Cricket World Cup 2011

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Logo des Cricket World Cup 2011

Der ICC Cricket World Cup 2011 war der zehnte Cricket World Cup, bei der um die wichtigste Trophäe im Cricket gespielt wurde. Der World Cup wird im One-Day International-Format ausgetragen, bei dem jedes Team jeweils ein Innings über maximal 50 Over bestreitet. Die Veranstaltung wurde vom 19. Februar bis 2. April 2011 in Bangladesch, Indien und Sri Lanka ausgetragen. Pakistan wurde infolge des Angriffes auf die Cricket-Nationalmannschaft von Sri Lanka im Jahr 2009 als Ko-Gastgeber abgesetzt.[1] Die Eröffnungsfeier fand am 17. Februar 2011 im Bangabandhu National Stadium in Dhaka statt.[2] Im Finale konnte sich Indien gegen Sri Lanka mit sechs Wickets durchsetzen.

Teilnehmer[Bearbeiten]

Neben den aktuellen zehn Testnationen waren mit den Mannschaften aus Irland, Kanada, Kenia und den Niederlanden vier Qualifikanten, die sich beim World Cup Qualifiers 2009 durchsetzen konnten, für das Turnier qualifiziert. Das Teilnehmerfeld bestand somit aus den folgenden 14 Nationalteams:

Format[Bearbeiten]

In zwei Vorrundengruppen mit je sieben Mannschaften spielt jeder gegen jeden, wobei ein Sieg zwei Punkte, ein Unentschieden oder ein No Result einen Punkt einbringt. Es qualifizieren sich die besten vier Mannschaften einer jeden Gruppe für das Viertelfinale. Dessen Sieger ermitteln dann in den Halbfinals die Finalteilnehmer. Insgesamt wurden damit 49 Spiele gespielt.[3]

Austragungsorte[Bearbeiten]

Austragungsorte des ICC World Cup 2011 in Bangladesch
Austragungsorte des ICC World Cup 2011 in Indien
Austragungsorte des ICC World Cup 2011 in Sri Lanka

Als Austragungsorte wurden 13 Stadien ausgewählt, wobei sich acht in Indien, drei in Sri Lanka und zwei in Bangladesch befinden.

Stadt Land Stadion Kapazität
Chittagong Bangladesch Chittagong Divisional Stadium 20.000
Dhaka Bangladesch Sher-e-Bangla Cricket Stadium 35.000
Neu-Delhi Indien Feroz Shah Kotla 48.000
Kalkutta Indien Eden Gardens 82.000
Mumbai Indien Wankhede Stadium 33.000
Mohali Indien Punjab Cricket Association Stadium 35.000
Ahmedabad Indien Sardar Patel Stadium 50.000
Nagpur Indien Vidarbha Cricket Association Stadium 45.000
Bangalore Indien M. Chinnaswamy Stadium 42.000
Chennai Indien M. A. Chidambaram Stadium 46.000
Colombo Sri Lanka R. Premadasa Stadium 35.000
Kandy Sri Lanka Pallekele International Cricket Stadium 35.000
Hambantota Sri Lanka Mahinda Rajapaksa International Stadium 33.000

Vor dem Turnier[Bearbeiten]

Vergabe[Bearbeiten]

Die Rechte für den Cricket World Cup 2011 wurden im April 2006 an die vier südasiatischen Nationen Bangladesch, Indien, Pakistan und Sri Lanka vergeben. Dabei setzten sie sich gegen die Bewerbung Australiens und Neuseelands in der entscheidenden Abstimmung mit zehn zu drei durch. Im Gegenzug erhielten die Unterlegenen den Cricket World Cup 2015.[4]

Entzug der Ausrichterrechte Pakistans[Bearbeiten]

Als am 3. März 2009 der Angriff auf die Cricket-Nationalmannschaft von Sri Lanka in Lahore erfolgte nahmen die schon bestehenden Sicherheitsbedenken vieler Nationen zu. Am 17. April 2009 entschied der ICC, dass keines der geplanten 14 Spiele in Pakistan ausgetragen werden soll, sondern diese auf die anderen drei Ausrichter verteilt werden.[5] Pakistan drohte daraufhin mit juristischen Schritten und forderte neben einer finanziellen Entschädigung, dass die Spiele, die in Pakistan hätten stattfinden sollen an einen neutralen Ausrichtungsort (angedacht waren die Vereinigten Arabischen Emirate) vergeben werden.[6][7] Letztendlich konnte man sich auf eine finanzielle Kompensation einigen.[8]

Associates[Bearbeiten]

Im Fokus standen bei diesem Turnier die Associate Member des ICC, die zweite Reihe der Nationalmannschaften die bei diesem Turnier durch Irland, Kanada, Kenia und die Niederlande vertreten wurden. Grund ist die für zukünftige World Cup-Turniere beschlossene Reduzierung der Teilnehmer auf 10 Mannschaften, und die Befürchtung, dass es so unmöglich sein würde, dass eines dieser Teams dann noch beim World Cup teilnehmen könne.[9][10] Beim ICC-Meeting direkt nach dem Turnier bestätigten sich die Befürchtungen, als beschlossen wurde, dass beim World Cup 2015 ausschließlich die zehn Vollmitglieder des ICC teilnehmen dürfen.[11]

Vorrunde[Bearbeiten]

Die Gruppenphase wird in zwei Gruppen mit jeweils sieben Teams ausgetragen, wobei sich jeweils die ersten vier einer Gruppe für das Viertelfinale qualifizieren.[12]

Gruppe A[Bearbeiten]

In der Gruppe A trafen die Testnationen Australien, Neuseeland, Pakistan und Sri Lanka auf die Associates Kanada und Kenia und Simbabwe, dessen Teststatus ruhte. Die Qualifikanten für das Viertelfinale standen mit den vier Testnationen frühzeitig fest, da es keiner kleineren Nation gelang, für eine Überraschung zu sorgen.[13] Beim Ausspielen der Positionen für das Viertelfinale war unter anderem ein wegen Regen abgebrochenes Spiel zwischen Sri Lanka und Australien von Wichtigkeit, das als No Result gewertet wurde.[14] Den Gruppensieg konnte sich letztendlich Pakistan sichern, das Australien im letzten Spiel schlug.[15]

Tabelle
Gruppe A Sp. S N NR P NRR[16]
Pakistan Pakistan 6 5 1 0 10   +0.758
Sri Lanka Sri Lanka 6 4 1 1 9   +2.582
Australien Australien 6 4 1 1 9   +1.123
Neuseeland Neuseeland 6 4 2 0 8   +1.135
Simbabwe Simbabwe 6 2 4 0 4   +0.030
KanadaKanada Kanada 6 1 5 0 2   −1.987
KeniaKenia Kenia 6 0 6 0 0   −3.042
Spiele
20. Februar Chennai KeniaKenia Kenia
69 (23.5)
- Neuseeland Neuseeland
72-0 (8.0)
Neuseeland gewinnt mit 10 Wickets
20. Februar Hambantota Sri Lanka Sri Lanka
332-7 (50)
- KanadaKanada Kanada
122 (36.5)
Sri Lanka gewinnt mit 210 Runs
21. Februar Ahmedabad Australien Australien
262-6 (50)
- Simbabwe Simbabwe
171 (46.2)
Australien gewinnt mit 91 Runs
23. Februar Hambantota Pakistan Pakistan
317-7 (50)
- KeniaKenia Kenia
112 (33.1)
Pakistan gewinnt mit 205 Runs
25. Februar Nagpur Neuseeland Neuseeland
206 (45.1)
- Australien Australien
207-3 (34.0)
Australien gewinnt mit 7 Wickets
26. Februar Colombo Pakistan Pakistan
277-7 (50)
- Sri Lanka Sri Lanka
266-9 (50)
Pakistan gewinnt mit 11 Runs
28. Februar Nagpur Simbabwe Simbabwe
298-9 (50)
- KanadaKanada Kanada
123 (42.1)
Simbabwe gewinnt mit 175 Runs
1. März Colombo KeniaKenia Kenia
142 (43.4)
- Sri Lanka Sri Lanka
146-1 (18.4)
Sri Lanka gewinnt mit 9 Wickets
3. März Colombo Pakistan Pakistan
184 (43.0)
- KanadaKanada Kanada
138 (42.5)
Pakistan gewinnt mit 46 Runs
4. März Ahmedabad Simbabwe Simbabwe
162 (46.2)
- Neuseeland Neuseeland
166-0 (33.3)
Neuseeland gewinnt mit 10 Wickets
5. März Colombo Sri Lanka Sri Lanka
146-3 (32.5)
- Australien Australien
 
No Result
7. März Neu-Delhi KeniaKenia Kenia
198 (50)
- KanadaKanada Kanada
199-5 (45.3)
Kanada gewinnt mit 5 Wickets
8. März Kandy Neuseeland Neuseeland
302-7 (50)
- Pakistan Pakistan
192 (41.4)
Neuseeland gewinnt mit 110 Runs
10. März Kandy Sri Lanka Sri Lanka
327-6 (50)
- Simbabwe Simbabwe
188 (39.0)
Sri Lanka gewinnt mit 139 Runs
13. März Mumbai Neuseeland Neuseeland
358-6 (50)
- KanadaKanada Kanada
261-9 (50)
Neuseeland gewinnt mit 97 Runs
13. März Bangalore Australien Australien
324-6 (50)
- KeniaKenia Kenia
264-6 (50)
Australien gewinnt mit 60 Runs
14. März Kandy Simbabwe Simbabwe
151-7 (39.4/39.4)
- Pakistan Pakistan
164-3 (34.1/38.0)
Pakistan gewinnt mit 7 Wickets (D/L method)
16. März Bangalore KanadaKanada Kanada
211 (45.4)
- Australien Australien
212-3 (34.5)
Australien gewinnt mit 7 Wickets
18. März Mumbai Sri Lanka Sri Lanka
265-9 (50)
- Neuseeland Neuseeland
153 (35.0)
Sri Lanka gewinnt mit 112 Runs
19. März Colombo Australien Australien
176 (46.4)
- Pakistan Pakistan
178-6 (41.0)
Pakistan gewinnt mit 4 Wickets
20. März Kalkutta Simbabwe Simbabwe
308-6 (50)
- KeniaKenia Kenia
147 (36.0)
Simbabwe gewinnt mit 161 Runs

Gruppe B[Bearbeiten]

In der Gruppe B standen die vier favorisierten Testnationen England, Indien, Südafrika und die West Indies den Asocciates Irland und Niederlande und der eher als Außenseiter betrachteten gastgebenden Testnation Bangladesch gegenüber.[17] Spannung erhielt die Gruppe dadurch, dass England gegen Irland und Bangladesch verlor und sich erst im letzten Spiel gegen die West Indies mit einem Sieg vor dem Ausscheiden retten konnte.[18] Bangladesch verspielte im letzten Spiel wiederum gegen die West Indies ihre Chance aufs Viertelfinale,[19] so dass sich letztendlich die favorisierten Teams durchsetzen konnten.

Tabelle
Gruppe B Sp. S N U NR P NRR[16]
Südafrika Südafrika 6 5 1 0 0 10   +2.026
Indien Indien 6 4 1 1 0 9   +0.900
England England 6 3 2 1 0 7   +0.072
West Indies Cricket Team West Indies 6 3 3 0 0 6   +1.066
BangladeschBangladesch Bangladesch 6 3 3 0 0 6   −1.361
Irish Cricket Union Irland 6 2 4 0 0 4   −0.696
NiederlandeNiederlande Niederlande 6 0 6 0 0 0   −2.045
Spiele
19. Februar Dhaka Indien Indien
370-4 (50)
- BangladeschBangladesch Bangladesch
283-9 (50)
Indien gewinnt mit 87 Runs
22. Februar Nagpur NiederlandeNiederlande Niederlande
292-6 (50)
- England England
296-4 (48.4)
England gewinnt mit 6 Wickets
24. Februar Neu-Delhi West Indies Cricket Team West Indies
222 (47.3)
- Südafrika Südafrika
223-3 (42.5)
Südafrika gewinnt mit 7 Wickets
25. Februar Dhaka BangladeschBangladesch Bangladesch
205 (49.2)
- Irish Cricket Union Irland
178 (45.0)
Bangladesch gewinnt mit 27 Runs
27. Februar Bangalore Indien Indien
338 (49.5)
- England England
338-8 (50)
Unentschieden
28. Februar Neu-Delhi West Indies Cricket Team West Indies
330-8 (50)
- NiederlandeNiederlande Niederlande
115 (31.3)
West Indies gewinnt mit 215 Runs
2. März Bangalore England England
327-8 (50)
- Irish Cricket Union Irland
329-7 (49.1)
Irland gewinnt mit 3 Wickets
3. März Mohali Südafrika Südafrika
351-5 (50)
- NiederlandeNiederlande Niederlande
120 (34.5)
Südafrika gewinnt mit 231 Runs
4. März Dhaka BangladeschBangladesch Bangladesch
58 (18.5)
- West Indies Cricket Team West Indies
59-1 (12.2)
West Indies gewinnt mit 9 Wickets
6. März Chennai England England
171 (45.4)
- Südafrika Südafrika
165 (47.4)
England gewinnt mit 6 Runs
6. März Bangalore Irish Cricket Union Irland
207 (47.5)
- Indien Indien
210-5 (46.0)
Indien gewinnt mit 5 Wickets
9. März Neu-Delhi NiederlandeNiederlande Niederlande
189 (46.4)
- Indien Indien
191-5 (36.3)
Indien gewinnt mit 5 Wickets
11. März Mohali West Indies Cricket Team West Indies
275 (50)
- Irish Cricket Union Irland
231 (49.0)
West Indies gewinnt mit 44 Runs
11. März Chittagong England England
225 (49.4)
- BangladeschBangladesch Bangladesch
227-8 (49.0)
Bangladesch gewinnt mit 2 Wickets
12. März Nagpur Indien Indien
296 (48.4)
- Südafrika Südafrika
300-7 (49.4)
Südafrika gewinnt mit 3 Wickets
14. März Chittagong NiederlandeNiederlande Niederlande
160 (46.2)
- BangladeschBangladesch Bangladesch
166-4 (41.2)
Bangladesch gewinnt mit 6 Wickets
15. März Kalkutta Südafrika Südafrika
272-7 (50)
- Irish Cricket Union Irland
141 (33.2)
Südafrika gewinnt mit 131 Runs
17. März Chennai England England
243 (48.4)
- West Indies Cricket Team West Indies
225 (44.4)
England gewinnt mit 18 Runs
18. März Kalkutta NiederlandeNiederlande Niederlande
306 (50)
- Irish Cricket Union Irland
307-4 (47.4)
Irland gewinnt mit 6 Wickets
19. März Dhaka Südafrika Südafrika
284-8 (50)
- BangladeschBangladesch Bangladesch
78 (28.0)
Südafrika gewinnt mit 206 Runs
20. März Chennai Indien Indien
268 (49.1)
- West Indies Cricket Team West Indies
188 (43.0)
Indien gewinnt mit 80 Runs

Viertelfinale[Bearbeiten]

Nach Abschluss der Vorrunde wurden, wie geplant, die Spielorte (nicht Spielpaarungen) so festgelegt, um Indien und Sri Lanka Heimspiele zu ermöglichen.

23. März Dhaka West Indies Cricket Team West Indies
112 (43.3)
- Pakistan Pakistan
113-0 (20.5)
Pakistan gewinnt mit 10 Wickets

Die West Indies begannen am Schlag, verloren aber schnell drei Wickets. Als sich bei niedriger Run Rate die Performance stabilisierte, kam es im 27. und 28. Over innerhalb von acht Bällen zum Verlust vierer weiterer Wickets. Shivnarine Chanderpaul gelangen mit noch zwei verbliebenen Wickets noch 44 Runs, bevor auch diese im 43. und 44. Over verloren gingen. Für die nur 112 erreichten Runs waren vor allem Mohammad Hafeez, der mit seinen zwei Wickets bei nur 16 zugelassenen Runs als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde, und Shahid Afridi mit vier Wickets verantwortlich. Im pakistanischen Innings sorgten die beiden Batsmen Kamran Akmal und Mohammad Hafeez mit 47 bzw. 61 Runs für den nie gefährdeten Sieg im 21. Over.[20]

