Arkussinus und Arkuskosinus

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Arkussinus und Arkus­kosinus im kartesi­schen Koordinaten­system
  • arcsin (x)
  • arccos (x)

Der Arkussinus – geschrieben oder  – und der Arkuskosinus (oder auch Arkuscosinus) – geschrieben oder  – sind Umkehrfunktionen der (geeignet) eingeschränkten Sinus- bzw. Kosinusfunktion: Da Sinus und Kosinus periodische Funktionen sind, wird zu ihrer Umkehrung der Definitionsbereich des Sinus auf das Intervall und der des Kosinus auf das Intervall eingeschränkt. Sinus bzw. Kosinus sind auf diesen Intervallen streng monoton.

Zusammen mit dem Arkustangens als Umkehrfunktion des (natürlich ebenfalls geeignet eingeschränkten) Tangens bilden der Arkussinus und Arkuskosinus den Kern der Klasse der Arkusfunktionen. Aufgrund der in neuerer Zeit für Umkehrfunktionen gebräuchlichen Schreibweise beginnen die namentlich auf Taschenrechnern verbreiteten Schreibweisen und die klassische Schreibweise bzw. zu verdrängen, was eventuell zu Verwechslungen mit den Kehrwerten des Sinus und Kosinus (Kosekans und Sekans) führen kann.[1]

Definitionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sinusfunktion ist -periodisch und innerhalb einer Periode nicht injektiv. Daher muss ihr Definitionsbereich geeignet eingeschränkt werden, um eine umkehrbar-eindeutige Funktion zu erhalten. Da es für diese Einschränkung mehrere Möglichkeiten gibt, spricht man von Zweigen des Arkussinus. Meist wird der Hauptzweig (oder Hauptwert)

die Umkehrfunktion der Einschränkung der Sinusfunktion auf das Intervall betrachtet.

Analog zum Arkussinus wird der Hauptzweig des Arkuskosinus als die Umkehrfunktion von definiert. Dies ergibt mit

ebenfalls eine bijektive Funktion. Mittels

lassen sich diese beiden Funktionen ineinander umrechnen.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  Arkussinus Arkuskosinus
Funktions-
Graphen
Arcsin Arccos
Definitionsbereich
Wertebereich
Monotonie streng monoton steigend streng monoton fallend
Symmetrien Ungerade Funktion: Punktsymmetrie zu
Asymptoten für für
Nullstellen
Sprungstellen keine keine
Polstellen keine keine
Extrema keine keine
Wendepunkte

Formeln für negative Argumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Symmetrieeigenschaften gilt:

Reihenentwicklungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Taylorreihe des Arkussinus erhält man durch Anwenden der binomischen Reihe auf die Ableitung, sie ist gegeben durch:

Der Ausdruck bezeichnet dabei die Doppelfakultät.

Die Taylorreihe des Arkuskosinus ist aufgrund der Beziehung  :

Beide Reihen haben den Konvergenzradius 1.

Integraldarstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Integraldarstellungen des Arkussinus bzw. Arkuskosinus sind gegeben durch:

Verkettungen mit Sinus und Kosinus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Arkusfunktionen gelten unter anderem folgende Formeln:

, denn für gilt und .
, denn für gilt und .
, denn für gilt und .
, denn für gilt und .

Beziehung zum Arkustangens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von besonderer Bedeutung in älteren Programmiersprachen ohne implementierte Arkussinus- und Arkuskosinusfunktion sind folgende Beziehungen, die es ermöglichen, den Arkussinus und Arkuskosinus aus dem vielleicht implementierten Arkustangens zu berechnen. Aufgrund obiger Formeln gilt

für Definiert man so werden diese beiden Gleichungen auch für richtig. Alternativ dazu kann man auch

verwenden, was sich aus Obigem durch Anwenden der Funktionalgleichung des Arcustangens ergibt und für gilt. Für lässt sich Letzteres auch zu

vereinfachen.

Ableitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arkussinus
Arkuskosinus
Umrechnung

Integrale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arkussinus
Arkuskosinus

Komplexe Argumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  mit

Zur Funktion arcosh siehe Areakosinus Hyperbolicus, für die Signumfunktion gilt

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besondere Werte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kettenbruchdarstellung des Arkussinus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

H. S. Wall fand 1948 für den Arkussinus folgende Darstellung als Kettenbruch:

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man kann Arkussinus und Arkuskosinus auch durch den Hauptzweig des komplexen Logarithmus ausdrücken:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eric Weisstein: Inverse Trigonometric Functions. In: MathWorld (englisch).