Bodensee (Landkreis Göttingen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bodensee
Bodensee (Landkreis Göttingen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bodensee hervorgehoben
Koordinaten: 51° 36′ N, 10° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Samtgemeinde: Gieboldehausen
Höhe: 168 m ü. NHN
Fläche: 7,47 km2
Einwohner: 821 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37434
Vorwahl: 05507
Kfz-Kennzeichen: GÖ, DUD, HMÜ, OHA
Gemeindeschlüssel: 03 1 59 006
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Oberdorfstr. 15
37434 Bodensee
Webpräsenz: www.bodensee-eichsfeld.de
Bürgermeister: Friedrich Henniges (CDU)
Lage der Gemeinde Bodensee im Landkreis Göttingen
Niedersachsen Staufenberg Hann. Münden Scheden Bühren Niemetal Jühnde Dransfeld Adelebsen Friedland Rosdorf Göttingen Bovenden Gleichen Landolfshausen Seulingen Waake Seeburg Ebergötzen Duderstadt Obernfeld Rollshausen Rüdershausen Rhumspringe Wollershausen Gieboldehausen Wollbrandshausen Bodensee Krebeck Walkenried Bad Sachsa Bad Lauterberg im Harz Herzberg am Harz Herzberg am Harz Herzberg am Harz Hattorf am Harz Hattorf am Harz Wulften am Harz Elbingerode Hörden am Harz Osterode am Harz Bad Grund (Harz) Harz (Landkreis Göttingen) Harz (Landkreis Göttingen) Harz (Landkreis Göttingen) Landkreis Goslar Landkreis Northeim Landkreis Northeim Hessen Thüringen Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Bodensee ist eine Gemeinde mit etwa 800 Einwohnern im Landkreis Göttingen in Niedersachsen (Deutschland). Bodensee gehört zur rund 14.000 Einwohnern umfassenden Samtgemeinde Gieboldehausen und liegt im Untereichsfeld. Bis 1973 gehörte Bodensee zum Landkreis Duderstadt.

Kurios ist, dass sich wenige Kilometer entfernt von der Gemeinde Bodensee ein Ort namens Lindau befindet, denn am Bodensee, im Grenzgebiet von Deutschland, Österreich und der Schweiz, gibt es bekanntlich auch einen Ort namens Lindau.

Bodensee

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Jahr 2007 war für Bodensee ein doppeltes Jubiläumsjahr. Auf das Jahr 1107 geht die älteste, bis jetzt bekannte Erwähnung zurück. Auch das Wehr- und Schützenwesen ist urkundlich auf das Jahr 1457 nachzuweisen. Beide Jubiläen haben einen religiösen Bezug. In der Miracula sancti Modoaldi wird Bodenhusen zwischen dem 12. Mai und dem 29. Juni 1107 im Zusammenhang mit einem Wunder im Kloster Helmarshausen zum ersten Mal erwähnt. Die heute noch verbreitete Annahme von Johannes Letzner, dass ein Ritter namens Hanno 918, vom Bodensee kommend, zur Erinnerung an seine verlassene Heimat die Orte Bodensee und Lindau gegründet habe, wird von anerkannten Historikern als „Unsinn und Fabel“ bezeichnet.

Auch die von Johann Wolf beschriebene Schenkung der Plesse mit 1100 Hufen im Jahr 1011, gelegen vor den Orten Krebeck, Bodensee, Gieboldehausen und Rüdershausen, von Immad II. an seinen Sohn Meinwerk Bischof von Paderborn wird so in der Vita Meinwerci nicht bestätigt.

Da die Immedinger große Besitzungen in Sachsen und Thüringen besaßen, wird auch diese Angabe von Johann Wolf nur eine Annahme sein. Unter den 20 Ortschaften um den Hünstollen, in denen die Immedinger Besitzungen hatten, sind die aufgeführten Orte nicht verzeichnet.

Die bis zum Jahr 2005 als erstbekannte Urkunde von 1333 wird keine Erstbelehnung der von Bodenhusen sein. Weitere Forschungen werden dadurch erschwert, dass die Lehnsrollen im Zweiten Weltkrieg nach Hannover abgegeben werden mussten und dort bei Bombenangriffen beschädigt oder gar vernichtet wurden.

Nach der Teilverpfändung des Amtes Lindau im Oktober 1434 an den Erzbischof von Mainz kam es zu Streitigkeiten um das Dorf Berka und die Grenzen des Amtes Lindau. Am 10. Dezember 1437 setzte der Erzbischof von Mainz Otto V. von Plesse als Amtmann ein und ordnete an, die Grenzen des kleinen Amtes zu schützen. Reste einer Landwehr von der Rhume bei Bilshausen mit der Bodenseeer Warte auf dem Höherberg sind heute noch erkennbar. Ab dem Jahr 1438 kann man vom Schützenwesen im Amt Lindau sprechen: „gesellschapp de schutten“.

In den Urkunden vom 3. März, 4. April und 22. April 1457 wird Jan von Bodenseen aufgefordert, mit anderen das Kloster Bursfelde und deren Besucher zu schützen. Anlass waren die Reformkonzile von Konstanz 1415 bis 1419 und Basel von 1431 bis 1447. Vom Kloster Bursfelde sollten für den Norden des Landes durch den Abt Johannes Dederoth die innerkirchlichen Reformen durchgeführt werden.

Aus den Türkensteuerlisten von 1442 bis 1445 ist zu ersehen, welche Familiennamen es in Bodensee schon gab. Eine Musterungsrolle von 1599 zeigt, wie das Wehr- und Schützenwesen in Bodensee organisiert waren. Wie viele andere Orte hatten auch Bodensee und deren Bewohner im Dreißigjährigen Krieg zu leiden. Während Bodensee 1626 völlig zerstört war, befanden sich 1661 wieder 44 Herdstellen im Ort.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1821):

  • 1821: 619
  • 1939: 530
  • 1973: 598
  • 1986: 592
  • 1996: 710
  • 2001: 772
  • 2015: 821

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2016[2]
Wahlbeteiligung: 60.09 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
56,20 %
22,72 %
21,08 %
UWB
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-9,37 %p
+5,07 %p
+4,30 %p
UWB

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Bodensee setzt sich aus neun Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • CDU: 5 Sitze
  • Unabhängige Wähler Bodensee (UWB): 2 Sitze
  • SPD: 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist zurzeit Friedrich Henniges.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Gleitze (* 1912 in Bodensee; † 1994 in Wolfenbüttel), Dr. rer. pol. et iur., Jurist, Oberkreisdirektor des Landkreises Wolfenbüttel von 1948 bis 1962

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Schild geteilt; oben in Rot zwei silberne Pfähle, belegt mit je zwei übereinanderstehenden schwarzen Eisenhüten; unten in Silber ein blauer (plessischer) Maueranker.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem nahegelegenen Höherberg (241,8 m) gibt es einen Wallfahrtsort zu den 14 Nothelfern (auch „Vierzehnheiligen des Nordens“ genannt). Die große Wallfahrt findet immer Anfang Juli statt. Im Jahr 2006 war die 150-Jahr-Feier.

Kirche St. Matthäus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Matthäus
Hochaltar der Sankt-Matthäus-Kirche in Bodensee

Als Nachfolgekirche einer im Dreißigjährigen Krieg abgebrannten Kirche sowie der für die Gemeinde zu klein gewordenen barocken Vorgängerkirche aus dem Jahr 1681 präsentiert sich die katholische Kirche St. Matthäus in Bodensee in der Form eines 23,70 m langen und 8,70 m breiten Buntsandsteinquaderbaus mit ausgeprägten Gesimsen. Realisiert wurde sie in den Jahren 1779 bis 1782 und stellt neben der St. Georgskirche in Wollbrandshausen, der St. Martinskirche in Seeburg und der St. Kosmas und Damiankirche in Bilshausen beispielhaft die spätbarocke-klassizistische Architektur des Untereichsfeldes dar. Der vasenbekrönte, volutig geschwungene Westgiebel ist als typisches Gestaltungselement der Zeit auch in Seeburg anzutreffen. Parallelen zur Bilshausener Kirche finden sich in den Kapitellen, dem Rundfenster in der hinteren Chorwand und den fein gearbeiteten Fensterrahmungen mit Schlussstein. Bildete schon die äußere Fassade Anklänge an die Architektur des Barocks, so dominieren auch wesentliche Elemente der Ausstattung des Innenraums, die aus jener Epoche entstammen. Lediglich das Spiegelgewölbe des Langhauses und der polygonale, kreuzgratgewölbte Chorschluss sind gegensätzliche Elemente, die Besonderheiten aus verschiedenen Zeiten aufweisen. Neben dem Hauptaltar wurde die Kanzel in aufwendiger Arbeit gestaltet und trägt Nischenfiguren im Kanzelkorb und eine Vielzahl schmückende Puttenköpfe. Beides geht auf den Hildesheimer Bildhauer Daniel Bartels zurück. Ein weiteres Inventarstück aus der Zeit des Barock stellt die mit Puttenköpfen und Fruchtgirlanden verzierte Konsole neben der Kanzel sowie die gedrehte Leuchterstange mit kniendem Engel als Kerzenhalterfigur im Chor dar. Ein sandsteinerner Taufstein mit der Datierung auf das Jahr 1664 stammt vermutlich aus der Vorgängerkirche. Seit dem 1. November 2014 gehört die Kirche zur Pfarrei St. Laurentius mit Sitz in Gieboldehausen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • NN: 550 Jahre Wehr und Schützenwesen im 900-jährigen Bodensee – Eine geschichtliche Betrachtung unseres Ortes Bodensee in Daten. Bodensee 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bodensee (Landkreis Göttingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. https://wahlen.kdgoe.de/2016kw/Daten/159402_000124/index.html