Hemmingen (Niedersachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hemmingen
Hemmingen (Niedersachsen)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hemmingen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 19′ N, 9° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Region Hannover
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 31,59 km2
Einwohner: 18.923 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 599 Einwohner je km2
Postleitzahl: 30966
Vorwahlen: 0511, 05101
Kfz-Kennzeichen: H
Gemeindeschlüssel: 03 2 41 007
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 01
30966 Hemmingen
Webpräsenz: www.stadthemmingen.de
Bürgermeister: Claus-Dieter Schacht-Gaida (SPD)
Lage der Stadt Hemmingen in der Region Hannover
Region HannoverNiedersachsenWedemarkBurgwedelNeustadt am RübenbergeBurgdorfUetzeLehrteIsernhagenLangenhagenGarbsenWunstorfSeelzeBarsinghausenSehndeHannoverGehrdenLaatzenWennigsenRonnenbergHemmingenPattensenSpringeLandkreis Hameln-PyrmontLandkreis SchaumburgLandkreis Nienburg/WeserLandkreis HeidekreisLandkreis CelleLandkreis PeineLandkreis GifhornLandkreis HildesheimKarte
Über dieses Bild
Logo der Stadt Hemmingen
Das Rathaus in Hemmingen

Hemmingen ist eine Stadt (seit dem 1. März 1999) südlich von Hannover in Niedersachsen und gehört zur Region Hannover.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Hemmingen besteht aus den sieben Stadtteilen Arnum (Fläche: 4,62 km²), Devese (3,27 km²), Harkenbleck (3,49 km²), Hemmingen-Westerfeld (5,32 km²), Hiddestorf (8,69 km²), Ohlendorf (3,56 km²) und Wilkenburg (2,68 km²). Mit 31,58 km² ist sie der Fläche nach die kleinste Kommune der Region Hannover.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind nach 1124 Hemmege, 1185–1206 Hemmige, 1223 Hemie, um 1225 und 1269 Hemmie.

Im Stadtteil Wilkenburg wurde das Römische Marschlager von Wilkenburg aus der Zeit um Christi Geburt nachgewiesen, das auf einer Fläche von rund 30 Hektar Platz für etwa 20.000 römische Soldaten bot. Die Anlage ist das erste in Niedersachsen entdeckte Marschlager und das am weitesten nordöstlich im rechtsrheinischen Germanien (Germania magna) gelegene.

Bei Hemmingen lag die mittelalterliche Siedlung Klein Hemmingen, die etwa im 15. Jahrhundert wüst fiel. Siedlungsreste wurden 2014 bei Erdarbeiten an der Carl-Friedrich-Gauß-Schule entdeckt und archäologisch untersucht. Im Zuge wachsender Neubausiedlungen in den 1960er Jahren am Stadtrand von Hannover wurden zunächst die Gemeinden Hemmingen und Westerfeld zusammengelegt und erhielten eine eigene Postleitzahl.

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Arnum, Devese, Harkenbleck, Hemmingen-Westerfeld, Hiddestorf, Ohlendorf und Wilkenburg zur neuen Gemeinde Hemmingen zusammengeschlossen.[2] Die sieben ehemaligen Gemeinden haben sich schnell zu einer örtlichen Gemeinschaft zusammengefunden. Charakteristisch für die Ortsteile ist die rapide Entwicklung nach 1945. Wohnten im Gebiet der heutigen Stadt Hemmingen im Jahre 1939 nur 4334 Einwohner, sind es heute rund 18.500. Moderne Wohnbauten bestimmen das Ortsbild.

