Berg (Niederösterreich)

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Berg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Berg
Berg (Niederösterreich) (Österreich)
Berg (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Bruck an der Leitha
Kfz-Kennzeichen: BL
Fläche: 9,46 km²
Koordinaten: 48° 6′ N, 17° 2′ OKoordinaten: 48° 6′ 12″ N, 17° 2′ 16″ O
Höhe: 154 m ü. A.
Einwohner: 914 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 97 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2413
Vorwahl: 02143
Gemeindekennziffer: 3 07 03
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Hauptstraße 33
2413 Berg
Website: www.gemeindeberg.at
Politik
Bürgermeister: Andreas Hammer (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(15 Mitglieder)
8
6
1
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Berg im Bezirk Bruck an der Leitha
Au am LeithabergeBad Deutsch-AltenburgBergBruck an der LeithaEbergassingEnzersdorf an der FischaEnzersdorf an der FischaFischamendGöttlesbrunn-ArbesthalGötzendorf an der LeithaGramatneusiedlHainburg an der DonauHaslau-Maria EllendHimbergHof am LeithabergeHöfleinHundsheimKlein-NeusiedlLanzendorfLeopoldsdorfMannersdorf am LeithagebirgeMaria-LanzendorfMoosbrunnPetronell-CarnuntumPrellenkirchenRauchenwarthRohrauScharndorfSchwadorfSchwechatSommereinTrautmannsdorf an der LeithaWolfsthalZwölfaxingLage der Gemeinde Berg (Niederösterreich) im Bezirk Bruck an der Leitha (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortsansicht beim Aufstieg zur Königswarte
Ortsansicht beim Aufstieg zur Königswarte
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Berg ist eine Agrar- und Weinbaugemeinde mit 914 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Bruck an der Leitha im Osten Niederösterreichs.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Abhang der Hundsheimer Berge, genauer am Fuß der Königswarte (344 m) und deren Ausläufer, dem Unterschilling. In der Nähe des lang gestreckten Dreieckangerdorfes verläuft die Grenze zum Burgenland, die nächste Ortschaft ist Kittsee. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch die slowakische Grenze, wo ein internationaler Grenzübergang im Zuge der Pressburger Straße B 9 nach Bratislava in Betrieb ist.

Nordöstlich von Berg befindet sich an einem Badesee die Wochenendhaussiedlung Freizeitzentrum Berg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfsthal
Edelstal (Burgenland) Nachbargemeinden Bratislava (Slowakei)
Kittsee (Burgenland)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals 862 urkundlich als Pagus ad Pergo erwähnt. Durch die ungünstige Grenzlage zu Ungarn wurde der Ort öfters Opfer der Kämpfe verschiedener Völker (vor allem Türken und Ungarn), aber immer wieder aufgebaut. Von 1914 bis 1946 hatte der Ort einen Eisenbahnanschluss durch die Pressburger Bahn, der Bahnhof lag neben der Bundesstraße 9 vor der Kreuzung mit der Pressburgerstraße. Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Berg zwei Bäcker, ein Binder, zwei Fleischer, ein Friseur, fünf Gastwirte, drei Gemischtwarenhändler, eine Hebamme, zwei Mühlen, zwei Schmiede, drei Schneider, ein Schuster, ein Trafikant, drei Tischler und ein Wagner ansässig.[1]

Im Zweiten Weltkrieg gehörte der Ort ab 1942 bis zum Kriegsende zur Stadtgemeinde Engerau. 1942 wurde hier von Bernhard Berghaus ein Leichtmetallwerk errichtet, in dem Bauteile für die Flugzeugindustrie und die Raketenproduktion, sowie Patronenhülsen hergestellt werden sollten. Das Werk beschäftigte 1944 im Probebetrieb 1600–2000 Mitarbeiter, darunter sehr viele Zwangsarbeiter. Im Vollbetrieb hätten hier 6000 Menschen arbeiten sollen, dazu kam es aber nicht mehr. Am 4. April 1945 besetzte die Rote Armee den Ort und das Werk wurde unter die Verwaltung durch USIA gestellt. Die Maschinen und Ausrüstung des Werkes wurden als Wiedergutmachung der Kriegsschäden nach Jugoslawien gebracht.[2]

Von 1972 bis 1996 bildete der Ort zusammen mit Wolfsthal die Gemeinde Wolfsthal-Berg, diese Verbindung wurde durch einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss wieder aufgehoben.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwar ist seit 1981 die Geburtenbilanz negativ, doch kann dies durch eine starke Zuwanderung mehr als ausgeglichen werden.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Berg (Niederösterreich)
  • Katholische Pfarrkirche Berg hl. Anna: Die Kirche wurde 1748 erstmals als Kapelle erwähnt und 1789 als Pfarrkirche erbaut.
  • Die Pottenburg wurde zwischen 955 und 1025 errichtet und 1240 erstmals urkundlich erwähnt. Durch die Türkenstürme in Mitleidenschaft gezogen und durch Artillerietreffer im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, sind von der Pottenburg heute nur mehr Mauerreste und ein Wehrturm erhalten.
  • Parallel zur Hauptstraße gibt es drei Kellerzeilen, siehe dazu Liste der Kellergassen in Berg (Niederösterreich)
  • An der Pressburger Straße befindet sich ein Gedenkstein an Arne Karlsson, der als Mitarbeiter der schwedischen Hilfsorganisation Rädda Barnen in Ausübung seiner humanitären Tätigkeit von einem sowjetischen Militärposten am 11. Juni 1947 erschossen wurde.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Berg befindet sich ein Kindergarten.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1945–1950 Florian Denk (ÖVP)
  • 1997–2017 Georg Hartl (SPÖ)
  • seit 2017 Andreas Hammer (SPÖ)[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 wurde der Gemeinde Berg ein Wappen verliehen.[13]

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Florian Denk (1884–1962), Landwirt und Bürgermeister von Berg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Berg (Niederösterreich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 210
  2. Das Leichtmetallwerk. In: Gemeinde Berg (Hrsg.): Gemeindezeitung Berg. Sonderausgabe, März 2013, S. 6 f. (Online [PDF; 2,2 MB; abgerufen am 5. August 2021] auf der Website www.nachkriegsjustiz.at).
  3. Gemeindeänderungen ab 1945 (Vereinigungen, Teilungen, Namens- u. Statusänderungen). Statistik Austria, S. 70, 140, abgerufen am 14. Februar 2019.
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Berg, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 14. Oktober 2020.
  5. Kindergärten in NÖ. NÖ Landesregierung, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  6. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Berg. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 14. Februar 2019.
  7. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Berg. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 14. Februar 2019.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Berg. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 14. Februar 2019.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Berg. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 14. Februar 2019.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Berg. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 14. Februar 2019.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Berg. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 20. Januar 2021.
  12. Gemeinde Berg feiert ihren Ex-Bürgermeister Georg Hartl. 24. Oktober 2017, abgerufen am 14. Oktober 2020.
  13. Geschichte. Abgerufen am 14. Oktober 2020 (österreichisches Deutsch).
  14. Partnergemeinden. Abgerufen am 14. Oktober 2020 (österreichisches Deutsch).