Yvetot

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Yvetot
Wappen von Yvetot
Yvetot (Frankreich)
Yvetot
Region Normandie
Département Seine-Maritime
Arrondissement Rouen
Kanton Yvetot (Hauptort)
Gemeindeverband Région d’Yvetot
Koordinaten 49° 37′ N, 0° 45′ OKoordinaten: 49° 37′ N, 0° 45′ O
Höhe 83–157 m
Fläche 7,47 km2
Einwohner 12.072 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 1.616 Einw./km2
Postleitzahl 76190
INSEE-Code
Website mairie-yvetot.fr

Der Bahnhof von Yvetot

Yvetot ist eine französische Gemeinde mit 12.072 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Seine-Maritime der Region Normandie. Die Gemeinde ist Hauptort des gleichnamigen Kantons und des Gemeindeverbands Région d’Yvetot.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yvetot liegt inmitten der Landschaft Pays de Caux, knapp 60 Kilometer östlich von Le Havre.

Die Nachbargemeinden von Yvetot sind Baons-le-Comte im Norden, Sainte-Marie-des-Champs im Nordosten, Écalles-Alix im Osten, Saint-Clair-sur-les-Monts im Südosten, Touffreville-la-Corbeline im Süden, Auzebosc im Südwesten und Valliquerville im Westen.

Der Ort besitzt einen Bahnhof an der Bahnlinie Paris-Le Havre.[1] Nördlich von Yvetot verläuft die A29. Von ihr zweigt die A150 ab, die nach Rouen führt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung des Ortes geht vermutlich auf die Zeit der Völkerwanderung zurück. Der Name des Ortes ist vermutlich dem des Dorfs Ivetofta in der südschwedischen Region Schonen nachempfunden. Im Jahr 558 wurde Yvetot von König Chlothar I. zum Königreich (französisch Royaume d’Yvetot) erhoben. Laut der Legende war er zuvor zu einem Konflikt zwischen dem König und einem Kammerherrn aus Yvetot gekommen. Da Clothar diesen in einer Kapelle ermordete, erhob er Yvetot im Gegenzug zum Königreich. Dies erbrachte dem Ort zahlreiche Begünstigungen. Bis zur Französischen Revolution behielt Yvetot diesen Status, später in der Rolle eines Fürstentums.

Am 18. November 1789 wurden die Privilegien der höheren Klassen offiziell abgeschafft. Nach der Revolution war Yvetot bis 1926 eine Unterpräfektur. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Yvetot mehrmals von Bränden heimgesucht. Ab dem 18. Jahrhundert entstand eine bedeutende Textilindustrie. Damals waren rund 4000 Menschen als Weber beschäftigt. Schon im 19. Jahrhundert begann jedoch der langsame Niedergang dieses Industriezweigs. Ersetzt wurde er durch den Buchdruck, der zeitgleich an Bedeutung gewann. 1847 wurde die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Im 20. Jahrhundert kam die Nähindustrie auf, die in den 1990er-Jahren allerdings eine Krise durchlebte. Als Folge des Zweiten Weltkriegs wurde Yvetot im Jahr 1940 großenteils zerstört.[2]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008
Einwohner 7.932 9.510 10.433 10.605 10.807 10.770 11.596

Bereits im Jahr 1793 hatte Yvetot 9800 Einwohner und war damit eine bedeutende Stadt. Danach fielen die Bevölkerungszahlen kontinuierlich, erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts steigt die Zahl der Bewohner wieder an.

Kirche St. Pierre

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche Saint-Pierre in Yvetot wurde 1956 geweiht. Sie ersetzte damit die alte Kirche aus dem 19. Jahrhundert die im Verlauf des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde. Der Durchmesser der Rundkirche beträgt 40 Meter, ihre Höhe 20 Meter. Daneben steht frei ein Glockenturm (Campanile). Besonders sehenswert ist die Kirche wegen der Bleiglasfenster des Künstlers Max Ingrand. Sie verlaufen um das ganze Kirchenrund in nehmen etwa zwei Drittel der Wandhöhe ein. Die Fläche der Verglasung ist über 1.000 Quadratmeter groß und damit die größte zusammenhängende Bleiverglasung in Europa. Die Kirche ist als Monument historique eingetragen.[3]

Das 1613 entstandene Manoir du Fay, bei dem es sich um ein altes Herrenhaus handelt, ist seit 1996 als Monument historique klassifiziert. Der dazugehörige Park ist öffentlich zugänglich. Im Jahr 2001 öffnete das lokale Elfenbeinmuseum. Die ausgestellten Werke entstammen einer ursprünglich privaten Sammlung, die seit 1929 in Gemeindebesitz sind. Nach Louis Féron, der die Sammlung der Gemeinde stiftete, ist ein Platz in der Ortsmitte benannt. Dort befindet sich der Brunnen Saint-Louis. Dieser entstand um das Jahr 1892.[4]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte von Yvetot[5] sind

Seit 2007 besteht eine Entwicklungspartnerschaft mit der Landstadt Bourzanga in Burkina Faso.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Yvetot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Venir à Yvetot
  2. Yvetot d'hier et d'aujourd'hui
  3. Monuments historiques, abgerufen am 26. Dezember 2017
  4. Patrimoine et tourisme
  5. Website Yvetot – Villes jumelles