Heiligengrabe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heiligengrabe
Heiligengrabe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heiligengrabe hervorgehoben
Koordinaten: 53° 9′ N, 12° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 207,64 km2
Einwohner: 4441 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16909
Vorwahl: 033962
Kfz-Kennzeichen: OPR, KY, NP, WK
Gemeindeschlüssel: 12 0 68 181
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Birkenwäldchen 1a
16909 Heiligengrabe
Webpräsenz: www.heiligengrabe.de
Bürgermeister: Holger Kippenhahn (WG Heiligengraber Land)
Lage der Gemeinde Heiligengrabe im Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Wittstock/DosseHeiligengrabeRheinsbergNeuruppinLindow (Mark)VielitzseeHerzberg (Mark)RüthnickFehrbellinKyritzBreddinStüdenitz-SchönermarkZernitz-LohmNeustadt (Dosse)Sieversdorf-HohenofenDreetzWalslebenDabergotzStorbeck-FrankendorfTemnitzquellTemnitztalMärkisch LindenWusterhausen/DosseSachsen-AnhaltMecklenburg-VorpommernMecklenburg-VorpommernMecklenburg-VorpommernMecklenburg-VorpommernKarte
Über dieses Bild

Heiligengrabe ist eine Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Osten der Prignitz, unmittelbar an der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Mit einer Fläche von 206,31 km² gehört sie zu den flächengrößten Gemeinden Deutschlands.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rundling Jabel
Rundling Glienicke

Zur Gemeinde Heiligengrabe gehören folgende Ortsteile, bewohnte Gemeindeteile und Wohnplätze[2]:

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blandikow, Blesendorf, Blumenthal, Grabow bei Blumenthal, Heiligengrabe, Herzsprung, Jabel, Königsberg, Liebenthal, Maulbeerwalde, Papenbruch, Rosenwinkel, Wernikow, Zaatzke

Bewohnte Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dahlhausen, Glienicke, Horst

Wohnplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buchhorst, Friesenhof, Ganzow, Hoheheide, Kattenstiegmühle, Kuckucksmühle, Natteheide, Techow, Volkwig, Waldhof, Wernikow Ausbau, Wüsten-Barenthin

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Zu DDR-Zeiten bestand im Ort ein FDJ-Ferienlager.

Am 26. Oktober 2003 wurden die Orte Blandikow, Blesendorf, Blumenthal, Grabow bei Blumenthal, Jabel, Liebenthal, Maulbeerwalde, Papenbruch, Rosenwinkel, Wernikow und Zaatzke nach Heiligengrabe eingemeindet.[3] Am 31. Dezember 2004 kamen Herzsprung und Königsberg, die sich gerichtlich erfolgreich gegen eine Eingemeindung nach Wittstock/Dosse gewehrt haben, hinzu.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 323
1890 285
1910 305
1925 377
1933 843
1939 829
1946 1 132
1950 1 313
1964 1 088
1971 1 015
Jahr Einwohner
1981 994
1985 981
1989 1 025
1990 1 019
1991 987
1992 967
1993 975
1994 954
1995 934
1996 923
Jahr Einwohner
1997 959
1998 983
1999 971
2000 945
2001 927
2002 929
2003 4 638
2004 5 190
2005 5 087
2006 5 046
Jahr Einwohner
2007 4 968
2008 4 862
2009 4 756
2010 4 693
2011 4 603
2012 4 510
2013 4 505
2014 4 480
2015 4 441

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[4][5] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Heiligengrabe besteht seit der Kommunalwahl vom 14. September 2014 aus 16 Gemeindevertretern[6] und dem hauptamtlichen Bürgermeister:

Partei/Gruppierung Sitze
Wählergemeinschaft Heiligengraber Land 6
Bürgerliste Blumenthal-Grabow-Rosenwinkel 4
Alternative Wählergruppe Gemeinde Heiligengrabe 2
Die Linke 1
Freie Wählergemeinschaft Prignitz-Ruppin e.V. 1
Wählergruppe Lebens(t)raum Dorf zwischen Jäglitz und Glinze 1
Einzelbewerber Wolfram Hlouschek 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holger Kippenhahn wurde in der Bürgermeisterwahl am 15. März 2015 mit 56,3 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 5. September 2006 genehmigt.

Blasonierung:

„In Grün über einer silbernen Spitze zum Schildhaupt, belegt mit einem gemauerten roten Treppengiebel, in dessen rundem Mauerdurchbruch ein rotes Jerusalemkreuz schwebt, oben rechts ein silbernes Steingrab und oben links schräggekreuzt silbern eine Axt und ein Hammer.“

Das Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg[8]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde ist Fahrenbach in Baden-Württemberg.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloster Heiligengrabe

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster Stift zum Heiligengrabe aus dem 13. Jahrhundert gilt als besterhaltene Klosteranlage in Brandenburg und ist seit 1998 als Denkmal nationaler Bedeutung eingestuft. Es erfuhr unter Kaiser Wilhelm II. besondere Förderung, unter anderem wurde die Grabkapelle neugotisch ausgemalt, und der Kaiser stiftete ein großes farbiges Kirchenfenster. Dieses Kaiser-Fenster stammt vom Kirchenmaler und Mosaizisten August Oetken. Es zeigt die Äbtissin Adolphine von Rohr und den Kaiser bei der Übergabe des vom letzteren neugestifteten prunkvollen Äbtissinnen-Stabes.

Im Ortsteil Jabel steht eine Dorfkirche im Stil der preußischen Landbauschule mit einer bemerkenswerten Bohlenbinderkonstruktion.

Im Ortsteil Blumenthal befindet sich der von 2003 bis 2004 erbaute Aussichtsturm Blumenthal. Er ist der höchste Holzaussichtsturm in Deutschland.

In Blumenthal-Horst befindet sich auf dem Gelände des Gutes Burghof der ruinöse Nordflügel und ein polygonaler Treppenturm des um 1534 erbauten Renaissanceschlosses, das seit dem 17. Jahrhundert verfiel. Erhalten ist das 1752 erbaute barocke Gutshaus, das restaurierte Inspektorenhaus sowie Reste des um 1860 entstandenen Landschaftsparks. Im Inneren der 1688 erbauten Gutskapelle befindet sich das Grabmal des im Alter von fünf Jahren verstorbenen Hans Carl Montang von Blumenthal, ein Werk Johann Gottfried Schadows von 1794. Die Gebäude der in den 1950er Jahren errichteten Landwirtschaftsschule werden teilweise vom Gut Burghof genutzt. Der „Förderverein Burgbau im Landschaftspark zu Horst e. V.“ bemüht sich um den Erhalt des aus fünf Jahrhunderten stammenden Ensembles.

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gedenktafel für die Opfer des Todesmarsches von KZ-Häftlingen an der Gabelung Dorfstraße/Fretzdorfer Straße im Ortsteil Herzsprung
  • Gedenkstein für antifaschistische Widerstandskämpfer (Sammelgräber für zehn und sieben Häftlinge des KZ Sachsenhausen) auf dem Friedhof im Ortsteil Herzsprung
  • Gedenkstein von 1985 auf dem Friedhof von Herzsprung für drei alliierte Fallschirmspringer, die nach dem Abschuss ihres Flugzeugs in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges von Volkssturmmännern erschossen wurden.

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dreibrüdereiche mit einem Brusthöhenumfang von 8,83 m (2016).[9]
  • Eiche an der Alten Schäferei mit einem Brusthöhenumfang von 7,31 m (2016).[9]
  • Eiche am Feld mit einem Brusthöhenumfang von 7,48 m (2016).[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiligengrabe liegt an der Bundesstraße 189 zwischen Pritzwalk und Wittstock. Auch die Landesstraßen L 144 (BlumenthalHerzsprung) und L 145 (Kolrep–Wittstock) führen über das Gemeindegebiet. Die nächstgelegenen Autobahnanschlussstellen sind Pritzwalk und Herzsprung an der A 24 (Hamburg–Berlin).

In Heiligengrabe und Liebenthal hält die Regional-Express-Linie RE 6 (Prignitz-Express, WittenbergeBerlin Gesundbrunnen) der DB Regio. In den Ortsteilen Rosenwinkel und Blumenthal gibt es Haltepunkte an der Bahnstrecke Pritzwalk–Neustadt (Dosse), die zwei- bis dreimal täglich von der Regionalbahnlinie RB 73 der Hanseatischen Eisenbahn (HANS) bedient wird.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heiligengrabe gibt es drei Grundschulen und eine Oberschule:[10]

Staatliche Schulen
  • Nadelbach-Grundschule
  • Grundschule Blumenthal
Schulen in freier Trägerschaft
  • Gemeinschaftsschule im Kloster Stift zum Heiligengrabe – Grundschule und Oberschule (anerkannte Ersatzschule)

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2008 wurde Heiligengrabe von der Landesregierung Brandenburg als Brandenburgs «Sportlichste Gemeinde» ausgezeichnet, da jeder fünfte Einwohner in einem Sportverein aktiv ist.[11]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil 1 – Prignitz – A–M. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 3. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-032-6, S. 335 ff.
  • Wolfgang Dost: Zwischen Jäglitz und Glinze. Von Blumenthal, Heiligengrabe, Zaatzke und anderen Dörfern. Hrsg. von der Gemeinde Heiligengrabe, Geiger, Horb am Neckar 2014, ISBN 978-3-86595-582-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heiligengrabe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsangebot der Landesverwaltung
  3. a b StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003 und 2004
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Ostprignitz-Ruppin. S. 14–17
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  6. Ergebnis der Kommunalwahl am 14. September 2014
  7. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 15. März 2015
  8. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  9. a b c Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017
  10. Liste aller Schulen im Schulporträt Brandenburg
  11. Heiligengrabe „Sportlichste Gemeinde“ 2008