Punjab (Indien)

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Der Punjab (Panjabi: ਪੰਜਾਬ Pañjāb [pʌnˈʤɑːb]) ist ein indischer Bundesstaat mit einer Fläche von 50.362 km² und knapp 28 Millionen Einwohnern (Volkszählung 2011).

Der Bundesstaat umfasst den östlichen Teil der zwischen Indien und Pakistan geteilten Großregion Punjab. Die Hauptsprache des Punjab ist Panjabi, die Mehrheit der Bevölkerung gehört der Religionsgemeinschaft der Sikhs an. Die Hauptstadt Chandigarh ist auch gleichzeitig die Hauptstadt des benachbarten Haryanas, an dessen Grenze sie liegt, und wird als Unionsterritorium von der Zentralregierung in Neu-Delhi direkt verwaltet.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Punjab (auch: Panjab, eingedeutscht Pandschab) kommt aus persisch پنجاب, DMG panǧāb, ‚Fünfstromland‘ (zusammengesetzt aus پنج, DMG panǧ, ‚fünf‘ und آب, DMG āb, ‚Wasser‘) und bedeutet wörtlich „fünf Wasser“. Der Name verweist auf die fünf großen Flüsse Beas, Jhelam, Chanab, Ravi und Satluj, welche die Region durchfließen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Punjab grenzt an die Bundesstaaten Jammu und Kashmir, Himachal Pradesh, Haryana, das Unionsterritorium Chandigarh und Rajasthan (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden) sowie an die gleichnamige pakistanische Provinz Punjab.

Der größte Teil des Punjab besteht aus relativ flachem, fruchtbaren Schwemmland (Alluvium). Das Klima ist semiaride und das ganze Land ist von einer Vielzahl von Bewässerungsanlagen und Kanälen durchzogen. Der Punjab kann in drei Großregionen untergliedert werden:[1]

  • die Region Malwa umfasst den größten Teil des Punjab und Teile von Haryana und wird durch die Flüsse Sutlej und Yamuna begrenzt. Hier liegen die Städte Ludhiana, Patiala, Bhatinda und Mohali.
  • die Region Majha liegt zwischen den Flüssen Ravi und Sutlej. Sie umfasst den größten Teil der Distrikte Amritsar, Gurdaspur und Tarn Taran. Die Region gilt als Herzland des Punjab und „Wiege des Sikhismus“.
  • die Region Doaba („Land zwischen den zwei Flüssen“; von Panjabi „Do“ – ‚zwei‘, „Ab“ – ‚Fluss‘) zwischen den Flüssen Beas und Sutlej. Hier findet sich äußerst fruchtbares Ackerland und von hier aus nahm Indiens grüne Revolution in den 1960er Jahren ihren Ausgang. Die Region gilt als eine Kornkammer Indiens. Angebaut wird hauptsächlich Weizen.

Größte Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenszene in Amritsar

(Stand: Volkszählung 2011)

Stadt Einwohner Stadt Einwohner
1 Ludhiana 1.613.878 8 Moga 150.432
2 Amritsar 1.132.761 9 Pathankot 148.357
3 Jalandhar 862.196 10 S.A.S. Nagar 146.104
4 Patiala 405.164 11 Abohar 145.238
5 Bathinda 285.813 12 Malerkotla 135.330
6 Hoshiarpur 168.443 13 Khanna 128.130
7 Batala 156.400 14 Muktsar 117.085
Quelle: Census of India 2011. (PDF; 154 kB)

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikum bei der Flaggeneinholung am Grenzübergang in Wagah

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat der Bundesstaat Punjab 27.743.338 Einwohner. Damit gehört der Punjab zu den mittelgroßen indischen Bundesstaaten. Gemessen an der Einwohnerzahl steht er an 16. Stelle unter den 29 Bundesstaaten Indiens. Mit 551 Einwohnern pro Quadratkilometer ist der Punjab aber dichter besiedelt als der indische Durchschnitt, der bei 382 Einwohnern pro Quadratkilometer liegt. Zwischen 2001 und 2011 wuchs die Einwohnerzahl um 14 Prozent und damit etwas langsamer als im Landesmittel (18 Prozent). 37 Prozent der Einwohner des Bundesstaates leben in Städten. Der Urbanisierungsgrad ist damit etwas höher als der Landesdurchschnitt von 31 Prozent. Das Geschlechterverhältnis ist unausgeglichen: Auf 1000 Männer kommen nur 895 Frauen, während der entsprechende Wert für Gesamtindien 943 beträgt. Unter den 0-6-jährigen sind es sogar nur 846 (Indien: 919).[2]

76 Prozent der Einwohner des Punjab können lesen und schreiben (Männer: 80 Prozent, Frauen: 71 Prozent). Die Alphabetisierungsrate liegt damit nur wenig über dem indischen Durchschnitt von 73 Prozent.[3]

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachen im Punjab
Sprache Prozent
Panjabi
  
91,7 %
Hindi
  
7,6 %
Andere
  
0,7 %
Verteilung der Sprachen (Volkszählung 2001)[4]

Die Hauptsprache des Punjab ist das Panjabi, das nach der Volkszählung 2001 von 92 Prozent der Einwohner des Bundesstaats als Muttersprache gesprochen wird. Seine heutigen Grenzen erhielt der Bundesstaat 1966 nach den Sprachgrenzen des Panjabi. Außer im indischen Bundesstaat Punjab wird das Panjabi auch im pakistanischen Teil des Punjab gesprochen. Im Gegensatz zu Pakistan, wo eine Variante des arabischen Alphabets benutzt wird, wird das Panjabi in Indien in einer eigenen Schrift, Gurmukhi, geschrieben.

Die zweitgrößte Sprache im Bundesstaat Punjab ist das Hindi, die größte Sprache Indiens. Es wird von knapp acht Prozent der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen und von den meisten Panjabi-Sprechern verstanden.

Alleinige Amtssprache des Punjab ist Panjabi. Englisch ist wie in ganz Indien als Verkehrs- und Bildungssprache verbreitet.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religionen im Punjab
Religion Prozent
Sikhismus
  
57,7 %
Hinduismus
  
38,5 %
Islam
  
1,9 %
Christentum
  
1,3 %
Andere
  
0,6 %
Verteilung der Religionen (Volkszählung 2011)[5]
Der Goldene Tempel in Amritsar

Der Punjab ist das Zentrum des Sikhismus: Die Religion ist in dieser Region entstanden und hat hier mit dem Goldenen Tempel von Amritsar ihr wichtigstes Heiligtum. Nach der Volkszählung 2011 leben drei Viertel aller indischen Sikhs im Punjab. Mit einem Bevölkerungsanteil von 58 Prozent bilden die Sikhs die Mehrheit im Bundesstaat. Die zweitgrößte Religionsgemeinschaft im Punjab sind die Hindus, die 39 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Muslime sind mit knapp 2 Prozent dagegen nur eine kleine Minderheit, ebenso wie die Christen mit etwas über 1 Prozent.

Um 1900 hatte der Bevölkerungsanteil der Muslime im Gebiet des heutigen Bundesstaates Punjab noch fast 40 Prozent betragen. Als Ergebnis der Gewalttätigkeiten nach der Teilung Indiens wurde die muslimische Bevölkerung fast vollständig aus dem Ostpunjab vertrieben. Gleichzeitig flohen fast alle Sikhs und Hindus aus dem pakistanischen Westpunjab nach Indien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Territoriale Entwicklung des Punjab im unabhängigen Indien (P.E.P.S.U. = Patiala and East Punjab States Union). Seit 1971 sind die Grenzen unverändert.

Im Sommer 1947 wurden Indien und Pakistan von London aus dem britischen Kolonialreich in die Selbständigkeit entlassen. Dabei wurde Punjab zwischen Indien und Pakistan aufgeteilt. Diese Landesteilung führte zu bürgerkriegsartigen Zuständen: Hindus und Sikhs flohen in den Osten und Moslems in den Westen. Dabei verübten beide Seiten aneinander Massaker, die über Wochen hin andauerten. Lahore, die alte Hauptstadt, fiel bei der Neugliederung dieses Territoriums an Pakistan, worauf Indien für den Bundesstaat Punjab die Errichtung eines neuen Regierungssitzes beschloss. Als Position wählte man ein Gelände am Fuße des Himalaya unmittelbar anschließend an das Dorf Chandigarh, dessen Namen man auf die neue Hauptstadt übertrug.

Vor allem auf Betreiben der Sikh-Politiker der Akali Dal, die einen Bundesstaat mit Sikh-Mehrheit anstrebten, wurde der Bundesstaat am 1. November 1966 geteilt. Die östlichen Hindi-sprachigen Gebiete wurden zu einem neuen Bundesstaat Haryana umgeformt, die nördlichen Hindi-sprachigen Gebiete kamen zum damaligen Unionsterritorium Himachal Pradesh. Der verbliebene Bundesstaat Punjab hatte eine Sikh-Bevölkerungsmehrheit. Gemeinsame Hauptstadt von Punjab und Haryana wurde und ist bis heute Stadt Chandigarh, die zum Unionsterritorium umgewandelt wurde.

Todesopfer bei gewalttätigen Auseinandersetzungen im Punjab in den Jahren 1981 bis 2000

In den 1970er und 1980er Jahren gewannen radikale politische Strömungen, die mehr Autonomie für den Punjab forderten, bei den Sikhs an Gewicht. Einige forderten die Errichtung eines eigenen unabhängigen Sikh-Staates „Khalistan“. 1984 ließ die damalige indische Premierministerin Indira Gandhi nach schweren Unruhen zwischen Hindus und fundamentalistischen Sikhs deren höchstes Heiligtum, den Goldenen Tempel von Amritsar, der von bewaffneten Sikh-Extremisten besetzt worden war, stürmen. Die zentrale Figur der fundamentalistischen Sikhs, Jarnail Singh Bhindranwale, wurde dabei getötet. Bei der Stürmung kamen über 250 Zivilisten ums Leben und der Tempel wurde schwer beschädigt. Am 31. Oktober 1984 wurde Indira Gandhi daraufhin von ihrer Sikh-Leibgarde ermordet. Dies führte in der Folge zu pogromartigen Ausschreitungen gegen Sikhs in ganz Indien, denen mehrere Tausend Menschen zum Opfer fielen. Der Bundesstaat Punjab geriet in den folgenden Jahren in einen Ausnahmezustand und musste über viele Jahre direkt von der Zentralregierung verwaltet werden, da die Regionalregierung der Gewalt nicht mehr Herr werden konnte. Beide Konfliktparteien (Sikh-Extremisten und Sicherheitskräfte) nahmen bei den Auseinandersetzungen wenig Rücksicht auf die Zivilbevölkerung, die Hauptleidtragende des Konflikts war. Erst nachdem 1992 unter massiven Sicherheitsvorkehrungen Wahlen im Punjab abgehalten worden waren und erneut eine lokale gewählte Zivilregierung eingesetzt worden war, ebbte die Gewalt ab.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politisches System[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parlamentsgebäude in Chandigarh

Die Legislative des Bundesstaates Punjab besteht aus einem Einkammernparlament, der Punjab Legislative Assembly oder Punjab Vidhan Sabha. Die 117 Abgeordneten des Parlaments werden alle fünf Jahre durch Direktwahl bestimmt. Das Parlament hat seinen Sitz in Chandigarh, das den Bundesstaaten Punjab und Haryana als gemeinsame Hauptstadt gilt und selbst als Unionsterritorium direkt von der indischen Zentralregierung verwaltet wird.

Der Chief Minister (Regierungschef) des Punjab, wird vom Parlament gewählt. An der Spitze des Bundesstaats steht jedoch der vom indischen Präsidenten ernannte Gouverneur (Governor). Seine Hauptaufgaben sind die Ernennung des Chief Ministers und dessen Beauftragung mit der Regierungsbildung.

Höchster Gerichtshof des Punjab ist der Punjab and Haryana High Court in Chandigarh, in dessen Zuständigkeitsbereich auch der Nachbarbundesstaat Haryana fällt.

Der Punjab stellt 13 Abgeordnete in der Lok Sabha, dem Unterhaus des indischen Parlaments, und sieben in der Rajya Sabha, dem indischen Oberhaus.

Parteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung nach der
Parlamentswahl 2017
Kongress 77
AAP 20
SAD 15
BJP 3
LIP 2
Gesamt 117

Die Politik im Punjab wird von der sikhistischen Regionalpartei Shiromani Akali Dal (SAD) und dem Indischen Nationalkongress geprägt. Seit Ende der 1960er Jahre haben sich diese beiden Parteien bei praktisch jeder Wahl an der Regierung abgewechselt. 2012 konnte die SAD erstmals im Bündnis mit ihrem Koalitionspartner, der hindunationalistischen Partei Bharatiya Janata Party (BJP), ihren Wahlerfolg wiederholen. Als Ergebnis der Wahl verfügten Shiromani Akali Dal und BJP über 56 bzw. 12 Parlamentssitze und hatten gemeinsam die Mehrheit im Parlament. Die Kongresspartei war mit 46 Sitzen in der Opposition.[6] Chief Minister blieb danach weiterhin der seit dem 2. Februar 2007 amtierende Parkash Singh Badal von der Shiromani Akali Dal. Die Parlamentswahl am 4. Februar 2017 wurde dagegen von der Kongresspartei gewonnen. Bei dieser Wahl standen sich drei große Gruppierungen gegenüber: die Kongresspartei, die bisherige Regierungskoalition aus BJP und SAD und die „Anti-Korruptionspartei“ Aam Aadmi Party (AAD) im Bündnis mit der kleinen Lok Insaaf Party (LIP).[7] Neuer Chief Minister wurde am 16. März 2017 Amarinder Singh (INC).[8]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Distrikte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Distrikte des Punjab nach der Neuschaffung der Distrikte Fazilka und Pathankot
Distrikte des Punjab (Anfang 2011)

Der Bundesstaat Punjab ist in 22 Distrikte unterteilt (Daten nach der Volkszählung 2011):[9]

Nr. Distrikt Verwaltungssitz Fläche (km²) Einwohner
(2011)
Bev.-
dichte
(Ew./km²)
1 Amritsar Amritsar 000000000002683.00000000002.683 km² 000000002490656.00000000002.490.656 000000000000928.0000000000928
2 Barnala Barnala 000000000001482.00000000001.482 km² 000000000595527.0000000000595.527 000000000000402.0000000000402
3 Bathinda Bathinda 000000000003353.00000000003.353 km² 000000001388525.00000000001.388.525 000000000000414.0000000000414
4 Faridkot Faridkot 000000000001458.00000000001.458 km² 000000000617508.0000000000617.508 000000000000424.0000000000424
5 Fatehgarh Sahib Sirhind-Fatehgarh Sahib 000000000001180.00000000001.180 km² 000000000600163.0000000000600.163 000000000000509.0000000000509
6 Fazilka * Fazilka
7 Firozpur ** Firozpur (5.305 km²) (2.029.074) (382)
8 Gurdaspur ** Gurdaspur (3.551 km²) (2.298.323) (647)
9 Hoshiarpur Hoshiarpur 000000000003386.00000000003.386 km² 000000001586625.00000000001.586.625 000000000000469.0000000000469
10 Jalandhar Jalandhar 000000000002624.00000000002.624 km² 000000002193590.00000000002.193.590 000000000000836.0000000000836
11 Kapurthala Kapurthala 000000000001633.00000000001.633 km² 000000000815168.0000000000815.168 000000000000499.0000000000499
12 Ludhiana Ludhiana 000000000003578.00000000003.578 km² 000000003498739.00000000003.498.739 000000000000978.0000000000978
13 Mansa Mansa 000000000002198.00000000002.198 km² 000000000769751.0000000000769.751 000000000000350.0000000000350
14 Moga Moga 000000000002242.00000000002.242 km² 000000000995746.0000000000995.746 000000000000444.0000000000444
15 Muktsar Muktsar 000000000002593.00000000002.593 km² 000000000901896.0000000000901.896 000000000000348.0000000000348
16 Pathankot * Pathankot
17 Patiala Patiala 000000000003325.00000000003.325 km² 000000001895686.00000000001.895.686 000000000000570.0000000000570
18 Rupnagar Rupnagar 000000000001356.00000000001.356 km² 000000000684627.0000000000684.627 000000000000505.0000000000505
19 Sahibzada Ajit Singh Nagar S.A.S. Nagar 000000000001094.00000000001.094 km² 000000000994628.0000000000994.628 000000000000909.0000000000909
20 Sangrur Sangrur 000000000003625.00000000003.625 km² 000000001655169.00000000001.655.169 000000000000457.0000000000457
21 Shahid Bhagat Singh Nagar Nawanshahr 000000000001282.00000000001.282 km² 000000000612310.0000000000612.310 000000000000478.0000000000478
22 Tarn Taran Tarn Taran Sahib 000000000002414.00000000002.414 km² 000000001119627.00000000001.119.627 000000000000464.0000000000464

*) Nach der Volkszählung 2011 neu gegründet, Zahlen liegen nicht vor.
**) Nach der Volkszählung 2011 durch Abspaltung neuer Distrikte verkleinert, Zahlen beziehen sich auf den Distrikt in den Grenzen von 2011.

Kommunale Selbstverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2016 gab es in Punjab 10 Municipal Corporations.[10]

Municipal Corporations:

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaft im Punjab

Die Wirtschaft des Bundesstaats Punjab ist klassischerweise geprägt von der Landwirtschaft und der mittelständischen Werkzeugindustrie. Gerade um die Hauptstadt Chandigarh hat sich ein Speckgürtel von z. B. Fahrradherstellern, Webmaschinenherstellern, Autozulieferern, lebensmittelverarbeitender Industrie etc. angesiedelt.

Aber auch die Büro- und Computerindustrie siedelte sich in Punjab an, so z. B. Dell, Hitachi, Fujitsu, Kenwood, Motorola, Olivetti und Quark Inc.

Soziales und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drogenproblematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu einem erheblichen gesellschaftlichen Problem ist seit etlichen Jahren der massive Drogenkonsum unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen geworden. Nach einer umfassenden regierungsoffiziellen Studie aus dem Jahr 2015 konsumierten etwa 860.000 Personen im Punjab zumindest zeitweise Opiate zum Zweck der Berauschung.[11] Von diesen waren geschätzt etwa 230.000 opiatabhängig (etwa 1,2 % der Bevölkerung; indischer Durchschnitt etwa 0,7 %).[12] Ungefähr die Hälfte dieser Personen konsumierte Heroin, ein Drittel Opium und der Rest verschiedene Medikamente. Ein Drittel der Abhängigen betrieb einen intravenösen Drogenkonsum. Der typische Drogenabhängige wurde als „jung, männlich (über 99 %), Panjabi-sprechend, und aus der unteren Mittelklasse stammend“ charakterisiert. Die zitierte Studie stellte auch ernüchternd fest, dass es – wiewohl dringend benötigt – im Punjab kaum Einrichtungen zur Behandlung von Drogenabhängigen gibt. Die Quelle für das Opium und die davon abgeleiteten Drogen ist Afghanistan. Ausgeklügelte Schmugglernetzwerke schleusen die Drogen über die indisch-pakistanische Grenze – z. B. in Form von drogenbeladenen, schwimmenden Autoreifen auf den Flüssen.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NIDM Punjab. National Institute of Disaster Management, abgerufen am 16. März 2017 (englisch).
  2. Census of India 2011: Primary Census Data Highlights - India. Chapter 1 (Population, Size and Decadal Change) (PDF; 9,2 MB).
  3. Census of India 2011: Primary Census Data Highlights - India. Chapter 3 (Literates and Literacy Rate) (PDF; 2,7 MB).
  4. Census of India 2001: Distribution of 10,000 Persons by Language - India, States and Union Territories.
  5. Census of India 2011: Population by religious community.
  6. Election Commission of India.
  7. Punjab Election Results 2017. livemint.com, abgerufen am 12. März 2017 (englisch).
  8. Capt Amarinder takes oath as Punjab CM; Modi tweets best wishes. Hndustan Times, 16. März 2017, abgerufen am 16. März 2017 (englisch).
  9. Census of India 2011: Primary Census Abstract - Punjab (PDF; 621 kB).
  10. punjabdata.com
  11. Punjab Opoid Dependence Survey – Estimation of the Size of Opioid-dependent population in Punjab. Society for the Promotion of Youth and Masses, National Drug Dependence Treatment Centre, abgerufen am 15. März 2017 (PDF, englisch).
  12. Shimona Kanwar: 1.2% adults hooked to opioids in Punjab, reveals AIIMS study. The Times of India, 9. Juni 2016, abgerufen am 15. März 2017 (englisch).
  13. Mark Dummett: Punjab's drugs epidemic. BBC News, 8. Dezember 2010, abgerufen am 15. März 2017 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Punjab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 31° N, 77° O