Bischoffen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bischoffen
Bischoffen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bischoffen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 42′ N, 8° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 271 m ü. NHN
Fläche: 35,37 km²
Einwohner: 3369 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35649
Vorwahl: 06444
Kfz-Kennzeichen: LDK, DIL
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 002
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 23
35649 Bischoffen
Webpräsenz: www.bischoffen.de
Bürgermeister: Ralph Venohr (parteilos)
Lage der Gemeinde Bischoffen im Lahn-Dill-Kreis
Dietzhölztal Haiger Eschenburg Siegbach Dillenburg Breitscheid (Hessen) Driedorf Greifenstein (Hessen) Bischoffen Herborn Sinn (Hessen) Mittenaar Hohenahr Ehringshausen Aßlar Lahnau Wetzlar Hüttenberg (Hessen) Solms Leun Braunfels Schöffengrund Waldsolms Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Landkreis Marburg-Biedenkopf Landkreis Gießen Wetteraukreis Hochtaunuskreis Landkreis Limburg-WeilburgKarte
Über dieses Bild

Bischoffen ist eine Gemeinde im Lahn-Dill-Kreis in Hessen, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bischoffen liegt im Niederweidbacher Becken an der Aartalsperre. Mit dieser wird die Aar, ein linker Zufluss der Dill, zu einem 57 ha großen See aufgestaut, der hauptsächlich dem Hochwasserschutz dient, aber mittlerweile auch für Freizeitaktivitäten genutzt wird.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bischoffen grenzt im Norden an die Gemeinde Bad Endbach und die Stadt Gladenbach, im Osten an die Gemeinde Lohra (alle drei im Landkreis Marburg-Biedenkopf), im Südosten an die Gemeinde Biebertal (Landkreis Gießen), im Süden an die Gemeinde Hohenahr, im Südwesten an die Gemeinde Mittenaar sowie im Westen an die Gemeinde Siegbach (alle drei im Lahn-Dill-Kreis).

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Bischoffen besteht aus den Ortsteilen Bischoffen, Niederweidbach (Sitz der Gemeindeverwaltung), Oberweidbach, Roßbach und Wilsbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nieder- und Oberweidbach wurden bereits um das Jahr 800 im Codex Eberhardi des Klosters Fulda erstmals urkundlich erwähnt. Die Ersterwähnung der anderen Orte erfolgte Ende des 13. bis Anfang des 14. Jahrhunderts. Die Dörfer gehörten zu verschiedenen geistlichen und weltlichen Herrschaften, im Laufe der Zeit erwarb jedoch, verbunden mit Besitzteilungen, Verpfändungen und Fehden die Grafschaft Solms große Teile des heutigen Gemeindegebiets.

Zwischen den Herrschaftsgebieten der Landgrafen von Hessen, der Kurfürsten von Mainz, der Freien Reichsstadt Wetzlar und der Grafen von Nassau war die politische Lage stets unruhig. Im Dreißigjährigen Krieg erlitten die Bewohner Not, Drangsal und Zerstörung. Hiervon erholten sich die Orte nur langsam wieder.

Der heutige Ort Bischoffen war im Mittelalter in die beiden Ortschaften Ober- und Niederbischoffen unterteilt. Oberbischoffen wurde infolge Hungersnöten, kriegerischer Einwirkungen und der Pest zwischen 1356 und 1432 wüst. Niederbischoffen wurde in späteren Urkunden nur noch Bischoffen genannt. Nach dem Niedergang der alten Köln-Leipziger-Handelsstraße nach der Dernbacher Fehde, die über die langen Wasserscheiden (Gladenbach, Rachelshausen, Hülshof, Angelburg, Lixfeld) verlief, gewann die neue Trasse der jüngern Köln-Leipziger-Handelsstraße im Aartal an Bedeutung. Sie verlief von Dillenburg/Herborn kommend über Offenbach, Bischoffen, Niederweidbach, Roßbach, Altenvers nach Marburg. Ein Anhang an der hessischen Außenheege (Mittelhessische Landheegen) sperrte diese Straße bei Bischoffen mit einem hessischen Zollschlag. Die Nachfolgerin der alten Handelsstraße ist die heutige B 255, die aber ab Niederweidbach von der alten Linienführung abweicht.

Das solmsische Amt Königsberg, wozu Bischoffen ehemals gehörte, verwalteten Hessen und Solms zu gleichen Teilen. Am 30. Oktober 1628 schlossen die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und die Grafschaft Solms Vertrag wonach das Amt Königsberg endgültig zur Landgrafschaft kam. Seit dieser Zeit gehörten die Ortschaften der heutigen Gemeinde Bischoffen bis 1866 zu Hessen-Darmstadt. Danach wurden sie bis 1945 der preußischen Provinz Hessen-Nassau, Landkreis Biedenkopf, zugeschlagen.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen schlossen sich auf freiwilliger Basis am 1. Juli 1974 die Gemeinden Bischoffen, Niederweidbach, Oberweidbach und Wilsbach zur Gemeinde Bischoffen zusammen. Bereits am 1. April 1972 wurde die Gemeinde Roßbach in die Gemeinde Niederweidbach eingegliedert.[2]

Auf Grund ihrer geographischen Lage und wirtschaftlichen Orientierung wurde die Gemeinde Bischoffen am 1. Juli 1974 dem Landkreis Wetzlar zugeordnet und ging mit diesem am 1. Januar 1977 in den Lahn-Dill-Kreis über.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[3] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[4][5]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
FWG Freie Wählergemeinschaft 43,2 10 37,0 9 32,4 7 33,8 8
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,6 8 32,7 8 38,3 9 33,8 8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 15,1 3 19,6 4 16,7 4 16,0 3
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,0 2
KD Kommunal Direkt 10,6 2 12,7 3 16,5 4
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 51,3 42,2 45,8 51,2

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Bischoffen neben dem Bürgermeister sechs ehrenamtliche Beigeordnete angehören. Bürgermeister ist seit 1. Juni 2010 der parteilose Ralph Venohr.[6][7] Seine direkt gewählten Amtsvorgänger waren

  • bis 2010 Harald Semler
  • bis 1998 Manfred Thielmann (FWG)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde ist am 18. Dezember 1987 vom Hessischen Minister des Innern ein Wappen mit folgender Blasonierung genehmigt worden: „Das Wappen der Gemeinde Bischoffen zeigt in dem durch einen silbernen Wellenbalken schräg links geteilten Schild oben in Blau die einwärtsgekehrte goldene Krümme eines Bischofsstabes, unten in Grün eine goldene Muschel.“[8]

Der schräglinke Wellenbalken versinnbildlicht die das Gemeindegebiet durchfließende Aar, während die Krümme des Bischofsstabes für den Namen der Gemeinde steht. Die Jakobsmuschel ist das Symbol einer der Figuren, die im Altar der Evangelischen Marienkirche Niederweidbach steht, des Heiligen Jakobus. Niederweidbach lag seit 1357 an einem Jakobsweg.

Ortsteilwappen Bischoffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

altes Wappen von Bischoffen

Das Wappen wurde am 26. April 1957 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „In Blau ein steigender rotbewehrter silberner Löwe mit einem goldenen Bischofsstab in der rechten Vorderpranke.“


Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler in Bischoffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Liste der Kulturdenkmäler in Bischoffen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 283
  3. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Bischoffen
  7. Gemeinde Bischoffen: Amtseinführung von Bürgermeister Ralph Venohr am 30. Mai 2016
  8. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern (StAnz. 1988 S. 182) Seite 6 der PDF-Datei 6,94 MB

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bischoffen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien