Anaheim

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Anaheim
Siegel von Anaheim
Siegel
Lage Anaheims in Kalifornien
Lage Anaheims im Orange County und Kalifornien
Basisdaten
Gründung: 1857
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Kalifornien
County: Orange County
Koordinaten: 33° 50′ N, 117° 55′ WKoordinaten: 33° 50′ N, 117° 55′ W
Zeitzone: Pacific (UTC−8/−7)
Einwohner: 336.265 (Stand: 2010)
Bevölkerungsdichte: 2.651,9 Einwohner je km2
Fläche: 130,7 km2 (ca. 50 mi2)
davon 126,8 km2 (ca. 49 mi2) Land
Höhe: 48 m
Postleitzahlen: 92800–92899
Vorwahl: +1 714
FIPS: 06-02000
GNIS-ID: 1652663
Website: anaheim.net
Bürgermeister: Harry Sidhu

Anaheim ist eine Stadt im kalifornischen Orange County, etwa 40 Kilometer südöstlich von Los Angeles gelegen, und hat etwa 352.497 Einwohner (Schätzung 2017, U.S. Census Bureau).[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Besiedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt entstand 1870 aus einer 1857 von 50 Familien deutscher Einwanderer, die aus San Francisco kamen, gegründeten Siedlung.[2] Sie erwarben von den Besitzern der „Rancho San Cajon de Santa Ana“[3] – Juan Pacífico Ontiveros und seiner Frau Martina – ein 1.165 Acre (etwa 471 Hektar) großes Landstück für 2 $ pro Acre, um ein Weinbaugebiet zu schaffen.[4][5] Der erste Siedler soll Daniel Krämer aus Bayern gewesen sein.[6] Ein größerer Teil dieser ersten Siedler stammte ursprünglich aus der Umgebung von Rothenburg ob der Tauber in Mittelfranken. Der Namensbestandteil „heim“ deutet noch heute auf die deutsche Herkunft der Gründer hin, „Ana“ bezieht sich hingegen auf den nahegelegenen Santa Ana River.

Etablierung in der Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten der Siedler waren Handwerker und hatten nur wenig Ahnung vom Weinanbau.[4] 1876 waren sogar zehn polnische Aristokraten und Künstler in den Ort übergesiedelt.[5] Auf 16 Hektar Fläche entstand dann um das erste Gebäude, eine Schule, der künftige Ortsmittelpunkt, in den Jahren 1870 und 1871 folgten das Gebäude der örtlichen Zeitung – der Anaheim Gazette – und ein Hotel.[4] Bis ins Jahr 1884, als der Weinanbau aufgrund häufiger werdender Ernteschäden eingestellt wurde, war die Siedlung der größte Weinproduzent Kaliforniens gewesen.[2][4] Die durch den Wegfall des Weins entstandene Lücke wurde relativ schnell durch den Anbau von Walnüssen, Limonen und Orangen gefüllt.[2]

Orangen, der Klan und Disneyland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anaheim 1922

Anfang des 20. Jahrhunderts hatte sich Anaheim zu einem Zentrum der Landwirtschaft entwickelt, viele seiner Einwohner lebten vom Anbau von Zitrusfrüchten, vornehmlich Orangen, worauf auch der Name des Orange Countys zurückzuführen ist.[2] Zwischen 1924 und 1925 waren vier Mitglieder des Ku-Klux-Klans im Stadtrat vertreten.[7] Von zu dieser Zeit bereits rund 10.000 Einwohnern schlossen sich während ihrer Amtszeit gut 300 dem Klan an, welcher sich als protestantische Vereinigung vor allem gegen den Katholizismus und in der Stadt umtriebige Fälscher und – das Land befand sich mitten in der Prohibitionillegale Schnapsbrenner wandte.[7] Bewaffnete Klansmänner patrouillierten auf den Straßen, in die als Mustersiedlung des Klans geltende Stadt kamen zeitweise bis zu 20.000 Leute aus dem ganzen Land zu einer Veranstaltung des Geheimbundes.[7]

Nach einer Bestechungsaktion seitens der Oppositionsbewegung Unison, Service, Americanism (USA), durch welche diese die Liste aller geheimen Mitglieder in der Stadt – unter ihnen auch Polizeibeamte oder andere Stadtangestellte – erhalten hatte, konnten, auch unter Mithilfe von zweien der mittlerweile drei Zeitungen Anaheims, im Jahr 1925 die vier Stadtratssitze des Klans zurückgewonnen werden.

