudem die Mano River Union (MRU).
[Bearbeiten] Bisherige geschäftsführende Sekretäre
- Aboubakar Diaby Ouattara (Côte d'Ivoire/Elfenbeinküste) Januar 1977 bis 1985
- Momodu Munu (Sierra Leone) 1985–1989
- Abass Bundu (Sierra Leone) 1989–1993
- Edouard Benjamin (Guinea) 1993–1997
- Lansana Kouyaté (Guinea) September 1997 bis 6. Februar 2002
- Mohamed Ibn Chambas (Ghana) 6. Februar 2002 bis 18. Februar 2010
- James Victor Gbeho (Ghana) 18. Februar 2010 bis heute
[Bearbeiten] Bisherige Vorsitzende
- Gnassingbé Eyadéma (Togo) 1977–1978
- Olusegun Obasanjo (Nigeria) 1978–1979
- Léopold Sédar Senghor (Senegal) 1979–1980
- Gnassingbé Eyadéma (Togo) 1980–1981
- Siaka Stevens (Sierra Leone) 1981–1982
- Mathieu Kérékou (Benin) 1982–1983
- Ahmed Sékou Touré (Guinea) 1983–1984
- Lansana Conté (Guinea) 1984–1985
- Muhammadu Buhari (Nigeria) 1985 bis 27. August 1985
- Ibrahim Babangida (Nigeria) 27. August 1985 bis 1989
- Dawda Jawara (Gambia) 1989–1990
- Blaise Compaoré (Burkina Faso) 1990–1991
- Dawda Jawara (Gambia) 1991–1992
- Abdou Diouf (Senegal) 1992–1993
- Nicéphore Dieudonné Soglo (Benin) 1993–1994
- Jerry Rawlings (Ghana) 1994 bis 27. Juli 1996
- Sani Abacha (Nigeria) 27. Juli 1996 bis 8. Juni 1998
- Abdulsalami Abubakar (Nigeria) 9. Juni 1998 bis 1999
- Gnassingbé Eyadéma (Togo) 1999
- Alpha Oumar Konaré (Mali) 1999 bis 21. Dezember 2001
- Abdoulaye Wade (Senegal) 21. Dezember 2001 bis 31. Januar 2003
- John Agyekum Kufuor (Ghana) 31. Januar 2003 bis 19. Januar 2005
- Mamadou Tandja (Niger) 19. Januar 2005 bis 19. Januar 2007
- Blaise Compaoré (Burkina Faso) 19. Januar 2007 bis 19. Dezember 2008
- Umaru Yar'Adua (Nigeria) 19. Dezember 2008 bis 18. Februar 2010
- Goodluck Jonathan (Nigeria) 18. Februar 2010 bis 16. Februar 2012
- Alassane Ouattara (Côte d'Ivoire) 17. Februar 2012 bis heute
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Again, hope dims for Eco’s takeoff in 2015 14. Januar 2013 in The Nigeria Guardian (Abgerufen am 15. Januar 2013)
- ↑ [1.htm LIBERIA JOINS THE WEST AFRICAN MONETARY ZONE (WAMZ)]. Pressemitteilung vom 16. Februar 2010 auf der Website des West African Monetary Institute (WAMI). Abgerufen am 15. Januar 2013