Geisenfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Geisenfeld
Geisenfeld
Deutschlandkarte, Position der Stadt Geisenfeld hervorgehoben
48.68388888888911.611388888889385Koordinaten: 48° 41′ N, 11° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Pfaffenhofen an der Ilm
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Geisenfeld
Höhe: 385 m ü. NHN
Fläche: 88,33 km²
Einwohner: 10.138 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85290
Vorwahl: 08452
Kfz-Kennzeichen: PAF
Gemeindeschlüssel: 09 1 86 122
Stadtgliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchplatz 4
85290 Geisenfeld
Webpräsenz: www.geisenfeld.de
Bürgermeister: Christian Staudter (Unabhängige Soziale Bürger)
Lage der Stadt Geisenfeld im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm
Ingolstadt Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Dachau Landkreis Eichstätt Landkreis Freising Landkreis Kelheim Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Baar-Ebenhausen Ernsgaden Geisenfeld Gerolsbach Hettenshausen Hohenwart Ilmmünster Jetzendorf Manching Münchsmünster Pfaffenhofen an der Ilm Pörnbach Reichertshausen Reichertshofen Rohrbach (Ilm) Scheyern Schweitenkirchen Vohburg an der Donau WolnzachKarte
Über dieses Bild

Geisenfeld ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm und bildet mit der Gemeinde Ernsgaden die Verwaltungsgemeinschaft Geisenfeld.

Geographie[Bearbeiten]

Ensemble am Stadtplatz

Geisenfeld liegt im Hopfenland Hallertau, direkt an der Ilm. Die nächste Großstadt ist Ingolstadt (etwa 20 km entfernt).
Weitere Entfernungen:
München: 70  km
Regensburg: 65  km
Nürnberg: 100  km
Augsburg: 70  km

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden Geisenfelds sind Ernsgaden, Mainburg, Manching, Münchsmünster, Neustadt an der Donau, Reichertshofen, Rohrbach, Vohburg an der Donau, Wolnzach.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Geisenfelder Ortsteile (zwölf ehemals selbstständige Gemeinden):

Geschichte[Bearbeiten]

Detail Geisenfelder Kirche.JPG
Stadtpfarrkirche

Zwischen 500 und 700 kam es zur Ortsgründung durch eingewanderte Bajuwaren. Anführer der Sippe, die sich hier niederließ, war ein Mann namens Gisil, von dem die Siedlung ihren Namen erhielt (Gisilfeld, Gisinvelt, Gisenvelt). 736 erfolgte der erste Hopfenanbau durch eingewanderte Wenden und damit die Gründung der Hallertau. Graf Eberhard II. von Sempt und Ebersberg gründete 1037 das Benediktinerinnenkloster Geisenfeld. 1230 erfolgte die Errichtung der Ainauer Kirche anstelle der Ainauer Burg. 1281 oder 1310 wird der Ort zur Marktgemeinde erhoben. 1407 bis 1409 erfolgte der Bau einer Ringmauer um Geisenfeld. 1410 begann der Bau der Vituskirche in Geisenfeldwinden. Die Einrichtung einer ständigen Poststation erfolgte 1558, der Bau des Rathauses mit der Justitia-Darstellung von Balthasar Stoll 1626. 1701 bis 1712 wurden die Klostergebäude neu erbaut, 1728 erfolgte der Bau des Südturmes der Klosterkirche. 1789 erhielt Geisenfeld das Wildmeisteramt. 1803 wurde im Zuge der Säkularisation das Kloster aufgelöst, 1804 wurde die Klosterkirche zur Pfarrkirche umgewandelt. 1805 wurde die Ringmauer abgebrochen. 1816 erhielt Geisenfeld eine Gendarmeriestation, 1818 entstand die heutige politische Gemeinde. Eine erste Straßenbeleuchtung entstand 1839, das Krankenhaus wurde 1842 eröffnet. 1862 wurde ein Landgericht eingerichtet, das für 39 Gemeinden zuständig war. 1879 wurde das Landgericht in Amtsgericht umbenannt.

1874 erschien das „Geisenfelder Wochenblatt“ zum ersten Mal. 1888 gab es das erste Telefon in Geisenfeld. Von 1899 bis 1900 erhielt Geisenfeld elektrisches Licht. 1905 gab es ein erstes Automobil in Geisenfeld, Eigentümer ist der Brauereibesitzer Josef Münch. 1906 wurde die Eisenbahnverbindung Geisenfeld–Wolnzach Bahnhof eröffnet. 1952 erhielt der Ort die Stadtrechte, das Amtsgericht Geisenfeld wird 1972 aufgelöst. Zwischen 1971 bis 1978 erfolgten elf Eingemeindungen (siehe unten). 1983 wird das neue Rathaus eröffnet, 1985 das Krankenhaus zum Seniorenheim umgebaut. 1989 wird die Bahnlinie eingestellt. 2002 erfolgt die Fertigstellung der Hochwasserfreilegung.

Entwicklung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Seit 1952 ist Geisenfeld eine Stadt. Wirtschaftlich gesehen ist die Stadt Geisenfeld als Unterzentrum nach wie vor auch das Zentrum des nördlichen Landkreises Pfaffenhofen. Zahlreiche Mittelstandsbetriebe bieten vielen Bewohnern Arbeitsplätze am Ort.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Engelbrechtsmünster, Gaden, Geisenfeldwinden, Parleiten und Schillwitzried eingegliedert. Am 1. Juli 1971 folgten Nötting, Untermettenbach und Unterpindhart.[2] Rottenegg, Zell und Ilmendorf kamen am 1. Januar 1978 hinzu.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1811: 00.955 Einwohner
  • 1885: 02.032 Einwohner
  • 1900: 01.849 Einwohner
  • 1916: 01.767 Einwohner
  • 1919: 02.056 Einwohner
  • 1925: 02.094 Einwohner
  • 1939: 02.338 Einwohner
  • 1945: 03.054 Einwohner
  • 1949: 03.481 Einwohner
  • 1960: 02.825 Einwohner
  • 1961: 02.823 Einwohner
  • 1966: 03.241 Einwohner
  • 1969: 03.267 Einwohner
  • 1970: 03.154 Einwohner
  • 1971: 05.308 Einwohner
  • 1978: 07.124 Einwohner
  • 1980: 07.124 Einwohner
  • 1990: 08.021 Einwohner
  • 1995: 08.817 Einwohner
  • 2000: 09.280 Einwohner
  • 2004: 09.634 Einwohner
  • 2005: 09.645 Einwohner
  • 2006: 09.707 Einwohner (davon 4821 in den eingemeindeten Orten)
  • 2011: 10.083 Einwohner
  • 2012: 10.138 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Rathaus

Der Geisenfelder Stadtrat besteht aus 24 Stadträten und dem Bürgermeister. Bei der Stadtratswahl am 16. März 2014 ergab sich folgende Sitzverteilung:

USB (Unabhängige Soziale Bürger) 7 Sitze
CSU (Christlich Soziale Union) 6 Sitze
FW (Freie Wähler) 5 Sitze
CDG (Christliche Demokraten Geisenfeld)0 2 Sitze
ILM (Initiative Lebendiges Miteinander) 2 Sitze
UL (Union Land) 2 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Im roten Dreiecksschild ein silberner Zickzackbalken.“

Die Herkunft des Geisenfelder Wappens ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird, dass es sich vom Wappen des Klosters Geisenfeld ableitet. Die ältesten farbigen Wiedergaben des Wappen stammen aus den Jahren 1565, 1568 und 1590. Sie zeigen den silbernen Zickzack-Balken im roten Feld. Im Jahre 1818 wurden, durch einen Fehler des damaligen Magistrates unter Bürgermeister Anton Stephan, die Farben umgedreht. Seit dieser Zeit hat das offizielle Bürgermeistersiegel den roten Zickzack-Balken. Allerdings wird bei farbigen Wiedergaben des Wappens der silberne Zickzack-Balken auf rotem Feld bevorzugt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Volksschule, Staatliche Realschule, Förderschule, Volkshochschule, Musikschule, vier städtische Kindergärten, katholischer Kindergarten, Kinderhort, Kinderkrippe

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Altes Rathaus
  • Stadtplatzensemble mit dem mächtigen Klostertrakt und der Stadtpfarrkirche
  • Benediktinerinnenkloster Geisenfeld: gegründet durch den letzten männlichen Spross aus dem Geschlecht der Ebersberger-Sempt, Graf Eberhard II. Er stiftete mit seiner Gemahlin Adelheidis im Jahre 1030 das Benediktinerinnenkloster.
  • Stadtpfarrkirche mit ihren beiden Türmen - dem gedrungenen romanischen „Stifterturm“ und dem durch einen um mehrere Stockwerke 1727-1730 überhöhten Aufbau in Renaissancestil mit Zwiebelkuppel. Das Altarbild „Mariä Himmelfahrt“ wurde vom Veroneser Maler Marc Antonio Bassetti 1620 in Rom gemalt. Die Kirche ist umgangssprachlich auch als Hallertauer Dom bekannt.
  • Altes Rathaus (erbaut 1626)
  • Kirche Ainau: Der Ortsteil Ainau birgt mit seiner Kirche im romanischen Baustil ein besonderes Kleinod. Das romanische Portal ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten im Landkreis
  • 300 Jahre alte Kirchenlinde im Ortsteil Geisenfeldwinden, die allerdings vom Sturm Kyrill teilweise zerstört wurde

Museen[Bearbeiten]

Landschaft[Bearbeiten]

Das Gebiet um Geisenfeld ist, wie weite Teile der Hallertau, sehr hügelig. Der Boden ist teilweise sehr lehmig, was dem Hopfenanbau sehr zugutekommt. Im Norden von Geisenfeld zieht sich ein Gürtel von West (Feilenforst) nach Ost (Dürnbucher Forst) mit starker Bewaldung.

Musik[Bearbeiten]

Folgende Musikvereine und -gruppen sind in Geisenfeld ansässig:

  • Sängerverein
  • Geisenfelder Stadtkapelle
  • Birnthaler Saitnmusik
  • Maggies Moderne
  • Geisenfelder Schwarzholzbläser
  • Singkreis Exsultate
  • Bayerischer Singkreis
  • Geisenfeld Highlanders

Naturschutzgebiet[Bearbeiten]

Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten]

  • Flusswandern auf der Ilm
  • Radtouren rund um Geisenfeld
  • Naherholungsgebiet Feilenmoos
  • Wandern im Feilenforst
  • Badeweiher mit Surfmöglichkeiten
  • Hallenbad
  • Fußball- und Bolzplätze
  • Spielplätze
  • Tennisplätze

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Eine besondere Tradition Geisenfelds ist der Schäfflertanz, der alle 7 Jahre aufgeführt wird.
  • Bürgerfest
  • Weinfest des FC Geisenfeld (immer am dritten Juli-Wochenende)
  • 24-Stundenlauf
  • Volksfest, immer Mitte September
  • Kulturtage im Herbst
  • Christkindlmarkt
  • Freilicht-Kino
  • Ferienpass Geisenfeld
  • Ainauer Kunsttage, (immer am zweiten Juli-Wochenende)

Theater[Bearbeiten]

  • Nöttinger Theaterfreunde
  • Theaterabteilung des HSV Rottenegg

Sport[Bearbeiten]

  • TV Geisenfeld
  • FC Geisenfeld (Fußballverein)
  • TC Geisenfeld (Tennisverein)
  • SpVgg Engelbrechtsmünster (Fußballverein)
  • FC Unterpindhart (Fußballverein mit einer Abteilung für Jogging und Nordic Walking)
  • HSV Rottenegg (Fußballverein mit einer Theaterabteilung)

Soziales[Bearbeiten]

  • BRK Bereitschaft Geisenfeld

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort war über die Bahnstrecke Wolnzach–Geisenfeld an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Strecke wurde inzwischen jedoch stillgelegt.

Durch Geisenfeld verläuft die Bundesstraße 300. Über sie ist in wenigen Minuten die BAB 9 AS Langenbruck erreichbar. Außerdem liegt die BAB 93 AS Mainburg ebenfalls nur wenige Minuten von Geisenfeld entfernt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Bemerkenswerte Personen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 550.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 586.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Geisenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien