Hyperloop

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Schema des Hyperloops.
Längsschnitt des Hyperloops.
Modell des Hyperloop-Systems mit Solarzellen, zu Anschauungszwecken transparent dargestellt.

Der Hyperloop ist ein in der Entwicklung befindliches Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem, bei dem sich Kapseln in einer weitgehend luftleeren Röhre auf Luftkissen gleitend mit nahezu Schallgeschwindigkeit fortbewegen.[1] In der Nähe von Stationen sollen Linearmotoren wie bei einer Magnetschwebebahn hohe Beschleunigungen ermöglichen, während bei erreichter Reisegeschwindigkeit elektrisch betriebene Kompressoren genügend Vortrieb erzeugen sollen. Die Energie soll von auf der Röhre montierten Solarzellen generiert werden.

Der Unternehmer Elon Musk stellte die Idee im August 2013 in einem White Paper vor.[2] Damit sei es möglich, auf Strecken von bis zu 1200 Kilometern deutlich schneller und umweltfreundlicher als mit dem Flugzeug und gleichzeitig deutlich günstiger als mit der Bahn zu reisen.[3] Kurz nach Veröffentlichung wurden seine finanziellen und technologischen Annahmen bezweifelt.[4] Nach zahlreichen unbemannten Testfahrten wurde am 8. November 2020 erstmals eine Testfahrt mit Fahrgästen umgesetzt, die Kapsel bewegte sich dabei in einer Geschwindigkeit von 172 km/h durch eine 500 m lange Teströhre in Las Vegas.[5][6]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konzept setzt auf Stahlbeton-Stützen mit zwei nebeneinander liegenden Fahrröhren aus Stahl, in denen ein starker Unterdruck herrscht. Dieser soll Reisen knapp unterhalb der Schallgeschwindigkeit ermöglichen.[7] In den Röhren sollen sich Kapseln mit Platz für 28 Passagiere bewegen bzw. in einer größeren Variante Lasten transportiert werden wie z. B. Autos. Sie sollen reibungsarm auf Luftpolstern gleiten, die aus vor den Fahrzeugen durch einen Kompressor abgesaugter Luft erzeugt werden. Die meisten beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen planen inzwischen aber ein elektromagnetisches Schwebesystem.[8][9][10]

Durch oberirdische Verlegung der Fahrröhren entlang bestehender Autobahn-Trassen sollen die Kosten des Fahrwegs als teuerstem Teil des Konzeptes niedrig gehalten werden. Es setzt in wichtigen Teilen generell auf Verwendung bereits verbreiteter und günstig verfügbarer Technik.[11] Antrieb und Bremsung sollen über asynchrone Langstator-Linearmotoren erfolgen, die auch bei Magnetschwebebahnen wie dem Transrapid verbaut worden sind. Für Notfälle sind zusätzlich mechanische Bremse und elektrischer Radantrieb vorgesehen. Die Stromversorgung soll über Solarzellen auf den Röhren erfolgen.[12]

Die vorwiegend aus Aluminium konstruierten Kapseln sollen einen Durchmesser von 2,2 Metern haben.[13] Sie sollen ein Leergewicht von 3 bis 3,5 Tonnen mit einer Zuladung von 12 beziehungsweise 22,5 Tonnen bei den Lastenkapseln haben. Ursprünglich sollte die vorn angesaugte Luft komprimiert, gekühlt und teils für den 0,5 bis 1,3 Millimeter dicken Luftfilm verwendet werden, auf dem die Kapsel gleitet. Der andere Teil sollte in einem Rohr unter der Kapsel hindurchgeführt und durch eine rückwärtige Düse ausgestoßen werden.

Die Stahlfahrröhren sollen einen Durchmesser von 2,23 oder 3,3 Metern bei einer Wandstärke von 20 bis 25 Millimetern erhalten und ihr Innendruck bei 100 Pascal gehalten werden, einem Tausendstel des Normaldrucks. Die Stützpfeiler sollen in einem mittleren Abstand von etwa 30 Meter stehen und durch Dämpfungselemente gegen Erdbeben gesichert werden.

Energieverbrauch

Die für den Hyperloop notwendige Energie soll von den auf den Röhren montierten Solarpanelen bezogen und dabei sogar ein Überschuss produziert werden.

2013 gab SpaceX für die Strecke zwischen Los Angeles und San Francisco einen Energieverbrauch von 4,4 kWh/100 km pro Person (bei voller Auslastung mit 840 Personen) an.[13] Die Energie für die Errichtung und Unterhaltung der Fahrwege blieb darin allerdings unberücksichtigt. Im Vergleich dazu benötigt ein ICE 3 bei voller Auslastung etwa 8,4 kWh/100 km pro Person und ein Flugzeug mindestens 30 kWh/100 km pro Person.[14][15][16]

Vergleich zu California High-Speed Rail[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musk entwickelte das Konzept nach eigener Aussage als kostengünstigere und sicherere Alternative zu dem California High-Speed Rail (CAHSR) zunächst für die Verbindung zwischen Los Angeles und San Francisco bei einer Fahrzeit von 35 min für die 570 km lange Strecke. Für diese kalkuliert Musk Kosten zwischen sechs und siebeneinhalb Milliarden US-Dollar.[3] Diese stellt er den derzeitigen Kostenschätzungen für den Bau des CAHSR gegenüber, die rund 68 Milliarden Dollar betragen. Der Kostenvorteil soll sich unter anderem ergeben durch die geringeren Landerwerbskosten, durch weitgehend entfallenden Aufwand für die Ebnung der Strecke und durch weniger aufwendige Fundamente. Landerwerbskosten machen einen Großteil der Kosten für den Bau der Eisenbahnstrecke aus und sollen beim Hyperloop durch weitgehende Führung der Strecke auf bestehendem Autobahngelände und den verhältnismäßig kleineren Flächenbedarf der Stützen minimiert werden. Durch die Streckenführung auf Stützen mit variabler Höhe muss nicht großflächig Gelände abgetragen oder aufgeschüttet werden. Mit dem vorgesehenen Leergewicht der Kapseln sind die Ansprüche an die Fundamente wesentlich geringer als für einen typischerweise hunderte Tonnen schweren Hochgeschwindigkeitszug mit Achslasten von bereits weit über zehn Tonnen.

Anders als CAHSR muss für Hyperloop noch die Technik entwickelt werden, das entspricht einer anfänglichen Planungsphase („Alpha“), während CAHSR inzwischen bereits im Bau ist.[17] Musks Vorschlag wurde von verschiedener Seite heftig kritisiert, unter anderem wurde angeführt, die Kostenannahmen seien unrealistisch[18], und es wurde kritisiert, dass die Route nicht die Innenstädte, sondern Vororte miteinander verbinden soll.[19] Beim Projekt California High-Speed Rail ist ein Großteil der Kosten auf diese Anbindung der Innenstädte zurückzuführen, da dort Land besonders teuer ist. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die behaupteten Kostenersparnisse durch eine aufgeständerte Trasse bei bisherigen Infrastrukturprojekten auf Stelzen nicht eingetreten sind – im Gegenteil, Trassen auf Stelzen (wie bei Hyperloop) waren und sind immer teurer als ebenerdige Trassen (wie bei CAHSR).[18][20]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die grundlegende Idee der Fortbewegung ohne Luftwiderstand in einer evakuierten Röhre stellte George Medhurst bereits im Jahr 1812 vor.[21] Früheste Konzepte für Fortbewegung in (teil-)evakuierten Röhren sind bereits aus den 1910er Jahren bekannt.[22][23][24] Seit den 1970er Jahren wurden mehrere Konzepte veröffentlicht, die auch breitere Bekanntheit erlangten, jedoch bisher nie umgesetzt wurden.[25][26][27][28]

Musk begann die Konzeption von Hyperloop aus Unzufriedenheit mit der Entwicklung des Hochgeschwindigkeitszug-Projekts California High-Speed Rail. Er sprach erstmals am 12. Juli 2012 öffentlich über seine Idee und über Charakteristika und Umsetzungsperspektiven dafür.[29][30] In einer informellen Gruppe mit etwa einem Dutzend Mitarbeitern seiner Unternehmen Space X und Tesla Motors arbeitete er das Konzept im Laufe des folgenden Jahres aus und veröffentlichte es im August 2013.[31]

Für die weitere Entwicklung regt Musk ein offenes, partizipatives Konzept vergleichbar der Entwicklung freier Software an und bittet um Einsendung von Verbesserungen. Im August 2013 veröffentlichte er dafür ein White Paper[2], in dem er unter anderem folgendes schreibt.

„Einzigartig an Hyperloop ist auch, dass es ein offenes Entwicklungsskonzept ist, ähnlich wie Linux. Resonanz aus der Gemeinschaft, welche hilft, die Konstruktion zu verbessern und das Konzept in die Realität umzusetzen, ist erwünscht.“

Elon Musk: Hyperloop Alpha[2][32]

Im Juni 2015 gab Musk bekannt, einen Wettbewerb unter dem Namen SpaceX Hyperloop Pod Competition zu veranstalten, um die Entwicklung zu beschleunigen. Hierfür ließ er eine Teststrecke mit einer Länge von einer Meile (etwa 1,6 km) im kalifornischen Hawthorne bauen. Mit dem Bau wurde im Januar 2016 das Unternehmen AECOM beauftragt.[33] Die Röhre, in der komplette Prototypen getestet werden können, hat einen Durchmesser zwischen 4 und 5 Fuß (etwa 1,2–1,5 m). Nebenbei besteht für die teilnehmenden Teams die Möglichkeit, sich mit Subkomponenten an einem Konstruktions-Workshop an der Texas-A&M-Universität zu beteiligen. Die Jury wird aus unabhängigen Ingenieuren von SpaceX bestehen.[34][35] Bereits eine Woche nach der Bekanntgabe der Hyperloop Pod Competition hatten sich über 700 Teilnehmer angemeldet.[36] Dazu gehören auch Teams von Universitäten.[37] Am 30. Januar 2016 gab die den Wettbewerb ausrichtende Texas-A&M-Universität bekannt, dass von den 120 eingereichten Vorschlägen 22 für die nächste Runde und damit für den Test auf der noch zu bauenden Teststrecke ausgewählt wurden.[38] Beim Wettbewerbsfinale am 29. Januar 2017 fuhren drei Kapseln durch die Röhre. Die Kapsel des WARR Hyperloop Teams der Technischen Universität München erreichte die höchste Geschwindigkeit. Den Hauptpreis holte das Team der Technischen Universität Delft.[39]

Elon Musk kündigte am 15. Januar 2015 zunächst an, in Texas eine Teststrecke zu bauen.[40] Im Mai 2016 wurde ein Prototyp des Antriebs jedoch auf einer Teststrecke in Nevada der Öffentlichkeit vorgestellt[41][42] und im März 2017 Bilder der Teststrecke in der Mojave-Wüste nahe Las Vegas veröffentlicht.[43][44] Erste erfolgreiche Tests erfolgten wenig später, bei einem Praxistest Ende Juli wurde eine neue Rekordgeschwindigkeit von 310 km/h erreicht.[45]

Im August 2017 fand die zweite Hyperloop Pod Competition statt, bei der nur noch die Geschwindigkeit bewertet wurde. Wieder gewann das Team WARR Hyperloop der Technischen Universität München. Ihre Kapsel erreichte eine Rekordgeschwindigkeit von 324 km/h (201 mph) und war damit deutlich schneller als die der anderen Teams.[46][47] Im Jahr 2018 gewann das WARR-Hyperloop-Team den Wettbewerb und erreichte mit einer Höchstgeschwindigkeit von knapp 467 km/h einen neuen Rekord.[48] Das Team der TU München gewann auch den vierten Wettbewerb am 21. Juli 2019 (als TUM Hyperloop) mit einer Rekordgeschwindigkeit von 463 km/h.[49][50] Auf dem Campus des Hochschul- und Forschungszentrums Garching bei München entsteht aktuell eine Teststrecke.[51]

Nach 400 unbemannten Testfahrten hat die Kapsel am 8. November 2020 in der 500 m langen Teströhre in Las Vegas, Nevada eine bemannte Testfahrt mit 172 km/h durchgeführt.[52][53][54]

Vorgeschlagene Routen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vision for Europe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschlagene Routen des Konzeptes „Vision for Europe“

Das Unternehmen Hyperloop One veröffentlichte im Juni 2017 unter dem Titel Vision for Europe insgesamt neun Konzepte für potentielle Hyperloopstrecken in Mittel- und Westeuropa.[55]

Die längste der vorgeschlagenen Routen sieht einen kreisförmigen Streckenverlauf vor, der die Städte Berlin, Leipzig, Nürnberg, München, Stuttgart, Frankfurt am Main, Köln und Hamburg miteinander verbinden soll. Der Hyperloop soll die 1991 km lange Strecke in 142 Minuten befahren, wobei die voraussichtliche Fahrtzeit für Berlin–Leipzig mit 14 min, Leipzig-Nürnberg mit 20 min, Nürnberg–München mit 12 min, München–Stuttgart mit 17 min, Stuttgart–Frankfurt mit 15 min, Frankfurt–Köln mit 14 min, Köln–Hamburg mit 30 min und Hamburg–Berlin mit 20 min angegeben wird.[56]

Unter den vorgeschlagenen Strecken finden sich weiterhin drei Routenvorschläge für Großbritannien, ein Ring ähnlich dem deutschen in den Niederlanden, diverse Städteverbindungen wie HelsinkiTallinn, MadridTanger und WarschauBreslau sowie eine Verbindung über die Mittelmeerinseln Korsika und Sardinien.

Weitere Konzepte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2016 gab die slowakische Regierung bekannt, eine Vereinbarung mit Hyperloop Transportation Technologies zur Prüfung verschiedener Streckenoptionen – unter anderem von Bratislava nach Wien – geschlossen zu haben.[57]

Das russische Bahnunternehmen RŽD nahm im Mai 2016 Verhandlungen mit dem US-amerikanischen Unternehmen Hyperloop One auf, um Pläne für eine Frachttrasse zwischen der Hauptstadt Moskau und der nordrussischen Millionenmetropole Sankt Petersburg zu entwerfen.[58][59]

Auch die Fluggesellschaft Lufthansa führte nach Angaben einer Sprecherin bereits im August 2016[45] erste Gespräche mit Hyperloop Transportation Technologies (HTT). Demnach habe die Airline berechnet, welche innerdeutschen Flugstrecken durch die HTT-Technologie abgelöst werden könnten. Genannt wurden die Strecken München nach Hamburg, sowie die Fernverbindungen von Berlin nach Düsseldorf bzw. von Köln nach Berlin.[60][61]

Im Rahmen eines Wettbewerbs des Bundes Deutscher Architekten (BDA) für die Entwicklung Berlins entwarf ein Architekturbüro die Vision eines neuen Berliner Stadtteils „Seaside Berlin“ an der Ostsee. Dieser Berliner Stadtteil an der Ostsee soll mittels Hyperloop in 10 Minuten von Berlin aus erreichbar sein.[62]

Vereinigte Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der Konzeptstudie vorgeschlagene Strecke von der Region um Los Angeles in die Region um San Francisco beginnt in Sylmar, einem Vorort von Los Angeles, folgt dann in etwa der Interstate 5 nach Norden, und endet an einer Station in der Nähe von Hayward an der Ostseite der San Francisco Bay. Durch die Führung der Route entlang der Interstate müsste laut Musk nicht so viel Geld für den Kauf von Baugrundstücken aufgewendet werden. Es wurden auch mehrere mögliche Erweiterungsrouten in der Studie dargestellt, zum Beispiel eine Erweiterung nach Sacramento oder Anaheim nach San Diego oder auch Las Vegas.[2] Diese würden zum Einsatz kommen, falls beschlossen werden würde, mit dem Hyperloop auch Güter zu transportieren.

Vereinigte Arabische Emirate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut einem Werbevideo sollen auch die Vereinigten Arabischen Emirate an diesem Transportsystem interessiert sein. Man rechnet mit einer Fahrzeit von 12 Minuten zwischen den Zentren von Dubai und Abu Dhabi anstelle von zwei Stunden mit dem Auto.[63]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Entwicklung der Hyperloop-Technologie und Umsetzung von Projekten wurden mehrere Unternehmen gegründet, darunter:

  • Virgin Hyperloop One (vormals Hyperloop One, davor Hyperloop Technologies) – 2014 gegründetes US-amerikanisches Unternehmen, das im November 2020 die erste bemannte Fahrt in einer Hyperloop-Kapsel auf einer 10 km langen Teststrecke durchführte[64]. Das Unternehmen hat mit Stand Februar 2021 Finanzierung in Höhe von rund US$370 Millionen von verschiedenen Investoren erhalten[65], darunter in signifikanter Höhe von der Virgin Group, was zur Umbenennung des Unternehmens in Virgin Hyperloop One führte[66].
  • Hyperloop Transportation Technologies – In den USA ansässiges, 2013 – und damit als erstes – gegründetes Hyperloop-Unternehmen, das mit Stand Februar 2021 rund US$30 Millionen Investorenkapital eingesammelt hat[67] und mehrere Teststecken betreibt, darunter eine 320 Meter lange Strecke in Toulouse, Frankreich[68].
  • Hardt Hyperloop – 2016 aus der TU Delft hervorgegangenes, in den Niederlanden ansässiges Startup, das ein Hyperloop-Netz für Europa plant. Gemeinsam mit anderen europäischen Hyperloop-Unternehmen werden Standardisierungsinitiativen vorangetrieben, um eine langfristige Interoperabilität verschiedener Systeme in Europe sicherzustellen. In diesem Zusammenhang erhielt Hardt Hyperloop einer Förderung der Europäischen Kommission, um eine drei Kilometer lange Teststrecke in der Provinz Groningen zu errichten.[69][70]
  • Nevomo (vormals Hyper Poland) – 2017 mehrheitlich aus Absolventen der TU Warschau hervorgegangenes, polnisches Startup, dessen Fokus auf einer kürzeren Time-to-Market durch die Anwendung verschiedener Prinzipien des Hyperloop-Ansatzes auf konventionelle Eisenbahnstrecken liegt. Nevomo plant den Einsatz von kostengünstiger Magnetschwebetechnologie auf einem dritten Gleis auf bestehenden Eisenbahntrassen, wovon genehmigungsrechtliche und finanzielle Vorteile erwartet werden. Die Technologie, die erstmals im Herbst 2019 mit einem Technologiedemonstrator der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, ist dergestalt konzipiert, das ein gradueller Ausbau bis zu einem Voll-Hyperloop ermöglicht werden soll.[71]
  • Zeleros – 2016 von Absolventen der Polytechnischen Universität Valencia gegründetes, in Valencia ansässiges Startup, das 2020 eine Finanzierungsrunde in Höhe von 7 Millionen Euro abschließen konnte, mit der ein Testzentrum mit drei Kilometer langer Teststrecke in Spanien errichtet werden soll.[72] Zeleros ist gemeinsam mit Hardt und Nevomo an der europäischen Standardisierungsinitiative beteiligt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Hansman, Direktor des MIT International Center for Air Transportation, sagte der MIT Technology Review 2013, dass die Idee zwar physikalisch machbar sei, aber extrem teuer werden würde. Er sieht eine große Anzahl bislang nicht gelöster technischer Herausforderungen.[73] „Meine Frage ist nicht, ob es realisierbar ist, sondern ob es in einer Art umsetzbar ist, die von einem energietechnischen Standpunkt und auch von ökonomischer Seite Sinn ergibt.“[73]

Markus Hecht, Leiter des Fachgebiets Schienenfahrzeuge der Technischen Universität Berlin, habe sich die Konzeptstudie zwar noch nicht angesehen, äußerte aber im Jahr 2013 generelle Kritik: Er halte derartige Konzepte für unrealistisch. Er nennt das physikalische Problem der Abwärme, welches in einer Vakuumröhre kaum zu lösen sei.[74] Außerdem sei die Rettung der Passagiere im Notfall schwierig.[75] Auch andere Experten machen sich Sorgen um die Sicherheit, besonders bei Erdbeben. Zwar soll der Hyperloop mit einem Notsystem ausgestattet werden, das im Falle eines Bebens die Kapseln stoppen lässt, doch die große Geschwindigkeit von über 1200 km/h würde einen Bremsweg von fast zwei Kilometern bei einer Bremszeit von 15 Sekunden erzeugen.[74] Auch sei die Toilettenfrage noch nicht geklärt, und das Gewicht für einen Passagier samt Gepäck mit 100 Kilogramm zu gering berechnet. Vor allem in den USA müsste bei einem Durchschnittsgewicht von 80 Kilogramm das Gewicht realistischer berechnet werden.[76][77]

Als größtes Problem wird die als unrealistisch angesehene Kostenrechnung genannt.[78] Hecht verweist hier auf das aus Kostengründen eingestellte Swissmetro-Projekt und ähnliche Vorhaben, die geplante Kosten überstiegen.[74] René Lavanchy merkt im britischen Guardian an, dass die uneinheitliche Höhe der Stützpfeiler die Massenproduktion erschwere und das Bauen auf dem Autobahngrünstreifen sicherlich zu schwer tolerierbaren, längeren Störungen im ohnehin staugeplagten Verkehr auf der Interstate 5 führen würde.[79] Ferner sind für Röhren-Gabelungen noch keine Lösungen bekannt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rundfunkberichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hyperloop – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hyperloop: Menschliche Rohrpost mit 1.220 km/h. In: golem.de. Golem, 13. August 2013, abgerufen am 21. September 2017.
  2. a b c d http://www.spacex.com/sites/spacex/files/hyperloop_alpha-20130812.pdf Vorstellung des Projekts
  3. a b Projekt „Hyperloop“: US-Unternehmer will Reisende in die Highspeed-Röhre schicken. In: Spiegel Online. 13. August 2013, abgerufen am 13. August 2013.
  4. http://bits.blogs.nytimes.com/2013/08/15/could-the-hyperloop-really-cost-6-billion-critics-say-no/?_r=0
  5. Virgin Hyperloop: Erste bemannte Testfahrt erfolgreich orf.at, 9. November 2020, abgerufen 9. November 2020.
  6. Eric A. Taub: A Step Forward in the Promise of Ultrafast ‘Hyperloops’. In: The New York Times. 8. November 2020, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 9. November 2020]).
  7. Zukunftszug Hyperloop: Mit Schallgeschwindigkeit durch luftleere Röhren. In: innoFRAtor. 20. November 2018, abgerufen am 27. September 2020 (deutsch).
  8. How and Why We’re Levitating the Hyperloop. Abgerufen am 6. März 2017 (englisch).
  9. How and why we are levitating. Hyperloop Transportation Technology, abgerufen am 6. März 2017 (englisch).
  10. M. Flankl, T. Wellerdieck, A. Tüysüz and J.W. Kolar: Scaling laws for electrodynamic suspension in high-speed transportation. In: IET Electric Power Applications. November 2017, doi:10.1049/iet-epa.2017.0480 (englisch).
  11. Ashlee Vance: Revealed: Elon Musk Explains the Hyperloop, the Solar-Powered High-Speed Future of Inter-City Transportation. In: BloombergBusinessweek. Bloomberg L.P., 13. August 2013, abgerufen am 14. August 2013 (englisch).
  12. Idee von Elon Musk Hyperloop – Blitzschnelles Reisen per Röhre. In: Die Welt. Abgerufen am 13. August 2013.
  13. a b Hyperloop Alpha auf www.spacex.com, abgerufen am 8. März 2018
  14. Energieeffizienz im Schienenverkehrauf www.elektropraktiker.de, abgerufen am 14. August 2020
  15. Energieverbrauch eines ICEauf https://railfreak.de, abgerufen am 14. August 2020
  16. Energieverbrauch Flugzeugeauf www.nachhaltige-energiegewinnung.spoererau.de, abgerufen am 14. August 2020
  17. CAHSR-Vorsitzender Dan Richard zitiert von David R. Baker, 12. August 2013 in Musk’s Hyperloop idea: High-speed L.A.-S.F. tube.
  18. a b https://pedestrianobservations.wordpress.com/2013/08/13/loopy-ideas-are-fine-if-youre-an-entrepreneur/
  19. http://greatergreaterwashington.org/post/19848/musks-hyperloop-math-doesnt-add-up/
  20. http://www.economist.com/blogs/gulliver/2013/08/hyperloop
  21. Hyperloop Transport Proposed By Tesla’s Elon Musk. In: Technovelgy.com. Abgerufen am 13. August 2013.
  22. Von der Rohrpost zum Hyperloop: Die irre Geschichte der Röhrenzüge. 25. Oktober 2019, abgerufen am 5. Mai 2020.
  23. Boris Weinberg, 1914: Motion without friction (airless electric ways)
  24. Goddard’s WPI Breakthroughs. In: wpi.edu. Abgerufen am 19. April 2015 (englisch).
  25. Lakeland Ledger – Google News Archive Search. In: google.com. Abgerufen am 19. April 2015 (englisch).
  26. http://www.bibliotecapleyades.net/sociopolitica/esp_sociopol_underground13.htm
  27. Archivlink (Memento vom 4. August 2013 im Internet Archive)
  28. Why ET3? In: et3.com. Abgerufen am 19. April 2015 (englisch).
  29. Nathan Pensky, Sarah Lacy, Elon Musk: PandoMonthly Presents: A Fireside Chat with Elon Musk. In: PandoDaily. 12. Juli 2012, abgerufen am 13. September 2012 (englisch).
  30. Ashlee Vance: Elon Musk, the 21st Century Industrialist. In: Businessweek.com. Abgerufen am 19. April 2015 (englisch).
  31. Ashlee Vance: Musk Shows Hyperloop Transport Design for People to Cars. In: bloomberg.com. 13. August 2013 (englisch)
  32. “Hyperloop is also unique in that it is an open design concept, similar to Linux. Feedback is desired from the community that can help advance the Hyperloop design and bring it from concept to reality.”
  33. heise online: Menschen-Rohrpost Hyperloop: Elon Musk lässt Aecom Teststrecke bauen. In: heise online. Abgerufen am 6. Juli 2016.
  34. SpaceX Hyperloop Pod Competition. (PDF) 1. Juni 2015, abgerufen am 3. August 2015 (englisch).
  35. SpaceX Hyperloop Pod Competition. Abgerufen am 3. August 2015 (englisch).
  36. Welcome, SpaceX Hyperloop Pod Competition participants! 26. Juni 2015, abgerufen am 3. August 2015 (englisch).
  37. University of Illinois is forming a team! 26. Juni 2015, abgerufen am 3. August 2015 (englisch).
  38. 22 Student Teams Will Test Pod Design at SpaceX Hyperloop Test Track. 30. Januar 2016, abgerufen am 2. Februar 2016 (englisch).
  39. TU München gewinnt bei Hyperloop Pod Competition. wired.de, 30. Januar 2017, abgerufen am 9. April 2017.
  40. Elon Musk will Hyperloop Teststrecke bauen. gizmodo, 16. Januar 2015, abgerufen am 16. Januar 2015.
  41. Nicky Woolf: Hyperloop One tests high-speed train propulsion system. In: theguardian.com. 11. Mai 2016, abgerufen am 12. Mai 2016 (englisch).
  42. Magnetschnellbahn rast durch die Wüste In: tagesschau.de. ARD, 12. Mai 2016, abgerufen am 12. Mai 2016.
  43. https://hyperloop-one.com/hyperloop-one-reveals-first-images-nevada-desert-development-site-devloop-middle-east-rail
  44. "Hyperloop" baut erste Tempo-Kapsel: Mit 1223 km/h von Stadt zu Stadt. In: Spiegel Online Video. Abgerufen am 9. Juni 2018.
  45. a b Futuristisches Verkehrsmittel : Hyperloop besteht wichtigen Praxistest. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. August 2017, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 3. August 2017]).
  46. WARR-Team gewinnt auch zweite Hyperloop-Pod-Competition. TUM, 28. August 2017, abgerufen am 5. September 2017.
  47. Germany’s WARR team wins SpaceX’s Hyperloop II race with 201 mph pod run. In: GeekWire. 28. August 2017 (geekwire.com [abgerufen am 4. Januar 2018]).
  48. Hyperloop Pod Competition: Warr gewinnt erneut den Hyperloop-Wettbewerb. In: www.golem.de. 23. Juli 2018, abgerufen am 27. Oktober 2019.
  49. spacexcmsadmin: Hyperloop. 8. Juni 2015, abgerufen am 7. Oktober 2019 (englisch).
  50. Heinz Arnold: Mit 420 Chips von Infineon: TU München gewinnt Hyperloop-Wettbewerb. In: www.elektroniknet.de. 22. Juli 2019, abgerufen am 27. Oktober 2019.
  51. Linus Freymark: Beförderungskapsel Hyperloop: Von München nach Berlin in einer Stunde. In: www.sueddeutsche.de. 21. Juni 2019, abgerufen am 27. Oktober 2019.
  52. Virgin Hyperloop: Erste bemannte Testfahrt erfolgreich orf.at, 9. November 2020, abgerufen 9. November 2020.
  53. Eric A. Taub: A Step Forward in the Promise of Ultrafast ‘Hyperloops’. In: The New York Times. 8. November 2020, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 9. November 2020]).
  54. manager magazin: Hochgeschwindigkeitszug: So verlief die erste Passagierfahrt im Hyperloop - manager magazin - Unternehmen. Abgerufen am 10. November 2020.
  55. Hyperloop One’s Vision For Europe Comes Into Focus At Third Global Challenge Summit. Abgerufen am 3. August 2017 (englisch).
  56. Hyperloop: So könnte die erste deutsche Strecke aussehen – WELT. Abgerufen am 3. August 2017.
  57. Hyperloop: Slowakei lässt Bau einer Strecke prüfen. In: heise online. Abgerufen am 11. März 2016.
  58. 0 to 400mph in 2 seconds? Russian Railways eyes supersonic Hyperloop technology. In: rt.com. Abgerufen am 3. Juni 2016 (englisch).
  59. Russland plant Hyperloop-Strecke zwischen Moskau und Sankt Petersburg. In: Deutsche Wirtschafts Nachrichten. Abgerufen am 3. Juni 2016.
  60. Hochgeschwin[di]gkeitszug interessant für Lufthansa. In: wallstreet-online.de. 27. März 2017 (wallstreet-online.de [abgerufen am 27. März 2017]).
  61. Lufthansa: Interesse an Hyperloop-Technologie. In: BILD.de. (bild.de [abgerufen am 27. März 2017]).
  62. Wohnungsnot: Berlin will neuen Stadtteil in MV anlegen. Abgerufen am 5. April 2019.
  63. http://ge.archello.com/en/project/hyperloop
  64. Durch die Röhre mit 172 Stundenkilometern: Virgin Hyperloop schließt erste bemannte Testfahrt ab. In: Handelsblatt, 9. November 2020. Zugriff am 7. Februar 2021
  65. Crunchbase: Virgin Hyperloop – Financials, Zugriff am 7. Februar 2021.
  66. Introducing Virgin Hyperloop One - the world's most revolutionary train service. Pressemitteilung der Virgin Group vom 12. Oktober 2017. Zugriff am 7. Februar 2021.
  67. Crunchbase: Hyperloop Transportation Technologies – Financials, Zugriff am 7. Februar 2021.
  68. HyperloopTT: R&D center, Toulouse, France. Zugriff am 7. Februar 2021
  69. Hyperloop test centre to be opened in Groningen, Netherlands. Pressemitteilung von Hardt Hyperloop vom 20. Dezember 2019. Zugriff am 7. Februar 2021.
  70. European Hyperloop Program. Projektbeschreibung der Europäischen Kommission. Zugriff am 7. Februar 2021.
  71. Hyper Poland Reveals Its MagRail Transport Technology. In: EcoTechDaily, 19. November 2019. Zugriff am 7. Februar 2021.
  72. Spain’s Zeleros raises 7M€ in financing to lead the development of hyperloop in Europe. Pressemitteilung von Zeleros vom 1. Juni 2020. Zugriff am 7. Februar 2021.
  73. a b Experts Raise Doubts Over Elon Musk’s Hyperloop Dream – While technically feasible, Musk’s hyperloop will likely be expensive. In: MIT Technology Review. Abgerufen am 16. August 2013 (englisch).
  74. a b c Markus Becker: Luftkissenzug „Hyperloop“: Risiko in der Röhre. In: Spiegel Online. 13. August 2013, abgerufen am 16. August 2013.
  75. Kritik am Hyperloop – Passen die fetten Amis in die Röhre? In: 20min.ch. Abgerufen am 16. August 2013.
  76. Hyperloop Would Have ‘Astronomical’ Pricing, Unrealistic Construction Costs, Experts Say. In: Huffington Post. Abgerufen am 16. August 2013 (englisch).
  77. Ideal Weight: Americans Want To Weigh 162 Pounds, On Average, Report Finds. In: Huffington Post. Abgerufen am 3. Januar 2015 (englisch).
  78. Alexis C. Madrigal: Elon Musk’s Futuristical Napkin Drawing of a Mass Transit System. In: The Atlantic. 12. August 2013, abgerufen am 19. April 2015 (englisch).
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