Dreetz (Brandenburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dreetz
Dreetz (Brandenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dreetz hervorgehoben
52.79972222222212.46666666666729Koordinaten: 52° 48′ N, 12° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Amt: Neustadt (Dosse)
Höhe: 29 m ü. NHN
Fläche: 64,75 km²
Einwohner: 1153 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16845
Vorwahl: 033970
Kfz-Kennzeichen: OPR, KY, NP, WK
Gemeindeschlüssel: 12 0 68 109
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Bahnhofstraße 6
16845 Neustadt (Dosse)
Webpräsenz: www.gemeinde-dreetz.de
Bürgermeister: Bernd Schindler (parteilos)
Lage der Gemeinde Dreetz im Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Wittstock/Dosse Heiligengrabe Rheinsberg Neuruppin Lindow (Mark) Vielitzsee Herzberg (Mark) Rüthnick Fehrbellin Kyritz Breddin Stüdenitz-Schönermark Zernitz-Lohm Neustadt (Dosse) Sieversdorf-Hohenofen Dreetz Walsleben Dabergotz Storbeck-Frankendorf Temnitzquell Temnitztal Märkisch Linden Wusterhausen/Dosse Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-VorpommernKarte
Über dieses Bild

Dreetz ist eine Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten]

Dreetz liegt zwischen Neustadt (Dosse) und Friesack im Naturschutzgebiet Dreetzer See. Die Gemeinde gehört zum Amt Neustadt (Dosse) mit Sitz in der gleichnamigen Stadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet untergliedert sich in die bewohnten Gemeinde-/Ortsteile:

Außerdem gehören zur Gemeinde die Wohnplätze:

  • Baselitz
  • Blumenaue
  • Böhls Plan
  • Fischershof
  • Koseshof
  • Lüttgendreetz
  • Mühlenland
  • Schäferberg
  • Schulsiedlung
  • Sterns Plan
  • Treuhorst
  • Waldsiedlung
  • Webers Plan
  • Wolfs Plan
  • Zietensaue

Geschichte[Bearbeiten]

  • ca. 600: Die Gründung und Besiedlung des am Dreetzer See gelegenen Lutken Dretze („Klein Dreetz“) durch slawische Stämme vollzieht sich wahrscheinlich nach der Völkerwanderung,
  • ca. 1150: Unter Albrecht dem Bären wird vermutlich neben Lutken Dretze das lang gezogene Straßen-/Angerdorf „Groten Dretze“ („Groß Dreetz“) angelegt. Beide Dreetze gehören zum Land Wusterhausen, das eine zur Prignitz gehörende selbständige Herrschaft der Herren von Plotho war (Schreibweisen: v. Ploto, v. Plote, v. Plothos, de Plove. v. Plate).
  • ca. 1290: Dreetz fällt unter die Landesherrschaft des Markgrafen von Brandenburg.
  • 6. Juni 1337: Erste urkundliche Erwähnung von Dreetz. Die Gebrüder Heinrich und Jordan von Kröcher erhalten vom Markgrafen Ludwig I., dem Brandenburger die beiden Dörfer Dreetz und das Dorf Lohm samt der Gerichtsherrschaft und dem Kirchenpatronat, den Diensten und Abgaben der Bauern ... und weiterer Privilegien.
  • 1349: Dreetz gerät unter die Landesherrschaft der Grafen von Lindow-Ruppin.
  • ca. 1400 bis 1500: Aufgabe von Lüttgen Dreetz.
  • 1524: Nach dem Aussterben der Grafen von Lindow-Ruppin kamen Dreetz und Neuruppin als erledigtes Lehen unter die Landesherrschaft von Brandenburg bzw. an den Kurfürst Joachim I.
  • 1601 bis 1705: Ursprünglich gab es im Raum Dreetz fünf Rittergüter. Die Güter werden sukzessiv verkauft.
  • 1601: David von Lüderitz erwirbt von Ernst von Kröcher dessen Dreetzer Gut.
  • 1624: David von Lüderitz kauft einen weiteren Teil von Dreetz. Andere Teile gehen an die Adelsfamilien von Maltitz und von Lochow über.
  • 1679: Der Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg erwirbt von der Adelsfamilie von Lüderitz eines der Dreetzer Güter.
  • 1694: Friedrich von Hessen-Homburg tauscht seine Domäne Neustadt an der Dosse gegen das Gut Öbisfelde im Magdeburgischen. Der Tauschpartner ist König Friedrich I. Das Dreetzer Gut des Prinzen von Homburg geht als landesherrliches Schatullengut an den Landesherrn.
  • 1705: König Friedrich I. erwirbt auch noch die Dreetzschen Güter derer von Maltizsche und derer von Lüderitz.
  • 1773: König Friedrich II. ordnet die Entwässerung und Besiedlung des Rhinluchs und des Dossebruchs an. Nach der Eindeichung von Rhin und Dosse werden die Koloniedörfer und Weiler Bartschendorf, Baselitz, Blumenaue, Fischershof, Giesenhorst, Michaelisbruch, Siegrothsbruch, Webersplan, Wilhelminenaue, Wolfsplan und Ziethensau auf Dreetzer Grund besiedelt. Im gleichen Jahr wird die Dreetzer Wassermühle beseitigt.
  • 1774: Das Amtsvorwerk Dreetz entsteht aus den fünf ursprünglichen Rittergütern: Friedrich II. erwirbt den Anteil derer von Lochow und den letzten Anteil derer von Kröchern durch Tausch mit Blankenberg, so dass von 1774 ab Dreetz ganz im Besitz des Landesherrn ist. Verlegung des Amtssitzes von Neustadt an der Dosse nach Dreetz.
  • 1777: Clausius wird Landesherrlicher Beamter in Dreetz.
  • 1791: Krause wird Landesherrlicher Beamter in Dreetz.
  • 1800 bis 1900: Staatsdomäne, Amtsvorwerk, Brennerei, Brauerei. Viele Handwerker lassen sich in Dreetz nieder, um Gut, Landarbeiter und Bauern zu versorgen.
  • 1806: Amtsrath Ferdinand Cochius wird Landesherrlicher Beamter in Dreetz.
  • 1806–1813: Die Franzosen besetzen Dreetz und zerstören angeblich mehrere Gebäude durch Brand.
  • 1840: Oberamtmann Wilhelm Cochius (Sohn des Vorgängers) wird Landesherrlicher Beamter in Dreetz.
  • 1846: Oberamtmann Friedrich Cochius (Bruder des Vorgängers) wird Landesherrlicher Beamter in Dreetz.
  • 1847: Dreetz brennt bis auf wenige Gebäude komplett nieder. Der Wiederaufbau verändert das Gesamtbild des Dorfes. Zeigten früher die Giebel der Gebäude zur Straßenseite, werden nun Gebäude errichtet, die mit der langen Seite zur Hauptstraße zeigen. Dadurch können weniger Gebäude an der Hauptstraße entlang gebaut werden. Viele ehemalige Dreetzer werden daher „ausgeplant“ bzw. errichten Aussiedler-Höfe in Nähe von Dreetz (z. B. Sterns-Plan).
  • ca. 1940–45: Ein Rüstungswerk der Deutschen Sprengchemie GmbH wird in der Nähe von Dreetz errichtet. Dessen Produktion fordert zahlreiche Opfer unter den polnischen, sowjetischen und serbischen Zwangsarbeitern.
  • 1945: Alliierte Kampfflugzeuge beschießen einen bei Dreetz, Blockstelle Segeletz abgestellten Zug, wodurch 186 KZ-Häftlinge getötet werden.
  • 1952: Dreetz wird dem Prignitzkreis Kyritz zugeordnet.
  • 1953: Gründung einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (daraus: LPG Tier- und LPG-Pflanzenproduktion Dreetz).

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1973 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Michaelisbruch eingegliedert. Am 1. Januar 1977 folgte Bartschendorf.[2] Giesenhorst kam am 31. Dezember 1997 hinzu.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1553
1890 1457
1910 1231
1925 1193
1933 1246
1939 1439
1946 1682
1950 1900
1964 1568
1971 1456
Jahr Einwohner
1981 1402
1985 1374
1989 1329
1990 1282
1991 1248
1992 1223
1993 1204
1994 1199
1995 1178
1996 1166
Jahr Einwohner
1997 1284
1998 1292
1999 1284
2000 1278
2001 1263
2002 1256
2003 1254
2004 1261
2005 1261
2006 1240
Jahr Einwohner
2007 1226
2008 1225
2009 1230
2010 1206
2011 1147
2012 1157
2013 1162
2014 1153

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[4][5], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung Dreetz besteht aus 8 Gemeindevertretern und dem Bürgermeister Bernd Schindler.

  • Förderverein Dreetz: 5 Sitze (Kerstin Fabisch, Karl-Heinz Hans, Andreas Kopper, Martin Petras, Carsten Schmidt)
  • Bürgergruppe Dreetz: 2 Sitze (Gernot Elftmann, Ulf Simon)
  • Die Linke: 1 Sitz (René Schmidt)

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[6][7]

Wappen Dreetz (Brandenburg).png

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 18. Juni 1997 genehmigt.

Blasonierung: „In Gold unter blauem Wellenschildhaupt ein laufender, rot-gezungter, blau-geschwänzter schwarzer Biber über grünem Astwerk.“[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Dreetz (Brandenburg) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

Um 1850 wurde in Dreetz die Leiche eines getöteten französischen Soldaten aus der Zeit der Freiheitskriege entdeckt; dies inspirierte Theodor Fontane zu seiner Kriminal-Novelle "Unterm Birnbaum".

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Hofbesitzer in den Dörfern des Landes Ruppin 1491 bis 1700, von Joh. Schultze 1937.
  • Die Herrschaft Ruppin und ihre Bevölkerung nach dem 30jähr. Krieg, von Joh. Schultze 1925.
  • Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Band 1: Die Grafschaft Ruppin von Theodor Fontane

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2014 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 52 und 53.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Ostprignitz-Ruppin. S. 14–17
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  6. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  7. http://session.neustadt-dosse.de/bi/vo0050.php?__kvonr=1541&PHPSESSID=2e30788cec3e1f0533b4b878a18c5520
  8. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dreetz (Brandenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien