Chorin

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Chorin; zu weiteren gleichnamigen Bedeutungen siehe Chorin (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Chorin führt kein Wappen
Chorin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Chorin hervorgehoben
Koordinaten: 52° 54′ N, 13° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Barnim
Amt: Britz-Chorin-Oderberg
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 122,06 km²
Einwohner: 2265 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16230
Vorwahl: 033366
Kfz-Kennzeichen: BAR, BER, EW
Gemeindeschlüssel: 12 0 60 045
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Eisenwerkstraße 11
16230 Britz
Bürgermeister: Martin Horst (CDU)
Lage der Gemeinde Chorin im Landkreis Barnim
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Chorin ist eine zum Amt Britz-Chorin-Oderberg gehörende Gemeinde im Landkreis Barnim des Landes Brandenburg. Sie liegt im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Chorin ist überregional durch das Zisterzienserkloster Chorin bekannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Chorin liegt im Nordosten des Landkreises Barnim nördlich und nordöstlich der Kreisstadt Eberswalde und nördlich des Oder-Havel-Kanals. Sie befindet sich auf dem Hochplateau der Endmoräne des Eberswalder Urstromtals.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chorin erstreckt sich von Britz im Westen bis zum Südufer des Parsteinsees im Osten sowie vom Oder-Havel-Kanal im Süden bis Serwest im Norden. Die (Groß-)gemeinde Chorin entstand 1998 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Chorin, Golzow, Neuehütte, Sandkrug und Senftenhütte. 2001 wurden Brodowin und Serwest nach Chorin eingemeindet.[2]

Nachbarstädte und -gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den in der Nähe liegenden Städten gehören Eberswalde im Süden, Joachimsthal im Westen und Angermünde im Norden. In der Nähe von Chorin befinden sich keine weiteren größeren Ortschaften, bei der Klostergründung achteten die Zisterziensermönche damals darauf, möglichst weit von den nächsten Orten entfernt zu sein.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Chorin besteht aus sieben Ortsteilen:

Brodowin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Brodowin

Etwa 400 Einwohner leben in Brodowin; entgegen dem Trend wuchs der Ort seit der Wende 1990 um etwa zehn Prozent. Die Gemarkung des Dorfes grenzt an das Westufer des Parsteiner Sees, an dem die meisten Betriebsflächen liegen. Bedeutendster Aussichtspunkt im Brodowiner Landschaftsraum ist der Kleine Rummelsberg, der mit seinem seltenen Trockenrasen unter Naturschutz steht.[3] Im Dorf Brodowin befindet sich der von Werner Upmeier gegründete Demeterbetrieb Ökodorf Brodowin[4] mit über 1.200 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche.

Chorin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofsgebäude Chorin

Chorin liegt an der Landesstraße 200 zwischen Eberswalde und Angermünde. Während das nach dem Ort benannte Kloster Chorin direkt an der Landesstraße liegt, gruppiert sich das Dorf Chorin weiter westlich an der Bahnlinie Berlin-Stettin. Der Ort besitzt überdies den eigenen Bahnhof Chorin (ehemals Chorin-Kloster).

Golzow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalgeschützte Dorfkirche Golzow
Dorfkirche Golzow Innenraum-Panorama

Im Dorf Golzow entspringt die Ragöse (auch Ragöser Fließ), die durch die Ortsteile Sandkrug (Ragöser Mühle) und Neuehütte fließt und auf dem Eberswalder Stadtgebiet nach einem Verlauf von rund zehn Kilometern in den Finowkanal mündet. Golzow wurde 1258 erstmals urkundlich erwähnt. Die im Ortskern gelegene denkmalgeschützte Kirche wurde im 13. Jahrhundert erbaut, während des 30-jährigen Krieges fast völlig zerstört und 1671 wieder aufgebaut. Der 50 m hohe Turm wurde 1897 bei einem Kirchenumbau errichtet. Im Inneren ist die Kirche reich verziert und schmuckvoll ausgemalt.[5]

