Dick Jaspers

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dick Jaspers
Billard Picto 2-white-l.svg
Dick Jaspers 01.JPG
Geburtstag 23. Juli 1965
Geburtsort St. Willebrord
Nationalität NiederlandeNiederlande Niederlande
Profi seit 1984
Erfolge
Wenn nicht anders ausgewiesen, beziehen
sich die Angaben auf die Disziplin „Dreiband“.
Bester ED: 5,625
(Dreiband-EM 2008, Florange, FrankreichFrankreich)
Bester GD: 2,942
(Dreiband-Weltcup2015, Guri Korea SudSüdkorea)
Höchstserie (HS): 26
(Niederländische Liga 2001, Haarlem NiederlandeNiederlande)
Weltmeisterschaften:
(2000, 2004, 2011)
Kontinentale Meisterschaften:
(2003, 2008, 2010, 2011)
Andere Turniere:
siehe Erfolge
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz: 1
Aktueller WRL-Platz: 4 (Stand: Mai 2016)[1]
Verein(e)
  • Van Donge en de Roo NiederlandeNiederlande
  • 1. BC Magdeburg DeutschlandDeutschland (seit Saison 2012/13)

Dick Jaspers, eigentlich Dingeman Jacobus Johannes Jaspers, (* 23. Juli 1965 in St. Willebrord, Niederlande) ist ein niederländischer Carambolagebillardspieler.[2]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dick Jaspers war mit Andrea Brücken verheiratet und hat mit ihr einen Sohn (René) und eine Tochter (Annet). Seit 2012 geschieden. Bereits in jungen Jahren kam er im Café seiner Eltern und Großeltern mit dem Billard in Kontakt. Seine Hobbys sind Musik hören, Lesen und Sport (regelmäßiges Wandern und Schwimmen). Zu seinen Eigenschaften gehören Ruhe und das athletische Spiel. Seit 1990 gehört er zur Weltelite des Carambolarsports. Er selbst sagt, zu seinen wichtigsten Momenten gehören neben den Geburten seiner Kinder, sein erster internationaler Titel 1990 und der erste WM-Gewinn 2000. Zu seinen größten Enttäuschungen gehören ein Ausscheiden in der ersten Runde und seine 5-Jahres-Strafe (s. unten). Zu seinen Lieblingsfilmen zählt Das Schweigen der Lämmer.[3]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1974 bis 1980 spielte er als Jugendlicher in der Freien Partie. Trainer waren die inzwischen verstorbenen André Gulickx aus Tilburg und der Belgier Tony Schrauwen, der viele Jahre sein Cheftrainer war.

In der Saison 1983/84 fing er im Dreiband mit einem GD von 0,700 an. 1987 begann Dick ernsthaft Dreiband zu spielen und bald konnte man bei ihm einen Fortschritt sehen, dies zeigte sich an seinem überdurchschnittlichen GD. Im Januar 1988 debütierte er in der NK-Ehrendivision mit einem dritten Platz und einem GD von 1,278. Nach dem vielversprechenden Debüt des Willebrorderers legte er sich dann komplett auf Dreiband fest da er für die anderen Spielarten eine düstere Zukunft sah. 1990 und 1991 gewann er jeweils den zweiten Platz bei den Dreiband-Europameisterschaften.[3]

Jaspers Karriere begann mit den ersten nationalen Titeln im Einband 1989 und im Dreiband 1990, auf den 1991 bereits der erste Sieg in einem Dreiband-Weltcup in Tokio folgte. Neben zahlreichen nationalen Titel im Dreiband und Einband, sowie mit der Mannschaft in der niederländischen Ehrendivision (spielstärkste Dreiband-Liga der Welt) ist er auch auf europäischer und Weltebene einer der derzeit erfolgreichsten Spieler. 1986 musste er sich entscheiden ob er eine professionelle Karriere als Dreibandspieler einschlägt und sich mit den Besten der Welt misst, was er dann auch tat.[3]

Die Zeit während der BWA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[3] Kurz zuvor wurde die BWA (Billiards Worldcup Accossiation) von dem deutschen Geschäftsmann Dr. Werner Bayer gegründet, dem Grundsteinleger des professionellen Billard. Jaspers hierzu:

„met de BWA heb ik toch een bijzondere relatie omdat deze bond daadwerkelijk opkwam voor de belangen van de spelers. De BWA toernooien blonken meestal uit in professionaliteit. Deze toernooien hebben het beste uit me gehaald en hierin heb ik mijn grootste successen behaald.“

„Mit der BWA habe ich eine besondere Beziehung, weil diese Vereinigung eigentlich die Interessen der Spieler verteidigt. Die BWA-Turnier glänzten im Allgemeinen durch ihre Professionalität. Diese Turniere haben das Beste aus mir gemacht und hier hatte ich meine größten Erfolge…“

1993 wurde Jasper von der CEB (Europäischer Billardverband) für den Zeitraum von fünf Jahren gesperrt. Grund hierfür war seine Teilnahme an einem BWA-Turnier ohne sich die Erlaubnis der CEB einzuholen. Die UMB (Weltverband des Carambolagebillards) trug diese Entscheidung mit und so durfte Jaspers während dieser Zeit an keiner WM und Weltcup teilnehmen. Diese Strafe betraf auch andere Weltklassespieler wie Ceulemans, Blomdahl und Saygıner.

„Wij hebben ons gewoon geconcentreerd op de BWA Wereldbeker en hoopten natuurlijk dat er zoveel mogelijk toernooien waren. Het was zeker een moeilijke tijd, altijd maar weer tegenwerking“

„Wir haben uns alle auf die BWA-WM konzentriert und hofften natürlich, dass es so viele Turniere wie möglich gab. Es war sicherlich eine schwierige Zeit, immer wieder gegen eine Zusammenarbeit“

1998 wurde der Streit zwischen der BWA und der UMB/CEB weitestgehend gelöst und Jaspers durfte wieder an Weltcups und Weltmeisterschaften teilnehmen. 2000 konnte er zum ersten Mal eine WM gewinnen.

„Niet gek, als je nagaat dat ik pas voor de 3e keer aan een WK deelnam.“

„Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass ich erst zum dritten Mal in einer WM teilnahm.“

Die Jahre von 2000 bis 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000 und 2004 wurde Jaspers Weltmeister im Dreiband und holte Silber bei den World Games 2005. Zudem ist er vierfacher Europameister im Dreiband (2003, 2008, 2010 und 2011) und konnte 2009 erstmals das AGIPI Billiard Masters im Finale gegen Torbjörn Blomdahl gewinnen, nachdem er 2008, bei der ersten Auflage des Turniers, noch gegen Blomdahl im Finale unterlag. Den Weltcup konnte er viermal als Gesamtsieger abschließen. Insgesamt war er 22 Mal Einzelsieger und 15 Mal Finalist. Nachdem er das Chrystal-Kelly-Turnier schon 1994 und 1997 gewinnen konnte schaffte er es in dieser Dekade noch weitere sechs Mal.

2009 gewann er zudem das Dreiband-Turnier auf den 8. World Games in Kaohsiung.

Saison 2011/12[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. Juli 2011 konnte Jaspers im Peruanischen Lima seine dritte WM nach 2000 und 2004 mit 3:2 gegen den Italiener Marco Zanetti gewinnen und entthronte Daniel Sánchez aus Spanien. Im koreanischen Suwon musste sich Jaspers im Achtelfinale des Weltcups dem deutlich besser spielenden Deutschen Martin Horn mit 0:3 geschlagen geben. Beim folgenden Weltcup in Wien am 2. Oktober unterlag er im Halbfinale dem Schweden Torbjörn Blomdahl knapp mit 2:3. Am 11. November schlug er seinen Landsmann Raimond Burgman im Finale des Elite Grand Prix vor heimischem Publikum in Zwaag knapp mit 50:48.

Saison 2012/13[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu einem außergewöhnlichen Einzelduell kam es vom 27.–30. Juni 2012 im spanischen Marxuquera bei dem Einladungsmatch „Die 2 Titanen des Dreiband Billards“ zwischen ihm als amtierenden Weltmeister (2011/12) und dem Belgier Frédéric Caudron (zu dem Zeitpunkt Weltranglistenerster) [4]. Eingeladen waren nur diese beiden Spieler. Die Partie war auf eine Distanz von 600 (!!) Punkten angesetzt, diese wurden in zehn Sessions zu je 60 Punkten gespielt. Die Shotclock war auf 40 Sekunden eingestellt, mit einer Verlängerung von 1× 40 Sekunden je Session [5]. Caudron bestimmte von Anfang an die Partie und konnte im Laufe des Matches seinen Vorsprung immer weiter ausbauen. Die beste Session war die siebte, in der Jaspers in nur 41 Minuten während 7 Aufnahmen 51 Punkte Caudrons hinnehmen musste und somit mehr als 100 Punkte zurücklag. Am Ende unterlag er dem Belgier 501:600. Der GD der Spieler betrug bei Caudron bei 2,190 und bei Jaspers 1,828, Jaspers erzielte jedoch mit 21 die Höchstserie. Er erhielt ein Preisgeld von 5.000 €, Caudron kassierte für den Sieg 10.000 €.[6][7]

Die größten Erfolge ab der Saison 2012/13 waren der Gewinn der Carambolage-Europameisterschaften 2015 im Team (zusammen mit Raimond Burgman) in Brandenburg/Havel, der Gewinn des Coupe d’Europe mit A.E.J./Dallinga aus den Niederlanden, der Sieg bei den Verhoeven Open 2015 in New York (USA) und der Sieg bei den Lausanne Billard Masters in Lausanne (SUI).

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[8]

  • Dreiband-Weltmeisterschaft: Sieger 2000, 2004, 2011Dritter 1991, 1999, 2002, 2006, 2007, 2013
  • Dreiband Team-WM: Sieger 1998, 1999, 2016Zweiter 1993, 2000, 2003, 2005, 2008, 2014Dritter 2003, 2006, 2007, 2010, 2011, 2015
  • World Games: Sieger 2009Zweiter 2001, 2005
  • Dreiband-Europameisterschaft: Sieger 2003, 2008, 2010, 2011Zweiter 1990 (Einband, Dreiband), 1991, 2005Dritter 1998, 2005, 2006, 2007, 2015
  • Masters Holland (Dreiband): Sieger 1990, 1991, 1993, 1994, 1995, 1997, 1998, 2000, 2001, 2002, 2005, 2006, 2009, 2010, 2012, 2014
  • Europameisterschaft Junioren: Sieger 1984, 1985 (Freie Partie), 1986 (Cadre 47/2)
  • Grand Prix: Sieger 2005
  • Holländische Meisterschaft: Sieger 2003, 2004 (Einband); 2002, 2003, 2005 (Dreiband)Zweiter 2006 (Einband)
  • Elite Grand Prix: Sieger 2011Dritter 2011 (2×)
  • Supercup: Sieger 2011
  • AGIPI Billard Masters: Sieger 2008, 2010Zweiter 2007
  • Crystal Kelly Turnier: Sieger 1994, 1999, 2001–2005, 2007Zweiter 1997, 1998, 2006Dritter 1996, 2008, 2010, 2011
  • Verhoeven Open 2015: Sieger 2015
  • Lausanne Billard Masters: Sieger 2015
  • Dreiband-Weltcup (Einzelsiege): Sieger 22×Zweiter 16×Dritter 17×
  • Dreiband-Weltcup (Gesamtsiege): Sieger 1997, 1999, 2008, 2010
  • Einladungsturnier in Scheveningen: Sieger 2003

Zu seinen persönlichen Bestleistungen im Dreiband zählen:

  • Weltrekord 2,942 in vier Partien beim Weltcup im September 2015 im südkoreanischen Guri.
  • Beste Dreibandpartie in Sätzen (45 Punkte in 8 Aufnahmen = 5,625 GD im Finale der EM 2008 in Florange (F))
  • bester Turnierdurchschnitt (GD) 2,942 (4 Partien über 40 Punkte) beim Dreiband-Weltcup im September 2015 in Guri.
  • beste Partie: 5,555 (50 Punkte in 9 Aufnahmen) gegen Francis Forton in der belgischen Dreibandliga (Saison 2014/15)
  • persönliche höchste Serie:
    • Offiziell: 26 (Niederländische Dreibandliga Safety Holland gegen Crystal Kelly in Haarlem Dezember 2001)
    • Inoffiziell: 34 (prolongiert: 13, 15, 6) Dreiband-EM 2008, Florange[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Weltrangliste Abgerufen am 23. Mai 2016
  2. Spielerprofil auf World Games 2013. Abgerufen am 28. Juli 2013.
  3. a b c d Eigene Biografie auf seiner offiziellen Homepage. Abgerufen am 7. Oktober 2012.
  4. Ankündigung: „Die 2 Titanen des Dreiband Billards“ auf Kozoom.com. Abgerufen am 6. Juli 2012.
  5. Regelwerk: „Die 2 Titanen des Dreiband Billards“ (PDF; 102 kB) auf Kozoom.com. Abgerufen am 6. Juli 2012.
  6. Turnierkommentar: „Die 2 Titanen des Dreiband Billards“ auf Kozoom.com. Abgerufen am 6. Juli 2012.
  7. Abschlusstabelle auf Kozoom.com. Abgerufen am 8. Juli 2012.
  8. Erfolgsstatistik auf Kozoom.com. Abgerufen am 7.Oktober 2012.
  9. Bert van Manen: And then there were three... BC De Deken, Januar 2013, archiviert vom Original am 19. November 2016, abgerufen am 19. November 2016 (englisch).