24. März Ahmedabad Australien Australien
260-6 (50)
- Indien Indien
261-5 (47.4)
Indien gewinnt mit 5 Wickets

Australien wählte, zuerst als Schlagmannschaft anzutreten, und spielte ein solides Innings. Dabei gelang es vor allem Kapitän Ricky Ponting mit seinen 104 Runs, Australien im Spiel zu halten. Die Wickets auf indischer Seite teilten sich dabei Ravichandran Ashwin, Zaheer Khan und Yuvraj Singh. Bei der folgenden indischen Jagd gelang Sachin Tendulkar der 18000. Run seiner Karriere im ODI-Format. Ihm (53 Runs), Gautam Gambhir (50) und letztlich Yuvray Singh (57) gelangen jeweils mehr als 50 Runs und so besiegelten sie vor heimischer Kulisse das Ausscheiden des Titelverteidigers. Spieler des Spiels wurde Yuvray Singh.[21]

25. März Dhaka Neuseeland Neuseeland
221-8 (50)
- Südafrika Südafrika
172 (43.2)
Neuseeland gewinnt mit 49 Runs

Neuseeland verlor seine ersten beiden Wickets schnell, konnte sich dann aber mit Hilfe von Jesse Ryder und Ross Tayler stabilisieren. Diese brachten das Team auf 130 Runs für drei Wickets. Im weiteren Verlauf konnten die Batsmen Neuseelands das erreichte Niveau halten, wobei es Südafrika nicht gelang, alle Wickets zu holen. Dabei war Morne Morkel mit drei Wickets erfolgreichster Werfer der Südafrikaner. Die folgende südafrikanische Jagd war trotz des Verlustes des ersten Wickets im ersten Over zunächst vielversprechend, verlor jedoch zur Mitte des Innings mit dem Verlust von Jacques Kallis enorm an Schwung. In den folgenden zehn Over sorgten Jacob Oram und Nathan McCallum, die in diesem Spiel vier bzw. drei Wickets erzielten, dass Südafrika immer mehr unter Druck geriet. So kam es nach 132 Runs zum siebten Wicketverlust im 35. Over. Da Südafrika es nicht gelang eine Wende einzuleiten, war im 44. Over, mit 49 Runs zu wenig, Schluss. Spieler des Spiels wurde Jacob Oram.[22]

26. März Colombo England England
229-6 (50)
- Sri Lanka Sri Lanka
231-0 (39.3)
Sri Lanka gewinnt mit 10 Wickets

England startete mäßig. Die Runs Rate war in der ersten Hälfte des Innings zunächst nur durchschnittlich, und als sie im 26. Over ihr drittes Wicket verloren, standen sie bei 95 Runs. Anschließend konnte der an den Schlag kommende Eoin Morgan zusammen mit Jonathan Trott diese anheben, und beiden gelangen 50 Runs (Morgan) oder mehr (Trott: 86). Dieses Niveau konnte von den nächsten Schlagmännern gehalten werden, so dass man zu akzeptablen 229 Runs kam. Die Antwort von Sri Lanka war ein Durchmarsch der beiden Eröffnungsschlagmänner. Sowohl Tillakaratne Dilshan (108 Runs), als auch Upul Tharanga (102) gelangen mehr als 100 Runs und so konnte England ohne den Verlust eines Wickets besiegt werden.[23]

Halbfinale[Bearbeiten]

29. März Colombo Neuseeland Neuseeland
217 (48.5)
- Sri Lanka Sri Lanka
220-5 (47.5)
Sri Lanka gewinnt mit 5 Wickets

Neuseeland wählte, zuerst als Schlagmannschaft aufzulaufen, und erzielte bis zum dritten Wicket im 21. Over nur eine mäßige Run Rate. Erst mit dem Einsatz von Scott Styris, der insgesamt 57 Runs erzielte, besserte sich die Situation für die Neuseeländer. Sie konnten auf 192 Runs im 45. Over erhöhen, als das sechste Wicket fiel. Ab diesem Zeitpunkt verlor Neuseeland seine Stabilität im Schlag und verlor kurz darauf die restlichen vier Wickets, zwischen denen sie selbst nur 13 weitere Runs erzielen konnten. Als beste Werfer konnten sich auf der Seite Sri Lankas Lasith Malinga und Ajantha Mendis mit jeweils drei Wickets hervortun. Sri Lanka blieb zunächst mit seiner Run Rate über der von Neuseeland, ohne aber deutlich davonzuziehen. Dafür verantwortlich zeigten sich Tillakaratne Dilshan und Kumar Sangakkara mit 73 bzw. 54 Runs. Ab dem 32. Over drohte das Spiel sogar zu kippen, als Sri Lanka innerhalb von vier Over drei Wickets verlor. Auch ging es anschließend mit der Run Rate deutlich bergab. Erst im 45. und 46. Over konnte Sri Lanka das Spiel endgültig für sich gestalten. Zunächst konnte der neuseeländische Wicket-Keeper Brendon McCullum einen Ball von Andy McKay nicht erreichen und musste dafür fünf Wides in Kauf nehmen. Im folgenden Ball wurde das mögliches Wicket von Angelo Mathews nicht anerkannt, da auch im Videobeweis nicht eindeutig geklärt werden konnte, ob er den Ball mit seinem Schläger berührt hatte, als dieser vom neuseeländischen Wicket-Keeper gefangen wurde. Diesem wiederum gelang im folgenden Over dann zwei Schläge über die Spielfeldbegrenzung hinaus. Mit diesen zehn Runs war das Spiel dann so gut wie entschieden und Sri Lanka ließ sich diese Chance auch nicht mehr nehmen.[24]

30. März Mohali Indien Indien
260-9 (50)
- Pakistan Pakistan
231 (49.5)
Indien gewinnt mit 29 Runs

Indien entschied sich, zuerst zu schlagen, und begann in den ersten zehn Overn, welche grundsätzlich als Powerplay ausgetragen werden, mit 73 Runs, wobei nur das Wicket von Virender Sehwag verloren ging. Auch weiterhin konnte die Run Rate hochgehalten werden, bis schließlich im 25. Over innerhalb von zwei Bällen Virat Kohli und Yuvraj Singh ausschieden. Der beste Batsman der Inder, Sachin Tendulkar schied schließlich nach 36 Overn mit 85 Runs aus, nachdem Pakistanische Spieler zuvor vier mal nach Schlägen von ihm den Ball fallen gelassen hatten. Die verbliebenen Batsmen hatten danach Mühe, sich bis zum Ende der 50 Over zu retten, was ihnen aber dank Suresh Raina gelang, der noch 36 Runs erzielen konnte. Bei den pakistanischen Bowlern trat vor allem Wahab Riaz hervor, der fünf Wickets erzielte. Die pakistanische Aufholjagd begann weniger schwungvoll als Indien zuvor, was sie im Verlauf ihres Innings auch nicht mehr ausgleichen konnten. Die beiden opening batsmen Kamran Akmal und Mohammad Hafeez waren schon nach dem 15. Over ausgeschieden und unter den verbliebenen war Misbah-ul-Haq mit 56 Runs der erfolgreichste. Alle fünf eingesetzten indischen Bowler erreichten jeweils zwei Wickets, wobei der neu ins Team gekommene Ashish Nehra die wenigsten Runs (33) zuließ. Letztendlich reichte es für Indien mit 29 Runs Vorsprung, als sie Pakistan mit dem vorletzten möglichen Ball vom Feld schickten.[25]

Finale[Bearbeiten]

