Chagny (Saône-et-Loire)
| Chagny | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Bourgogne-Franche-Comté | |
| Département (Nr.) | Saône-et-Loire (71) | |
| Arrondissement | Chalon-sur-Saône | |
| Kanton | Chagny (Hauptort) | |
| Gemeindeverband | Beaune Côte et Sud | |
| Koordinaten | 46° 55′ N, 4° 45′ O | |
| Höhe | 201–315 m | |
| Fläche | 18,90 km² | |
| Bürgermeister | Sebastien Laurent | |
| Einwohner | 5.350 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 283 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 71150 | |
| INSEE-Code | 71073 | |
| Website | http://www.chagny.fr/ | |
Blick auf Chagny | ||
Chagny ist eine französische Stadt mit 5.350 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie ist Hauptort des Kantons Chagny im Arrondissement Chalon-sur-Saône.
Geografie
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Die Stadt liegt mitten in einer Weinbauregion des Burgund, auf halbem Wege zwischen Beaune und Chalon-sur-Saône. Sie wird im Norden von der Dheune durchflossen und im Süden und Westen vom Canal du Centre durchquert. Auch das Flüsschen Vandaine entspringt hier und durchquert das Waldgebiet Forêt de Chagny Richtung Osten. Im Bahnhof Chagny trifft die Bahnstrecke Nevers–Chagny auf die Bahnstrecke Paris–Marseille.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Chagny wurde als Cadiniaco villa im Jahr 840 durch Kaiser Lothar I. urkundlich erwähnt.[1] Danach hieß die Stadt Cavagnacum, später Chaigny, und im Laufe der Zeit wurde daraus der heutige Name.
Während des Hundertjährigen Krieges richteten marodierende Söldnertruppen, sogenannte Grandes Compagnies, ihr Hauptquartier in der Festung des alten Schlosses ein und plünderten von da aus das gesamte Umland. 1369 entsandte König Karl V. seinen Oberbefehlshaber, Bertrand du Guesclin, nach Chagny, um deren Anführer zu überreden nach Kastilien zu ziehen und am Krieg um die Thronfolge zwischen Heinrich von Trastamara und Peter dem Grausamen teilzunehmen. Durch diesen Schachzug konnte er die Provinz von den plündernden Truppen befreien. Nach dem Abzug der Söldner wurde die Festungsanlage geschleift.
Durch seine günstige Lage an den Verkehrsadern Richtung Autun, Beaune und Chalon-sur-Saône, kam es zu einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt. Diese wurde durch die Eröffnung des Canal du Centre im Jahr 1793 und der Bahnstrecke Paris–Marseille der PLM 1849 begünstigt, sodass sich um Glashütten und Ziegeleien ein Industriezentrum entwickelte. Der Kanal hat seither seine Bedeutung für die Industrie verloren, wird jedoch für den Wassertourismus mit Sport- und Hausbooten genutzt.
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2018 | 2022 |
| Einwohner | 4687 | 5205 | 5661 | 5339 | 5346 | 5591 | 5406 | 5535 | 5402 |
Quellen: Cassini und INSEE
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Bahnhof von Chagny liegt an der Bahnstrecke Paris–Marseille und ist Ausgangs- bzw. Endpunkt der Bahnstrecke Nevers–Chagny. Bedient wird er im Regionalverkehr durch TER-Züge.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einst gab es in Chagny zwei Kirchen und eine Kapelle: die St.-Martin-Kirche, die St.-Johannes-Kirche und die Einsiedler-Kapelle (Hermitage). Die St.-Johannes-Kirche war 1220 erbaut worden und von einem Friedhof umgeben. Nach verschiedenen Wechselfällen wurde sie 1894 vollständig abgerissen. An ihrer Stelle befindet sich heute ein öffentlicher Park (Jardin Jean Moulin) in der Nähe des Wachturms. Die Einsiedler-Kapelle, die auf dem Berg in Richtung Bouzeron lag, wurde 1793 abgerissen. Ein Ortsteil bewahrt ihren Namen. Sie war dem Heiligen Stephanus und dem Heiligen Abdon geweiht.
Romanische Kirche Saint-Martin, 11. Jahrhundert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ältesten Urkunden erwähnen bereits im 7. Jahrhundert eine Kapelle. Im Jahr 1220 wurde ein Priorat mit 12 Mönchen gegründet und an der Stelle der ehemaligen Kapelle, die sich im Burghof befand, eine Kirche errichtet. Dies erklärt, warum der Zugang über eine Sackgasse erfolgt. Die Kirche wird von einem Glockenturm dominiert, der mit Fenstern mit kleinen Säulen durchbrochen ist. Im Jahr 1839 schrieb Victor Hugo: „In Chagny gibt es einen bemerkenswerten romanischen Glockenturm, einen quadratischen, breiten, gedrungenen, prächtigen Turm.“[2] Er beherbergt drei Glocken, von denen eine im Jahr 1489 gegossen wurde.
Die nach romanischem Grundriss erbaute, nach Osten ausgerichtete Kirche besteht aus einem Hauptschiff, das von zwei Seitenschiffen flankiert wird. Der Chor wurde im 15. Jahrhundert umgebaut, wobei die halbrunde Apsis durch die heutige flache Apsis ersetzt wurde. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Gebäude um ein Joch an der Fassade und drei Kapellen im Norden erweitert. Der Vorbau wurde 1968 hinzugefügt.[3]
Die Kirche von Chagny ist eine der 57 Kirchen der Diözese, die dem Heiligen Martin von Tours geweiht sind.