Neuehütte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Neuehütte

Sandkrug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Straßendorf ist an der alten Handels- und Heerstraße von Berlin nach Stettin gelegen. Es wurde 1754 als „Neuer Amts Krug“ von Amtmann Georg Ludwig Gans (1736–1763) erbaut. 1775 und 1777 erfolgte unter Amtmann Philipp Heinrich Karbe (1772–1799) die Ansetzung von zehn Büdnerfamilien mit je einen Morgen Acker. Ab 1860 wird der Ort als Colonie des Klosters bezeichnet. Von 1919 bis 1998 war Sandkrug eine selbstständige Gemeinde. Der viel ältere Ortsteil Ragöser Mühle wurde 1928 eingemeindet. Bereits in der Stiftungsurkunde des Klosters Mariensee taucht eine Mühle des Alexander in Ragösen (molendinum Rogosene quod fuit Alexandri) als markgräflicher Besitz auf. Ob diese Mühle jedoch topografisch und inhaltlich mit der Ragöser Mühle identisch war, ist nicht bekannt. Im Jahre 1996 erhielt die Gemeinde ein Wappen und eine Flagge. Das „sprechende Wappen“ zeigt im längs geteilten Schild einen Krug und ein Mühlrad in den Farben Schwarz und Gold. Heute hat Sandkrug etwa 350 Einwohner.

Senftenhütte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Senftenhütte
Dorfkirche Serwest
Alte Straße zwischen Senftenhütte und Chorin

Senftenhütte hat etwa 600 Einwohner (2000). Der Ort verzeichnete seit der Wende 1990 einen starken Bevölkerungszuwachs, bis 1990 lebten etwa 190 Menschen hier. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt von 1784. Als Gründungsdatum gilt allerdings der 1. Januar 1706, als der erste Pachtvertrag für das Gebiet geschlossen wurde. Der Name des Ortes leitet sich von Johann Georg Senf ab. Dieser hatte 1705 eine Glashütte auf dem Grundstück errichtet. Der Ort besitzt eine Kirche, in der sich ein Taufbecken des Kunstschmieds Karl Kirchner befindet.[6]

Serwest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Serwest ist ein Dorf an der Landesstraße 200 zwischen Chorin und Angermünde. Es wurde 1258 als Seruetiz erstmals als Dorf im Grenzbereich des Klosters Mariensee (Chorin) urkundlich erwähnt. In Serwest errichtete und betrieb der VEB Elektro-Apparate-Werke Berlin-Treptow „Friedrich Ebert“ ein Betriebs-Ferienlager für die Kinder seiner Betriebsangehörigen.

  • Buchholz ist ein Wohnplatz von Serwest, der 1258 erstmals als selbständiger Ort Buccolt erwähnt in den Stiftungsurkunden des Klosters Chorin genannt wurde. Der Name kommt aus dem Mittelniederdeutschen und bedeutet Siedlung am Buchenwald. Zu Beginn des Dreißigjährigen Kriegs gab es in dem Dorf eine Schäferei mit 1.200 Tieren. Nach Ende des Krieges war der Ort lange Zeit verwaist. 1860 begann der Betrieb einer Kartoffelbrennerei welche mit einer Dampfmaschine betrieben wurde. Die Eingemeindung in Serwest erfolgte 1929.[7]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 724
1890 716
1910 716
1925 716
1933 706
1939 748
1946 964
1950 937
1964 771
1971 730
Jahr Einwohner
1981 601
1985 549
1989 531
1990 508
1991 504
1992 515
1993 513
1994 520
1995 539
1996 551
Jahr Einwohner
1997 545
1998 1 866
1999 1 871
2000 1 861
2001 2 598
2002 2 582
2003 2 596
2004 2 605
2005 2 569
2006 2 530
Jahr Einwohner
2007 2 510
2008 2 508
2009 2 430
2010 2 381
2011 2 326
2012 2 290
2013 2 275
2014 2 281

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[8][9], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Chorin besteht aus 12 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister bei folgender Sitzverteilung:

  • CDU 5 Sitze
  • Liste für konstruktive Kommunalpolitik 3 Sitze
  • Unabhängige Wählergemeinschaft Brodowin 2 Sitze
  • Wählergruppe Serwest 1 Sitz
  • Einzelbewerber Jan Engel 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[10]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Horst (CDU) wurde am 25. Mai 2014 mit 62,5 Prozent der gültigen Stimmen für eine Amtsperiode von fünf Jahren[11] erneut zum Bürgermeister gewählt.[12]

Kloster Chorin, gut erhaltene mittelalterliche Klosteranlage der Zisterzienser im Stil der Backsteingotik

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kultur- und Bildungsverein Alte Schule Senftenhütte[13] mit einem kleinen Programmkino ist als Teil des mobilen Kinos des Filmklub Güstrows tragende Säule des Vereinslebens und regionale Vertretung des Dachverbandes der kulturellen Kinos und Filmklubs, Filmkommunikation Mecklenburg-Vorpommern. Die Filmreihe DORF MACHT KINO wird in verschiedenen Arbeitsgruppen organisiert. Die Einrichtung besteht seit 2015. Auch Veranstaltungen für Kinder, Kunst- und Literaturbetrieb, Expertenvorträge und Exkursionen werden angeboten. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht die nachhaltige Sicherung und Entwicklung einer aktiven und generationsübergreifenden Dorfgemeinschaft.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Chorin und in der Liste der Bodendenkmale in Chorin stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmäler.

Besonders sehenswert in unmittelbarer Nähe ist die Ruine des ehemaligen Zisterzienser-Klosters Kloster Chorin mit den Grabstätten brandenburgischer Markgrafen. Hugo Kaun schrieb einen Suitensatz Abendstimmung – Kloster Chorin.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chorin liegt an der Landesstraße 200 (bis 2003 B 2) zwischen Angermünde und Eberswalde.

Private Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
nichtgewerblich zugelassene PKW (zum 1.1.)[14] 1 368 1 367 1 377 1 397 1 391 1 397 1 400 1 404
nichtgewerbliche PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 545 545 567 587 598 610 615 616
Vergleichswert Land Brandenburg 475 479 486 493 506 508 510 512

Im Jahre 1857 bekam Chorin einen Bahnhof an der Bahnstrecke Berlin–Stettin. Dieser Bahnhof dient seit 1995 nur noch betrieblichen Zwecken. 1902 wurde der ortsnähere Haltepunkt Chorinchen, später Chorin Kloster, eröffnet. Heute ist er unter dem Namen Chorin in Betrieb. Der Ortsteil Golzow verfügt zudem über einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Britz–Joachimsthal.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Neumann (1898–1976), Unternehmer und Entwickler von elektroakustischen Geräten, wurde in Chorin geboren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Um Eberswalde, Chorin und Werbellinsee (= Werte der deutschen Heimat. Band 64). 1. Auflage. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2002, ISBN 978-3-412-02401-7.
  • Um Eberswalde, Chorin und den Werbellin-See (= Werte unserer Heimat. Band 34). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1981.
  • Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil 8: Uckermark. Böhlau, Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2 (Veröffentlichungen des Staatsarchivs Potsdam 21).
  • Wolfgang Erdmann, unter Mitarbeit von Gisela Gooß, Manfred Krause und Gunther Nisch: Zisterzienserabtei Chorin. Geschichte, Architektur, Kult und Frömmigkeit, Fürsten-Anspruch und -Selbstdarstellung, klösterliches Wirtschaften sowie Wechselwirkungen zur mittelalterlichen Umwelt. Langewiesche, Königstein im Taunus 1994, ISBN 3-7845-0352-7, Ausführliches Literaturverzeichnis.
  • Udo Roeschert (Hrsg.): Sandkrug. 1754–2004. Herausgegeben in Zusammenarbeit mit dem Chorin-Verein e. V. und Förderverein Kloster Chorin e. V. Roeschert, Berlin 2004.
  • Lutze, Gerd; Schultz, Alfred; Kiesel Joachim (1994) Modellgestützte Landschaftsanalyse in der Agrarlandschaft Chorin. Geowissenschaften; 12, 9; 274-281; doi:10.2312/geowissenschaften.1994.12.274.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chorin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Barnim. S. 26
  3. Geschichte des Dorfes und der Region Brodowin
  4. Website des Ökodorfs Brodowin
  5. Website des Amtes Britz-Chorin-Oderberg
  6. Märkische Oderzeitung/Frankfurter Stadtbote, 29. Aug. 2006, S. 9
  7. Märkische Oderzeitung, 7. September 2005, S. 11.
  8. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Barnim. S. 14–17
  9. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  10. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  11. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  12. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  13. http://alte-schule-senftenhuette.de
  14. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3