Ostwaldecker Randsenken

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Die Ostwaldecker Randsenken sind eine naturräumliche Haupteinheit des Westhessischen Berg- und Senkenlandes in Nordhessen und, in deutlich geringerem Umfang, in angrenzenden Teilen Nordrhein-Westfalens. Sie zweigen nordwestlich von der Westhessischen Senke ab und bestehen in der Hauptsache aus dem durch mehrere kleinere Höhenzüge gekammerten Wolfhagener Becken zwischen dem Waldecker Wald im Westen, der Diemel im Norden, der Warburger Börde im Nordosten, dem Habichtswald im Osten sowie der Eder im Süden, das zu großen Teilen im Naturpark Habichtswald liegt. Darüber hinaus gehören noch der Hessenwald und die ihn begleitenden Randsenken östlich des Kellerwaldes und zum Teil rechts der Eder, die teilweise im Naturpark Kellerwald-Edersee liegen, zur Haupteinheit.[1][2]

Wichtigste Städte sind (von Norden nach Süden) Diemelstadt, Volkmarsen, Wolfhagen, Naumburg und, im durch den Waldecker Wald abgetrennten Südteil, Bad Wildungen.

Landschaft[Bearbeiten]

Der nach Norden bis zum Tal der Diemel reichende, in der Hauptsache mesozoisch aufgebaute, klimatisch trockene Senkenzug setzt sich im größeren, nördlichen Teil (Wolfhagener Becken) zwischen dem Habichtswald im Osten und dem Waldecker Wald im Westen aus diversen Gräben, Verwerfungen und Höhenzügen zusammen, die in der Hauptsache „eggisch“ (Begriff angelehnt an das sich nördlich anschließende Eggegebirge) in nordnordwestliche Richtung verlaufen.

Der nur gut ein Drittel der Fläche einnehmende südliche Teil hingegen zeichnet sich durch bis 350 m tiefe Abbrüche am Osthang des Kellerwaldes aus und wird vom Waldecker Wald nach Norden bis Nordosten flankiert. Hierzu zählt auch der Hessenwald, in den der Kellerwald nach Osten fließend übergeht, der indes geologisch eine Verlängerung des Waldecker Waldes südlich der Eder darstellt.[1]

Insgesamt ist die Senke vom Mitteldiemeltal bei Westheim, Wrexen und Scherfede bis zum Löwensteiner Grund um Bad Zwesten und Jesberg in Nordnordwest-Richtung über 60 km lang, jedoch nur 5 bis 10 km breit.

Höhenzüge[Bearbeiten]

Von Norden nach Süden wird das Senkungsfeld durch die folgenden Höhenzüge und Singularitäten unterbrochen und zum Teil gekammert:

Geologie[Bearbeiten]

Das Wolfhagener Becken im erweiterten Sinne, d. h. der nördlich der Eder gelegene Teil der Randsenken, stellt eine in sich halbwegs abgeschlossene geologische Übereinheit dar, die sich östlich, im äußersten Norden westlich einer Grabenzone formiert. Dem gegenüber nimmt die östliche Abdachung des Kellerwaldes im Süden der Haupteinheit in der Hauptsache den Südteil der Scholle des Waldecker Waldes ein. Entsprechend sind beide Landschaftsteile in der geologischen Betrachtung voneinander getrennt zu sehen.[3][4]

Wolfhagener Becken[Bearbeiten]

Umgebende Schollen[Bearbeiten]

Das Gebiet des Wolfhagener Beckens wird durch vier geologische Strukturräume grob begrenzt:

Der Westen stößt auf die östliche Waldecker Scholle, die sehr große Arolsen-Schlierbacher Scholle des Waldecker Waldes, die an der Nahtstelle auf Mittlerem Buntsandstein liegt.

Nordöstlich stößt das Becken auf die Zierenberger Scholle der Warburger Börde und des nördlichen Habichtswaldes (Malsburger Wald und nördliche Hinterhabichtswälder Kuppen einschließlich Großem Bärenberg). Auf dieser stehen in der Hauptsache Oberer Buntsandstein und Unterer Muschelkalk an.

Im Osten stößt das Becken an das Vulkanfeld Vulkanischer Habichtswald und Lange Berge von Hohem Habichtswald, Hoofer Pforte und Langenbergen. Hier stehen bevorzugt vulkanische Gesteine des Miozäns an, die aus Sedimenten des Oberoligozäns empor ragen.

Auf der Niederhessischen Tertiär-Senke der südöstlichen Fritzlarer Börde im Südosten dominieren Fließerde, Kies und Sand.

Innere Schollen[Bearbeiten]

Im wie oben abgegrenzten Gebiet, das an den südlichen Hinterhabichtswälder Kuppen und der nordwestlichen Warburger Börde über die Ostwaldecker Randsenken hinausgeht, liegen vier eigene Schollen, deren südliche beiden unmittelbar ineinander übergehen, jedoch in der Mitte der Nahtstelle durch einen kleineren Graben separiert sind:

Im äußersten Nord(nordwest)en liegt die Quast-Eichholz-Scholle um Quast und Eichholz, auf denen Unterer Muschelkalk ansteht.

Auf der kleinen Ehringer Scholle im Norden des Wolfhagener Beckens, am Elsbergrücken und westlich davon, steht in der Hauptsache Mittlerer Buntsandstein an.

Die Istha-Scholle östlich des Beckenzentrums reicht von der zentralen bis östlichen #Istha-Ebene bis in die südlichen Hinterhabichtswälder Kuppen. In seinem Norden steht Unterer Buntsandstein an, im Süden vornehmlich Mittlerer. Zwischen den Buntsandsteinflächen ist dieser in den Tälern mit Fließerde überlagert. In der Mitte der Nahtstelle zur nächstgenannten, nächstsüdlicheren Scholle, die sich von Nordwesten nach südosten zieht, liegt der kleine Graben von Balhorn-Masslor, dessen Gesteine nicht von denen der Nachbarschollen abweichen.

Die Emstaler Scholle zieht sich südöstlich des Beckenzentrums von den Elberberger Höhen bis in die nordwestliche Fritzlarer Börde. Die dominierende Fließerde wird hier, vom Westen abgesehen, nur eher kleinflächig von Buntsandstein unterbrochen. Lediglich die Elberberger Höhen im Westen stellen in der Hauptsache einen Rücken aus Mittlerem Buntsandstein dar, aus dem vulkanische Kuppen hervor ragen.

Der Hauptgraben[Bearbeiten]

Im Westen des Wolfhagener Beckens zieht sich eine Abfolge von durch Unteren Zechstein dominierten Gräben von Südsüdost nach Nordnordwest:

Westlich der Emstaler Scholle zieht sich die Fritzlar-Naumburger Grabenzone nach Norden, die westlich der Istha-Scholle in die Wolfhagen-Volkmarser Grabenzone übergeht. Unmittelbar westlich des Überganges liegt der Rauenstein bereits auf der Arolsen-Schlierbacher Scholle, in die jedoch östlich davon der Ippinghausener Graben (#Ippinghäusergrund mit der Singularität Weidelsberg) eingesenkt ist.

Die Wolfhagen-Volkmarser Grabenzone teilt sich an der Südflanke der Ehringer Scholle. Der Ostarm reicht nach einer Richtungsänderung nach Ostsüdosten durch die Hinterhabichtswälder Kuppen am Burghasunger Berg in die Habichtswälder Senke hinein, während der westlichere Graben seine nordnordwestliche Richtung beibehält und über den Osten des #Volkmarser Beckens hinweg östlich der Quast-Eichholz-Scholle am #Volkmarser Graben bis zur Diemel reicht. Im Norden zweigt von ihm die Warburger Grabenzone in Richtung Osten ab, die jedoch in der Diemelbörde und damit außerhalb der Ostwaldecker Randsenken verläuft.

Der Nordwesten des Wolfhagener Beckens vom zentralen und westlichen Volkmarser Becken bis zum Stock und seinen Randsenken liegt geologisch auf der Arolsen-Schlierbacher Scholle des Waldecker Waldes.

Östliche Kellerwald-Abdachung[Bearbeiten]

Obgleich der Hessenwald im Süden der Ostwaldecker Randsenken orographisch wie ein Ausläufer des Kellerwaldes anmutet, stellt er geologisch die Fortsetzung des Mittleren und Unteren Buntsandsteins des Waldecker Waldes nach südlich der Eder dar und liegt auf dessen Arolsen-Schlierbacher Scholle, die sich nach Süden bis zum Neustädter Sattel fortsetzt. Auch seine Randsenken Wildunger Senke im Nordwesten und Löwensteiner Grund (ohne Gilsagrund) im Südwesten liegen auf dieser Scholle, wobei der Löwensteiner Grund allerdings nur inselartig von Buntsandstein überlagert ist. Beide Senken beherbergen den Großteil des Zechsteingürtels am Osthang des Kellerwaldes.

Der Gilsagrund genannte Südwestteil des Löwensteiner Grundes liegt auf der südlichen Kellerwaldstruktur und wird nördlich und südlich von Schiefergesteinen des Kellerwaldes eingerahmt, seinen äußersten Südwesten nehmen Gesteine des Oberdevons ein. Auf ihm dominiert allerdings Fließerde, die auch im restlichen Löwensteiner Grund nennenswert ansteht. Größere Fließerdeinseln finden sich in der Wildunger Senke im Norden des Netzehügelland genannten Nordteils, in der Netzer Mulde um Netze, sowie im Süden des Wilde-Hügellandes genannten Südteils, im Braunauer Winkel um Braunau.

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten]

Die Ostwaldecker Randsenken gliedern sich wie folgt:[1][5]
(Flächen in Klammern, bei ganz in Hessen gelegenen Teilen per Umweltatlas[5])

  • 341 Ostwaldecker Randsenken (504 km²)[6]
    • Wolfhagener Becken (ca. 327 km², mit Randsenken und -anhöhen)
    • Ostabdachung des Kellerwaldes (177 km²)
      • 341.5 Wildunger Senke (91,30 km²)
        • 341.50 Netzehügelland (36,46 km²)
          • (ohne Kennzahl) Netzer Mulde
        • 341.51 Wegaer Ederaue (21,89 km²)
        • 341.52 Wilde-Hügelland (32,95 km² inc. Braunauer Winkel)
          • 341.520 Braunauer Winkel (5,42 km²)
      • 341.6 Hessenwald (47,85 km²)
      • 341.7 Löwensteiner Grund (38,09 km²)

Mit Wolfhagener Becken wird im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands 1957 vage der westlich bis zum Waldecker Wald reichende, nordwestliche Ast der Westhessischen Senkungszone bezeichnet, dem östlich des Habichtswaldes das Kasseler Becken gegenüber stehe.[7] Indes ist das Kasseler Becken in den folgenden Jahren enger definiert worden, während der Name Wolfhagener Becken in einem engeren Sinne keine Verwendung mehr findet und auch in anderweitiger Fachliteratur keine feste Abgrenzung erhält. Dementsprechend bezeichnet der Begriff, je nach Perspektive, nur die Einheiten 341.2-341.3 oder aber alle Einheiten 341.0-341.4.

Ursprüngliche Zuordnung[Bearbeiten]

Im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands hatte die Bundesanstalt für Landeskunde unter Leitung von Emil Meynen und Josef Schmithüsen Mitte der 1950er Jahre zunächst die Ostwaldecker Randsenken als Teil der Haupteinheit 342 Westhessische Senke aufgefasst. Diese Zuordnung wurde in den Jahren bis 1960 revidiert und die Ostwaldecker Randsenken wurden zur eigenen Haupteinheit 341 ausgerufen.[7]

Umstritten ist heute noch die Zuordnung des keinen flachgründigen Anschluss an die anderen Senken der Haupteinheit aufweisenden Löwensteiner Grundes, den das BfN in seinem Landschaftssteckbrief der Westhessischen Senke zuschlägt.[8][9]

Mitteldiemelsenke[Bearbeiten]

Mit Mitteldiemelsenke wird das Tal der Diemel von oberhalb Westheims (Marsberg, Hochsauerlandkreis, NRW) über Wrexen (Diemelstadt, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Hessen), Scherfede und Rimbeck bis unmittelbar oberhalb Ossendorfs (je Warburg, Kreis Höxter, NRW) bezeichnet.

Wrexener Diemetal bezeichnet hiervon den westlichen Teil, der an der Westheimer Störung mit dem Austritt der Diemel aus dem Diemelbergland bei leichter Richtungsänderung von Nordost in Ostnordost beginnt. Die Talhänge des Buntsandstein-Kastentals werden flussabwärts zunehmend sanfter, im weiteren Verlauf separiert der Fluss das Eggegebirge im Norden von seinen südlichen Verlängerungen Waldecker Wald sowie Quast und Eichholz und schneidet zwischen den beiden letztgenannten Höhenzügen überdies die Rötgräben der #Rhoder Senken.

Das sich östlich anschließende, ganz im Kreis Höxter gelegene Talbecken von Scherfede reicht nach Norden merklich über den Fluss hinaus und läuft nach Osten schließlich in die Warburger Börde aus.

Rhoder Senken[Bearbeiten]

Die Rhoder Senken sind ein sich unmittelbar südlich an die #Mitteldiemelsenke anschließendes Gefüge aus Gräben und Senken auf der Gemarkung der nordhessischen Städte Diemelstadt, Bad Arolsen und Volkmarsen (Landkreis Waldeck-Frankenberg) sowie im Westen der Gemarkung des Ostwestfälischen Warburg (Kreis Höxter).

Die nach Westen und Südwesten an den nördlichen Waldecker Wald und nach Osten an die Warburger Börde stoßende Landschaft wird durch die parallel nach Nordnordwesten verlaufenden Höhenzüge Stock sowie Quast und Eichholz gekammert und nach Süden zum #Volkmarser Becken hin abgeriegelt. Auf dem Stock liegt mit dem Namensgeber Rhoden der Verwaltungssitz von Diemelstadt, welche den größten Flächenanteil der Senkenlandschaft einnimmt.

Die praktisch ganz in Diemelstadt gelegene Rötsenke des Rhoder Grundes im Nordwesten, die nach Osten von Quast und Eichholz begrenzt wird, verzweigt sich, von Wrexen im Norden ausgehend, in zwei Teilsenken, die den Stock beidseitig umgeben. Von der westlichen Teilsenke her kommt der Rhodener Bach, von der östlicheren sein Vorfluter Laubach mit dem gleichnamigen Kleindorf Laubach, der der Orpe unmittelbar oberhalb deren Mündung in die Diemel in Wrexen nach Norden zufließt. Die südlichen Teile beider Teilsenken entwässern dem gegenüber nach Süden bis Osten zur Twiste, und zwar die westliche über die Wande mit der Siedlung Gashol und die östliche über den später das Eichholz nach Osten durchstoßende Hörler Bach, auch Welda genannt. An der letztgenannten, auch Ammenhäuser Grund genannten Teilsenke liegen am Flusslauf Dehausen und Ammenhausen.

Die abgesunkene Scholle Mittleren Buntsandsteins des Schmillinghäuser Grundes bei Schmillinghausen, dem einzigen zu Bad Arolsen gehörigen Ort der Rhoder Senken, schließt sich am Tal der Wande unmittelbar südlich an den Westarm des Rhodaer Grundes an. Bedingt durch den Quellenreichtum des hiesigen Osthanges des Waldecker Waldes in Verbindung mit eher undurchlässigen, tonigen Böden, ist dieses Gebiet vergleichsweise bodenfeucht.

Die östlichste der Rhoder Senken stellt der Volkmarser Graben, auch Wether Grund genannt, östlich von Quast und Eichholz an der Landesgrenze von Hessen zu Nordrhein-Westfalen dar, der nach Osten an die Warburger Börde stößt. Im Zentrum liegt Wethen (Diemelstadt), im Süden, an der aus dem sich südlich anschließenden Volkmarser Becken kommenden Twiste, Welda (Warburg), wo der gleichnamige Nebenfluss mündet. Zu beachten ist, dass der geologische Volkmarser Graben deutlich weiter nach Süden reicht als der naturräumliche, siehe #Der Hauptgraben.

Volkmarser Becken[Bearbeiten]

Das mit Bodenhöhen von 180 bis 220 m sehr flachgründige Volkmarser Becken mit der nordhessischen Kleinstadt Volkmarsen im Südosten liegt komplett im Landkreis Waldeck-Frankenberg und, vom Arolser Ortsteil Wetterburg im äußersten Südwesten abgesehen, vollständig in der Gemarkung der namensgebenden Stadt.

Das Becken wird eingekesselt von der Arolser Platte im nördlichen Zentrum des Waldecker Waldes im Südwesten, dem Stock im Nordwesten, dem Eichholz im Norden und der Warburger Börde im Nordosten. Lediglich der Südosten ist mit dem 280,4 m hohen Esseberg als Nordgipfel des Elsbergrückens und der 284,1 m hohen Warte als nördlicher Randhöhe der #Ehringer Senke sanfter verriegelt.

Die Twiste tritt am Twistesee im Südwesten in das Becken ein und nimmt alsbald die aus Arolsen und Wetterburg kommende Aar auf. Über Külte erreicht sie auf ihrem nordöstlichen Weg Volkmarsen, wo sie den geologischen Volkmarser Graben (siehe #Der Hauptgraben) betritt, worauf sie innerhalb dessen in den naturräumlichen #Volkmarser Graben östlich des Eichholz das Becken nach Norden verlässt.

Von Süden kommend mündet die Watter (aus dem Waldecker Wald kommend) zwischen Külte und Volkmarsen und die Erpe (von der Ehringer Senke her) unterhalb der Stadt. Nur wenige Meter unterhalb der Erpemündung mündet überdies von links die von Westen kommende Wande. Die Wande hat zuvor das Becken im nördlichen Westen und westlich des Stock an der schmalen Schneise zum Schmillinghäuser Grund betreten und das an der nordöstlichen Beckenöffnung zum südöstlichen #Rhoder Grund zwischen Stock und Eichholz gelegene Herbsen südlich passiert.

Der Hörler Bach verläuft dem gegenüber nur einen kleinen Abschnitt lang, in einer Schneise des Eichholz bei dem in Südosthanglage gelegenen Hörle, im äußersten Norden des Beckens und mündet nordöstlich außerhalb.

Wolfhager Hügelland[Bearbeiten]

Das Wolfhager Hügelland, auch Wolfhagener Hügelland genannt ist ein vorherrschend offenes Bruchschollenland von vielfältiger Bodengestalt in den nordhessischen Landkreisen Waldeck-Frankenberg (nur Gemarkung der Stadt Volkmarsen) und Kassel. Das Hügelland wird im nördlichen Westen vom zentralen Waldecker Wald, im Norden von der Diemelbörde und im Osten vom Habichtswald flankiert. Im äußersten Nordwesten geht es über ins #Volkmarser Becken, im südlichen Westen und im Süden in die #Naumburger Senken und Rücken.

Im Norden wird die Landschaft durch den in nordnordöstliche Richtung verlaufenden, bis etwa 419 m hohen Elsbergrücken gekammert, im Zentrum ragt der 523,1 m hohe, singuläre Isthaberg empor. Westlich des Isthabergs liegt die namensgebende Stadt Wolfhagen, Landkreis Kassel.

Die Ehringer Senke im nördlichen Westen des Hügellandes verläuft auf Wolfhagener und Volkmarser Gebiet zwischen dem zentralen Waldecker Wald im Westen und dem Elsbergrücken im zentralen und nördlichen Osten. Im südlichen Westen tritt die Erpe vom Altenhasunger Graben (s. u.) zwischen Elsbergrücken und Isthaberg in die Senke, wo ihr die von der Isthaebene (s. u.) im Süden das Mühlenwasser, an dem Wolfhagen liegt, linksseitig zufließt. Ab der Mündung unmittelbar oberhalb des Wasserschlosses Elmarshausen flankiert die Erpe den Elsbergrücken unmittelbar von Westen in ihrem nunmehr nach Nordnordwesten gerichteten Lauf, an der Mündung der den Rücken mittig durchschnitten habenden Dase (s. u.) vorbei über Ehringen (Stadt Volkmarsen) zum Volkmarser Becken hin. Im Westen der Senke liegen zum Osthang des Waldecker Waldes hin Gasterfeld, Viesebeck (beide Stadt Wolfhagen) und Lütersheim (Volkmarsen). Hierbei liegt Viesebeck am unmittelbar oberhalb Ehringens in die Orpe mündenden Viesebecker Bach, während Lütersheim nach Westen zur den Rand des Waldecker Waldes in Richtung Norden passierenden Watter entwässert.

Die fast komplett im Landkreis Kassel gelegene Elsunger Senke im Nordosten des Hügellandes wird nach Westen vom Elsbergrücken, nach Nordwesten von der Diemelbörde und nach Nordosten und Osten durch den Habichtswald begrenzt. Nach Süden geht sie in den Altenhasunger Graben (s. u.) über.
Der den Großteil der Fläche einnehmenden Südteil der Senke wird durch die Dase dominiert, die die Landschaft in Form eines nach Westsüdwesten offenen Halbkreises im Gegenuhrzeigersinn von ihrer Quelle bei Nothfelden (Wolfhagen) über Oberelsungen (Stadt Zierenberg) und Niederelsungen (Wolfhagen) passiert, bis sie den Elsbergrücken in südwestliche Richtung durchstößt. Dabei werden sowohl der 395,5 m hohe, alleinstehend bewaldete Filtz im Süden der Senke nördlich Nothfeldens als auch der 297,7 m hohe Frauenberg in der Mitte der Senke südlich Niederelsungens umkreist.
Den schmalen Norden der Elsunger Senke nimmt das Einzugsgebiet des Mittellaufs des Rhödaer Baches um den Ort Rhöda (Gemeinde Breuna) ein. Auch dieser Bach durchstößt den Elsbergrücken in südöstliche Richtung, jedoch im flachgründigeren Norden. Im äußersten Norden schließlich läuft die Senke auf unbesiedeltem Zierenberger Gebiet westlich des etwa 322,3 m hohen Hohen Steiger in die westliche Diemelbörde aus.

Der für das Hügelland zentrale, im Osten der Wolfhagener Gemarkung liegende Altenhasunger Graben, in dem in bewegtem, kleinräumigen Küppchenrelief Keupersandsteine im Wechsel mit bunten Mergeln anstehen, flankiert den Isthaberg und die sich südlich anschließende Isthaebene (s. u.) von Norden zum Elsbergrücken und seinen beiden Randsenken hin. Nach Osten zu den Hinterhabichtswälder Kuppen wird er durch steile Hänge begrenzt, ansonsten sind nur die Übergänge nach Nordwesten zum Elsbergrücken und nach Süden zum Isthaberg durch nennenswerte Höhenunterschiede gekennzeichnet.
Am Oberlauf der den Isthaberg im Gegenuhrzeigersinn nördlich umrundenden liegen Wenigenhasungen und Altenhasungen, weiter innen liegen die Kleindörfer Philippinenthal (am linken Nebenbach Lohbach) und Philippinendorf (am Nordhang des Isthabergs).

Die Isthaebene ist eine mit Löss überzogene, sanftwellige Buntsandsteinfläche im Süden Wolfhagens, im Südsüdwesten Zierenbergs, im Nordosten Naumburgs und im Nordwesten Bad Emstals (alle Landkreis Kassel). Sie liegt im Süden des Wolfhager Hügellandes auf der Wasserscheide zwischen Diemel und Eder, unmittelbar südlich des Isthabergs und nördlich der bis 430,8 m hohen Elberberger Höhen. Südwestlich stößt sie an den bis 366,4 m hohen Rauenstein.
Der zur Diemel entwässernde Norden liegt größtenteils auf Wolfhagener Gebiet, lediglich Oelshausen am oberen Oberlauf der Erpe in dessen Osten gehört zu Zierenberg. im Westen des Nordteils der Ebene liegt Bründersen (Wolfhagen) unmittelbar links des Mühlenwassers, zwischen beiden Orten liegt Istha (ebenfalls Wolfhagen) an dessen rechtem Nebenbach Limeckebach.
Der Süden der Ebene wird durch den Spolebach über die Elbe zur Eder entwässert. An diesem Bach liegt im Südosten Balhorn (Bad Emstal) und an einem rechten Nebenbach im Südwesten der Ebene Altenstädt (Naumburg).

Naumburger Senken und Rücken[Bearbeiten]

Die Naumburger Senken und Rücken in Nordhessen, eine von bewaldeten Buntsandsteinrücken und Vulkankuppen begleitete Röt-Muschelkalk-Senke, nehmen den Süden des Wolfhagener Beckens im erweiterten Sinne zwischen der Eder im Süden und der Diemel im Norden ein. Ihr Nordwesten liegt auf der Gemarkung Wolfhagens, ihr Westen auf der Naumburgs, ihr Nordosten auf Bad Emstaler Gebiet (alle Landkreis Kassel) und ihr Süden im Nordwesten Fritzlars (Schwalm-Eder-Kreis).

Die Landschaft stößt nach Westen an den südlicheren Waldecker Wald, der jedoch von ihrer 492,3 m hohen westlichen Randsingularität Weidelsberg überragt wird, im Norden findet ein sanfterer Übergang zum #Wolfhager Hügelland statt. Im Nordosten schmiegt sich das Land schließlich an die südlicheren Hinterhabichtswälder Kuppen, im Südosten riegeln die bis 430,8 m hohen Elberberger Höhen die Landschaft zur Fritzlarer Börde hin ab.

Entwässert wird die Landschaft durch Elbe (Westen) und Ems (Osten) nach Süden zur Eder hin. Lediglich ein kleiner Landschaftsteil im Nordwesten entwässert über (der Reihe nach) Mühlenwasser, Erpe und Twiste nach Norden zur Diemel.

Die schmale Röt-Muschelkalk-Senke des Ippinghäuser Grundes legt sich im äußersten Nordwesten der Naumburger Senken und Rücken zwischen Waldecker Wald und Istha-Ebene, von der der Südosten der Ebene durch den bis 366,4 m hohen Rauenstein abgetrennt wird. Östlich davon liegt der deutlich höhere Weidelsberg an der Nahtstelle zum Waldecker Wald.
Im Norden des Grundes liegt Leckringhausen (Wolfhagen) am dem Mühlenwasser nach Nordosten zufließenden Ofenwasser, weiter südlich liegen im Tal der Elbe Ippinghausen (Wolfhagen) und Naumburg.

Der schmale Elbergrund im Südwesten der Naumburger Senken und Rücken verlängert den Ippinghäuser Grund längs des Tals der Elbe nach Süden über Elbenberg, Altendorf, Heimarshausen (alle Naumburg) sowie Züschen und Geismar (beide Fritzlar) bis zum Edertal. Zwischen dem Alten Wald im Westen und den Elberberger Höhen im Ostenriegelt der singuläre, 380 m hohe Heiligenberg zwischen Altendorf und Heimarshausen den Norden der Landschaft gegenüber dem Süden ab.

Die Sander Kammer im Nordosten der Naumburger Senken und Rücken ist eine kleine Buntsandsteinmulde um den Bad Emstaler Hauptort Sand. Die an der Ems gelegene Kammer wird nach Westen durch die Elberberger Höhen mit dem 430,8 m hohen Wartberg, nach Norden durch den 436,7 m hohen Erzeberg, nach Osten durch den 461,9 m hohen Falkenstein und nach Südosten durch den 446,5 m hohen Emser Berg begrenzt. Hiervon gehören alle Berge bis auf den Wartberg zu den Hinterhabichtswälder Kuppen, die sich nordöstlich an die Naumburger Senken und Rücken anschließen.

Naturräume an der Ostabdachung des Kellerwaldes[Bearbeiten]

Die südlichen und südwestlichen Untereinheiten der Ostwaldecker Randsenken schließen sich östlich unmittelbar an den Kellerwald an und beinhalten auch den Zechsteingürtel an dessen Ostrand. Geologisch liegen sie vor allem auf dem von Mittlerem und Unterem Buntsandstein dominierten Strukturraum der Arolser-Schlierbacher Scholle des Waldecker Waldes, s. o.

Der an der Altenburg 432,7 m ü. NN hohe Hessenwald ist orographisch ein Nordostausläufer des südöstlichen Kellerwaldes, stellt jedoch geologisch eher eine Fortsetzung des Sandsteinrückens des Waldecker Waldes südlich der Eder dar. Randsenken im Wortsinne sind die Wildunger Senke westlich und nordwestlich des Hessenwaldes sowie der Löwensteiner Grund südwestlich des Buntsandsteinrückens.

Die Wildunger Senke wird nach Nordosten durch den Waldecker Wald und nach Westen durch den Kellerwald abgeriegelt. Es wird durch die zentral in West-Ost-Richtung vom Affolderner See bis oberhalb Fritzlars verlaufende Wegaer Ederaue, deren Osten Waldecker Wald und Hessenwald separiert, in zwei Hügellandschaften geteilt. Das Netzehügelland im Norden, links der Eder, folgt dem Lauf der Netze von der Netze-Mulde bei Netze sowie kleineren östlichen Parallelbächen. Dem gegenüber trennt das Wilde-Hügelland im Süden den oberen Unterlauf der Wilde bei und unterhalb Bad Wildungens vom im Kellerwald verlaufenden Ober- und Mittellauf und dem noch einmal den äußersten Nordwesten des Hessenwaldes abtrennenden Mündungslauf. Im Norden verläuft auch der Unterlauf des Wesebaches im Wilde-Hügelland, während der Braunauer Winkel genannte Südteil um Braunau über den Wälzebach nach Südosten zur Schwalm entwässert.

Der Löwensteiner Grund stellt den äußersten westlichen Süden der Randsenken dar, der im äußersten Südwesten, am Gilsagrund längs der Gilsa, mit dem Wüstegarten die höchste Erhebung des Kellerwaldes flankiert, dessen Kernland jedoch vor allem die Senke an der Schwalm und unmittelbar östlich davon bei Bad Zwesten darstellt.

Flüsse[Bearbeiten]

Die folgende Aufstellung beschränkt sich auf den orographisch in sich geschlossenen Nordteil der Ostwaldecker Randsenken, das Wolfhagener Becken mit Randsenken.

Folgende Flüsse, je flussabwärts des Vorfluters gelistet, durchfließen die Großlandschaft (in Klammern je Länge und Einzugsgebiet sowie, falls bekannt, der Abfluss (MQ); nach dem Gedankenstrich die Naturräume):[10][11]

  • rechte Nebenflüsse der Diemel:
    • Orpe (19,1 km, 80,4 km²; 774 l/s) – Mündungsverlauf im Wrexener Diemeltal
      • Laubach (r; 7,8 km, 17,7 km²) – Stock und Rhoder Grund
    • Twiste (40,8 km, 446,7 km²; 2.686 l/s) – Unterlauf in Volkmarser Becken und Volmarser Graben
      • Aar (l; 14,0 km, 37,4 km²) – Mündung im Volkmarser Becken
        • Thiele (l; 7,2 km; 8,664 km²) – Mündung im Volkmarser Becken
        • Bicke (l; 6,8 km; 9,5 km²) – Mündung im Volkmarser Becken
      • Watter (r: 21,9 km, 41,3 km²) – Mündung im Volkmarser Becken
      • Wande (l; 12,5 km, 35,4 km²) – Rhoder Grund, Schmillinghäuser Grund und Volkmarser Becken
        • Schwarze Puhle (r; 4 km; 11,4 km²) – Unterlauf und Mündung im Volkmarser Becken
        • Wilpe (r; 9,9 km; 8,2 km²) – Unterlauf und Mündung im Volkmarser Becken
      • Erpe (r; 26,0 km, 153,7 km²; 877 l/s) – Isthaebene, Altenhasunger Graben, Ehringer Senke, Volkmarser Becken
        • Lohbach (l: 4,0 km; 5,1 km²) – Altenhasunger Graben
        • Mühlenwasser (l; 11,3 km, 54,3 km²) – Isthaebene, Ehringer Senke
          • Ofensteinwasser (l; 4,9 km; 6,0 km²) – Mittel- bis Unterlauf in Ippinghäuser Grund und Ehringer Senke
          • Limeckebach (r; 7,8 km; 9,5 km²) – Isthaebene, Ehringer Senke
          • Dusebach (l: 10,4 km, 20.9 km²) – Unterlauf in der Ehringer Senke
        • Dase (r; 10,0 km; 31,5 km²) – Elsunger Senke, Elsbergrücken
        • Vesebecker Bach (l; 7,4 km; 12,6 km²) – Mittel- und Unterlauf in der Ehringer Senke
        • Rhödaer Bach (r; 3,6 km; 8,7 km²) – Mittel- und Unterlauf in Elsunger Senke und Elsbergrücken
      • Welda, „Hörler Bach“ (l; 7,6 km, 11,5 km²) – Rhodaer Grund, Stock und Eichholz und Volkmarser Graben
  • linke Nebenflüsse der Eder:
    • Elbe (33,7 km, 123,5 km²; 785 l/s) – Mittel- und Unterlauf im Elbergrund
    • Ems (34,1 km, 146,2 km²; 753 l/s) – Mittellauf in der Sander Kammer
      • Fischbach (r; 3,9 km; 6,3 km²) – Isthaebene und Sander Kammer
      • Stellbach (r; 4,4 km; 5,3 km²) – Oberlauf in Elberberger Höhen

Berge[Bearbeiten]

Folgende Berge dominieren die Ostwaldecker Randsenken (in Klammern Höhe über NN und Zugehörigkeit zu Höhenzügen):[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Martin Bürgener: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 111 Arolsen – Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1963 (→ Karten)
  2. a b Kartendienste des BfN
  3. Interaktive Karte und Legende zu den geologischen Strukturräumen Hessens im Umweltatlas Hessen des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie
  4. Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie: Geologische Karte Hessens (PDF; 28 MB)
  5. a b Karte und Beschreibung im Umweltatlas Hessen
  6. Die Größe beträgt laut Landschaftssteckbrief/BfN 466 km², dazu kommt noch der 38 km² für den Löwensteiner Grund, der dort nicht berücksichtigt ist.
  7. a b Emil Meynen und Josef Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands, 4./5. Liegerung – Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1957; Karte der Haupteinheiten 1:1.000,000 1954 (vorläufig) und 1960 (endgültig)
  8. Landschaftssteckbrief "Ostwaldecker Randsenken" des BfN
  9. Zwar schlägt das BfN überdies in seinem ">Kartendienst "Schutzgebiete" die Mitteldiemelsenke in Teilen je dem Ostsauerländer Gebirgsrand und der Warburger Börde zu, doch dürfte es sich dabei um einen Bug handeln.
  10. Gewässerkartendienst des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Hinweise)
  11. Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  12. Der höchste Gipfel des Rauenstein ist der Nordwestgipfel Mondschein mit 369 m
  13. Der Hellenberg ist am Nordostgipfel 298 m hoch, der namentliche Gipfel zählt indes nur 278,5 m.

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