Windecken

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Stadtteil. Für das gleichnamige Amt der Grafschaft siehe Windecken (Amt)

Windecken ist ein Stadtteil von Nidderau mit ca. 7.000 Einwohner; im Main-Kinzig-Kreis, Hessen

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Windecken wurde als 'Tezelenheim' zur Mitte des 9. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. Zusammen mit seinem Nachbarort Ostheim fiel es 1262 als Lehen vom Erzbistum Bamberg an Reinhard I. von Hanau. Dieser begann dort bald darauf mit dem Bau einer Burg, Wonnecke genannt. Der Name ging im Laufe der Zeit auch auf den Ort über. Die Windecker Burg war bis ins 15. Jahrhundert Stammsitz der Herren und Grafen von Hanau und später oft Witwensitz Hanauer Gräfinnen.

Am 5. August 1288 gewährte König Rudolf von Habsburg Ulrich I. von Hanau für Windecken als erstem Ort seiner Herrschaft die Stadt- und Marktrechte.

Nach einem Zusammenschluss mit dem Nachbarort Heldenbergen im Zuge der Gebietsreform am 1. Januar 1970 gehört Windecken heute zur Stadt Nidderau.

[Bearbeiten] Geografie

Windecken liegt an der Nidder; am Rande der Wetterau und am Fuße des Ronneburger Hügellandes, einem Ausläufer des Vogelsberges. Durch die Stadt verlaufen die Bundesstraße 45 (Wöllstadt - Erbach), sowie die Bahnlinien Hanau - Friedberg und Stockheim - Frankfurt am Main. Teilweise drehen die Flugzeuge bei West-Wetterlage über Windecken bei, um auf dem Frankfurter Flughafen zu landen.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Hexenturm

In der Altstadt und am historischen Marktplatz sind zahlreiche malerische Fachwerkhäuser erhalten, ebenso die evangelische Stiftskirche aus dem 13. Jahrhundert, mit einer wunderschönen Orgel, das mit einem Staffelgiebel versehene gotische Rathaus aus dem 15. Jahrhundert, aber auch einige Reste der Stadtmauer. Das Schloss war einst Residenz der Herren und Grafen von Hanau. An die Hexenverbrennungen in Windecken erinnert der sogenannte Hexenturm.

Von der früheren jüdischen Besiedlung zeugen noch das Rabbinerhaus und die Judenschule. Auf dem am Rand der Altstadt gelegenen jüdischen Friedhof, einem der ältesten der Gegend, sind noch einige wenige Grabsteine zu sehen.

An der B 45 liegt das Naturdenkmal Wartbaum. Hier kreuzt die historische Handelsstraße Frankfurt am Main - Leipzig, die „Hohe Straße“. Der Platz bietet Aussicht bis in den Spessart, zum Vogelsberg und nach Frankfurt. Der Wartbaum wurde in der Vergangenheit durch einen Brand schwer beschädigt, konnte jedoch gerettet werden und ist mit seinem großen Stammumfang eine imposante Erscheinung. Mehrmals wurde versucht, einen Nachfolger in Form einer Jungen Linde zu pflanzen, da das Original mittlerweile weit über 300 Jahre alt ist. Diese Versuche wurden durch Vandalismus zunichte gemacht. Seitdem steht der "neue" Wartbaum an einem unbekannten Ort.

[Bearbeiten] Feste

Über das Pfingstfest findet von Freitag bis Dienstag jährlich ein Pfingstmarkt statt, dem Pfingstsonntag und -montag ein Krammarkt in der Altstadt angeschlossen wird.

Der Herbstmarkt findet jährlich am Wochenende nach dem 10. Oktober, jeweils Freitag bis Montag statt, dazu gehört am Sonntag ebenfalls ein Krammarkt in der Altstadt.

Weitere Feste sind das Altstadtfest der Windecker Vereine, der Weihnachtsmarkt am 1. Advent auf dem beleuchteten historischen Marktplatz und das von den sogenannten "Brunnenputzern" organisierte Brunnenfest in der Altstadt.

An Christi Himmelfahrt findet traditionell der sogenannte „Vatertag“ statt. Ein von der Sängervereinigung Windecken organisiertes Fest zu Füßen des Wartbaumes.

[Bearbeiten] Bekannte Persönlichkeiten

Rodolphe Lindt, die Vorfahrin des Erfinders der Conche hat bis ins 19. Jahrhundert eine Bäckerei in Windecken besessen.

Willi Salzmann, geboren 1930 in Windecken, war langjähriger Bürgermeister zunächst von Windecken, dann auch von der neu entstandenen Stadt Nidderau. Mit Ablauf seiner Amtszeit im Mai 1991 wurde er zum Ehrenbürger und Ehrenbürgermeister ernannt. Nach seinem Tod 1993 wurde die in seiner Amtszeit erbaute Schlossberghalle (Mehrzweckhalle) in Willi-Salzmann-Halle umbenannt.

Peter Jung, ehemaliger Fußballspieler bei Rot-Weiß Erfurt und FV Bad Vilbel, war Trainer der ersten Seniorenmannschaft sowie 1. Vorsitzender des Fußballvereins SC Eintracht-Sportfreunde Windecken (Bezirksliga Hanau).

[Bearbeiten] Kuriositäten

Der Begriff Schlüsselrappler bezeichnet einen Spitznamen der Windecker Bevölkerung. Zwei mögliche Erklärungen:

  • die Windecker "rappelten" mit dem Schlüssel in ihrer Hosentasche, als ob sie Geld hätten
  • in der Hosentasche befand sich der Schlüssel des "Heiligen Petrus", da Windecken in der Umgebung die erste größere Kirche hatte.

[Bearbeiten] Weblinks

50.22098.8815Koordinaten: 50° 13′ N, 8° 53′ O

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