Abessinienkrieg

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Abessinienkrieg
Italienische Streitkräfte während eines Angriffs auf abessinische Stellungen, Tembienschlacht 1936
Italienische Streitkräfte während eines Angriffs auf abessinische Stellungen, Tembienschlacht 1936
Datum 3. Oktober 1935 bis 9. Mai 1936
Ort Abessinien (heutiges Äthiopien)
Ausgang Italienischer Sieg
Folgen Italienische Annexion Abessiniens
Konfliktparteien
Flag of Italy (1861-1946).svg Königreich Italien Flag of Ethiopia (1897-1936; 1941-1974).svg Kaiserreich Abessinien
Befehlshaber
Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Viktor Emanuel III.
Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Benito Mussolini

Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Emilio De Bono

Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Pietro Badoglio

Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Rodolfo Graziani

Athiopien 1897Äthiopien Haile Selassie I.

Athiopien 1897Äthiopien Imru Haile Selassie

Athiopien 1897Äthiopien Kassa Haile Darge

Athiopien 1897Äthiopien Seyoum Mengesha

Athiopien 1897Äthiopien Mulugeta Yeggazu

Athiopien 1897Äthiopien Desta Damtew

Athiopien 1897Äthiopien Nasibu Zeamanuel

TurkeiTürkei Vehib Pascha

Truppenstärke
Höchststärke:

330.000 italienische Soldaten,
87.000 libysche, eritreische und somalische Askaris,
100.000 Militärarbeiter[1]

Höchststärke:

ca. 250.000 Soldaten[2]

Verluste
25.000 militärische und zivile Opfer
(einschließlich Besatzungszeit)[3]
350.000–760.000 getötete Abessinier (einschließlich Besatzungszeit)[4]

Der Abessinienkrieg[A 1] war ein völkerrechtswidriger Angriffs- und Eroberungskrieg des faschistischen Königreichs Italien gegen das Kaiserreich Abessinien (heutiges Äthiopien). Er begann ohne Kriegserklärung am 3. Oktober 1935 mit dem Einmarsch italienischer Truppen und endete offiziell am 9. Mai 1936 mit der proklamierten Annexion Abessiniens durch das faschistische Italien. Am 1. Juni 1936 erfolgte die Vereinigung des besetzten Abessiniens mit den Kolonien Italienisch-Somaliland und Eritrea zur Kolonie Italienisch-Ostafrika.

Da die italienischen Besatzer das ostafrikanische Land militärisch nie vollständig unter ihre Kontrolle bringen konnten und auch der abessinische Widerstand nach der Annexion nie zusammenbrach, betrachten manche Historiker die italienische Besatzungsherrschaft 1936 bis 1941 ebenfalls als Teil des Abessinienkriegs.[5] Nach dem Eintritt Italiens in den Zweiten Weltkrieg wurde Abessinien im Zuge des Ostafrikafeldzugs 1941 von britischen und abessinischen Truppen befreit.

Der Abessinienkrieg war der erste großen Konflikt, den eine europäische Macht nach dem Ersten Weltkrieg begann, sowie der erste von einer faschistischen Macht angezettelte Konflikt zwischen souveränen Staaten.[6] Dem italienischen Angriffskrieg und Besatzungsregime, bei welchen von Seiten Italiens massiv und systematisch Chemiewaffen eingesetzt wurden, fielen von 1935 bis 1941 zwischen 350.000 und 760.000 der rund 10 Millionen Abessinier zum Opfer.[7]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Einen ersten, scheinbar erfolgversprechenden Anlauf zur Unterwerfung Abessiniens hatten die Italiener schon 1895/96 im Ersten Italienisch-Äthiopischen Krieg unternommen. Nach dem Zusammenbruch der Herrschaft Ägyptens über Eritrea wegen des Mahdi-Aufstands im Sudan hatte Italien 1882 Assab und 1885 Massaua besetzt und damit einen ersten Krieg mit Abessinien provoziert. Die Niederlage in der Schlacht bei Dogali 1887 veranlasste Italien, 1889 dem Friedensvertrag von Wetschale (italienisch: Uccialli) zuzustimmen. Da Abessiniens Kaiser Johannes IV. aber gerade im Krieg gegen den Sudan gefallen war, bedeutete vor allem dieser Vertrag für dessen Nachfolger Menelik II. eine wesentliche Hilfe bei der Anerkennung als Negus. Italien betrachtete Meneliks Abessinien deshalb als Protektorat, annektierte noch im gleichen Jahr Somaliland und organisierte 1890 die Kolonie Eritrea. Daraufhin kündigte Menelik II. den Protektoratsvertrag, was 1893 oder 1894 zum erneuten Einfall italienischer Truppen und zu deren erneuter, diesmal schwerer wiegender Niederlage in der Schlacht von Adua am 1. März 1896 führte.