Das Kirchenschiff wird von einem großen Kruzifix überragt. Senkrecht unter dem Glockenturm befindet sich der Altar, der aus dem Randstein eines ehemaligen Brunnens besteht. In Nischen über den Seitengewölben stehen die Statuen des Heiligen Eloi auf der linken und des Heiligen Martin auf der rechten Seite, beide mit Mitra und Bischofsstab. Im Querschiff fallen die für die Abtei Cluny charakteristischen kannelierten Pilaster auf, und am rechten Pfeiler sind Spuren von Polychromie zu erkennen, mit der wahrscheinlich das gesamte Kirchenschiff geschmückt war, wie es im Mittelalter üblich war.
Im südlichen Seitenschiff, hinter der Statue des Heiligen Antonius, zeigt ein Gemälde eine „Kreuzabnahme“. An der rechten Seitenwand befindet sich eine Gedenktafel für die Stiftungsmessen. Die Kapelle wird durch ein Buntglasfenster erhellt, das das Wunder des Heiligen Martin im Wald der Region Bourges nach dem Abriss eines heidnischen Tempels darstellt. Die Gewölbebögen werden von geschnitzten Konsolen gestützt. Der Chor, umgeben von Chorgestühlen, wird durch ein Buntglasfenster erhellt: Das Feld oben links zeigt Martin, einen römischen Soldaten, der in der Nähe von Amiens seinen Mantel mit einem Bettler teilt (die häufigste Darstellung des Heiligen in Statuen, Gemälden oder Buntglasfenstern).
In der Mitte des Chors befinden sich zwei Grabplatten: Die eine beherbergt das Herz von Pierre Jeannin, Baron von Chagny, Berater von König Heinrich IV. (Frankreich), und das seiner Gattin, die andere bedeckt den Leichnam von Etienne Quarré d’Alligny, Komtur des Ordens des Heiligen Johannes von Jerusalem in Bellecroix und Prior in Chagny im 17. Jahrhundert. Die Kapelle des Allerheiligsten Sakraments ist die ehemalige Kapelle der Feudalherren. Die Konsolen, die die Gewölbe stützen, sind mit Wappenschildern verziert. Unter dem Altar befindet sich eine Skulptur mit dem Titel „Der Tod des Heiligen Josef“. Links zeigt ein Buntglasfenster Jesus in der Tischlerei seines Pflegevaters Josef. (Mehrere Kirchen der Region weisen Buntglasfenster zu diesem Thema auf, die von derselben Werkstatt aus Chalon-sur-Saône angefertigt wurden). Über dem Altar befindet sich ein Gemälde, das Engel bei der Anbetung des Allerheiligsten zeigt; rechts an der Säule eine Gedenktafel zur Stiftung von Messen.
Die Kapelle der Jungfrau Maria hat einen Altar, der von einem imposanten barocken Aufsatz dominiert, der eine Statue der Jungfrau Maria umrahmt, die die Schlange der Versuchung zertritt. Rechts befindet sich eine Statue der „Heiligen Anna, die die Jungfrau Maria unterrichtet“. Das Buntglasfenster veranschaulicht die Litaneien der Jungfrau Maria. Gegenüber dem Altar erinnert die polychrome Statue der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, an die Arbeiter, die in den zahlreichen Steinbrüchen der Region tätig waren.
Hinter dem Altar der Herz-Jesu-Kapelle sieht man ein Wandgemälde die Erscheinung des Heiligsten Herzens Jesu vor Marguerite-Marie Alacoque im Jahr 1675. Sie wurde 1920 heiliggesprochen; ihr Leichnam ruht im nahen Paray-le-Monial.
Die Kapelle der Grotte von Lourdes ließ 1876 Abbé Victor de Musy, Pfarrer von Chagny, der in Lourdes ein Wunder erlebt hatte, als originalgetreue Nachbildung der Grotte von Massabielle errichten. Die Statue der Muttergottes ist eine der ersten, die angefertigt wurde. Von Bernadette Soubirous abgelehnt, die sie „nicht schön genug“ fand, wurde sie von Abbé de Musy erworben, der sie seiner Kirche schenkte. Jedes Jahr kommen zahlreiche Pilger hierher.
Weitere Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Spitals-Apotheke, gegründet im Jahre 1715 und nahezu unverändert erhalten
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pierre Jeannin (um 1540–1622/1623), französischer Finanzminister und Baron von Chagny
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Internetpräsenz der Gemeinde Chagny listet zwei Partnerstädte auf:[4]
- Letchworth, England, Vereinigtes Königreich
- Wissen, Rheinland-Pfalz, Deutschland
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Webpräsenz der Stadt (französisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Rudolf Hübner: Gerichtsurkunden der fränkischen Zeit, S. 33 bei koeblergerhard.de, abgerufen am 16. September 2021
- ↑ Chagny – Eglise Saint Martin. Les Cloches Savoyardes, 3. September 2014, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Pastorale du Tourisme et des Loisirs Diocèse d'Autun, Chalon ei Màcon (Hrsg.): Saint-Martin-des-Trois-Croix. 2010 (französisch).
- ↑ Comite des liaisons internationales. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2016; abgerufen am 14. September 2018. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
