Althüttendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Althüttendorf führt kein Wappen
Althüttendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Althüttendorf hervorgehoben
Koordinaten: 52° 58′ N, 13° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Barnim
Amt: Joachimsthal (Schorfheide)
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 18,78 km²
Einwohner: 614 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16247
Vorwahlen: 03 33 61
Kfz-Kennzeichen: BAR, BER, EW
Gemeindeschlüssel: 12 0 60 012
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Joachimsplatz 1-3
16247 Joachimsthal
Webpräsenz: www.amt-joachimsthal.de
Bürgermeister: Siegfried Ortlieb (Wählergruppe Tradition und Zukunft Althüttendorf)
Lage der Gemeinde Althüttendorf im Landkreis Barnim
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Über dieses Bild

Althüttendorf ist eine Gemeinde im Amt Joachimsthal (Schorfheide) am Nordrand des Landkreises Barnim im Bundesland Brandenburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im Endmoränengebiet der pommerschen Eisrandlage der Weichseleiszeit am Ostufer des Grimnitzsees.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Osten an die Gemeinde Ziethen, im Süden an die Gemeinde Chorin, im Westen an die Stadt Joachimsthal des Landkreises Barnim und im Norden an die Stadt Angermünde des Landkreises Uckermark.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Althüttendorf
  • Neugrimnitz

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Althüttendorf gehörte bis 1952 zum Landkreis Angermünde, von 1952 bis 1990 zum Kreis Eberswalde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder) und ist seitdem Teil des Landkreises Barnim. Die Gemeinde Neugrimnitz wurde am 1. Januar 2003 nach Althüttendorf eingemeindet.[2]

Althüttendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Althüttendorf entstand aus einer Glashütte, die von der Burg Grimnitz hierher verlegt wurde. Die Grimnitzer Glashütte in Althüttendorf wurde im Jahr 1653 vom kurfürstlichen Oberjägermeister gegründet, der hier böhmische und hessische Glasmacher ansiedelte. Mit der Inbetriebnahme des Bahnhofs im Jahre 1898 entwickelte sich daneben die Steinschlägerei. Hierfür wurden die bis zu acht Meter mächtigen Blockpackungen in den Ihlowbergen abgebaut. Ende der 1960er Jahre wurde der Abbau eingestellt.

Im Ortsteil wurde zu DDR-Zeiten ein Ferienlager errichtet und unterhalten.

Neugrimnitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der heutigen Ortslage von Neugrimnitz entstand während des Brandenburgisch-Schwedischen Krieges (1675–1679) eine Glashütte. Später kamen ein Brauhaus, ein Backhaus und umfangreiche Stallungen hinzu. 1682 wurde hier die dritte Grimnitzer Glashütte von Gabriel Supe errichtet.

Bis in das Jahr 1749 unterstanden die Vorwerke Neugrimnitz, Grumsin und Mellin der Verwaltung des Liebenwalder Amtes. Bis 1839 bildeten sie dann das königliche Amt Grimnitz. Im Jahr 1745 wurde eine neue Glashütte eingeweiht. Sie existierte bis Ende des 18. Jahrhunderts und stellte grüne Gläser her. Neben der Glasherstellung entwickelte sich die Landwirtschaft zum zweiten Standbein von Neugrimnitz. So wurden um 1850 883 Morgen Land von 13 Tagelöhnerfamilien bestellt. Zeitweilig wurden hier auch bis zu 2000 Schafe gehalten. Andere wichtige Einnahmen kamen aus dem Betrieb der ansässigen Brauerei und der Brennerei.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Althüttendorf Neugrimnitz Jahr Althüttendorf Neugrimnitz Jahr Althüttendorf Neugrimnitz Jahr Althüttendorf
1875 598 352 1981 560 100 1997 689 83 2007 719
1890 519 194 1985 575 89 1998 698 78 2008 785
1910 562 201 1989 550 86 1999 700 85 2009 756
1925 590 180 1990 540 85 2000 678 88 2010 749
1933 622 164 1991 536 81 2001 675 91 2011 690
1939 630 143 1992 626 75 2002 646 91 2012 805
1946 719 193 1993 672 74 2003 734 - 2013 768
1950 769 197 1994 694 72 2004 764 - 2014 675
1964 676 131 1995 704 68 2005 742 -
1971 654 129 1996 679 69 2006 738 -

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[3][4], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 61,3 %
 %
50
40
30
20
10
0
42,4 %
26,5 %
8,6 %
7,1 %
4,3 %
TZA
FFN
Thöns
Gaed
Ludwig
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Die Gemeindevertretung besteht aus 10 Mitgliedern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister.

  • Wählergruppe Tradition und Zukunft Althüttendorf 4 Sitze
  • Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr Neugrimnitz 3 Sitze
  • Einzelbewerberin Bianka Thöns 1 Sitz
  • Einzelbewerberin Gudrun Gaedeke 1 Sitz
  • Einzelbewerber Joachim Ludwig 1 Sitz

Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014[5]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siegfried Ortlieb (Wählergruppe Tradition und Zukunft Althüttendorf) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 69,5 Prozent der gültigen Stimmen für eine Amtsdauer von fünf Jahren[6] gewählt.[7]

Dorfkirche Althüttendorf

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Althüttendorf und in der Liste der Bodendenkmale in Althüttendorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde zählt die mittelalterliche Dorfkirche, die aus Stein und Holz gebaut wurde. Sie wurde in den Jahren 1850–1860 und 2001 restauriert. Als „Wanderkirche“ bietet sie Wanderern und Fahrradfahrern einen Ruhepunkt. 2013 wurde am Dorfplatz eine Skulpturengruppe (drei nordische Schicksalsgöttinnen) des Metallbildhauers Eckhard Herrmann enthüllt.[8]

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Naturdenkmale in Althüttendorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Althüttendorf ist dörflich geprägt, in den Sommermonaten gewinnt der Individualtourismus (Urlaub auf dem Bauernhof) immer mehr an Bedeutung.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahn

Bahnhof Alt Hüttendorf
Am Westrand des Ortsteils Althüttendorf befindet sich der Bahnhof Alt Hüttendorf an der Bahnstrecke Britz–Templin-Fürstenberg/Havel, auf der Züge der Regionalbahnlinie RB 63 der NEB Betriebsgesellschaft mbH, seit dem 9. Dezember 2006 nur noch zwischen Eberswalde und Joachimsthal, verkehren.

Autoverkehr

Die Bundesautobahn 11 durchquert von Südwesten nach Norden das Gemeindegebiet. Am Südostrand des Ortsteils Althüttendorf liegt die Autobahnanschlussstelle Joachimsthal. Hier enden die von Osten aus Richtung Angermünde in die Gemeinde führende Bundesstraße 198 und die von Westen aus Richtung Joachimsthal kommende Landesstraße 220.
Private Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
nichtgewerblich zugelassene PKW (zum 1.1.)[9] 363 382 378 365 351 373 374 363
nichtgewerbliche PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 505 487 500 487 509 463 487 538
Vergleichswert Land Brandenburg 475 479 486 493 506 508 510 512

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Barnim. S. 14-19
  4. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  5. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  6. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  7. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  8. Drei Göttinnen und der Schöpfer. In: Märkische Onlinezeitung, 21. Juni 2013
  9. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Althüttendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien