Driedorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Driedorf
Driedorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Driedorf hervorgehoben
Koordinaten: 50° 38′ N, 8° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 486 m ü. NHN
Fläche: 47,55 km2
Einwohner: 5146 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner je km2
Postleitzahl: 35759
Vorwahl: 02775
Kfz-Kennzeichen: LDK, DIL
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 007
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wilhelmstraße 16
35759 Driedorf
Webpräsenz: www.driedorf.de
Bürgermeister: Carsten Braun (CDU)
Lage der Gemeinde Driedorf im Lahn-Dill-Kreis
Dietzhölztal Haiger Eschenburg Siegbach Dillenburg Breitscheid (Hessen) Driedorf Greifenstein (Hessen) Bischoffen Herborn Sinn (Hessen) Mittenaar Hohenahr Ehringshausen Aßlar Lahnau Wetzlar Hüttenberg (Hessen) Solms Leun Braunfels Schöffengrund Waldsolms Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Landkreis Marburg-Biedenkopf Landkreis Gießen Wetteraukreis Hochtaunuskreis Landkreis Limburg-WeilburgKarte
Über dieses Bild

Driedorf ist eine Gemeinde im Lahn-Dill-Kreis in Hessen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Driedorf liegt in 416 bis 643 Meter Höhe auf einer Hochfläche im hohen Westerwald. Mit dem Höllberg liegt der höchste hessische Berg des Westerwalds in dem Gemeindegebiet.

Der westlichste Punkt des Lahn-Dill-Kreises befindet sich auf der Grenze zur Gemeinde Willingen (die zu Rheinland-Pfalz gehört).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Driedorf grenzt im Norden an die Gemeinde Breitscheid, im Osten an die Stadt Herborn, im Süden an die Gemeinde Greifenstein (alle im Lahn-Dill-Kreis) sowie im Westen an die Gemeinden Oberrod, Rehe, Homberg, Waigandshain, Nister-Möhrendorf und Willingen (alle im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören neben dem namengebenden Driedorf der Ortsteil Mademühlen mit der Siedlung An der Krombachtalsperre, sowie die Ortsteile Roth, Waldaubach, Münchhausen, Hohenroth, Heisterberg, Heiligenborn und Seilhofen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Driedorf wurde im Jahre 1124 erstmals urkundlich erwähnt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Driedorf unterstand im Überblick:[5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[5]

  • 1840: 0661 Einwohner
  • 1905: 0613 Einwohner
  • 1939: 1011 Einwohner
  • 1961: 1306 Einwohner
  • 1970: 1629 Einwohner
Driedorf: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
620
1840
  
661
1846
  
637
1852
  
663
1858
  
643
1864
  
667
1871
  
638
1875
  
626
1885
  
642
1895
  
619
1905
  
613
1910
  
632
1925
  
771
1939
  
1.011
1946
  
1.204
1950
  
1.294
1956
  
1.247
1961
  
1.306
1967
  
1.529
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus Driedorf

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[8] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[9][10]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Von 31 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 43,7 13 38,8 12 40,3 13 40,2 12
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 31,3 10 33,5 10 43,2 13 41,8 13
FWG Freie Wähler 19,0 6 13,5 4 16,4 5 17,9 6
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,3 3
FBL Freie Bürgerliste 6,0 2 5,9 2
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 56,9 49,3 51,5 54,3

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Driedorf neben dem Bürgermeister acht ehrenamtliche Beigeordnete angehören. Bürgermeister wird am 1. November 2016 Carsten Braun (CDU). Gewählt wurde er am 10. Juli 2016 mit 50,79 % der Stimmen.[11][12] Seine Amtsvorgänger waren

  • Friedhelm Kessler, früher schon Bürgermeister der Teilgemeinde Driedorf, war der erste Bürgermeister der Gesamtgemeinde und bekleidete dieses Amt von 1977 bis 1995.
  • Wolfgang Schuster folgte ab dem 1. Januar 1996 als Bürgermeister und wurde 2001 für weitere sechs Jahre wiedergewählt.
  • Wolfgang Kühn wurde am 11. Februar 2007 zum Bürgermeister gewählt.
  • Am 19. September 2010 wurde Dirk Hardt (SPD) zum neuen Bürgermeister gewählt. Bei der Kommunalwahl 2016 erhielt er keine Mehrheit, obwohl er der einzige Kandidat war.[13] Es musste eine Neuwahl angesetzt werden, bei der er seinem Mitbewerber knapp unterlag.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirche

In Driedorf gibt es vier Seen, einen großen (Stausee Driedorf) sowie einen kleinen Stausee im Lauf des Rehbaches, den ebenfalls künstlich aufgestauten Heisterberger Weiher und den Steinbruchsee im Winkel, ein ehemaliger Basaltsteinbruch, welcher sich im Laufe der Jahre mit Grundwasser füllte und nun der ASG Schönbach zur Hälfte als Angelgewässer dient sowie dem Hessischen Taucherverband als Tauchrevier. Die Krombachtalsperre liegt zwischen den Gemeinden Driedorf und Rehe, die Staumauer liegt im Gebiet der Gemeinde Driedorf.