In den Jahren 2003 und 2004 wurden der Rathausplatz und ein Teil der angrenzenden Gebäude saniert und modernisiert. Das Rathaus wurde teilweise abgerissen und im Neubau erweitert und aufgestockt, um den Anforderungen an eine moderne Verwaltung gerecht zu werden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rat der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl 2016 setzt sich der Rat der Stadt Hemmingen aus 9 Ratsfrauen und 18 Ratsherren folgender Parteien zusammen:[3]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1997 Claus-Dieter Schacht-Gaida (SPD). Seine Stellvertreter sind Doris Linkhof (CDU) und Kurt Pages (SPD).[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Hemmingen stammt von H. Verhey.[4][5]

  • Das Wappen wurde am 2. August 1950 durch den Niedersächsischen Minister des Innern verliehen.[6]
  • Die am 1. März 1974 durch Gesetz neugebildete Gemeinde Hemmingen hat das Wappen der bisherigen Gemeinde Hemmingen – Westerfeld übernommen, das vom Regierungspräsidenten in Hannover am 9. Mai 1974 genehmigt wurde.[6]
  • Die am 1. März 1999 durch Gesetz neugebildete Stadt Hemmingen hat das Wappen der bisherigen Gemeinde Hemmingen übernommen, das vom Landkreis Hannover genehmigt wurde.
Wappen von Hemmingen (Niedersachsen)
Blasonierung: „Auf silbernem Grunde sieben, als Leiste aneinandergereihte, aufrechte, rote Rauten, die mit je einem goldenen Nagelkopf belegt sind.“[6]
Wappenbegründung: Das Wappen ist eine Variante des Wappens der in Hemmingen ansässigen Familie von Alten (Rauten von rechts oben nach links unten).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerschaften bestehen mit:[7]

FrankreichFrankreich Yvetot, Normandie in Frankreich
SchottlandSchottland South Lanarkshire, Schottland in Großbritannien
PolenPolen Murowana Goślina, Woiwodschaft Großpolen in Polen
DeutschlandDeutschland Markkleeberg, Sachsen in Deutschland

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gewerbegebiet westlich der Bundesstraße 3 findet sich u. a. ein großes Lager der Igepa mit etwa 220 Beschäftigten. Ebenso ist im Ortsteil Arnum ein großes Gewerbegebiet (Hoher Holzweg) mit unter anderen einer renommierten Firma für Straßenabsperrungen und mehrere familiengeführten Unternehmen. An der Bundesstraße befinden sich mehrere Supermarktketten für den täglichen Bedarf.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Carl-Friedrich-Gauß-Schule als Kooperative Gesamtschule (KGS) befindet sich in Hemmingen-Westerfeld.

Des Weiteren gibt es in Hemmingen-Westerfeld die Musikschule Hemmingen e. V. Dort können Kinder ab vier Jahren eine sogenannte musikalische Früherziehung oder Grundausbildung erhalten.

Die Stadt Hemmingen verfügt mit dem Jugend-Kultur-Haus in Hemmingen-Westerfeld sowie den Kinder- und Jugendräumen in Arnum über zwei Jugendzentren, welche Angebote für Kinder und Jugendliche im kreativen, erlebnispädagogischen und außerschulischen Bereich machen.

In Arnum, Hemmingen-Westerfeld und Hiddestorf existieren jeweils eine Grundschule.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hemmingen (1984)

Die Bundesstraße 3 führt durch Hemmingen-Westerfeld und Arnum. Für eine seit vielen Jahren geplante Ortsumgehung erging 2004 ein Planfeststellungsbeschluss. Dagegen eingereichte Klagen wurden im Juni 2009 vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg abgewiesen.[8] Im Juli 2014 hat der Bund die Gelder für die Umgehungsstraße bewilligt.[9] Im Dezember 2014 war offizieller Baubeginn der 7,5 km langen Umgehung um beide Stadtteile, im September 2019 soll sie fertiggestellt werden.[10][11] Die Umgehungsstraße wird westlich der genannten Stadtteile, östlich von Devese, gebaut.

Hemmingen wird von mehreren Buslinien des Großraum-Verkehrs Hannover (GVH) erschlossen und mit Nachbargemeinden verbunden. Diese Linien werden teils von der Üstra, überwiegend aber von der Regiobus betrieben.[12]

Die Region Hannover plant, Hemmingen an die Stadtbahn Hannover anzuschließen. Der Bau soll nach der Fertigstellung der Ortsumgehung der Bundesstraße 3 beginnen. Die Region will das Projekt im Jahr 2023 fertigstellen.[13]Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren Für den Abzweig in Oberricklingen ist die Stadtbahn-Station Wallensteinstraße beim Bau des Hochbahnsteigs bereits verlegt worden. Vorbereitende Baumfäll- und Leitungsbauarbeiten erfolgten 2016.[14] Leitungsbauarbeiten wurden in den Folgejahren fortgesetzt.[15]

Die Teile Hemmingens sind untereinander und mit einigen Nachbarorten durch ein Wander- und Radwegenetz abseits des Autoverkehrs verbunden, das für die Bürger Naherholungsmöglichkeiten birgt.

Sonstige Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einem freien Feld im nördlichen Teil des Stadtgebietes steht seit den 1940er Jahren der Sender Hemmingen. Er ist eine Sendeanlage des NDR für Radio (UKW, DAB) sowie digitales TV (DVB-T) und besteht aus einem abgespannten Stahlfachwerkmast von 149,5 Metern Höhe. Ein weiterer, 108 Meter hoher Mast wurde 2006 gesprengt, da er nicht mehr benötigt wurde. Der auch vorhandene Mittelwellensender wurde am 13. Januar 2015 abgeschaltet.[16]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgerverein Hemmingen e. V. (Hrsg.): Der Rote Faden für Hemmingen-Westerfeld, Wilkenburg, Harkenbleck, Arnum, Ohlendorf, Hiddestorf, Devese. Selbstverlag Hemmingen/Region Hannover, Hannover 1999.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hemmingen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 196.
  3. a b Bürgerinformationssystem – Rat der Stadt Hemmingen. In: Internetseite der Stadt Hemmingen. Abgerufen am 20. Februar 2018.
  4. Wappenentwürfe von H. Verhey. In: Wikimedia Commons. Abgerufen am 10. August 2017.
  5. Wappen der Stadt Hemmingen. In: Internetseite der Stadt Hemmingen. Abgerufen am 20. Februar 2018.
  6. a b c Landkreis Hannover (Hrsg.): Wappenbuch Landkreis Hannover. Selbstverlag, Hannover 1985, S. 176–177.
  7. Städtepartnerschaften. In: Internetseite der Stadt Hemmingen. Abgerufen am 20. Februar 2018.
  8. Bundesstraße 3: Ortsumgehung Hemmingen (Arnum/ Westerfeld). In: Internetseite Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Abgerufen am 20. Februar 2018.
  9. B3-Ortsumgehung wird endlich gebaut. In: Internetseite Hannoversche Allgemeine Zeitung. 29. Juli 2014, abgerufen am 20. Februar 2018.
  10. Hemmingen – Vollsperrung wird verschoben. In: Internetseite Hannoversche Allgemeine Zeitung. 26. Oktober 2015, abgerufen am 20. Februar 2018.
  11. Erster Spatenstich für die Ortsumgehung B 3 in Hemmingen. In: Internetseite Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung. Abgerufen am 20. Februar 2018.
  12. Linienplan Bus 363. In: Internetseite Großraum-Verkehr Hannover GmbH. Abgerufen am 20. Februar 2018 (PDF; 494 KB).
  13. Stadtbahn fährt erst im Jahr 2023. Abgerufen am 27. Oktober 2018 (deutsch).
  14. Stadtbahnanschluss für Hemmingen. In: Internetseite der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH. Abgerufen am 20. Februar 2018.
  15. Hemmingen-Westerfeld - Stadtbahnverlängerung - infra Hannover GmbH. In: infra Hannover GmbH. 13. Juli 2017 (infra-hannover.de [abgerufen am 27. Oktober 2018]).
  16. Die Mittelwelle geht – NDR Info Spezial bleibt. (Memento vom 9. Januar 2015 im Internet Archive) In: Internetseite des NDR.