Crazy in Love

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Crazy in Love ist ein Lied der amerikanischen R&B-Sängerin Beyoncé Knowles. Es wurde am 18. Mai 2003 als Single aus ihrem Debütalbum Dangerously in Love ausgekoppelt. Seit der Auskopplung sind zahlreiche Coverversionen verschiedener Künstler entstanden.

Im Jahr 2002 unterschrieb Knowles einen Vertrag mit der Firma Pepsi, die den Song als Hintergrundmusik einer Werbekampagne benutzte.[1] Crazy in Love war weiterhin auf dem Soundtrack der romantischen Komödie Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns enthalten.[2][3]

Hintergrund und Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2002 nahm Beyoncé das Lied für ihr Debütalbum Dangerously in Love, das im Juni 2003 veröffentlicht wurde, auf. Der R&B- und Soul-Produzent Rich Harrison hatte nur ein Demo-Band von Crazy in Love, bevor er Knowles traf.[4] Er sagte: „Ja, Ich hatte es in der Hand. Ich wollte das Lied nicht oft kaufen, weil du manchmal nicht sofort rausgehst, bevor alles perfekt ist. Die Leute mögen das Lied dann nicht und alle sind enttäuscht. Also war das Lied für mich kein Hit.“[4] Knowles nahm drei Monate später eine Tribute des Songs für Harrison auf.[5] Im Studio spielte Harrison die Demoaufnahme für Knowles. Danach fragte Beyoncé Harrison, ob er den Song schreibt, er stimmte zu, und Knowles gab ihm dabei zwei Stunden für das Songwriting. Harrison schrieb die Verse und Hookline, aber sie vergaß die Bridge für Beyoncé; Harrison spielte die Instrumente und Knowles sang. Das Thema kam von Knowles und handelt von einer „aufregenden und verrückte Liebesbeziehung“.

Beyoncés Freund, der amerikanische Rapper Jay-Z, wurde für die Produktion des Songs engagiert. Um drei Uhr morgens kam er ins Studio und nahm einen Rap-Vers auf, wofür er ohne Schreiben zehn Minuten brauchte.[4][6]

Musik und Text[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Crazy in Love ist ein Liebeslied, komponiert in d-Moll, mit einem Tempo von 100 BPM und bestehend aus zwei Akkorden (B und G). Knowles Gesang pendelt zwischen einer und einer halben Oktave, von A3 bis F5. Das Lied bedient sich sowohl traditioneller Samba-Rhythmen[7] als auch alter Soul Einflüsse. Die Melodie des Blasinstruments ist ein Sample des Liedes „Are You My Woman? (Tell Me So)“ von den The Chi-Lites aus dem Jahre 1970.[8]

Der Text von Crazy in Love ist in der traditionellen Vers-Refrain-Form komponiert. Jay-Z beginnt das Lied mit gesprochenem Text. Nach dem Knowles den „uh-oh, uh-oh“-Part singt, beginnt Jay-Z mit dem Monolog. Knowles singt den ersten Vers, gefolgt vom Refrain. Sie wiederholt den „uh-oh, uh-oh“ Part, als Übergang zum zweiten Vers. Dem Refrain folgt der zweite Rap. Der Song wird dann in der Bridge fortgeführt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beyoncé Knowles singt Crazy in Love zusammen mit Jay-Z während ihrer I Am … Tour (2009)

Crazy in Love bekam gute Kritiken. Tim Sendra von Allmusic, einer Online-Musikdatenbank, beschreibt das Lied als „Pop-Wunder“,[9] Stephen Thomas Erlewine von der gleichen Website nannte es ein „perfektes Liebeslied“.[10] Darryl Sterdan, der für die kanadische Website Jam! schreibt, bezeichnete das Lied als Beyoncés endgültige Etablierung als Solokünstlerin.[11][12] Marc Anthony Neal von der Internationalen Webseite Popmasters beschreibt die „uh-oh, uh-oh“-Passage als kitschig.[13] Für die MTV News stellt das Lied den „besten Moment“ des Albums dar.[14]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lied wurde im Jahr 2004 in den USA von der Recording Industry Association of America mit einer goldenen Schallplatte für über 500.000 Downloads ausgezeichnet. 2006 wurde es vom Mobile Mastertone mit Gold ausgezeichnet.[15] Crazy in Love wurde der vierterfolgreichste Hit in den USA im Jahr 2003.[16] Crazy in Love wurde in Australien für über 70.000 verkaufte Einheiten mit einer Platin-Schallplatte ausgezeichnet[17].

Das Vibe Magazin zeichnete das Lied mit den VIBE Awards als coolste Single des Jahres 2003 aus.[18] 2004 wurde Crazy in Love für 6 Grammys nominiert, unter anderem in den Kategorien Record of the Year, Best R&B Song und Best Rap/Sung Collaboration. Ausgezeichnet wurde das Stück letztlich in den beiden letzteren Kategorien.[19] Ein Remix von Crazy in Love, bekannt als Krazy in Luv (Maurice's Soul Nu Mix), gewann den Award in der Kategorie Best Remixed Recording. Die Single gewann 2004 auch den ASCAP Award als meistgespielter Song und EMI zeichnete den Song als beste Single des Jahres aus.[20] Das Lied machte Beyonce auch in der Urban-Szene bekannt, und sie erhielt die Auszeichnung für Best Collaboration bei den BET Awards 2004.[21] In Europa gewann Crazy in Love den Award für den Besten Song des Jahres 2003 auf den MTV Europe Music Awards.[22]

2009 wählte das britische Magazin NME das Lied zum 'Besten Lied des Jahrzehnts'.[23]

Charts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Single erreichte Platz 1 in den Billboard Hot 100, wo sie insgesamt acht Wochen verbrachte,[24][25] und wurde Knowles erster Nummer-1 Hit in den USA und ihre dritterfolgreichste Single, nach Baby Boy und Irreplaceable.[26] Crazy in Love blieb 26 Wochen in den Billboard Hot 100 und verbrachte 15 Wochen in den Top-Ten.

Auch in den internationalen Charts war Crazy in Love sehr erfolgreich. In Großbritannien schrieb Knowles Musik-Geschichte. Nach Kylie Minogue im Jahr 2001 war sie erst die zweite Künstlerin, die gleichzeitig einen Nummer-1-Hit und ein Nummer-1-Album in Großbritannien hatte.[27] Zusammen mit den Stücken ihrer Gruppe Destiny’s Child, war es bereits ihr dritter Nummer-1-Hit in Großbritannien, und Crazy in Love war das einzige Lied, das 2003 die Spitze der Charts in Großbritannien und den USA erreichen konnte.[28] Die Single verbrachte 3 Wochen auf Platz 1 in Großbritannien[29] und erreichte die Top-Ten in vielen europäischen Ländern.[30] In Australien erreichte Crazy in Love den zweiten Platz der Charts.

Jahr Titel Chartplatzierungen[30]
DE AT CH UK US
2003 Crazy in Love
Dangerously in Love
6
(15 Wo.)
6
(18 Wo.)
3
(30 Wo.)
1
(19 Wo.)
1
(27 Wo.)

Musikvideo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Musikvideo zu Crazy in Love wurde im Mai 2003 veröffentlicht und vom englischen Regisseur Jake Nava gefilmt.[31] Es zeigt Beyonce in verschiedenen Tanzszenen. Unter anderem posiert sie für ein Fotoshooting und tanzt zu Jay-Z’s Solorap in einer exotischen Performance. Außerdem ist im Musikvideo auch Carmit Bachar, ein Gründungsmitglied von den Pussycat Dolls, als Background-Tänzerin zu sehen.

Bei der MTV Dokumentation MTV Making of the Video aus dem Jahr 2003 beschrieb Beyoncé das Konzept des Musikvideos: „[Das Video] feiert die Evolution einer Frau. Es handelt über einen Mädchen, welche sich in einer Beziehung befindet. Sie realisiert, dass sie verliebt ist. Sie tut Dinge, die sie normalerweise nicht tun würde. Es macht ihr nichts aus, dass sie verrückt in Liebe ist.“[32]

Das Video wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet. Crazy in Love gewann 2003 bei den MTV Video Music Awards in den drei Kategorien Best Female Video, Best R&B Video und Best Choreography.[33] Auch viele Kritiker lobten das Musikvideo. Cynthia Fuchs schrieb im PopMatters Magazin, dass Beyoncé in der Fotoshooting-Szene eine Tanzchoreografie nutzt, welche Jennifer Lopez schon in ihrem Musikvideo zu Jenny From the Block (2002) gezeigt hat und lobte, dass diese Tänze bei Knowles erotischer wirken, als bei Lopez.[34] Weiterhin schrieb sie: „...Beyoncés Körper wurde ein bekanntes Markenzeichen, welches für „über-erotische Tänze“ steht.“ Tom Moon vom The Philadelphia Inquirer Magazin schrieb, dass Knowles jede Stelle ihres Körpers bewegt und professionel mit ihrem ganzen berühmten Körper erotisch tanzt.[34]

Auftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knowles sang Crazy in Love erstmals am 28. August 2003 bei den MTV Video Music Awards mit Jay-Z.[35][36] Außerdem sang Knowles Crazy in Love bisher in jeder ihrer Welttourneen. Während ihrer Dangerously in Love World Tour Ende 2003 sang Beyoncé Crazy in Love immer zum Abschluss eines Konzertes.[37] Am 17. Februar 2004 sang Knowles Crazy in Love bei den BRIT Awards 2004.[38] Knowles und Jay-Z sangen Crazy in Love auch bei dem The Prince’s Trust Urban Music Festival am Earls Court in London am 31. Mai 2004.[39]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brand Republic staff: Beyonce smash 'Crazy In Love' features in new Pepsi ad. In: Brand Republic, 16. Juli 2003. Abgerufen am 5. Juni 2008. 
  2. Bridget Jones: The Edge of Reason [UK Bonus Tracks]. In: MTV Shop. Abgerufen am 5. Juni 2008.
  3. James Rocchi: Review: Good Luck Chuck. In: Cinematical. 20. September 2007. Abgerufen am 5. Juni 2008.
  4. a b c Joe D’Angelo: Road To The Grammys: The Making of Beyonce’s 'Crazy In Love'. In: MTV News, 4. Februar 2004. Abgerufen am 24. Februar 2007. 
  5. Uh-oh! Uh-oh! Uh-oh!. In: The Guardian. 14. Dezember 2003. Abgerufen am 19. Mai 2008.
  6. Geoffrey Horn: Beyonce.. Gareth Stevens, 2006, ISBN 0-8368-4230-8, S. 27 (Zugriff am 25. Februar 2008).
  7. Beyonce – Crazy in Love – Free Sheet Music Riff. 8notes.com. Abgerufen am 25. Februar 2008.
  8. Road To The Grammys: The Making of Beyonce’s ‘Crazy In Love’. mtv.com. Abgerufen am 24. November 2015.
  9. Tim Sandra: Review: Crazy in Love (Australia CD). In: Allmusic. Macrovision Company. Abgerufen am 28. Oktober 2005.
  10. Stephen Thomas Erlewine: Review: Dangerously in Love. In: Allmusic. Macrovision Company. Abgerufen am 25. Februar 2008.
  11. Darryl Sterdan: Review Album: Beyonce – DANGEROUSLY IN LOVE. In: Canoe Jam!. Abgerufen am 28. Oktober 2005.
  12. Anthony DeCurtis: Dangerously In Love. In: Rolling Stone. 10. Juli 2003, abgerufen am 26. Oktober 2014 (englisch).
  13. Marc Anthony Neal: BEYONCÉ: Dangerously in Love. In: Popmatters. 11. Juli 2003. Abgerufen am 28. Oktober 2005.
  14. Correy Moss: Beyoncé: Genuinely In Love – Part 2. In: MTV News. Abgerufen am 31. Januar 2009.
  15. 2x Platinum and Platinum. In: Recording Industry Association of America. Abgerufen am 4. Juni 2008. 
  16. The Billboard Hot 100: 2003. In: Billboard. Nielsen Business Media, Inc. Archiviert vom Original am 20. Oktober 2006. Abgerufen am 2. April 2008.
  17. ARIA Charts – Accreditations – 2003 Singles. In: Australian Recording Industry Association. Abgerufen am 4. Juni 2008.
  18. 2003 Vibe Awards. In: Vibe. Archiviert vom Original am 15. Juni 2009. Abgerufen am 6. Juli 2008.
  19. Stephen Silverman: Much Grammy 'Love' for Beyoncé, OutKast. In: People, 8. Februar 2004. Abgerufen am 6. Juli 2008. 
  20. 2004 ASCAP Pop Music Awards. In: American Society of Composers, Authors and Publishers. Abgerufen am 6. Juli 2008.
  21. Beyonce, Jay-Z Reign At BET Awards. In: CBS News, 30. Juni 2004. Abgerufen am 6. Juli 2008. 
  22. Associated Press Editor: Timberlake tops MTV Europe awards. In: Cable News Network, 7. November 2003. Abgerufen am 6. Juli 2008. 
  23. NME: http://www.nme.com/news/beyonce/48559
  24. Todds Martens: Beyonce Dominates Billboard Charts. In: Billboard, Nielsen Business Media, Inc., 3. Juli 2003. Archiviert vom Original am 18. Oktober 2012. Abgerufen am 4. Juni 2008. 
  25. Todds Martens: Beyoncé, Jay-Z: 'Crazy' As Ever. In: Billboard, Nielsen Business Media, Inc., 21. August 2003. Archiviert vom Original am 23. Juni 2011. Abgerufen am 4. Juni 2008. 
  26. Fred Bonson: Chart Beat Chat. In: Billboard. Nielsen Business Media, Inc. 17. Februar 2006. Archiviert vom Original am 28. Mai 2006. Abgerufen am 2. April 2008.
  27. Paul Sexton: Beyonce Continues U.K. Chart Dominance. In: Billboard, Nielsen Business Media, Inc., 21. Juli 2003. Archiviert vom Original am 29. September 2008. Abgerufen am 2. April 2008. 
  28. "Crazy In Love". In: Songfacts.com. Abgerufen am 14. März 2009.
  29. Paul Sexton: Bedingfield Bounces Beyonce On U.K. Charts. In: Billboard, Nielsen Business Media, Inc., 28. Juli 2003. Archiviert vom Original am 10. Oktober 2012. Abgerufen am 2. April 2008. 
  30. a b Beyoncé and Jay-Z – Crazy In Love – Music Charts. In: ?Charts.us. Abgerufen am 4. Juni 2008.
  31. Marcos Chin: Jake Nava. In: Vibe, InterMedia Partners, 30. September 2004. Abgerufen am 10. Februar 2011. 
  32. Making the Video: Beyonce 'Crazy In Love' MTV Networks (June 2003)
  33. Corey Moss: Madonna Smooches With Britney And Christina; Justin, Coldplay Win Big At VMAs. In: MTV News, 28. August 2003. Abgerufen am 4. Juni 2008. 
  34. a b Cynthia Fuchs: PopMatters Music Feature | You Gotta Work Your Jelly. PopMatters. 24. Juli 2003. Abgerufen am 20. Februar 2011.
  35. Sal Cinquemani: The Kiss(es) Heard 'Round the World: 2003 MTV Music Video Awards. Slant Magazine. 29. August 2003. Abgerufen am 8. Februar 2011.
  36. Jay-Z Prevented Sean Paul From Performing With Beyoncé At VMAs, Yahoo! Music. Yahoo!. 5. September 2003. Abgerufen am 8. Februar 2011. 
  37. Dave Simpson: Beyoncé. In: The Guardian, Guardian Media Group, 4. November 2003. Abgerufen am 8. Februar 2011. 
  38. Monique Jessen and Todd Perterson: Justin, Beyoncé Score Brit Awards. In: People. Time Inc.. 18. Februar 2004. Abgerufen am 8. Februar 2011.
  39. Jay-Z and Beyoncé. In: Jet (Zeitschrift). Linda Johnson Rice. 31. Mai 2004. Abgerufen am 31. Januar 2011.