Friedrich Küppersbusch (Journalist)

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Friedrich Wilhelm Küppersbusch (* 24. Mai 1961 in Velbert) ist ein deutscher Journalist, Autor und Fernsehproduzent. Bekannt wurde er mit der WDR-Politsendung ZAK.

Friedrich Küppersbusch (2004)

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Küppersbusch leistete nach dem Abitur von 1980 bis 1981 Zivildienst in Velbert.[1] Er studierte von 1981 bis 1989 Journalistik an der Universität Dortmund,[1] machte allerdings keinen Studienabschluss[2] und volontierte 1982/83 beim Westdeutschen Rundfunk. Er moderierte insbesondere Radiosendungen.

ZAK und Privatfernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1987 arbeitete er als Autor für die WDR-Politiksendung ZAK, deren Moderation er 1990 übernahm.[1] Für seine Arbeit erhielt er 1991 den Grimme-Preis und 1993 den Fernsehpreis Telestar. Ab 1993 wurde ZAK bundesweit durch die ARD ausgestrahlt und 1996 nach 271 Folgen eingestellt.

1996 gründete Küppersbusch mit Alfred Biolek (pro GmbH) die probono Fernsehproduktion GmbH. Erste produzierte Sendung war die von ihm selber moderierte Nachfolgesendung von ZAK, Privatfernsehen, die im Ersten am Samstagabend lief, aber schon nach einem Jahr (1997) eingestellt wurde.

1998 spielte er in dem Film Zugvögel … Einmal nach Inari die Rolle eines Fahrplanexperten; ansonsten war er in den folgenden Jahren kaum noch vor der Kamera zu sehen und legte Schwerpunkte auf seine Arbeit als Produzent, ferner wandte er sich wieder dem Radio zu und betätigte er sich mehr und mehr als Printjournalist.

Küppersbusch als Kolumnist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Küppersbusch war als Journalist in wöchentlichen Kolumnen im Radio Bremen Zwei (Gemeinschaftsprogramm von NDR und Radio Bremen) (seit 2009/mittwochs in Nachgeschlagen – Das Wort zur Woche) und auf Radio Eins (seit 1998, montags morgen) zu hören.[3][4] Die taz veröffentlicht seit 2003 jeden Montag die Interview-Kolumne Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?[5]

Seit 2017 schreibt er regelmäßig Gastbeiträge in der Allgemeinen Zeitung (Mainz)[6] sowie im Wiesbadener Kurier.

Tagesschaum und Lucky & Fred[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2009 wurde ihm die Leitung als Intendant von Radio Bremen, der kleinsten und ältesten der neun Landesrundfunkanstalten der ARD, angetragen, was er jedoch ausschlug.[7] 2012 wurde Friedrich Küppersbusch in den Beirat des Medieninnovationszentrums Babelsberg (MIZ) berufen.[8] Vom 10. Juni 2013 bis zur Bundestagswahl am 22. September 2013 moderierte er die Sendung Tagesschaum, die sich dreimal die Woche jeweils gut zehn Minuten lang auf satirische Art und Weise mit dem politischen Thema des Tages beschäftigte.[9] 2014 wurde Tagesschaum für den Grimme-Preis nominiert.[10] Aufgrund der Fangemeinde und großen Interesses an Küppersbuschs halb-satirischen Politikkommentaren startete er am 13. Februar 2014 mit Lukas Heinser den Podcast Lucky & Fred. Als podcast in residence gastieren Lukas Heinser und Friedrich Küppersbusch mit Lucky & Fred seit 2019 im Dortmunder Theater Fletch Bizzel.[11] In der dritten Staffel der Fernsehserie Babylon Berlin übernahm Küppersbusch eine kleine Nebenrolle: Er stellte einen Richter dar.[12]

Seit 2016 ist Friedrich Küppersbusch im Beirat des Grimme-Institutes.

Aktivitäten seit 2020: Heute-Show und Küppersbusch TV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2020 tritt Küppersbusch gelegentlich in der heute-show des ZDF in seiner eigenen Rubrik „Irgendwer mit Medien“ auf.[13] Mitte April 2020 startete er auch, zunächst coronabedingt, seinen YouTube-Kanal LockerRoom,[14][15] der nach einer Sommerpause 2020 als Küppersbusch TV wiederstartete. Mittwochs und freitags kommentiert der Moderator in Kürzestepisoden glossenhaft das aktuelle Zeitgeschehen und schließt mit einem „musikalischen Rätsel“, in dem er unter Angabe von Informationsschnipseln auf der Gitarre Riffs und Akkordfolgen anspielt zu einem Künstler, der gerade ein Jubiläum wie Geburtstag oder Todestag feiert.[16] Montags beantwortet er in einer gesprochenen Version des seit 2003 in Papierform veröffentlichten taz-Wochenrückblicks Fragen zur Woche sowie wiederkehrende, rubrikenhafte („Was war schlecht?“, „Was wird besser?“; „Und was machen die Borussen?“).[17] Dabei kommen die Fragen in Gendersprache von einer Frauenstimme aus dem Off, gesprochen von Franziska Lutz.[18]

Küppersbusch als Produzent[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Küppersbusch ist geschäftsführender Inhaber der probono Fernsehproduktion GmbH. Sie produziert beispielsweise die mit dem Deutschen und Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnete n-tv-Sendung maischberger (2000–2006) und politische Gesprächssendungen für n-tv wie busch@n-tv (2006–2010), Das Duell bei n-tv (seit 2003) und 2+4 (2003–2007) sowie 4 Gewinnt – die Meinungsshow. Darüber hinaus produzierte Küppersbusch u. a. auch für RTL den Großen Deutschtest mit Hape Kerkeling (2003–2006) und Raus aus den Schulden (2007–2010) sowie die 3sat-Sendung Bauerfeind mit Katrin Bauerfeind (seit Februar 2009). Für das SWR Fernsehen produziert er mit der probono von 2009 bis 2013 die Sendungen 2+Leif und besser lesen. 2015 platzierte Friedrich Küppersbusch als Geschäftsführer der probono Fernsehproduktion GmbH mit So! Muncu![19] (Moderation Serdar Somuncu) und Klamroths Konter[20] (Moderation Louis Klamroth) zwei politische Talk-Formate auf n-tv. Ebenso unterstützt Küppersbusch nach Angaben von Kurt Krömer ihn bei der inhaltlichen Vorbereitung auf seine Talkshow Chez Krömer und produziert diese Sendung seit Herbst 2019.[21] 2020 erhielt das Format Chez Krömer den 56. Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung.[22] Küppersbusch produziert für n-tv auch die Sendung Harald Schmidt und Gregor Gysi Jahresrückblick.

Im Fadenkreuz von Rechtsextremen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre war der bekanntermaßen etwas links der Mitte positionierte Küppersbusch auch Hassobjekt der rechtsextremen Szene. Sein Name fand sich sowohl im Thule-Netz als auch beim Führungskreis der Sauerländer Aktionsfront. Im Jahr 1997 hatte es auch eine Warnung vor einem Anschlag auf ihn gegeben, von deren Ausmaß Küppersbusch jedoch erst Jahre später erfuhr. Allerdings wurde ihm bei Aufrufen in der rechten Szene eine Adresse in Velbert, die nicht existiert, sowie eine Telefonnummer mit Zahlendrehern zugeordnet. Ob tatsächlich jemals ein konkreter Anschlag geplant war, ist unbekannt.[23]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Küppersbusch lebt mit der Journalistin und Moderatorin Sabine Brandi zusammen, mit der er zwei Kinder hat.[24] Er lebt in Dortmund.[25][26]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Küppersbusch wurde sowohl als Moderator als auch als Produzent ausgezeichnet:

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bis hierhin vielen Dank. Moderationen aus ZAK. Rowohlt, Reinbek 1997. ISBN 3-499-60226-1.
  • Lebenslänglich Todesstrafe. mit Oliver Becker, Konkret, Hamburg 2000. ISBN 3-89458-187-5.

Tonträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Friedrich Küppersbusch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Internationales Biographisches Archiv 11/2014 vom 11. März 2014 im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Warum Journalist werden? Wie immer: weil man nicht anders kann. In: journalistik.tu-dortmund.de. Abgerufen am 26. April 2021.
  3. Friedrich Küppersbusch: Nachgeschlagen – Das Wort der Woche. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Nordwestradio. Radio Bremen, archiviert vom Original am 31. August 2011; abgerufen am 13. Juni 2013.
  4. radioeins Kommentator: Friedrich Küppersbusch. Radio Eins, abgerufen am 13. Juni 2013.
  5. Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?, taz.de, abgerufen am 8. Juli 2021
  6. Lokale Nachrichten aus Mainz, Bingen, Alzey, Oppenheim, Bad Kreuznach und Rheinhessen. In: allgemeine-zeitung.de. VRM GmbH & Co KG, abgerufen am 6. September 2019.
  7. Benno Schirrmeister: Radio Bremen: Als ob die Welt voll Männer wär. In: die tageszeitung. taz, die tageszeitung Verlagsgenossenschaft eG, 8. Januar 2009, abgerufen am 13. Juni 2013.
  8. Beirat. In: miz-babelsberg.de
  9. Alexander Krei: Niggemeier: Neues TV-Format mit Küppersbusch. In: DWDL.de. DWDL.de GmbH, 18. Mai 2013, abgerufen am 13. Juni 2013.
  10. Tagesschaum (WDR). In: grimme-preis.de. Abgerufen am 6. September 2019.
  11. Detailansicht. In: fletch-bizzel.de. 22. Oktober 2014, abgerufen am 6. September 2019.
  12. Jens Müller: Alle waren da. In: taz.de. 17. Dezember 2019, abgerufen am 17. Oktober 2020.
  13. Vgl. z. B. Jürgen Winzer: Zum Tag der Deutschen Einheit: "Heute-Show" macht fiesen Kolonie-Witz. In: Watson.de. Ströer Next Publishing GmbH, 4. Oktober 2020, abgerufen am 23. März 2021. Jürgen Winzer: Welke rechnet mit Trump ab: "Was für ein erbärmlicher Loser!" In: Watson.de. Ströer Next Publishing GmbH, 7. November 2020, abgerufen am 23. März 2021.
  14. "Locker Room": Die Auferstehung des "Tagesschaums". In: dwdl.de. DWDL de GmbH, abgerufen am 15. Juli 2020.
  15. aktiencheck de AG: Küppersbusch wird schon wieder 50. In: aktiencheck.de. 9. Juli 2020, abgerufen am 11. Juli 2021.
  16. Daniel Stender: Corona-Kokon: Friedrich und sein „Küppersbusch TV“. In: SWR2 Kultur aktuell. swr.de, 14. Januar 2021, abgerufen am 11. Juli 2021.
  17. Küppersbusch TV, Probono
  18. Team von Probono, abgerufen am 12. Juli 2021
  19. "So! Muncu" geht weiter! In: tagesspiegel.de. Abgerufen am 6. September 2019.
  20. Axel Weidemann: Polit-Talker Louis Klamroth: Dieser Junge hat ganz schön Format. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 6. September 2019]).
  21. Tom Böttcher: Programmtipp Chez Krömer. Freche Fragen, fürchterliche Gäste, böser Witz. In: radio eins. Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), 3. September 2019, abgerufen am 17. September 2019.
  22. Chez Krömer (probono TV für rbb). In: grimme-preis.de. Abgerufen am 15. Juli 2020.
  23. Friedrich Küppersbusch: Ein TV-Moderator im Blick des »Thule-Netzwerks« – Lena Heising, Correctiv, 28. Juni 2021, abgerufen am 11. Juli 2021
  24. Das Schandmaul des deutschen Fernsehens: Friedrich Küppersbusch. In: mopo.de. 2. Mai 1997, abgerufen am 27. April 2021.
  25. Friedrich Küppersbusch im Porträt:Rampensau ohne Rampe. In: sueddeutsche.de. 19. Mai 2010, abgerufen am 27. April 2021.
  26. Friedrich Küppersbusch & Sabine Brandi: Beim Musikgeschmack hört die Liebe auf. In: wr.de. Westfälische Rundschau, 21. September 2009, abgerufen am 27. April 2021.