Lindow (Mark)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lindow (Mark)
Lindow (Mark)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lindow (Mark) hervorgehoben
52.96666666666712.98333333333341Koordinaten: 52° 58′ N, 12° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Amt: Lindow (Mark)
Höhe: 41 m ü. NHN
Fläche: 65,46 km²
Einwohner: 2991 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16835
Vorwahl: 033933
Kfz-Kennzeichen: OPR, KY, NP, WK
Gemeindeschlüssel: 12 0 68 280
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Straße des Friedens 20
16835 Lindow (Mark)
Webpräsenz: www.amt-lindow-mark.de
Bürgermeister: Heidrun Otto (CDU)
Lage der Stadt Lindow (Mark) im Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Wittstock/Dosse Heiligengrabe Rheinsberg Neuruppin Lindow (Mark) Vielitzsee Herzberg (Mark) Rüthnick Fehrbellin Kyritz Breddin Stüdenitz-Schönermark Zernitz-Lohm Neustadt (Dosse) Sieversdorf-Hohenofen Dreetz Walsleben Dabergotz Storbeck-Frankendorf Temnitzquell Temnitztal Märkisch Linden Wusterhausen/Dosse Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-VorpommernKarte
Über dieses Bild

Lindow (Mark) ist eine Stadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg (Deutschland) und bildet zusammen mit den Gemeinden Herzberg (Mark), Rüthnick und Vielitzsee das Amt Lindow (Mark).

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt ca. 60 km nördlich von Berlin an der Deutschen Tonstraße im Naturpark Stechlin - Ruppiner Land inmitten von Kiefern- und Mischwäldern auf einer Landbrücke, umgeben von drei Seen: dem Wutzsee, dem Gudelacksee und dem Vielitzsee.

Kirche in Schönberg (Mark)

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt gehören folgende Ortsteile sowie Wohnplätze und sonstige Siedlungsgebiete:[2]

Ortsteile[Bearbeiten]

Banzendorf, Hindenberg, Keller, Klosterheide, Schönberg (Mark)[3]

Wohnplätze und sonstige Siedlungsgebiete[Bearbeiten]

Birkenfelde, Dampfmühle, Grünhof, Gühlen, Kramnitz, Kramnitzmühle, Rosenhof, Rudershof, Siedlung Werbellinsee, Sportschule Lindow, Wilhelmshöhe

Geschichte[Bearbeiten]

Im 13. Jahrhundert wurde Lindow Sitz des Klosters Lindow, eines Nonnenklosters der Zisterzienserinnen oder Prämonstratenserinnen. Dies lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen, da die Akten in der Reformationszeit untergegangen sind. Gründer waren die ersten deutschen Herrscher des Ruppiner Landes, die Grafen von Arnstein (spätere Grafen von Lindow-Ruppin). Das Kloster war umgeben von mehreren kleinen Dörfern, welche zu dieser Zeit zum Besitz des Klosters gehörten. Nach der Reformation und späterer Zerstörung der Kirche wurden die verbleibenden Gebäude ein evangelisches Stift für adlige unversorgte Damen; die letzten Stiftsinsassinnen starben in den 1960er Jahren. Der Friedhof der Stiftsdamen liegt neben der Kirchenruine.

Nur vier Kilometer entfernt von Lindow liegt das ehemalige Kirchdorf Gühlen, heute Teil von Lindow.

Im Ortsteil Klosterheide betrieb die SS-Organisation Lebensborn vom September 1937 bis Ende 1944 das Lebensbornheim Kurmark.[4][5]

Am 4. August 1952 stürzte ein sowjetisches Militärflugzeug auf der „Amtsfreiheit“, einem Platz im Stadtgebiet von Lindow, ab. Dabei kamen sowohl die beiden Insassen (Pilot und Waffensystemoffizier) als auch ein Einwohner Lindows ums Leben.[6]

Nach dem Zusammenbruch der SED-Diktatur in der DDR im Jahr 1989 zog sich ihr ehemaliges Staatsoberhaupt Erich Honecker für einige Tage in ein Regierungsheim in der Nähe der Stadt zurück, bis ihn Bürgerproteste zum Auszug zwangen.[7][8]

Seit 1998 ist Lindow (Mark) ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Banzendorf, Keller und Klosterheide wurden am 31. Dezember 2001 nach Lindow eingegliedert; Hindenberg und Schönberg (Mark) kamen am 26. Oktober 2003 hinzu.[9]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 984
1890 1 933
1910 1 649
1925 1 923
1933 2 131
1939 2 248
1946 3 414
1950 2 887
1964 2 517
1971 2 807
Jahr Einwohner
1981 2 716
1985 2 705
1989 2 655
1990 2 585
1991 2 515
1992 2 489
1993 2 473
1994 2 490
1995 2 483
1996 2 503
Jahr Einwohner
1997 2 513
1998 2 565
1999 2 582
2000 2 606
2001 3 104
2002 3 068
2003 3 386
2004 3 309
2005 3 276
2006 3 243
Jahr Einwohner
2007 3 194
2008 3 159
2009 3 102
2010 3 097
2011 3 075
2012 3 047
2013 3 038
2014 2 991

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[10][11], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 48,8 %
 %
40
30
20
10
0
32,7 %
22,5 %
22,0 %
9,6 %
8,5 %
3,3 %
1,3 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Lindow Land
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Lindow besteht aus 16 Stadtverordneten, die sich seit der Kommunalwahl 2014 folgendermaßen zusammensetzen:[12]

Bürgermeisterin[Bearbeiten]

Heidrun Otto (CDU) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 60,5 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.[13]

Wappen[Bearbeiten]

Das Lindower Wappen zeigt als Symbol einen bewurzelten grünen Lindenbaum mit goldenem Hintergrund. Am Stamm des Baumes lehnt ein kleiner roter Schild, in dem sich ein goldbewehrter silberner Adler ausbreitet. Der Schild mit dem Adler ist das Familienwappen der Stadtgründer, der Grafen von Lindow-Ruppin.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1967 besteht eine Partnerschaft mit der Stadt Harfleur aus der Normandie in Frankreich. Der heutige Lindower Ortsteil Banzendorf pflegt seit 2001 eine Partnerschaft mit Jemiołów aus Polen. Im Jahre 2010 wurde die Partnerschaft mit Březnice in Tschechien geschlossen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rathaus Lindow

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Kloster Lindow, von dem 1230 gegründeten Zisterzienserinnenklosters am Ufer des Wutzsees sind nach der Zerstörung im 17. Jahrhundert noch einige Bauteile im ruinösen Zustand erhalten
  • Evangelische Pfarrkirche, ein barocker Saalbau, der von 1751 bis 1755 erbaut wurde, sehenswert sind Orgel und Kanzelaltar aus der Erbauungszeit
  • Katholische Kirche St. Joseph von 1931
  • Rathaus, klassizistischer Bau von 1809
  • Klostermühle
  • Rotes Schloss
  • Puppenhaus

Denkmale[Bearbeiten]

  • Findling auf dem Friedhof an der Neuen Straße zum Gedenken an sechs Opfer des Todesmarsches von KZ-Häftlingen im April 1945
  • Jüdischer Friedhof in der Harnackstraße in Höhe des Stadtparks, angelegt 1824, hat die NS-Zeit unbeschadet überdauert und wurde 1988 restauriert
  • Denkmal im Stadtpark für die Opfer der Kriege und die Opfer des Faschismus
  • Stolpersteine für ermordete jüdische Mitbürger[14]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Schlittenhunderennen in der Sportschule Lindow am zweiten Märzwochenende (seit 1992)
  • „Literatur & Musik“ in der Klosterruine am ersten Sonntag im September

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Lindow liegt an der Regionalbahnstrecke Löwenberg–Rheinsberg. Im Sommerhalbjahr verkehrem vom Bahnhof Lindow (Mark) mehrere Züge nach Löwenberg (Mark), einige fahren direkt bis nach Berlin.

Nach Neuruppin verkehrt eine werktags meist im Stundentakt fahrende Buslinie.

Schulen[Bearbeiten]

Staatliche Schulen[Bearbeiten]

  • Drei-Seen-Schule

Schulen in freier Trägerschaft[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Lindow ist Sitz des Amtes Lindow (Mark).

Sport[Bearbeiten]

Die Volleyball-Männer des SV Lindow/Gransee spielen in der Saison 2013/2014 in der 2. Volleyball-Bundesliga.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lindow (Mark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2014 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung / Kommunen / Landkreis Ostprignitz-Ruppin / Amt Lindow (Mark) / Stadt Lindow (Mark)
  3. Änderung des Namens der Gemeinde Schönberg, Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 22. September 2000, Amtsblatt für Brandenburg, Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 11. Jahrgang, Nummer 42, Potsdam, den 25. Oktober 2000, S. 919 (wurde geändert in Schönberg (Mark)), PDF
  4. Die Heime des „Lebensborn“. Lebensspuren e. V., abgerufen am 17. Mai 2012.
  5.  Volker Koop: Dem Führer ein Kind schenken. Die SS-Organisation Lebensborn e.V.. Böhlau, 2007, ISBN 978-3412216061 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Christian Schoenberg: Qualmwolke über der Amtsfreiheit. In: Ruppiner Anzeiger vom 17. August 2012
  7. Erhard Kleps: Chronik September 1989 – März 1990. Abgerufen am 17. Mai 2012.
  8.  Thomas Kunze: Staatschef a. D.. Die letzten Jahre des Erich Honecker. Links Verlag, 2001, ISBN 978-3861532477 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe die entsprechenden Jahre
  10. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Ostprignitz-Ruppin. S. 18–21
  11. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  12. Wahlergebnis auf der Seite der Gemeinde zuletzt abgerufen am 26. Oktober 2014
  13. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  14. Peter Tresp: Stolpersteine. Touristinformation der Stadt Lindow/Mark, abgerufen am 17. Mai 2012.