Driedorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Driedorf
Driedorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Driedorf hervorgehoben
Koordinaten: 50° 38′ N, 8° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 486 m ü. NHN
Fläche: 47,55 km²
Einwohner: 5099 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35759
Vorwahl: 02775
Kfz-Kennzeichen: LDK, DIL
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 007
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wilhelmstraße 16
35759 Driedorf
Webpräsenz: www.driedorf.de
Bürgermeister: Carsten Braun (CDU)
Lage der Gemeinde Driedorf im Lahn-Dill-Kreis
Dietzhölztal Haiger Eschenburg Siegbach Dillenburg Breitscheid (Hessen) Driedorf Greifenstein (Hessen) Bischoffen Herborn Sinn (Hessen) Mittenaar Hohenahr Ehringshausen Aßlar Lahnau Wetzlar Hüttenberg (Hessen) Solms Leun Braunfels Schöffengrund Waldsolms Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Landkreis Marburg-Biedenkopf Landkreis Gießen Wetteraukreis Hochtaunuskreis Landkreis Limburg-WeilburgKarte
Über dieses Bild

Driedorf ist eine Gemeinde im Lahn-Dill-Kreis in Hessen, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Driedorf liegt in 416 bis 643 Meter Höhe auf einer Hochfläche im hohen Westerwald. Mit dem Höllberg liegt der höchste hessische Berg des Westerwalds in dem Gemeindegebiet.

Der westlichste Punkt des Lahn-Dill-Kreises befindet sich auf der Grenze zur Gemeinde Willingen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Driedorf grenzt im Norden an die Gemeinde Breitscheid, im Osten an die Stadt Herborn, im Süden an die Gemeinde Greifenstein (alle im Lahn-Dill-Kreis) sowie im Westen an die Gemeinden Oberrod, Rehe, Homberg, Waigandshain, Nister-Möhrendorf und Willingen (alle im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören neben dem namengebenden Driedorf der Ortsteil Mademühlen mit der Siedlung An der Krombachtalsperre, sowie die Ortsteile Roth, Waldaubach, Münchhausen, Hohenroth, Heisterberg, Heiligenborn und Seilhofen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Driedorf wurde im Jahre 1124 erstmals urkundlich erwähnt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus Driedorf

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[5] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[6][7]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Von 31 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 43,7 13 38,8 12 40,3 13 40,2 12
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 31,3 10 33,5 10 43,2 13 41,8 13
FWG Freie Wähler 19,0 6 13,5 4 16,4 5 17,9 6
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,3 3
FBL Freie Bürgerliste 6,0 2 5,9 2
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 56,9 49,3 51,5 54,3

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedhelm Kessler, früher schon Bürgermeister der Teilgemeinde Driedorf, war der erste Bürgermeister der Gesamtgemeinde und bekleidete dieses Amt von 1977 bis 1995.
  • Wolfgang Schuster folgte ab dem 1. Januar 1996 als Bürgermeister und wurde 2001 für weitere sechs Jahre wiedergewählt.
  • Wolfgang Kühn wurde am 11. Februar 2007 zum Bürgermeister gewählt.
  • Am 19. September 2010 wurde Dirk Hardt (SPD) zum neuen Bürgermeister in Driedorf gewählt.[8] Bei der Kommunalwahl 2016 erhielt er keine Mehrheit und wurde abgewählt, obwohl er der einzige Kandidat war.[9]
  • Am 10. Juli 2016 wurde Carsten Braun (CDU) mit 50,79 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Driedorf gibt es vier Seen, einen großen (Stausee Driedorf) sowie einen kleinen Stausee im Lauf des Rehbaches, den ebenfalls künstlich aufgestauten Heisterberger Weiher und den Steinbruchsee im Winkel, ein ehemaliger Basaltsteinbruch, welcher sich im Laufe der Jahre mit Grundwasser füllte und nun der ASG Schönbach zur Hälfte als Angelgewässer dient sowie dem Hessischen Taucherverband als Tauchrevier. Die Krombachtalsperre liegt zwischen den Gemeinden Driedorf und Rehe, die Staumauer liegt im Gebiet der Gemeinde Driedorf.

