Lindow (Mark)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lindow (Mark)
Lindow (Mark)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lindow (Mark) hervorgehoben
Koordinaten: 52° 58′ N, 12° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Amt: Lindow (Mark)
Höhe: 41 m ü. NHN
Fläche: 65,46 km2
Einwohner: 2966 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16835
Vorwahl: 033933
Kfz-Kennzeichen: OPR, KY, NP, WK
Gemeindeschlüssel: 12 0 68 280
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Straße des Friedens 20
16835 Lindow (Mark)
Webpräsenz: www.amt-lindow-mark.de
Bürgermeister: Heidrun Otto (CDU)
Lage der Stadt Lindow (Mark) im Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Wittstock/Dosse Heiligengrabe Rheinsberg Neuruppin Lindow (Mark) Vielitzsee Herzberg (Mark) Rüthnick Fehrbellin Kyritz Breddin Stüdenitz-Schönermark Zernitz-Lohm Neustadt (Dosse) Sieversdorf-Hohenofen Dreetz Walsleben Dabergotz Storbeck-Frankendorf Temnitzquell Temnitztal Märkisch Linden Wusterhausen/Dosse Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-VorpommernKarte
Über dieses Bild

Lindow (Mark) ist eine Stadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg (Deutschland). Sie ist Sitz des Amtes Lindow (Mark).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt ca. 60 km nördlich von Berlin an der Deutschen Tonstraße im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land inmitten von Kiefern- und Mischwäldern auf einer Landbrücke, umgeben von drei Seen: dem Wutzsee, dem Gudelacksee und dem Vielitzsee.

Schönberg (Mark), Kirche
Lindow (Mark), Marktplatz und Straße des Friedens

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt gehören folgende Ortsteile und Wohnplätze:[2]

Ortsteile

Banzendorf, Hindenberg, Keller, Klosterheide, Schönberg (Mark)[3]

Wohnplätze

Birkenfelde, Dampfmühle, Grünhof, Gühlen, Kramnitz, Kramnitzmühle, Rosenhof, Rudershof, Siedlung Werbellinsee, Sportschule Lindow, Wilhelmshöhe

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 13. Jahrhundert wurde Lindow Sitz des Klosters Lindow, eines Nonnenklosters der Zisterzienserinnen oder Prämonstratenserinnen. Dies lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen, da die Akten in der Reformationszeit untergegangen sind. Gründer waren die Grafen von Lindow-Ruppin als Besitzer der Herrschaft Ruppin. Das Kloster war umgeben von mehreren kleinen Dörfern, welche zu dieser Zeit zum Besitz des Klosters gehörten. Nach der Reformation und späteren Zerstörung der Kirche wurden die verbleibenden Gebäude ein evangelisches Stift für adlige unversorgte Damen; die letzten Stiftsinsassinnen starben in den 1960er Jahren. Der Friedhof der Stiftsdamen liegt neben der Kirchenruine.

Vier Kilometer entfernt von Lindow liegt das ehemalige Kirchdorf Gühlen, heute Teil von Lindow.

Im Ortsteil Klosterheide betrieb die SS-Organisation Lebensborn vom September 1937 bis Ende 1944 das Lebensbornheim Kurmark.[4][5]

Am 4. August 1952 stürzte ein sowjetisches Militärflugzeug auf der „Amtsfreiheit“, einem Platz im Stadtgebiet von Lindow, ab. Dabei kamen sowohl die beiden Insassen (Pilot und Waffensystemoffizier) als auch ein Einwohner Lindows ums Leben.[6]

Nach der Wende 1989 zog sich das ehemalige Staatsoberhaupt der DDR Erich Honecker für einige Tage in ein Regierungsheim in der Nähe der Stadt zurück, bis ihn Bürgerproteste zum Auszug zwangen.[7][8]

Seit 1998 ist Lindow (Mark) ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Banzendorf, Keller und Klosterheide wurden am 31. Dezember 2001 nach Lindow eingegliedert; Hindenberg und Schönberg (Mark) kamen am 26. Oktober 2003 hinzu.[9]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 984
1890 1 933
1910 1 649
1925 1 923
1933 2 131
1939 2 248
1946 3 414
1950 2 887
1964 2 517
1971 2 807
Jahr Einwohner
1981 2 716
1985 2 705
1989 2 655
1990 2 585
1991 2 515
1992 2 489
1993 2 473
1994 2 490
1995 2 483
1996 2 503
Jahr Einwohner
1997 2 513
1998 2 565
1999 2 582
2000 2 606
2001 3 104
2002 3 068
2003 3 386
2004 3 309
2005 3 276
2006 3 243
Jahr Einwohner
2007 3 194
2008 3 159
2009 3 102
2010 3 097
2011 3 075
2012 3 047
2013 3 038
2014 2 991
2015 2 966