2. April Mumbai Sri Lanka Sri Lanka
274-6 (50)
- Indien Indien
277-4 (48.2)
Indien gewinnt mit 6 Wickets

Nach einem umstrittenen Münzwurf, der aufgrund eines Kommunikationsproblems wiederholt werden musste, begann Sri Lanka als Schlagmannschaft. Deren Start begann zunächst holprig, als bis zum 17. Over beide "opening batsmen", Upul Tharanga und Tillakaratne Dilshan, für 60 Runs verloren waren. Der anschließend ins Spiel kommende Mahela Jayawardene sorgte mit seinen 103 Runs dafür, dass Sri Lanka ein ordentliches Resultat vorlegen konnte. Dabei wurde er, nachdem die folgenden zwei Wickets seiner Partner in kurzer Abfolge im 39. und 40. Over fielen, vor allem durch Nuwan Kulasekara und Thisara Perera unterstützt, die aus relativ wenigen Bällen 32 bzw. 22 Runs eroberten. Als beste indische Bowler konnten sich Zaheer Kahn und Yuvraj Singh mit jeweils 2 Wickets hervorheben. Das indische Innings begann ebenfalls mit dem schnellen Verlust der beiden "opening batsmen" bis zum 7. Over. Verantwortlich dafür war der Bowler Lasith Malinga, der beide Wickets holte. Es lag dann vor allem an Gautam Gambhir (97 Runs) und dem Kapitän Mahendra Singh Dhoni (91 Runs), dass Indien die Vorgabe noch erreichen konnten. Dhoni machte mit einem Schlag über die Begrenzung im 49. Over dann den zweiten World Cup Sieg der Inder nach 1983 perfekt.[26]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. No World Cup matches in Pakistan, BBC, 17. April 2009
  2. Grand ceremony launches tournament. BBC. Abgerufen am 17. Februar 2011.
  3. Spielordnung
  4. Asia to host 2011 World Cup (en) cricinfo. 30. April 2006. Abgerufen am 15. März 2011.
  5. World Cup matches moved out of Pakistan (englisch) cricinfo. 17. April 2009. Abgerufen am 15. März 2011.
  6. PCB issues legal notice to ICC for World Cup exclusion (englisch) cricinfo. 9. Mai 2009. Abgerufen am 15. März 2011.
  7. Pakistan rules out neutral venue option (englisch) cricinfo. 30. Juli 2009. Abgerufen am 15. März 2011.
  8. PCB to end legal battle with ICC (englisch) cricinfo. 13. August 2009. Abgerufen am 15. März 2011.
  9. Associates criticise World Cup proposals (englisch) cricinfo. 15. September 2010. Abgerufen am 15. März 2011.
  10. Ireland to let their cricket do the talking (englisch) cricinfo. 21. Februar 2011. Abgerufen am 23. März 2011.
  11. ICC confirms 10 teams for next two World Cups (englisch) cricinfo. 4. April 2011. Abgerufen am 5. April 2011.
  12. Bei Punktgleichheit gelten folgende Kriterien: 1. Zahl der Siege, 2. net run rate, 3. Wickets pro Bälle; 4. Direkter Vergleich; 5. Los
  13. Cricket World Cup: Pakistan book quarter-final berth (englisch) BBC Sport. 14. März 2011. Abgerufen am 23. März 2011.
  14. Australia escape spin challenge on 'rolled mud' (englisch) cricinfo. 5. März 2011. Abgerufen am 23. März 2011.
  15. Pakistan end Australia's run to finish top (englisch) cricinfo. 19. März 2011. Abgerufen am 23. März 2011.
  16. a b Erklärung der Abkürzungen: Sp. = Spiele; S = Siege; N = Niederlagen; U = Unentschieden; NR = No Result; P = Punkte; NRR = Net Run Rate
  17. A match crucial to quarter-final qualification (englisch) Cricinfo. 24. Februar 2011. Abgerufen am 23. März 2011.
  18. Cricket World Cup: England win keeps Cup hopes alive (englisch) BBC Sport. 17. März 2011. Abgerufen am 23. März 2011.
  19. Abject Bangladesh surrender meekly (englisch) Cricinfo. 19. März 2011. Abgerufen am 23. März 2011.
  20. Clinical Pakistan storm into semi-final (englisch) Cricinfo. 23. März 2011. Abgerufen am 23. März 2011.
  21. Yuvraj sets up Pakistan showdown (englisch) Cricinfo. 24. März 2011. Abgerufen am 24. März 2011.
  22. Oram leads New Zealand to stunning upset (englisch) Cricinfo. 25. März 2011. Abgerufen am 27. März 2011.
  23. Tharanga and Dilshan crush England (englisch) Cricinfo. 26. März 2011. Abgerufen am 27. März 2011.
  24. Sri Lanka survive jitters to reach World Cup final (englisch) Cricinfo. 29. März 2011. Abgerufen am 29. März 2011.
  25. India scrap their way into World Cup final (englisch) Cricinfo. 30. März 2011. Abgerufen am 31. März 2011.
  26. Dhoni and Gambhir lead India to World Cup glory (englisch) Cricinfo. 2. April 2011. Abgerufen am 3. April 2011.