Die evangelische Kirche

Nachdem ein Brand 1819 fast den gesamten Ort zerstört hatte, wurde Driedorf neu aufgebaut. Auffällig ist die gerade Straßenführung. In der Aufbauphase wurde 1821–1827 der Saalbau der neuen evangelischen Pfarrkirche nach einem Entwurf von Landesbaumeister Friedrich Ludwig Schrumpf errichtet.

In Driedorf gibt es zwei Burgruinen. Das Junkernschloss ist eine frei zugängliche Ruine. Daneben besteht noch die Ruine der Oberburg Driedorf.

Nordwestlich des Kernortes befindet sich der Höllberg, auch Höllkopf genannt, mit 643 m der höchste Berg im Lahn-Dill-Kreis und des hessischen Westerwaldes.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet verlaufen die Bundesstraße 414 und die Bundesstraße 255.

Driedorf hatte von 1906 bis 1984 im Personenverkehr und im Güterverkehr direkten Bahnanschluss durch die Strecke Herborn–Montabaur (Westerwaldquerbahn), die stillgelegt und größtenteils demontiert ist

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Driedorf besteht mit der Westerwaldschule eine schulformunabhängige Gesamtschule. Diese ist seit 1966 Mittelpunktschule für die gesamte Gemeinde und einzelne Ortsteile der Gemeinde Greifenstein (Hessen). Die Westerwaldschule hat ungefähr 750 Schüler, die von 61 Lehrkräften unterrichtet werden[10].

Telekommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Höllberg befindet sich ein 108 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG aus Stahlbeton. Von diesem Turm wird auch das Programm von Hit Radio FFH auf der UKW-Frequenz 106,8 MHz mit einer ERP von 30 kW abgestrahlt.

Energiegewinnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserkraftwerk am Stausee Driedorf

Sowohl am Stausee bei Driedorf wie an der Krombachtalsperre bestehen Wasserkraftwerke. Das Kraftwerk bei Driedorf wurde 1935 erbaut und erzeugt ca. 350.000 kWh mit einer Francis-Turbine. Das Kraftwerk an der Krombachtalsperre wurde 1985 errichtet. Es erzeugt mit einer Durchströmturbine.

Auf dem Gebiet der Gemeinde befinden sich aktuell 19 Windkraftanlagen, die hauptsächlich an zwei Standorten südöstlich von Waldaubach und südlich von Mademühlen konzentriert sind.[11] Sechs Grundstückseigentümer hatten gegen die Lärmbelästigung der nahen Windräder vor dem Verwaltungsgericht Gießen geklagt, waren aber Ende März 2012 unterlegen.[12] Das erste Windrad in Hessen wurde 1986 in der Gemeinde errichtet. Im Jahr 2012 erzeugten diese ca 18,7 Millionen kWh.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Hild (* 29. September 1894 in Münchhausen/Westerwald; † 1982), deutscher Schriftsteller.
  • Wolfgang Schuster (* 15. März 1958 in Dillenburg), Landrat des Lahn-Dill-Kreises.
  • Walter Klaas (1932–51), evangelischer Pfarrer in Driedorf, später Professor in Wuppertal
  • Ferdinand Löber (* 31. Januar 1897 in Driedorf; † 15. April 1981 in Groß-Gerau) war ein deutscher Bildender Künstler und Kunsterzieher.
  • Rudolf Godbersen, Forstwissenschaftler, 1919/20 Leiter der Oberförsterei Driedorf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Driedorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 356.
  3. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen vom 13. Mai 1974. In: GVBl. I S. 237
  4. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 288
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  8. Bürgermeisterwahl in Driedorf am 19. September 2011, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 4. April 2011.
  9. Mittelhessen.de
  10. www.westerwaldschule.de
  11. Driedorf Windpark - Hauptdaten
  12. Bürger scheitern mit Klagen gegen Windräder. In: Spiegel Online. 29. März 2012, abgerufen am 2. Dezember 2014.