1954 erwarb die von Walt Disney geführte Walt Disney Company in Anaheim ein 65 Hektar großes Gelände, das bis dahin zum Anbau von Walnüssen und Orangen genutzt worden war. Bereits ein Jahr später, am 17. Juli 1955, waren die Bauarbeiten abgeschlossen und das Disneyland Resort wurde als erster Themenpark des Unternehmens eröffnet.[8]

Ausgehendes 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anaheim Resort

Nach einer Volkszählung des United States Census Bureau waren im Jahr 1970 rund 9,3 % der Einwohner Anaheims Hispanics und 89,2 % Weiße.[9] In den 1990er Jahren expandierte die Stadt und entwarf das Anaheim Resort, welches auch heute neben dem Disneyland Resort noch das örtliche Kongresszentrum (Anaheim Convention Center) sowie die Sportstadien Honda Center und das Angel Stadium beherbergt.[10]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner¹
1980 219.494
1990 266.406
2000 327.920
2010 336.440
2016 351.043
2017 352.497

¹ 1980–2010: Volkszählungsergebnisse; 2016, 2017: Schätzung des United States Census Bureau

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Honda Center, Heimstadion der Anaheim Ducks
Angel Stadium of Anaheim, Heimstadion der Los Angeles Angels of Anaheim
Disneyland in Anaheim (2013)

Anaheim beheimatet folgende Sportvereine:

Außerdem war Anaheim der Austragungsort der Badminton-Weltmeisterschaft 2005.

Im Angel Stadium Anaheim werden regelmäßig drei Läufe zur AMA Supercross Series ausgetragen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bekannteste Sehenswürdigkeit Anaheims ist der 1955 von Walt Disney gegründete Vergnügungspark Disneyland, der seit seiner Eröffnung bereits über 500 Millionen Besucher zählte. Außerdem befindet sich nur wenige Kilometer entfernt der Vergnügungspark Knott’s Berry Farm.

Zudem findet seit 2005 jedes Jahr außer 2012 die „Blizzcon“ im Anaheim Convention Center statt. Dort kündigt der Computerspielentwickler Blizzard Entertainment neue Spiele oder Erweiterungen zu den Spielen Warcraft, StarCraft oder Diablo an. Zudem gibt es andere Veranstaltungen, wie etwa einen Tanz- oder einen Kostümwettbewerb, sowie ein Abschlusskonzert mit der Hausband „The Artists formerly known as Level 80 Elite Tauren Chieftains“.

Das Anaheim Convention Center ist ebenfalls Veranstaltungsort der jährlich im Januar stattfindenden NAMM Show, der größten Musikmesse Amerikas, darüber hinaus fand dort 2016 die Minecon statt.

Serien und Filme mit Bezug auf Anaheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anaheim unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:[11]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruppierungen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rainer Vollmar: Anaheim – Utopia Americana. Vom Weinland zum Walt Disney-Land. Eine Stadtbiographie. Steiner, Stuttgart 1998, ISBN 3-515-07308-6, (Erdkundliches Wissen 126).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Anaheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Annual Estimates of the Resident Population: April 1, 2010 to July 1, 2017, census.gov, abgerufen am 29. November 2018 (englisch)
  2. a b c d History of Anaheim, California, u-s-history.com, abgerufen am 29. November 2018 (englisch)
  3. Rancho San Cajón de Santa Ana
  4. a b c d Armor, Samuel; Merritt, E. B.: History of Orange County, California, 1921, Historic Record Company, S. 53, abgerufen am 29. November 2018 (englisch)
  5. a b Utopian Dreams in Anaheim: The Polish Commune of 1876, kcet.org, abgerufen am 29. November 2018 (englisch)
  6. Anaheim - Ein Stück deutsche Geschichte nicht weit von Los Angeles, usatipps.de, abgerufen am 29. November 2018
  7. a b c The Ku Klux Klan in Anaheim, anaheimcolony.com, abgerufen am 29. November 2018 (englisch)
  8. Diktator des magischen Königreichs, spiegel.de, abgerufen am 29. November 2018
  9. Historical Census Statistics On Population Totals By Race, 1790 to 1990, and By Hispanic Origin, 1970 to 1990, For Large Cities And Other Urban Places In The United States, census.gov, abgerufen am 30. November 2018 (englisch)
  10. The Anaheim Resort, anaheim.net, abgerufen am 30. November 2018 (englisch)
  11. Website Anaheim – Sister-City-Commission, abgerufen am 1. August 2017