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[10][11] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 48,8 %
 %
40
30
20
10
0
32,7 %
22,5 %
22,0 %
9,6 %
8,5 %
3,3 %
1,3 %
LLb
Sonst.
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Lindow Land

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Lindow besteht aus 16 Stadtverordneten und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[12]

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidrun Otto (CDU) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 60,5 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[13] gewählt.[14]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Stadt wurde am 29. März 2001 genehmigt

Das Lindower Wappen zeigt als Symbol einen bewurzelten grünen Lindenbaum mit goldenem Hintergrund. Am Stamm des Baumes lehnt ein kleiner roter Schild, in dem sich ein goldbewehrter silberner Adler ausbreitet. Der Schild mit dem Adler ist das Familienwappen der Stadtgründer, der Grafen von Lindow-Ruppin.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1967 besteht eine Partnerschaft mit der Stadt Harfleur aus der Normandie in Frankreich. Der heutige Lindower Ortsteil Banzendorf pflegt seit 2001 eine Partnerschaft mit Jemiołów aus Polen. Im Jahre 2010 wurde die Partnerschaft mit Březnice in Tschechien geschlossen.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus Lindow

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kloster Lindow, von dem 1230 gegründeten Zisterzienserinnenklosters am Ufer des Wutzsees sind nach der Zerstörung im 17. Jahrhundert noch einige Bauteile im ruinösen Zustand erhalten
  • Evangelische Pfarrkirche, ein barocker Saalbau, der von 1751 bis 1755 erbaut wurde, sehenswert sind Orgel und Kanzelaltar aus der Erbauungszeit
  • Katholische Kirche St. Joseph von 1931
  • Rathaus, klassizistischer Bau von 1809
  • Klostermühle
  • Rotes Schloss
  • Puppenhaus

Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Findling auf dem Friedhof an der Neuen Straße zum Gedenken an sechs Opfer des Todesmarsches von KZ-Häftlingen im April 1945
  • Jüdischer Friedhof in der Harnackstraße in Höhe des Stadtparks, angelegt 1824, hat die NS-Zeit unbeschadet überdauert und wurde 1988 restauriert
  • Denkmal im Stadtpark für die Opfer der Kriege und die Opfer des Faschismus
  • Stolpersteine für ermordete jüdische Mitbürger[15]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schlittenhunderennen in der Sportschule Lindow am zweiten Märzwochenende (seit 1992)
  • „Literatur & Musik“ in der Klosterruine am ersten Sonntag im September
  • Wutzseelauf veranstaltet von der Sportschule Lindow immer Anfang Juni (seit. 2004).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lindow liegt an der Landesstraße 19 zwischen Rheinsberg und Kremmen.

Der Bahnhof Lindow (Mark) liegt an der Regionalbahnlinie RB 54 Löwenberg–Rheinsberg. Im Sommerhalbjahr verkehren von Lindow mehrere Züge nach Rheinsberg und Löwenberg (Mark), einige fahren direkt bis nach Berlin.

Die Buslinie 764 verkehrt werktags meist im Stundentakt nach Neuruppin und Rheinsberg.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staatliche Schulen
  • Drei-Seen-Schule
Schulen in freier Trägerschaft

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volleyball-Männermannschaft des SV Lindow-Gransee spielt in der Saison 2016/17 in der 2. Volleyball-Bundesliga Nord.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lindow (Mark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung / Kommunen / Landkreis Ostprignitz-Ruppin / Amt Lindow (Mark) / Stadt Lindow (Mark)
  3. Änderung des Namens der Gemeinde Schönberg, Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 22. September 2000, Amtsblatt für Brandenburg, Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 11. Jahrgang, Nummer 42, Potsdam, den 25. Oktober 2000, S. 919 (wurde geändert in Schönberg (Mark)), PDF
  4. Die Heime des „Lebensborn“. Lebensspuren e. V., abgerufen am 17. Mai 2012.
  5. Volker Koop: Dem Führer ein Kind schenken. Die SS-Organisation Lebensborn e.V. Böhlau, 2007, ISBN 978-3-412-21606-1 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Christian Schoenberg: Qualmwolke über der Amtsfreiheit. In: Ruppiner Anzeiger vom 17. August 2012
  7. Erhard Kleps: Chronik September 1989 – März 1990. Abgerufen am 17. Mai 2012.
  8. Thomas Kunze: Staatschef a. D. Die letzten Jahre des Erich Honecker. Links Verlag, 2001, ISBN 978-3-86153-247-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe die entsprechenden Jahre
  10. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Ostprignitz-Ruppin. S. 18–21
  11. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  12. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  13. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  14. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  15. Peter Tresp: Stolpersteine. Touristinformation der Stadt Lindow/Mark, abgerufen am 17. Mai 2012.