Nachdem ein Brand 1819 fast den gesamten Ort zerstört hatte, wurde Driedorf neu aufgebaut. Auffällig ist die gerade Straßenführung. In der Aufbauphase wurde 1821–1827 der Saalbau der neuen evangelischen Pfarrkirche nach einem Entwurf von Landesbaumeister Friedrich Ludwig Schrumpf errichtet.

In Driedorf gibt es zwei Burgruinen. Das Junkernschloss ist eine frei zugängliche Ruine. Daneben besteht noch die Ruine der Oberburg Driedorf.

Nordwestlich des Kernortes befindet sich der Höllberg, auch Höllkopf genannt, mit 643 m der höchste Berg im Lahn-Dill-Kreis und des hessischen Westerwaldes.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet verlaufen die Bundesstraße 414 und die Bundesstraße 255.

Driedorf hatte von 1906 bis 1984 im Personenverkehr und im Güterverkehr direkten Bahnanschluss durch die Strecke Herborn–Montabaur (Westerwaldquerbahn), die stillgelegt und größtenteils demontiert ist

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Driedorf besteht mit der Westerwaldschule eine schulformunabhängige Gesamtschule. Diese ist seit 1966 Mittelpunktschule für die gesamte Gemeinde und einzelne Ortsteile der Gemeinde Greifenstein (Hessen). Die Westerwaldschule hat ungefähr 750 Schüler, die von 61 Lehrkräften unterrichtet werden[14].

Telekommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Höllberg befindet sich ein 108 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG aus Stahlbeton. Von diesem Turm wird auch das Programm von Hit Radio FFH auf der UKW-Frequenz 106,8 MHz mit einer ERP von 30 kW abgestrahlt.

Energiegewinnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserkraftwerk am Stausee Driedorf

Sowohl am Stausee bei Driedorf wie an der Krombachtalsperre bestehen Wasserkraftwerke. Das Kraftwerk bei Driedorf wurde 1935 erbaut und erzeugt ca. 350.000 kWh mit einer Francis-Turbine. Das Kraftwerk an der Krombachtalsperre wurde 1985 errichtet. Es erzeugt mit einer Durchströmturbine.

Auf dem Gebiet der Gemeinde befinden sich aktuell 19 Windkraftanlagen, die hauptsächlich an zwei Standorten südöstlich von Waldaubach und südlich von Mademühlen konzentriert sind.[15] Sechs Grundstückseigentümer hatten gegen die Lärmbelästigung der nahen Windräder vor dem Verwaltungsgericht Gießen geklagt, waren aber Ende März 2012 unterlegen.[16] Das erste Windrad in Hessen wurde 1986 in der Gemeinde errichtet. Im Jahr 2012 erzeugten diese ca. 18,7 Millionen kWh.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Ammann (1839–1910), in Driedorf geborener Dichter, Schriftsteller und Gymnasiallehrer
  • Rudolf Godbersen (1882–1927), Forstwissenschaftler, 1919/20 Leiter der Oberförsterei Driedorf
  • August Hild (* 29. September 1894 in Münchhausen/Westerwald; † 1982), deutscher Schriftsteller
  • Walter Klaas (1904–1961), von 1932–1951 evangelischer Pfarrer in Driedorf, später Professor in Wuppertal
  • Ferdinand Löber (* 31. Januar 1897 in Driedorf; † 15. April 1981 in Groß-Gerau) war ein deutscher Bildender Künstler und Kunsterzieher
  • Wolfgang Schuster (* 15. März 1958 in Dillenburg), Landrat des Lahn-Dill-Kreises

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Driedorf – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2015 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 356.
  3. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen vom 13. Mai 1974. In: GVBl. I S. 237
  4. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 288
  5. a b Driedorf, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 6. Dezember 2016)
  6. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  7. Anton Friedrich Büsching: D. Anton Friderich Büschings neue Erdbeschreibung. Das deutsche Reich. Band 3. J.C. Bohn, 1771, S. 840 (google.com).
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  9. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  10. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  11. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Driedorf
  12. Gemeinde Driedorf: Bürgermeisterwahl am 10. Juli 2016 abgerufen am 4. August 2016
  13. Mittelhessen.de vom 6. März 2016: Sensation. Dirk Hardt in Driedorf abgewählt (Memento vom 13. April 2016 im Internet Archive)
  14. Website der Westerwaldschule
  15. Driedorf Windpark - Hauptdaten
  16. Bürger scheitern mit Klagen gegen Windräder. In: Spiegel Online. 29. März 2012, abgerufen am 2. Dezember 2014.