Der italienische Diktator Benito Mussolini träumte seit seiner Machtergreifung im Oktober 1922 davon, das Imperium Romanum wieder aufleben zu lassen und als Reichsgründer in die Geschichtsbücher einzugehen. Zur Verwirklichung seiner Ideen bot sich vor allem das Kaiserreich Abessinien an, da Italien hier mit seinen Kolonien Eritrea und Somaliland ohnehin schon den Küstenstreifen besetzt hielt und somit eine gute Aufmarschbasis hatte. Außerdem war nach dem Wettlauf um Afrika das Kaiserreich Abessinien zu dieser Zeit (neben Liberia, das aber unter Schutz der Vereinigten Staaten stand) das einzige noch freie Land Afrikas. Schon 1932 ließ Mussolini durch Emilio De Bono, einen Veteranen des Ersten Weltkriegs, die Schlagkraft der abessinischen Armee erkunden. Im Dezember 1934 entschloss er sich nach dem Zwischenfall von Wal-Wal (Ogaden), bei dem 30 in italienischen Diensten stehende somalische Askari von abessinischen Grenztruppen getötet worden waren, zum Überfall auf Abessinien.

Verlauf[Bearbeiten]

Italienische Soldaten während des Überfalls auf Abessinien 1935.

Am 3. Oktober 1935 drangen italienische Truppen in Abessinien ein. Italien hatte ca. 200.000 italienische Soldaten und Schwarzhemden nach Abessinien gesandt und damit die größte nichtafrikanische Streitmacht, die jemals auf dem afrikanischen Kontinent aktiv war, aufgestellt.

Den Befehl übernahm der bereits als Kundschafter eingesetzte General Emilio De Bono. Den italienischen Truppen gelang es schnell, die wichtigen Städte Adua und Axum zu erobern. Zu den ersten Maßnahmen der faschistischen Kolonialverwaltung gehörte die Abschaffung der Sklaverei (15. Oktober 1935): Damit versuchte Italien den Krieg zu legitimieren. Beim Vordringen in den gebirgigeren Teil Abessinien geriet der Angriff jedoch unerwartet ins Stocken. Teilweise gingen die unterlegenen abessinischen Truppen sogar zum Gegenangriff über. Wegen der Misserfolge enthob Mussolini General de Bono nach nur 45 Tagen seines Amtes. Als Ersatz berief er Feldmarschall Pietro Badoglio. Badoglio gruppierte die Truppen um und befahl nun pausenlose Angriffe. Im November verhängte der Völkerbund Sanktionen gegen Italien.

Für den Krieg rekrutierte italienische Soldaten in Montevarchi (1935)

Der italienische Angriff, der ohne Kriegserklärung erfolgte, umging das Abkommen zur friedlichen Beilegung internationaler Streitigkeiten vom 18. Oktober 1907 und verstieß gegen den Briand-Kellogg-Pakt sowie gegen die Satzung des Völkerbundes, dem Italien und Abessinien angehörten. Der Völkerbund verhängte zwar Wirtschaftssanktionen, die aber keine wichtigen Güter betrafen und nie effektiv wirkten.

Der Krieg wurde brutal geführt. Die Italiener beschuldigten die Abessinier, die Genfer Konventionen zu brechen und italienische Kriegsgefangene getötet, verstümmelt und entmannt zu haben. Allerdings sind die Berichte über diese angeblichen Kriegsverbrechen widersprüchlich, wenig glaubwürdig und oftmals nicht zu verifizieren. Während offiziell von Hunderten getöteter Kriegsgefangener berichtet wurde, erklärten die italienischen Behörden tatsächlich insgesamt 43 im Krieg vermisste Soldaten für tot. Das Schicksal dieser Soldaten ist dabei im Wesentlichen unbekannt. Von den siebzehn Italienern in abessinischer Kriegsgefangenschaft starben vier, einer verschwand und zwölf überlebten den Krieg. Ob, wie die Propaganda behauptete, Kriegsgefangene entmannt wurden, ist ebenfalls unklar. Es gehörte zwar zu den trotz eines Verbotes Kaiser Selassies praktizierten Sitten und Gebräuchen abessinischer Krieger, gefallene Feinde zu entmannen. Einige Dutzend solcher Fälle sind belegt, Fälle lebendig kastrierter Italiener jedoch nicht. Gleichwohl diente diese Praktik den Italienern dazu, ihren Krieg als zivilisatorische Mission zu rechtfertigen. Besonderes Aufsehen erregte dabei das Schicksal der italienischen Piloten Tito Minniti und Livio Zannoni, die nach einer Notlandung ihres Aufklärungsflugzeugs vermutlich von aufgebrachten Dorfbewohnern getötet wurden. Die italienische Propaganda verbreitete verschiedene, sich zum Teil auch widersprechende Berichte über ihr grausames Schicksal; die Umstände ihres Todes ließen sich beim Auffinden der Leichen nicht mehr aufklären.[8]

Die Propaganda war besonders wichtig, um den Krieg in Abessinien zu legitimieren. Vor allem in Italien setzte Mussolini einiges daran, den Zuspruch der Bevölkerung für den Krieg in Ostafrika zu erhalten. Neben den Argumenten, die Abessinier zu befrieden, von der Sklaverei zu befreien und sie zu zivilisieren, wurde der Traum von nationaler Größe und Idee zivilisatorischer Überlegenheit gelebt. Abessinien galt zudem für viele Italiener als Projektionsfläche für ein besseres Leben. Die Propaganda lautete, dass in Abessinien neuer Lebensraum für die Italiener geschaffen werde.

Medizinische Ausrüstung in Addis Abeba (1935)

Die faschistische Kriegsleitung nutzte unter anderem die Episode über das Schicksal der italienischen Piloten, um den Einsatz von Giftgas und großangelegte Luftbombardements durchzusetzen und so eine rasche Entscheidung im Krieg herbeizuführen. Es kam zu massiven Luftangriffen mit hautschädigendem Senfgas, das unter den schlecht ausgerüsteten und leicht gekleideten abessinischen Soldaten zu hohen Verlusten führte.[9] Damit brach Italien das Genfer Protokoll, an das es völkerrechtlich gebunden war. Senfgas wurde nicht nur gegen abessinischen Soldaten, sondern auch gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt. Dies war besonders barbarisch: die Menschen reagierten mit Hautverätzungen, unerträglichen Schmerzen, und wussten nicht wo diese Schmerzen herkamen, da das unsichtbare Gas aus der Luft abgeworfen wurde. Viele starben nicht sofort, sondern trugen schlimme Langzeiterkrankungen davon. Ebenso wurden die landwirtschaftlichen Anbauflächen mit Senfgas attackiert, ganze Dörfer wurden eingeäschert und es kam zu Massenerschießungen unter der einheimischen Bevölkerung.[10] Die italienischen Verbände bombardierten zudem gezielt Lazarette des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes. Dazu nutzten sie kartographisches Material, welches das Rote Kreuz bei Kriegsbeginn an Rom übermittelt hatte, um so (versehentliche) Angriffe auf Hospitäler auszuschließen.

Die gezielten Attacken auf Einrichtungen des Roten Kreuzes machten international Schlagzeilen. Zu einer wesentlichen Verschärfung der Sanktionen kam es hingegen nicht. Frankreich und Großbritannien waren bestrebt, Mussolini nicht in die Arme Hitlers zu drängen.[11] Haile Selassie trat persönlich vor dem Völkerbund auf und forderte vergeblich Unterstützung. Am 5. Mai 1936 zog der italienische Feldmarschall Pietro Badoglio schließlich in der abessinischen Hauptstadt Addis Abeba ein. Am 4. Juli 1936 hob der Völkerbund seine Sanktionen gegen Italien auf, das am 11. Dezember 1937 trotzdem seinen Austritt aus dem Völkerbund erklärte.

Auswirkungen[Bearbeiten]

Britische Soldaten sammeln Waffen italienischer Soldaten (1941)

Am 9. Mai 1936 erklärte Benito Mussolini vom Balkon des Palazzo Venezia vor begeisterten 100.000 Anhängern das offizielle Ende des Krieges und verkündete die Annexion Abessiniens. Der erfolgreiche Abessinienfeldzug markiert den Höhepunkt von Mussolinis Macht. Der italienische König Viktor Emanuel III. wurde zum Kaiser von Abessinien proklamiert, und der Befehlshaber der Südarmee in Abessinien, Rodolfo Graziani, erhielt den Titel eines abessinischen Vizekönigs.

Zur Feier des Sieges wurden Monumente errichtet, unter anderem ein bis heute umstrittenes Denkmal zu Ehren der Divisione Pusteria der Alpini in Bruneck, Südtirol. Zudem wurden wertvolle archäologische Funde nach Italien überführt, darunter der Obelisk von Axum: Dieser wurde 1937 ausgegraben und nach Rom verschifft, wo er vor dem ehemaligen Kolonialministerium aufgestellt wurde. Im Jahr 2005 wurde die Stele nach Äthiopien zurückgebracht und nach der Restaurierung 2008 wieder an ihrem Originalstandort in Axum aufgestellt.

Aus politischer Sicht zeigte der Abessinienkrieg der Welt den Willen Mussolinis und des italienischen Faschismus, Italien durch Eroberung von Kolonien in den Kreis der Großmächte zu bringen. Die Entfremdung Italiens von Großbritannien und Frankreich und die Annäherung an das Deutsche Reich waren der Anfang eines Weges, der in den Zweiten Weltkrieg mündete.

In der Folgezeit kam es in Abessinien immer wieder zu Guerillaangriffen gegen die italienische Herrschaft. Italien setzte auch nach dem offiziellen Kriegsende noch Giftgas gegen Rebellen ein und ermordete zahlreiche Gefangene. Die italienische Herrschaft endete im Zweiten Weltkrieg, als britische Truppen (mit Hilfe von äthiopischen Soldaten, die mit Haile Selassie und den anderen Würdenträgern nach England ins Exil gegangen waren) Äthiopien eroberten und der abessinischen Kaiser im Mai 1941 wieder in Addis Abeba einzog.

Opfer[Bearbeiten]

Wie in vielen anderen Fällen von Massenverbrechen ist sich die internationale Forschung über die genaue Opferzahl uneins. Keine der kriegsführenden Parteien führte verlässliche Statistiken. Überdies war in Abessinien weder die systematische Erhebung von statistischen Daten noch die Führung von Zivilstandsregistern bekannt, so dass auch die angenommene Gesamtbevölkerung von 10 Millionen nur einen Annäherungswert darstellt. Die Zahlen für die Gesamtbevölkerung schwanken zwischen 8 und 12 Millionen Einwohnern. Nach äthiopischen Regierungsangaben aus dem Jahr 1946 belief sich die Zahl der Opfer auf mindestens 760.000 Tote, wobei in der heißen Phase der Feindseligkeiten zwischen Oktober 1935 und Mai 1936 allein 275.000 militärische und zivile Opfer zu beklagen waren. Das Ethiopian Holocaust Remembrance Committee mit Sitz in Chicago schätzt die Zahl der äthiopischen Opfer ohne nähere Quellenangaben auf mindestens 1 Million Tote. Die kritische italienische Forschung geht für den Zeitraum von 1935 bis 1941 von 350.000 bis 480.000 getöten Äthiopiern aus.[12] Der schweizer Historiker Aram Mattioli nennt in seiner 2005 erschienenen Monographie zum Abessinienkrieg für den Zeitraum von 1935 bis 1941 einen internationalen Richtwert von 350.000 bis 760.000 abessinischen Opfern[13] und geht nach eigenen, vorsichtigen Schätzungen von minimal 330.000 und maximal 380.000 getöteten Abessiniern aus.[14]

Die italienischen Verluste wurden von der italienischen Regierung offiziell auf 2.800 Italiener und 1.600 Askaris beziffert. Die tatsächliche Zahl der Opfer ist unbekannt, liegt aber weit höher. Schätzungen gehen von 12.000 getöteten Italienern und 4.000–5.000 getöteten Libyern, Eritreern und Somali aus. Im weiterhin nicht befriedeten Ostafrika wurden von Mai 1936 bis Juni 1940 weitere 12.000 Italiener und zwischen 30.000 und 35.000 Askari getötet.[15] 44.000 Italiener wurden bis Mai 1936 verwundet oder erkrankten und weitere 144.000 bis 1940.[16] Die Kosten des Krieges bezifferte die italienische Regierung auf 12,1 Milliarden Lire, tatsächlich dürfte es sich um eine Summe von 35,3 Milliarden gehandelt haben. Im Oktober 1936 war die italienische Regierung gezwungen, die Italienische Lira um 40 % abzuwerten. Die Besetzung Ostafrikas verschlang bis 1940 weitere 24,1 Milliarden Lire.[15]

Zitate[Bearbeiten]

„Wir pfeifen auf alle Neger der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft und deren eventuelle Verteidiger. Es wird nicht lange dauern und die fünf Erdteile werden ihr Haupt vor dem faschistischen Willen beugen müssen.“

Benito Mussolini am 6. Juli 1935 in einer Ansprache an seine Soldaten

„Wir arbeiten mit Gott zusammen in dieser nationalen und katholischen Mission des Guten – vor allem in diesem Augenblick, in dem auf den Schlachtfeldern Äthiopiens die Fahne Italiens im Triumph das Kreuz Christi vorwärtsträgt.“

Alfredo Ildefonso Kardinal Schuster, Erzbischof von Mailand, am 9. Mai 1936 bei der Segnung der heimkehrenden Soldaten.

„Überall, unter allen Bäumen, liegen Menschen. Zu tausenden liegen sie da. Ich trete näher, erschüttert. An ihren Füßen, an ihren abgezehrten Gliedern sehe ich grauenhafte, blutende Brandwunden. Das Leben entflieht schon aus ihren von Yperit verseuchten Leibern.“

Marcel Junod, Mitarbeiter des IKRK[17]

Dokumentationen[Bearbeiten]

  • Fascist Legacy, UK (BBC) 1989, 2x50 Minuten, Regie: Ken Kirby; Historische Berater: Michael Palumbo (Ausschnitt Online auf Youtube)
  • Die Südtiroler in Mussolinis Abessinienkrieg 1935–1941, Italien (RAI – Sender Bozen) 2009, 27 Minuten, Regie: Franz J. Haller & Gerald Steinacher; Historischer Berater: Aram Mattioli (Online auf Youtube)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Monographien

  • Giulia Brogini Künzi: Italien und der Abessinienkrieg 1935/36. Kolonialkrieg oder Totaler Krieg? (= Krieg in der Geschichte. Bd. 23). Schoeningh, Paderborn u. a. 2006, ISBN 3-506-72923-3 (Zugleich: Bern, Universität, Dissertation, 2002), (Volltext).
  • Manfred Funke: Sanktionen und Kanonen. Hitler, Mussolini und der internationale Abessinienkonflikt 1934–1936 (= Bonner Schriften zur Politik und Zeitgeschichte. 2, ISSN 0935-1191). Droste, Düsseldorf 1970.
  • Aram Mattioli: Experimentierfeld der Gewalt. Der Abessinienkrieg und seine internationale Bedeutung 1935–1941 (= Kultur – Philosophie – Geschichte. Bd. 3). Mit einem Vorwort von Angelo Del Boca. Orell Füssli, Zürich 2005, ISBN 3-280-06062-1 (Rezension).
  • Gerald Steinacher (Hrsg.): Zwischen Duce, Führer und Negus. Südtirol und der Abessinienkrieg 1935–1941 (= Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs. Bd. 22). Athesia, Bozen 2006, ISBN 88-8266-399-X.

Sammelbände

Aufsätze aus Sammelbänden

  • Aram Mattioli: Entgrenzte Kriegsgewalt. Der italienische Giftgaseinsatz in Abessinien 1935–1936. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Bd. 51, Heft 3, 2003, S. 311–337, online (PDF; 7,01 MB).
  • Michael Thöndl:Mussolinis ostafrikanisches Imperium in den Aufzeichnungen und Berichten des deutschen Generalkonsulats in Addis Abeba (1936–1941). In: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken. Bd. 88, 2008, ISBN 978-3-484-83088-2, S. 449–488, online.
  • Michael Thöndl: Der Abessinienkrieg und das totalitäre Potential des italienischen Faschismus in Italienisch-Ostafrika (1935–1941). In: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken. Bd. 87, 2007, ISBN 978-3-484-83087-5, S. 402–419, online.

Weiterführende Literatur

  • Matteo Dominioni: Lo sfascio dell'Impero. Gli italiani in Etiopia 1936–1941 (= Quadrante 143). Prefazione di Angelo Del Boca. Laterza, Bari 2008, ISBN 978-88-420-8533-1.
  • Gabriele Schneider: Mussolini in Afrika. Die faschistische Rassenpolitik in den italienischen Kolonien 1936–1941 (= Italien in der Moderne. Bd. 8). SH-Verlag, Köln 2000, ISBN 3-89498-093-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Italienisch-Äthiopischer Krieg (1935–1936) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

Anmerkungen

  1. „Abessinienkrieg“ ist die in der deutschsprachigen Forschung verwendete Bezeichnung für den Konflikt, in der italienischsprachigen Literatur wird er implizit als der zweite italienisch-äthiopische Krieg behandelt, in Abgrenzung zum „ersten“ italienisch-abessinischen Krieg von 1895/96. Vgl. Brogini Künzi: Italien und der Abessinienkrieg, 1935/36. Kolonialkrieg oder Totaler Krieg?. Paderborn 2006, S. 25;
    Weitere in der Literatur zu findende Bezeichnungen sind Zweiter Abessinienkrieg, (Zweiter) Italienisch-Abessinischer Krieg und Äthiopienkrieg.

Einzelnachweise

  1. Mattioli: Entgrenzte Kriegsgewalt, S. 324, Fußnote 50.
  2. Mattioli: Entgrenzte Kriegsgewalt, S. 324, Fußnote 50.
  3. Mattioli: Ein vergessenes Schlüsselereignis der Weltepoche. In: Asserate, Mattioli (Hg.): Der erste faschistische Vernichtungskrieg. S. 21.
  4. Mattioli: Entgrenzte Kriegsgewalt, S. 311.
  5. Mattioli: Ein vergessenes Schlüsselereignis der Weltkriegsepoche. In: Asserate, Mattioli (Hg.): Der erste faschistische Vernichtungskrieg. S. 9.
  6. Mattioli: Entgrenzte Kriegsgewalt. S. 325.
  7. Mattioli: Entgrenzte Kriegsgewalt. S. 311 u 328.
  8. Rainer Baudendistel: Between Bombs And Good Intentions. The Red Cross And the Italo-Ethiopian War, 1935-1936. Berghahn Books, N.Y. 2006, S. 235-248.
  9. Lina Grip, John Hart: The use of chemical weapons Italo-Ethiopian War
  10. Mit Giftgas zum Imperium. FAZ, 19. April 2007. Abgerufen am 19. Juli 2010.
  11. Gianluca Falanga: Mussolinis Vorposten in Hitlers Reich: Italiens Politik in Berlin 1933–1945
  12. Mattioli: Entgrenzte Kriegsgewalt. S. 311, Fußnote 2.
  13. Mattioli: Experimentierfeld der Gewalt. S. 13.
  14. Mattioli: Experimentierfeld der Gewalt. S. 153.
  15. a b Brian R. Sullivan: More than Meets the Eye. The Ethiopian War and the Origins of the Second World War. In: Gordon Martel (Hg.): The Origins of the Second World War Reconsidered. A.J.P. Taylor and the Historians. 2. Aufl., Routledge, London 1999, S. 187.
  16. Alberto Sbacchi: The Price of Empire. Toward an Enumeration of Italian Casualties in Ethiopia, 1935–40. In: Ethiopianist Notes 2 (1978), S. 36-38.
  17. Kämpfer beiderseits der Front. Europa-Verlag, Zürich/Wien 1947.